Romana Extra Band 94

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Mai 2020
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-4796-1 (ISBN)
 
ZÄRTLICHE VERSUCHUNG IN SEVILLA von LUCY FOXGLOVE Inkognito mischt Unternehmer Nevio Fernandez Garcia sich in der Bar seines neuen Hotels in Sevilla unter die Gäste. Dabei begegnet er der verführerisch schönen Jasmine und flirtet ungehemmt mit ihr. Was er nicht ahnt: Sie ist keine einfache Urlauberin! MIT ZEHN DATES ZUM GLÜCK von CARA COLTER Spontan gibt Brandon sich als Sophies neuer Freund aus. Natürlich bloß zum Schein, damit seine hübsche Nachbarin auf der Hochzeit ihres arroganten Ex nicht allein dasteht! Doch wieso knistert es so verlockend, als er sie küsst? EIN VERFÜHRERISCHES GESCHENK von SHARON KENDRICK Ein sinnlicher Traum aus schimmernder roter Seide ... Angie fühlt sich wie verzaubert! Erst schenkt ihr Boss Riccardo Castellari ihr dieses sexy Kleid - dann verführt er sie zu einer heißen Liebesnacht. Aber warum nur weist er sie danach eiskalt zurück? VERLIEB DICH NIE IN DEINEN BESTEN FREUND! von FIONA HARPER Liebe ist für Coreen gleichbedeutend mit Selbstaufgabe. Die Männer sollen ihr zu Füßen liegen! Ungefährlich ist nur die Nähe ihres besten Freundes Adam, den ihr Sex-Appeal unbeeindruckt lässt. Aber plötzlich weckt ausgerechnet er romantische Gefühle in ihr ...

2. KAPITEL

Nevio verließ sein Büro im zweiten Stock des Hotels und schloss das Zimmer ab. Das Hotel hatte immer noch richtige Schlüssel mit hübschen Schlüsselanhängern und keine Karten wie die modernen Hotels. Leise vor sich hin pfeifend ging er durch den Gang, warf einen Blick nach draußen in den beleuchteten Innenhof. Um diese Uhrzeit war das Wasser des zentralen Springbrunnens beleuchtet, und die restlichen Lampen waren so angebracht, dass die Palmen beinahe magisch leuchteten. Auf den Steinbänken saßen Hotelgäste, tranken Wein und unterhielten sich.

Gesprächsfetzen drangen zwar nicht durch die Fenster bis ins Innere des Hotels, aber vielleicht machte es das umso gemütlicher hier drinnen. Und ein bisschen geheimnisvoll, denn so konnte sich Nevio in seiner Fantasie ausdenken, was dort unten gesprochen wurde. Der dicke gemusterte Teppich dämpfte seine Schritte, und auch sonst war kein Geräusch zu hören, bis er auf die Galerie trat, um auf den Aufzug zu warten. Fröhliche Stimmen klangen aus der Bar nach oben, und Nevios Herz schlug etwas schneller, als sich eine leise Aufregung in ihm breitmachte. Einmal in der Woche gönnte er es sich, unerkannt von seinen Gästen in der Bar zu sitzen. Die meisten Gäste blieben kürzer als eine Woche, und ohnehin wusste niemand, wer er war. Es kam so gut wie nicht vor, dass jemand danach verlangte, den Hotelbesitzer zu sprechen, und warum auch? Wenn er sich die Gäste so ansah, fühlten sie sich rundum wohl.

Nevio betrat den Aufzug, nickte einem Ehepaar zu, das dort bereits wartete, bis Raoul, der Page, den Knopf für das Erdgeschoss drückte. Auch Raoul nickte ihm zu, und Nevio war froh, dass dieser seine Tarnung nicht auffliegen ließ. Manchmal kam sich Nevio vor wie ein Geheimagent, wenn er inkognito unter seinen Gästen saß und so tat, als wäre er ebenfalls auf einer Geschäfts- oder Urlaubsreise in der Stadt. Als würde er tagsüber den Königspalast Alcázar besichtigen, einen Spaziergang über die vielen Brücken Sevillas machen und Kollegen zu einem Geschäftsessen mit Blick auf den Guadalquivir treffen.

Die Hotelbar war wie immer gut besucht. Geschäftsleute, Urlauber. Nevio versuchte nicht auf die Paare zu achten. Trotzdem spürte er immer noch einen schmerzhaften Stich, wenn er glückliche Menschen sah, das Kribbeln in der Luft spürte und die Vertrautheit in ihren Gesichtern erkannte. Die Liebe war für Nevio weit, weit weg. Aber er war zufrieden. Seit Raffaela wusste er schließlich, dass die Liebe nichts für ihn war. Nie wieder würde er sich ernsthaft auf eine Frau einlassen. Ein gebrochenes Herz hatte große Macht.

Luca, der Barkeeper, begrüßte ihn freundlich, während er die Whiskeygläser polierte. "Buenas tardes, señor." Er wusste längst, dass Nevio an seinen Barabenden als "Gast" unterwegs war. "Was darf ich Ihnen anbieten?"

Nevio warf einen Blick auf die Karte, obwohl das unnötig war. "Einen Rioja, por favor."

Er setzte sich an einen freien Tisch und sah sich unauffällig und möglichst entspannt um. Gerade als er sein Rotweinglas an die Lippen führte und den ersten Schluck nehmen wollte, blieb sein Blick an einer jungen Frau hängen, die unter dem Torbogen im Eingang zur Bar stehen geblieben war. Das Licht aus der Lobby ließ ihre Silhouette aufleuchten, und als sie den Kopf zur Seite drehte, konnte Nevio ihr Gesicht sehen. Sie wirkte wie ein Engel, gleichzeitig hatte sie ein freches Lächeln, und ihre dunklen Augen sprühten vor Neugier. Die Art, wie sie sich bewegte, wirkte beinahe hypnotisch auf ihn. Sie kam ihm bekannt vor, aber er erinnerte sich nicht, woher. War sie schon länger zu Gast im "El Corazon"? Sie sah ein bisschen verloren aus, wie sie dort stand und offenbar überlegte, wohin sie sich setzen sollte. Die meisten Tische waren besetzt. Suchte sie jemanden, war sie verabredet? Aber falls nicht, wollte er sie aus der unangenehmen Situation erlösen.

Spontan winkte er ihr zu und deutete auf den freien Sessel an seinem Tisch. Für einen Moment trafen sich ihre Blicke und verhakten sich ineinander. Nevios Herz schlug einen Trommelwirbel. Sicherheitshalber stellte er sein Glas ab, damit er den Rotwein nicht auf sein weißes Hemd kippte.

Die junge Frau kam zögerlich näher, aber dann lächelte sie warm und setzte sich ihm gegenüber in den anderen Ledersessel. "Buenas tardes", sagte sie.

"Buenas tardes, ich hoffe, Sie genießen den schönen Abend", sagte Nevio. Ganz automatisch begann er zu flirten, obwohl das hier kein Date war. Schon so lange hatte er es vermieden, mit einer Frau auszugehen. Seit Raffaela. Er räusperte sich.

"Ein wirklich schönes Hotel", sagte die Unbekannte.

"Ja, das finde ich auch. Mein Name ist Nevio." Er deutete an aufzustehen und reichte ihr seine Hand.

Ihre Finger waren warm, und sie hatte einen erstaunlich festen Griff. Aufmerksam musterte sie ihn mehrere Augenblicke. Ihre Körperhaltung erinnerte ihn auf einmal an eine Katze, die eine Maus beobachtet, aber dann lehnte sie sich wieder zurück. "Jasmine", sagte sie schließlich und lächelte erneut dieses Lächeln, das ihr ganzes Gesicht erstrahlen ließ.

Nevio musste sich schon wieder räuspern. "Möchten Sie etwas trinken?", fragte er. "Ich kann Ihnen etwas von der Bar mitbringen. Ich wollte mir gerade noch ein Glas Wein holen."

"Für mich bitte einen Sherry", sagte Jasmine.

Zum Glück musste Nevio an der Bar warten, weil Luca gerade andere Gäste bediente. Er atmete tief durch und versuchte, seinen Herzschlag zu beruhigen und konzentriert zu atmen. Was war denn nur auf einmal los mit ihm? So hatte er sich seit Raffaela nicht mehr gefühlt. Jasmines dunkle Augen funkelten noch immer in seinen Gedanken. Etwas verband sie beide, dieses Gefühl hatte er seit dem Moment, als sie ihm ihre Hand gegeben hatte. Was für ein Unsinn! ermahnte er sich. Er kannte sie überhaupt nicht. Was sollte sie verbinden?

Als Nevio die beiden Gläser auf den Tisch stellte, steckte Jasmine gerade ihr Handy weg und lächelte ihr entwaffnendes Lächeln. "Und, Nevio, sind Sie beruflich in der Stadt oder privat? Moment, lassen Sie mich raten." Sie kniff die Augen zusammen und ließ ihren Blick über sein weißes Hemd, sein dunkles Jackett und die dunkle Hose schweifen. "Beruflich", sagte sie schließlich.

"Richtig." Nevio nickte. Dass er jetzt im Grunde undercover unterwegs war, musste sie ja nicht wissen. "Und Sie?"

Für einen kurzen Moment huschte ein Schatten über ihr Gesicht, aber dann war das Leuchten in ihren Augen zurück. "Beides", sagte sie. "Aber mehr privat."

Sie stießen miteinander ein. "¡Salud!"

"Ihr Vorname, er klingt so . englisch", sagte Nevio nach einer Weile.

"Ja, meine Familie kommt aus Wales." Sie nahm einen weiteren schnellen Schluck und verschluckte sich prompt.

Hatte er etwas Falsches gefragt?

"Entschuldigung", sagte sie schnell. "Ich habe ewig keinen Sherry getrunken, und ich sollte mir mehr Zeit lassen damit. Ohnehin ist es zu schade, ihn so schnell zu trinken."

"Dabei klingt ihr Akzent beinahe genau so, als wären Sie aus Sevilla. Sie stammen also gar nicht aus Spanien?", fragte Nevio.

"Nein, aus Cardiff."

"Ich liebe das Meer. Nirgendwo kann ich mich so gut entspannen wie an einem Sandstrand, wenn die Wellen rauschen. Es ist beinahe wie Musik, finden Sie nicht?"

Jasmine nickte. "In Cardiff habe ich einmal ein Konzert im Hafen erlebt in einer windgeschützten Ecke. Die Band hat es geschafft, den Rhythmus der Wellen mit einzubauen."

"Da wäre ich zu gerne dabei gewesen", sagte Nevio und hatte sofort ein Bild vor Augen, wie er neben Jasmine auf einer von der Sonne angewärmten Mauer saß, den Arm um ihre Schultern und ihren Kopf an sich gelehnt. Schnell nahm er einen weiteren Schluck von seinem Wein. "War es klassische Musik?", fragte er.

"Nein, der Stil lässt sich kaum richtig einordnen, vielleicht eine Mischung aus Jazz und Flamenco."

"Das hätte mir auch gefallen. Sevilla ist ja die Heimat des Flamenco."

Jasmine nickte abermals zustimmend.

"Ungewöhnliche Musik liebe ich auch sehr. Als Kind habe ich Saxofon gelernt", erklärte Nevio. "Manchmal wünsche ich mir, ich hätte Zeit, wieder zu spielen."

"Oh, ich auch!", rief Jasmine aus und lachte kurz. "Saxofon und später Schlagzeug, in meiner wilden Phase. Ich war ein richtiger Rebell mit sechzehn."

"Das kann ich mir vorstellen." Nevio räusperte sich, nachdem der letzte Satz beinahe wie ein kehliges Knurren herausgekommen war. Was war denn nur mit ihm los? Alle Bilder, die er bei Jasmines Erzählen vor sich sah, bestärkten das Verlangen, sie zu berühren. Er wünschte sich auf einmal, mit ihr an einem Strand Musik zu hören oder ausgelassen mit ihr zu tanzen. Hauptsache sie war ihm ganz nah.

Den restlichen Abend plätscherte ihr Gespräch angenehm vertraut und gleichzeitig anregend dahin. Jasmine und Nevio sprachen über vieles, über Lieblingsstädte, Lieblingsbücher, über Musik, Kunst und sogar ein wenig über ihre Kindheit. Jasmine schilderte Cardiff dabei so lebendig, dass Nevio fast den Eindruck hatte, selbst durch die Straßen zu spazieren. Er schmeckte das salzige Wasser des Meeres auf der Zunge, und selbst als sie von ihren Lieblingsspeisen sprach, die typisch für die Gegend waren, sah Nevio alles genau vor sich, und sein Magen knurrte.

Vermutlich würde alles aus ihrem Mund wunderbar und zauberhaft klingen, dachte er. Ihre Stimme ging ihm durch...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

5,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen