Dr. Stefan Frank 2483 - Arztroman

Erinnere dich an das, was war
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Januar 2019
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-7589-3 (ISBN)
 
Erinnere dich an das, was war
Nach zehn Jahren Ehe muss Lukas plötzlich um seine Frau kämpfen

Der attraktive Apotheker Lukas Schwendner ist mit den Nerven am Ende. Vor wenigen Tagen ist seine Frau Josie mit schweren Kopfverletzungen aufgefunden worden. Seitdem liegt sie bewusstlos in der Münchner Waldner-Klinik. Was mit ihr geschehen ist, kann niemand sagen. Hoffentlich wird sie es ihm bald selbst erzählen können.
Als Lukas an diesem Morgen wie üblich ihr Krankenzimmer betritt, stockt ihm für einen Moment der Atem: Josie hat endlich die Augen geöffnet! Sein Herz schlägt sofort schneller. Seine Frau ist wieder bei Bewusstsein, nun wird sicher alles gut!
Doch Josie schaut ihn nur zweifelnd an.
"Sind Sie ein Arzt?", fragte sie leise.
Lukas' Augen weiten sich entsetzt.
"Ein Arzt? Himmel, Josie, ich bin dein Ehemann!", keucht er ...

Zuerst hofft Lukas, dass Josie nur vom langen Schlaf benommen ist, aber bald wird es traurige Gewissheit: Josie hat ihr Gedächtnis verloren, und er selbst ist für seine Frau ein Fremder. Der junge Apotheker ist verzweifelt. Kann er irgendetwas tun, um seine Frau erneut für sich zu gewinnen?

Erinnere dich an das, was war

Nach zehn Jahren Ehe muss Lukas plötzlich um seine Frau kämpfen

Der attraktive Apotheker Lukas Schwendner ist mit den Nerven am Ende. Vor wenigen Tagen ist seine Frau Josie mit schweren Kopfverletzungen aufgefunden worden. Seitdem liegt sie bewusstlos in der Münchner Waldner-Klinik. Was mit ihr geschehen ist, kann niemand sagen. Hoffentlich wird sie es ihm bald selbst erzählen können.

Als Lukas an diesem Morgen wie üblich ihr Krankenzimmer betritt, stockt ihm für einen Moment der Atem: Josie hat endlich die Augen geöffnet! Sein Herz schlägt sofort schneller. Seine Frau ist wieder bei Bewusstsein, nun wird sicher alles gut!

Doch Josie schaut ihn nur zweifelnd an.

"Sind Sie ein Arzt?", fragte sie leise.

Lukas' Augen weiten sich entsetzt.

"Ein Arzt? Himmel, Josie, ich bin dein Ehemann!", keucht er .

"Ich mag aber keine Ratten!" Ein helles Quietschen ging dem Ausruf voran, und ein Aufstampfen mit dem Fuß folgte ihm. Es war unschwer zu erkennen, dass sich soeben ein Drama anbahnte. Und das ausgerechnet auf einer Geburtstagsparty!

Josie verstand plötzlich das verständnisvolle Augenzwinkern, mit dem Gretas Mutter sie bedacht hatte, als sie die Sechsjährige hergebracht hatte. Sie hatte Josie eine kleine Flasche Sekt in die Hand gedrückt.

"Für die Party hinterher", hatte sie gesagt. Vermutlich würde sie die Aufmunterung nötig haben, wenn das Fest vorüber war. Diese - und eine halbe Packung Schmerztabletten, weil das Pochen in ihrem schmerzenden Zahn von Minute zu Minute schlimmer wurde.

Finn hatte sich zu seinem sechsten Geburtstag eine Feier unter dem Motto "Zauberschule" gewünscht. Josie war verblüfft gewesen, wie viele Deko-Artikel man dazu im Internet fand. Sie hatte die Decke der Gartenlaube durch das Anbringen von mit Sternen bedrucktem Taft in das Dach einer Zauberschule verwandelt. Kürbiskerzen, künstliche Spinnennetze und ein Kessel mit Kinderpunsch sorgten für das richtige Flair.

Die Kinder hatten Zauberstab-Mikado und Hexerei-Memory gespielt. Das Essen war ebenfalls magisch gewesen: ein Einhornkuchen und ein leuchtend orangefarbener Zaubertrank.

Die Kinder waren hellauf begeistert gewesen, als Josie die Gastgeschenke geholt hatte: Sie hatte für jedes Kind ein Plüschtier besorgt. Es gab Ratten, Katzen und Schneeeulen. Die Kinder waren selig, bis auf Greta, für die eine Ratte übrig geblieben war, die sie nun argwöhnisch beäugte.

Josie kauerte sich vor Greta, sodass ihre Augen auf derselben Höhe waren wie die des Kindes.

"Das ist Fridolin", sagte Josie sanft. "Magst du ihm nicht Hallo sagen, Greta?"

Greta stülpte die Lippen vor.

"Ihm fehlt ein Ohr."

"Was sagst du da?" Josie betrachtete das Tierchen genauer.

Es stimmte, dem armen Fridolin fehlte das rechte Ohr. Das war ihr beim Kauf gar nicht aufgefallen. Da war guter Rat teuer. Sie konnte auf die Schnelle keinen Ersatz besorgen. Also gab es nur eine Möglichkeit.

"Fridolin wünscht sich ein schönes Zuhause, weißt du? Er ist ein bisschen ramponiert, weil er so eine weite Reise hinter sich hat. Er war mit seinen acht Geschwistern unterwegs. Sie haben inzwischen alle ein Zuhause gefunden. Nur den armen Fridolin mag keiner haben, weil ihm ein Ohr fehlt."

"Ooh. Armer Fridolin." Greta streckte die Arme nach der kleinen Plüschratte aus und drückte sie tröstend an ihr Herz.

"Er braucht jemanden, der gut zu ihm ist. Willst du auf ihn aufpassen, Greta?"

"Ja, das will ich."

"Das ist schön. Fridolin ist eine tapfere kleine Ratte. Er wird dich immer beschützen. Nur eines kann er gar nicht leiden, und das ist Wasser." Josie kniff verschwörerisch ein Auge zu.

"Ich bade auch nicht gern." Greta gluckste fröhlich und entblößte dabei eine Zahnlücke. Damit war Fridolins Zukunft gesichert.

Josie richtete sich wieder auf. Im selben Augenblick kündigte die Türklingel die ersten Eltern an, die ihre Kinder zur verabredeten Zeit abholen wollten. Die quirlige Schar hatte überhaupt keine Lust, sich schon zu trennen, und so verging noch eine halbe Stunde, bis Josie die Tür der Gartenlaube hinter Paul und seinem Vater schloss.

Mit einem Mal war es so still um sie, dass es ihr beinahe unwirklich vorkam. Das bunte Durcheinander um sie herum brachte sie jedoch ins Hier und Jetzt zurück.

"Wir räumen auf", entschied Finn, der mit seinen sechs Jahren überaus ordentlich war. Während das Zimmer seines älteren Bruders meistens aussah, als wäre ein Wirbelsturm durchgefegt, lag bei Finn alles an seinem Platz. Er half Josie, buntes Pappgeschirr in einen großen Müllbeutel zu sammeln.

Die Reste des Kuchens kamen in eine blaue Box. Die würden ihnen morgen sicherlich noch schmecken. Sie wischten und putzten. Bald blitzte das Gartenhäuschen vor Sauberkeit.

Josie kehrte mit ihrem Sohn durch den verschneiten Garten zum Wohnhaus zurück. Sie lebten in Grünwald, einem idyllischen Vorort südlich von München. Das Leben war hier ruhiger als im Zentrum der Metropole, und trotzdem war man im Handumdrehen in der Stadt.

Finn zog sich in sein Zimmer zurück, und wenig später hörte sie ihn auf seiner Kinder-Zither herumzupfen. Er liebte Musik und ging seit einem halben Jahr zum Unterricht.

Während der ersten Monate hatte er auf einem geliehenen Instrument geübt. Nun zeichnete sich ab, dass er dranbleiben würde, deshalb hatten seine Eltern ihm ein eigenes Instrument zum Geburtstag geschenkt. Zusammen mit einigen Noten für Lieder, die er am liebsten sofort alle ausprobiert hätte.

Linus steckte den Kopf zur Küche herein.

"Ist noch Kuchen übrig?"

"Freilich." Josie bemerkte seine vom Schnee durchnässte Garderobe. Ihr älterer Sohn hatte den Nachmittag mit Freunden am nahen Rodelhang verbracht. Das hatte seine Spuren hinterlassen. "Zieh dich um, und wasch dir die Hände. Ich schneide dir inzwischen ein Stück Kuchen ab."

"Ist gut!" Wie der Blitz stob der Siebenjährige davon.

Wenig später drang von oben das muntere Geplapper der beiden Brüder. Offenbar erzählte Finn ganz begeistert von der Geburtstagsparty. Josie ließ sich ein Glas Wasser ein und spülte damit eine Schmerztablette hinunter.

Das Ziehen in ihrem Zahn zehrte an ihr. Sie musste wirklich bald die Zeit finden, zum Zahnarzt zu gehen. Nach dem turbulenten Nachmittag fühlte sie sich obendrein so erschöpft, als wäre sie in der Isar von Landshut nach München geschwommen.

Ein langes Schaumbad wäre jetzt herrlich, dachte sie und warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. Wo Lukas nur bleibt? Er hat versprochen, zur Geburtstagsparty daheim zu sein, aber das war wohl nichts. Ein leises Seufzen entfuhr ihr. Ihr Blick streifte den Kühlschrank. An der Tür klemmte ein Zettel mit ihrer Handschrift unter einem Magneten.

Finns Party beginnt um zwei. Wir freuen uns auf dich. In Liebe, Josie

Lukas war in aller Frühe zur Arbeit gefahren, noch bevor die Kinder und sie aufgestanden waren, deshalb hatte sie ihm abends nach dem Bügeln noch den Zettel an den Kühlschrank geheftet. Er musste ihn gesehen haben, als er sich die Sahne für seinen Kaffee geholt hatte.

Seit Wochen, nein, Monaten kommunizierten sie überwiegend über Zettel miteinander. Einkaufslisten, Termine und Besuche bei den Großeltern wurden schriftlich abgesprochen. Wobei "abgesprochen" sehr optimistisch ausgedrückt war. Meistens bestand die Antwort ihres Mannes in einem einzigen Wort: Okay.

In diesem Augenblick meldete sich Wolfgang Amadeus Mozart im Korridor. Ihr Mann hatte das Telefon so eingestellt, dass es nicht klingelte, sondern "Eine kleine Nachtmusik" spielte. Beim ersten Mal hatte sie das reizend gefunden. Inzwischen nicht mehr so sehr.

"Schwendner", meldete sie sich.

"Guten Abend, Frau Schwendner, hier spricht Alexander Holzner vom Tageblatt. Sie hatten sich bei uns für die Stelle einer Redakteurin beworben. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass wir den Posten bereits anderweitig vergeben haben."

"Oh. Wie schade." Die Enttäuschung flutete ihr Inneres wie kaltes Wasser. Beim Vorstellungsgespräch hatte sie ein gutes Gefühl gehabt und sehr auf die Stelle gehofft. Die bedauernden Worte des Anrufers rauschten an ihr vorbei. Sie brachte nur einen höflichen Abschied heraus, dann legte sie auf.

Wieder nichts! In ihrem Kopf drehte sich auf einmal alles. Acht Jahre war sie aus ihrem Beruf heraus. Kurz vor Linus' Geburt hatten Lukas und sie beschlossen, dass sie eine Weile aussteigen und sich um das Baby kümmern würde, ehe sie wieder arbeiten ging. Es sollte nur für ein Jahr sein. Höchstens für zwei.

Doch dann hatte sich Finn angemeldet, und sie hatten Josies Rückkehr in den Beruf aufgeschoben. Warum auch nicht? Ihr Mann leitete eine Apotheke und verdiente gut. Josie war gern daheim geblieben und hatte sich um ihre Kinder und den Haushalt gekümmert.

Inzwischen waren Linus und Finn aus dem Gröbsten raus, und sie sehnte sich danach,...

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