Der Duft von Bittermandel

Historischer Roman
 
 
Gmeiner Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. März 2011
  • |
  • 375 Seiten
 
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978-3-8392-3647-5 (ISBN)
 
Frankreich im 16.Jahrhundert. Oberküchenmeister Bertrand de Baladoux, Koch des französischen Königs, legt sein Geständnis ab. Er hat Kanzler Antoine Duprat und König Franz den Ersten, der sich im Krieg mit dem deutschen Kaiser Karl dem Fünften befindet, vergiftet. Aber warum? Was hat den gutmütigen Menschen zu einer solchen Tat getrieben? Die Antwort gibt das Tagebuch der Königin, das sie nach ihrem frühen Tod dem Hofnarren Paltoquet hat zukommen lassen ...
2011
  • Deutsch
  • 2,05 MB
978-3-8392-3647-5 (9783839236475)
3839236479 (3839236479)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dagmar Fohl, geboren 1958, absolvierte ein Studium der Geschichte und Romanistik in Hamburg und arbeitete mehrere Jahre als Kulturmanagerin. Nach Abschluss einer Gesangsausbildung war sie als Sängerin, Gesangslehrerin und Chorleiterin im In- und Ausland aktiv. Dann folgte ihre Tätigkeit als Schriftstellerin. Im Juli 2009 erschien ihr erster historischer Roman im Gmeiner-Verlag.
1 - Erster Teil [Seite 7]
1.1 - 1 [Seite 8]
1.2 - 2 [Seite 15]
1.3 - 3 [Seite 20]
1.4 - 4 [Seite 28]
1.5 - 5 [Seite 35]
1.6 - 6 [Seite 40]
1.7 - 7 [Seite 46]
1.8 - 8 [Seite 51]
1.9 - 9 [Seite 55]
1.10 - 10 [Seite 66]
1.11 - 11 [Seite 68]
1.12 - 12 [Seite 73]
1.13 - 13 [Seite 76]
1.14 - 14 [Seite 78]
1.15 - 15 [Seite 79]
1.16 - 16 [Seite 84]
1.17 - 17 [Seite 87]
1.18 - 18 [Seite 91]
1.19 - 19 [Seite 93]
1.20 - 20 [Seite 96]
1.21 - 21 [Seite 100]
1.22 - 22 [Seite 102]
1.23 - 23 [Seite 111]
1.24 - 24 [Seite 113]
1.25 - 25 [Seite 114]
1.26 - 26 [Seite 118]
1.27 - 27 [Seite 120]
1.28 - 28 [Seite 123]
2 - Zweiter Teil [Seite 127]
2.1 - 1 [Seite 128]
2.2 - 2 [Seite 131]
2.3 - 3 [Seite 139]
2.4 - 4 [Seite 144]
2.5 - 5 [Seite 149]
2.6 - 6 [Seite 151]
2.7 - 7 [Seite 154]
2.8 - 8 [Seite 158]
2.9 - 9 [Seite 163]
2.10 - 10 [Seite 165]
2.11 - 11 [Seite 168]
2.12 - 12 [Seite 173]
2.13 - 13 [Seite 182]
2.14 - 14 [Seite 185]
2.15 - 15 [Seite 190]
2.16 - 16 [Seite 197]
2.17 - 17 [Seite 198]
2.18 - 18 [Seite 206]
2.19 - 19 [Seite 207]
2.20 - 20 [Seite 212]
2.21 - 21 [Seite 215]
2.22 - 22 [Seite 218]
2.23 - 23 [Seite 221]
2.24 - 24 [Seite 225]
2.25 - 25 [Seite 228]
2.26 - 26 [Seite 231]
2.27 - 27 [Seite 231]
3 - Dritter Teil [Seite 239]
3.1 - 1 [Seite 240]
3.2 - 2 [Seite 243]
3.3 - 3 [Seite 248]
3.4 - 4 [Seite 252]
3.5 - 5 [Seite 254]
3.6 - 6 [Seite 262]
3.7 - 7 [Seite 267]
3.8 - 8 [Seite 269]
3.9 - 9 [Seite 274]
3.10 - 10 [Seite 278]
3.11 - 11 [Seite 280]
3.12 - 12 [Seite 281]
3.13 - 13 [Seite 285]
3.14 - 14 [Seite 286]
3.15 - 15 [Seite 288]
3.16 - 16 [Seite 291]
3.17 - 17 [Seite 297]
3.18 - 18 [Seite 299]
3.19 - 19 [Seite 301]
3.20 - 20 [Seite 302]
3.21 - 21 [Seite 304]
3.22 - 22 [Seite 309]
3.23 - 23 [Seite 314]
3.24 - 24 [Seite 318]
3.25 - 25 [Seite 326]
3.26 - 26 [Seite 328]
3.27 - 27 [Seite 330]
3.28 - 28 [Seite 336]
3.29 - 29 [Seite 340]
3.30 - 30 [Seite 348]
3.31 - 31 [Seite 351]
4 - Erstes Nachwort [Seite 354]
5 - Zweites Nachwort [Seite 356]
6 - Anhang [Seite 357]
7 - Familien der Herrscher [Seite 361]
8 - GLOSSAR [Seite 364]
9 - Einige Literaturangaben [Seite 373]

1 (S. 240-241)

Krieg lag in der Luft. Ich nahm den Geruch des Schlachtfelds bereits in den Schlossküchen wahr. Im Rat gab es kein anderes Thema mehr. Kaiser Karl der Fünfte beanspruchte als Großenkel Karls des Kühnen Burgund. Gleichzeitig gedachte er, Mailand zurückzuerobern. François der Erste beabsichtigte, den Kaiser aus Neapel zu vertreiben, um Mailand zu schützen.

Der König glaubte, die wichtigsten Verbündeten, den Papst und den englischen König Heinrich den Achten, auf seiner Seite zu haben. Bereits nach der Kaiserwahl hatte er Leo dem Zehnten den Vorschlag unterbreitet, gemeinsame Streitkräfte aufzustellen, um Neapel zu erobern. Er war sich der Unterstützung Leos sehr sicher, weil er mit ihm seit dem Konkordat von Bologna immer neue, für beide Seiten einträgliche Abkommen geschlossen hatte. Nur war dem Papst nicht zu trauen. Als der Kaiser ihm versprach, ganz Italien von den Franzosen zu befreien, wechselte Leo der Zehnte in das Lager Karls über.

Das Abkommen blieb geheim und der König ahnte nichts von diesen Absprachen. Zunächst zogen wir in die Ebene von Valdoré. Der König gedachte, dort mit dem englischen König einen Angriffspakt gegen den Kaiser abzuschließen. Er glaubte fest daran, erfolgreich zu sein. Die beiden Könige hatten bereits ihre Kinder miteinander verlobt und verschiedene Abkommen in London geschlossen. Wir reisten mit dem gesamten Hofstaat, mit König, Königin und Louise de Savoie.

Auch der englische König traf mit seiner Gattin und großem Gefolge ein. Ein riesiges Zeltlager entstand, das wir das »Lager des goldenen Tuches« nannten, da der König seine Zelte aus goldenen Fäden hatte weben lassen. Das Zelt des englischen Königs war jedoch weitaus prächtiger und größer. Mit goldenem und silbernem Tuch bespannt, erstrahlte es inmitten des Tales wie ein Stern. Um einen Hof vereinigte es vier große Häuser mit acht Sälen. Auch die Gewänder Henrys des Achten übertrafen die unseres Königs an Schönheit und Pracht.

Dicht an dicht glänzten Gold und Edelsteine auf dem Stoff. Der englische König betrieb großen Aufwand, François Premier an Würde und Stärke zu überbieten. Er hatte sogar einen großen Hügel aufschichten lassen, um unseren König von erhöhter Position aus zu empfangen. In diesem Zeltlager lernte Henry der Achte seine zukünftige Frau, Anne Boleyn, kennen.

Es hieß, ihr Hochzeitskleid sei durch Gold- und Juwelenbesatz so schwer gewesen, dass die junge Braut nicht imstande gewesen war, sich aus eigener Kraft fortzubewegen. Aber all der Prunk verhinderte nicht, dass Henry der Achte seine junge Gemahlin köpfen ließ. Sie blieb, wie sich im Laufe der Jahre herausstellen sollte, nicht die einzige englische Königin, die dieses Schicksal erlitt. Könige lassen sich stets von ihren Launen und Wünschen leiten. Niemals darf man ihnen trauen.

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