Kostbar wie ein Tag mit dir

Roman
 
Susan Fraser (Autor)
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 17. März 2011 | 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0254-4 (ISBN)
 
Es war alles so schnell gegangen - als wäre eine Welle über uns zusammengeschlagen. Als ich mich zu Marc umdrehte, bemerkte ich etwas Seltsames. Da war Marc, aber er hatte sich verändert: Vor mir stand Marc, wie er bei unserer ersten Begegnung ausgesehen hatte - vor fünfzehn Jahren in Paris. Die Australierin Annie und ihr Ehemann Marc stehen nach 15 Jahren Zweisamkeit vor einem Problem: Plötzlich ist alles wieder wie am Anfang, als sie noch jung und verliebt waren und nichts ihrer Liebe im Weg stand. Oder vielleicht doch? Was sie zunächst als neue Chance begreifen, entwickelt sich nach und nach zu einem gefährlichen Spiel ... Aber verdient nicht jede Liebe eine zweite Chance?
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Sabine Schulte
Deutsch
0,35 MB
978-3-8387-0254-4 (9783838702544)
3838702549 (3838702549)
weitere Ausgaben werden ermittelt
13 (S. 76-77)

Montag war nie mein Tag gewesen, aber dieser war wirklich die Hölle. Am Sonntag hatten wir beide uns einfach treiben lassen. Aber der Montag schlug voll zu. Sechs Uhr morgens, der Himmel war grauviolett, als hätte ein Tintenfisch seine dicke Brühe vor mein Zimmerfenster gespritzt. Während wir noch nebeneinanderlagen, war mir, als dränge die trübe Flüssigkeit auch in mein Denken ein. Mach, dass es dabei bleibt!, dachte ich. Wenn die Zeit tatsächlich stehen geblieben ist, dann mach, dass es hier zu Ende ist.

Ich wollte nicht zur Arbeit gehen, wollte nicht da weitermachen, wo ich am Freitag aufgehört hatte, bevor Marc und ich uns das erste mal begegnet waren. »Ich kann das nicht«, flüsterte ich. »Uns bleibt nichts anderes übrig«, sagte Marc mit Grabesstimme, was nicht gerade hilfreich war. Er hatte nicht geschlafen - das merkte ich an seiner Stimme und daran, dass er wie tot neben mir lag, flach auf dem Rücken, mit einem Arm über den Augen. Allerdings war er schon immer ein Morgenmuffel gewesen, und dieses mal hatte er wohl auch allen Grund dazu. Ich mochte mir nicht ausmalen, wie er in seine Wohnung zurückfuhr und vielleicht mit ihr sprach, während er sich für die Arbeit umzog. Hoffentlich hatte sie inzwischen wenigstens etwas zum Anziehen gefunden. »Sag was Nettes!« Ich strich mit den Fingerspitzen über seine bloße Brust, spürte seine straffe Haut. »Sag etwas, was uns da durchhilft.«

»Ça ira. Wir schaffen das«, murmelte er lahm. »Denk einfach nicht darüber nach!« Aber das half mir auch nicht. Er stand in der Tür meines Zimmers und war im Begriff zu gehen, er wollte mich hier allein lassen. Geh nicht Weg!, hätte ich am liebsten gesagt, während ich zu ihm trat. Vielleicht würde ich ihn nie wiedersehen, vielleicht würden wir nie wieder zusammentreffen, wir drei. »Wollen wir uns im Julien treffen?« Marc schaute mir in die Augen, sein Blick war sanft, so sanft wie Charlies Blick. Ob er unseren Sohn auch sehen konnte, irgendwo in meinem Gesicht? Wo war Charlie jetzt? »Ich bestelle für halb acht einen Tisch.«

Ich nickte, denn ich dachte: Ja, das hilft. Und als ich Marcs Gesicht streichelte, dieses junge, offene Gesicht, erinnerte ich mich wieder an das sanfte Lächeln in seinen Augen, als er mich im Kitty über die Bar hinweg angeschaut hatte oder über den Tisch im Deux Magots an jenem Freitag nach unserer ersten Begegnung ... und dann am Morgen danach. Sein Gesicht schwebte über mir, als ich aufwachte, die blauen Augen, das schwarze Haar. Es war unser erstes Mal gewesen, unsere erste gemeinsame Nacht, berauscht vom Champagner und der Tarte Tatin im Deux Magots, trunken vor Leidenschaft.

»Ich möchte, dass du meine Freunde kennenlernst«, hatte Marc gesagt. »Und ich möchte, dass sie dich kennenlernen. Ce soir.« Er klang so überzeugt. Ich weiß noch, dass ich nach dem Glas neben dem Bett griff und dabei überlegte, wie lange er mich wohl schon so angeschaut hatte. Hatte ich mit offenem Mund geschlafen? »Ob sie mich mögen werden?« »Non. Sie werden dich assen.« Er streichelte meine Wange. »Man sollte sich vor dem Schlafengehen immer das Gesicht waschen, non?«

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

4,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen