Just one dance - Lea & Aidan

Roman
 
 
Ullstein Forever (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Dezember 2017
  • |
  • 280 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95818-236-3 (ISBN)
 
Wenn Welten aufeinander prallen: Der Urknall der ersten großen Liebe
Lea und Aidan könnten unterschiedlicher nicht sein. Lea pendelt zwischen dem Ballettunterricht, dem Aushilfsjob und dem alkoholabhängigen Vater in ihrer kleinen Wohnung. Aidan fährt seinen Ford Granada von Party zu Party und seine ärgste Sorge ist eigentlich nur, wie er die nächste Bettgeschichte klar machen kann. Lea ist eine Außenseiterin, die heimlich für Aidan, den Player und Bad Boy schlechthin, schwärmt. Und doch scheint das Schicksal einen anderen Plan für sie zu haben. Denn nachdem er ihr eines Abends in einer gefährlichen Situation ungeahnt zur Hilfe eilt, ist nichts mehr wie vorher. Die Funken sprühen gewaltig. Aber hat ihre zarte Liebe überhaupt eine Chance?
Von Iris Fox sind bei Forever erschienen:

Love Happens - Zwei sind einer zu viel
Drei Tage Glück
Just one dance - Lea & Aidan
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 2,88 MB
978-3-95818-236-3 (9783958182363)
3958182364 (3958182364)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Iris Fox, 1982 in Elmshorn geboren, lebt heute mit ihrer Familie in Syke in der Nähe von Bremen. Nach ihrem Schulabschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Viele Jahre blieb sie dem medizinischen Bereich treu, bis sie nach ihrer Elternzeit in eine Einrichtung für körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen wechselte. Obwohl seit jeher unzählige Geschichten in ihrem Kopf herumschwirren, widmet sie sich erst seit 2014 mit viel Herz und Leidenschaft aktiv dem Schreiben von Romanen.

Kapitel 2


Aidan


Als ich den arschglatten Weg entlanggehe, kann ich immer noch kaum glauben, in was für eine beschissene Situation ich da hineingeraten bin. Nichts ahnend saß ich vorhin genüsslich eine Zigarette qualmend in meinem alten Ford Granada. Ich hatte noch etwas Zeit bis zu meiner Verabredung. Die, nebenbei gesagt, jetzt wohl ohne mich stattfinden wird.

Das Taschentuch, das ich mir unter die Nase halte, ist bereits hoffnungslos mit Blut durchtränkt. Achtlos werfe ich es hinter mich und ziehe geräuschvoll die Nase hoch. Dabei halte ich weiter mit festen Schritten auf den finsteren Schuppen zu, vor dem ich das Mädchen anzutreffen hoffe. Meine Fäuste warten nur darauf, auf irgendetwas einzuschlagen, so gefrustet bin ich. Normalerweise lasse ich mich nämlich nicht einfach so verprügeln. Habe ich so etwas nötig? Nein! Ganz sicher nicht! Ich ärgere mich über mich selbst, es trotzdem gemacht zu haben.

Als ich bei der Hütte ankomme, sehe ich die Umrisse des Mädchens, das neben der Holzwand kauert. Oh Mann. Forsch trete ich an sie heran und presse sie an ihren Schultern hart gegen die Holzwand. Sie kann ruhig wissen, wie gewaltig mir ihre Dusseligkeit stinkt. Mein Atem geht schwer, so aufgewühlt bin ich.

»SAG MAL, BIST DU TOTAL IRRE ODER WAS?!«, brülle ich ihr mitten ins Gesicht. »Du hättest abhauen sollen, als noch Zeit dafür war. Du bist so dumm, dass es wehtut. Mann!«, schimpfe ich weiter, denn ich bin noch nicht fertig mit ihr. Stumm wie ein Fisch erträgt sie meine Laune. Still verharrt ihr Körper weiter in der Position, in der ich ihn an der Wand festgenagelt halte. »Dafür könnte ich dir den Arsch grün und blau prügeln. Ehrlich wahr«, ende ich schließlich. Ganz eingeschüchtert steht sie dicht vor mir und wagt kaum zu atmen. Doch wenn sie atmet, tut sie dies auf eine unerklärliche Art und Weise, die mich erschauern lässt. Genervt lasse ich sie los und schlage mit der Faust kurz aber heftig auf den hölzernen Fensterladen direkt neben ihr ein, der sich mir netterweise anzubieten scheint. Das Mädchen sinkt wieder in ihre geduckte Haltung zurück. Voller Inbrunst brülle ich in die Nacht hinaus.

»AAAHHHHRRRR!!!« Gott, tut das gut. Mein in Wallung geratenes Blut beruhigt sich wieder. Mir ist bewusst, die Angelegenheit für sie mit meinem Aufschrei nicht angenehmer gestaltet zu haben. Doch was soll's. Im Grunde geht sie mich doch gar nichts an. Wenn es nur nicht so scheiße kalt wäre. Während ich mich mit meinem Körpergewicht immer wieder gegen die Holztür dieser alten Kate werfe, höre ich ihre verängstigte Stimme:

»Sind sie dir gefolgt?« Ihre Stimme lässt augenblicklich mein Herz erweichen. Wie zum Teufel sie das macht, ist mir ein Rätsel. Ich bin von mir selbst überrascht, als ich ihr in einem für mich ungewohnt ruhigen Ton antworte.

»Nein. Ich glaube nicht. Wir sollten aber trotzdem eine Weile warten, bis wir zum Parkplatz zurückgehen. Nur zur Sicherheit, falls sie doch noch auf uns warten.«

Diese verfickte Tür will einfach nicht nachgeben. Frustriert greife ich in meine Manteltasche und ziehe mein iPhone heraus. Ich versuche, mit dem kleinen Lichtstrahl der Taschenlampe in das Schloss der Tür zu leuchten. Ein stinknormales Türschloss. Soweit schon mal gut. Mein Blick schweift rüber zu ihr. Wortlos gehe ich auf sie zu und leuchte ihr ins Haar. Grob fahren meine Hände hindurch, bis ich endlich zwei Haarnadeln fühle und schließlich aus ihren Haaren ziehe. Während ich mein Handy zwischen meinen Beinen geklemmt halte, beiße ich die Enden der Nadeln ab und biege sie mir zurecht. Ich bin noch mittendrin, da hören wir in weiter Ferne Stimmen. Augenblicklich ziehe ich das Mädchen dicht an mich heran, sodass wir eng aneinandergepresst auf dem Boden vor der Tür kauern. Ich drücke ihr mein iPhone in die Hand.

»Hör zu. Wir sollten so schnell wie möglich da rein. Da drin sind wir erst mal sicher. Leuchte direkt in das Schloss und versuche dabei, das Licht zu verdecken, damit es von Weitem nicht zu sehen ist.« Mit zittrigen Fingern nimmt sie mein iPhone, atmet tief durch und reißt sich tatsächlich zusammen. Obwohl ich natürlich merke, wie fertig die Kleine ist. So schnell ich kann, beginne ich damit, die Pins in die gewünschte Position zu drücken, damit der Zylinder nachgeben kann. Ich bin deutlich beeindruckt, wie souverän sie angesichts unserer Situation die ganze Zeit über bleibt. Sie ist mit Sicherheit genauso wenig darauf aus, den Kerlen heute Nacht noch einmal zu begegnen wie ich. Die Pins knacken einer nach dem anderen und der Zylinder lässt sich drehen. Die Stimmen der Typen kommen immer näher. So wie es sich anhört, sind die echt sauer darüber, dass ich ihnen die Tour vermasselt habe. Während ich flink die Tür öffne und das Mädchen unsanft hineinschubse, huscht mir ein hämisches Grinsen über die Lippen. Die drei um einen schnellen, perversen Fick gebracht zu haben, war es dann doch allemal wert, denke ich, während ich die Tür von innen wieder verschließe.

Lea


Gott sei Dank! Wir sind drin. Absolute Finsternis umhüllt uns. Mein ganzer Körper ist zum Bersten gespannt und wird vermutlich jeden Augenblick den Dienst versagen. Möglicherweise stehe ich wegen der beinahe dreifachen Vergewaltigung kurz vor einem hysterischen Anfall. Vielleicht aber auch, weil ich in der absoluten Dunkelheit, die diesen Raum beherrscht, für die nächste Zeit gefangen bin. Die herannahenden Stimmen der drei Scheißkerle da draußen geben mir den Rest. Obwohl ich mich wirklich ganz fürchterlich versuche zusammenzureißen, kann ich nicht verhindern, dass meine Atmung immer hektischer wird. Eine Woge der Verzweiflung durchfährt meinen Magen und setzt sich schließlich in meinem Brustkorb fest. In meinem Kopf beginnt es zu brummen. Oh, großer Gott! Keuchend versuche ich mich selbst zu beruhigen, doch davon wird es nur noch schlimmer. Das Brummen wird lauter und meine Atmung gerät außer Kontrolle. Unter mir tut sich der Boden auf. Ich habe das Gefühl, ins Unendliche zu fallen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ich aufschreien muss. Leises Wimmern dringt bereits durch meine Kehle und sucht sich seinen Weg nach draußen. Panisch blicke ich nach allen Seiten, doch da ist nur Schwärze. Meine Hände versuchen etwas zu ertasten, etwas zu ergreifen, an dem ich mich festhalten kann. Aber da ist nur Leere. Wie aus dem Nichts spüre ich zwei Hände, die mein Gesicht packen, ehe ich mich an eine rettende Schulter gelehnt wiederfinde.

»Schschscht. Ist gut. Ist doch gut. Versuch ruhig zu bleiben. Die wissen nicht, dass wir hier sind.« Seine rauchige Stimme lässt meinen Pulsschlag tatsächlich ruhiger werden. Das von mir so gefürchtete Brummen fliegt langsam wieder davon. Von der rohen Gewalt seiner Hände, mit der er mich vor ein paar Augenblicken noch draußen an die Hauswand genagelt hat, ist nichts mehr zu spüren. Sanft legen sich diese starken Arme jetzt tröstend um mich. Wie ein kleines Kind drücke ich mein Gesicht fest an seinen warmen Wollmantel. Ob er weiß, welch herrliche Wärme sein Körper gerade für mich ausstrahlt? Mich im jetzigen Zustand im Arm zu halten, muss sich wie ein Eisklotz anfühlen. Als könnte er meine Gedanken erraten, fährt seine Hand unter mein Gesicht und öffnet den obersten Knopf seines Wollmantels. Flüsterleise floppt ein Knopf nach dem anderen aus der Knopfleiste. Ich fühle die angenehme Wärme, die mich in Empfang nimmt, als er mich mit seinem Mantel umhüllt. Berauscht von seinem herrlichen Duft, der mir entgegenfliegt, lehne ich mich dankbar an seine Brust. Sein Kinn an meinem Kopf spürend, wage ich nicht mich zu bewegen. Ich habe keine Ahnung, wohin mit meinen Händen, die ich verkrampft vor meiner Brust verschränkt halte.

Die Stimmen draußen vor der Tür kommen näher. Sie können nicht mehr weit sein. Geistesgegenwärtig zieht er mich ein Stück mit sich und presst sich mitsamt meines Körpers eng hinter einen Schrank, sodass wir von der Tür aus nicht zu sehen sind. Meine kalten Finger krallen sich dicht neben meinem Gesicht in den Kragen seines Pullovers. Zischende Laute dringen von außen zu uns heran. Je näher sie der Hütte kommen, desto flacher versuche ich zu atmen. Ein Kauz schreit auf und ich kann nicht verhindern, vor Schreck zusammenzuzucken. Augenblicklich legt sich seine rechte Hand auf meinen Hinterkopf.

»Schschscht. Bleib ruhig. Ist alles gut«, flüstert er in mein Ohr. Sein Atem streift über meine Haut, sodass es mir durch Mark und Bein geht. Ganz sanft fährt seine Hand mein Ohr entlang. Seine Finger vergraben sich tief in meinem Haar und berühren mich im Nacken. Wäre ich eine Katze - und würde vor der Tür nicht eine bestialische Meute auf uns lauern - würde ich anfangen zu schnurren. Ich schwör's. Die Berührung seiner Fingerkuppen driftet durch mich hindurch und treibt meinen Herzschlag höher als ich eigentlich ertragen kann. Ganz langsam hebe ich meinen Kopf ein wenig von seiner Brust. Horche in die Stille hinaus. Die Männer sind nicht mehr zu hören. Ich will schon etwas sagen, da fährt mir seine linke Hand über den Mund und befielt mir, weiter still zu sein. Ich gehorche. Keinen Mucks gebe ich von mir. In meiner Verzweiflung versuche ich innerlich das Vaterunser herunterzurattern. Durch meine dünne Winterjacke und seinen Pullover hindurch fühle ich den Pulsschlag seines Herzens. Oder ist es mein Herz?

Ohne Vorankündigung ruckelt es lautstark an der Tür. Weitere beherzte Schläge und Tritte dagegen folgen. Mein Herz hat definitiv zwei Takte ausgesetzt. Daran glaube ich ganz fest!

»Die sind hier langgekommen. Da sind ganz eindeutig frische Fußspuren.« Einer der Männer steht direkt hinter der Tür.

...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

3,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung des WebShops erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok