Komm her - Geh weg

Der Weg zu mir
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. August 2020
  • |
  • 404 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-9311-1 (ISBN)
 
Komm her - Geh Weg | Der Weg zu mir
Ein Roman über eine toxische Beziehung

Als Lydia den charismatischen Kai kennenlernt, glaubt sie, ihren Seelengefährten gefunden zu haben. Obwohl Kai schon zu Beginn ihres Zusammenseins ein geheimnisvolles, undurchschaubares Verhalten an den Tag legt, bekommen die beiden Kinder und heiraten. Auch Lydias Sohn aus erster Ehe lebt mit in der neu gegründeten Familie.

Die Beziehung entwickelt sich zu einem diffusen Wechselspiel aus Nähe und Distanz, das Kai subtil zu steuern scheint. Seine zunehmend widersprüchlichen Aussagen sowie sein respektloses Verhalten stürzen Lydia irritiert in tiefe Traurigkeit. Verzweifelt versucht sie, Lösungen für ihre Probleme zu finden, doch es gelingt ihr kaum, diese überhaupt in Worte zu fassen. Längst ist sie unbewusst in eine emotionale Abhängigkeit von Kai geraten, zweifelt an ihrer Wahrnehmung und sucht verunsichert die Schuld bei sich selbst. Bis sie erkennt, dass ihr Ehemann narzisstische Persönlichkeitsmerkmale aufweist, vergehen viele dramatische Jahre.

Wird Lydia sich von den unsichtbaren Fesseln, durch die sie an Kai gebunden ist, lösen können?


Hintergründe zum Buch:

Viele Menschen leiden unter schmerzhaften, subtilen Manipulationen durch ein narzisstisch geprägtes Umfeld ohne die Symptomatik in Worte fassen oder zuordnen zu können. Denn Personen mit narzisstischen Anteilen haben meist eine charismatische Ausstrahlung sowie zahlreiche positive Eigenschaften, die sie dazu einsetzen, sich beliebt zu machen. In Debatten und Diskussionen sind Narzissten in der Regel bestrebt, auf geschickte Weise ihr Gegenüber kleinzumachen, um sich selbst zu erhöhen. Diese Art der Kommunikation ist in Paarbeziehungen, in Unternehmen, unter Mitarbeitern sowie auch in politischen Auseinandersetzungen zu beobachten. Doch hinter der scheinbar vielversprechenden Darstellung eines Menschen mit narzisstischen Anteilen, der sich auch nicht davor scheut, Lügen zu verbreiten, steckt meist die Sucht nach Bewunderung und Anerkennung. Fatalerweise besitzen diese Menschen ein solch ausgeprägtes selbstsicheres Auftreten, dass sie ihre Umgebung damit massiv täuschen können.

Der psychologische rote Faden, der durch diesen Roman führt, zeigt Ursachen und Lösungen für die Problematik einer toxischen Beziehung auf und kann somit auch rat- und hilfegebend wirken.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,70 MB
978-3-7519-9311-1 (9783751993111)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Leandra Fischer wurde 1962 in Hessen geboren. Sie ist geschieden und hat drei erwachsene Kinder. Wenn sie im alltäglichen Leben nicht gerade mit ihrem normalen Job und unspektakulären Dingen wie Haus- und Gartenarbeit beschäftigt ist, verbringt sie ihre Zeit mit sich, ihren Haustieren, ihren erwachsenen Kindern und ihren Freunden. Und natürlich widmet sie sich mit ganzem Herzen ihrer wahren Leidenschaft: dem Schreiben.

Schon als Kind und Jugendliche schrieb sie gerne Kurzgeschichten. Nachdem sie viele Jahre das Schreiben als Hobby praktizierte, wagte sie es 2020, ihren ersten Roman »Komm her - Geh weg« zu veröffentlichen - ein Werk mit autobiografischen Zügen, in dem sie aus einer Kombination von Fantasie und Realität eine mitreißende Story erschaffen hat.

»Beim Schreiben kann ich meinen Kopf so wunderbar befreien. Wenn ich meine zahlreichen Ideen und Erlebnisse zu Papier gebracht und meine Gedanken in Worte verwandelt in die Welt entlassen habe, bin ich glücklich.«

VORBEI?


»Deine Ehe ist vorbei!«, raunte eine Stimme in mein Ohr. Ich fuhr aus dem Schlaf. Was war das? Wer hatte gerade mit mir gesprochen? Hatte ich mir das eingebildet? Ich schaute mich um. Niemand war zu sehen. Mein Blick fiel als Erstes auf meinen Mann. Kai schlief tief und fest. Das Zimmer wurde durch die Straßenlaterne vor dem Fenster leicht erhellt. War das ein Traum gewesen?

»Von wegen ein Traum - das ist Realität!«, kam die Antwort aus dem Nirgendwo. Es handelte sich deutlich um eine Männerstimme mit südländischem Akzent. Ich schaute mich nochmals um. Das Gefühl, dass sich außer meinem Mann und mir noch jemand im Raum aufhielt, ließ mich nicht los. War ich vielleicht verrückt geworden? Ich hatte das schon einige Male vermutet, doch kam ich immer wieder zu der Überzeugung, dass ich mir nicht erlauben konnte, verrückt zu werden. Schließlich war ich Mutter von drei Kindern und hielt meinem Mann tagtäglich den Rücken frei, da er sehr viel arbeitete. Ich fasste mir an die Stirn, um zu überprüfen, ob sie sich heiß anfühlte. In den letzten Jahren litt ich mehrfach unter grippalen Infekten, die oft von Fieberschüben begleitet wurden. Und immer, wenn ich fieberte, tauchten die merkwürdigsten Träume auf. Einmal träumte ich im Fieber, dass mich meine längst verstorbene Großmutter Anna anrief, um sich darüber zu beklagen, dass niemand mehr an ihren Geburtstag dachte. Als ich damals aus diesem Traum erwachte, klingelte tatsächlich das Telefon. Ich nahm ab, aber die Leitung war tot.

Tot, dachte ich, Oma Anna ist doch tot. Und das schon viele Jahre.

»Deine Ehe ist vorbei!«

Da war schon wieder diese Stimme. Ich war jetzt hellwach und versuchte zu lokalisieren, woher sie kam, konnte jedoch nichts feststellen. Eine ähnliche Situation hatte ich schon einmal in meiner frühen Kindheit erlebt. Auch damals, im Alter von vier Jahren, war ich manchmal nachts aufgewacht, weil ich zu spüren glaubte, dass sich jemand in meinem Zimmer aufhielt. In manchen Nächten sah ich merkwürdig hell etwas Nebelhaftes durch mein Zimmer huschen. Angsterfüllt starrte ich dann auf diese Nebelwolke, die sich zunehmend verdichtete, bis ich eines Nachts einen kleinen, untersetzten Mann wahrnehmen konnte. Bekleidet mit Hut und Mantel stand er an meinem Bett. In der Hand hielt er einen Regenschirm. Dass es sich bei dieser Begegnung um meinen verstorbenen Großvater Franco gehandelt hatte, sollte mir erst viele Jahre später bewusst werden. Ich hatte Opa Franco nie kennengelernt, da er ein Jahr vor meiner Geburt von einem Auto überfahren worden war. Er stammte aus Italien. Meine Großmutter Elvira hatte mir später erzählt, dass es an jenem Abend am 11. Januar 1961, an dem der Unfall passierte, in Strömen geregnet hatte. Oma Elvira sprach oft von ihrem Mann. Doch spürte ich dabei meist einen angespannten Unterton. So eine Art Widerstand, den man auch in Gesprächen unter Kindern wahrnehmen kann, die auf bestimmte Situationen trotzig reagieren.

»Immerzu wollte er allein ins Kino gehen und diese Sophia Loren anschauen. Wahrscheinlich hat er an diesem Abend mit offenen Augen von ihr geträumt, als er bei Rot über die Fußgängerampel ging.«

Zwischen den Zeilen glaubte ich bei diesen Sätzen, die meine Oma regelmäßig mit einem Augenrollen vortrug, so etwas zu hören wie Das hat er nun davon! . oder Das geschieht ihm recht!

Mittlerweile saß ich aufrecht im Bett inmitten unseres chaotischen Zimmers voller Gerümpel, einer besseren Abstellkammer, die unser Schlafzimmer sein sollte. Irgendwo hatte ich einmal gelesen, dass Geister gerne unaufgeräumte Orte aufsuchten, um zu spuken und ihr Unwesen zu treiben. Ein Schauer krabbelte mir den Rücken hinunter.

Seit einer gefühlten Ewigkeit war Kai dabei, das Dachgeschoss zu renovieren, wohin wir unser Schlafzimmer verlegen wollten. So schliefen wir in diesem provisorischen Zwischenlager, einem kleinen Nebenzimmer von Kais Taxizentrale, in dem neben unserer Einsvierziger-Matratze, unter der sich zwar kein Bett, jedoch wenigstens ein Lattenrost befand, auch unsere Kleidungsstücke in Kisten lagerten. Kai ließ sich mit der Renovierung viel Zeit. Wie bei allem.

Ich lauschte in die Stille hinein. Plötzlich hörte ich einen dumpfen Schlag, der entweder aus einem der Kinderzimmer kam, die eine Etage tiefer lagen, aus dem Erdgeschoss oder aus dem Garten. Sensibilisiert durch die unheimliche Stimme, die zu mir gesprochen hatte, war mir etwas mulmig zumute. Jeff, der nachts in unserem Zimmer schlief, begann zu bellen. Ich stand auf, um nachzuschauen, was da unten los war. Etwas ängstlich wankte ich durchs Treppenhaus nach unten in die Etage, wo sich die Kinderzimmer befanden. Alles war still. André, Mia und Jill schliefen offensichtlich. Unten im Erdgeschoss angekommen, entdeckte ich schließlich die Ursache des Geräusches. Ich musste lachen. Auf dem Boden lag ein Blumentopf, daneben saßen unsere beiden Katzen Nala und Ami und keine von den beiden wollte es gewesen sein.

Nala war Andrés Liebling. Nach der Scheidung von meinem ersten Mann, Andrés Papa, hatte sich André immer eine Katze gewünscht. Doch es sollte noch einige Jahre dauern bis dieser Wunsch erfüllt wurde. Nun war André schon 17 und Nala immerhin schon sechs Jahre alt.

Wie die Zeit vergeht, überlegte ich. Mia und Jill schlitterten mit ihren zwölf und elf Jahren gerade in die Pubertät. Wir bewohnten in einem ruhigen Stadtteil von Stuttgart ein Zweifamilienhaus, welches mir von meinen Eltern vorvererbt worden war. Durch den Auszug meiner Eltern aus der oberen 3-Zimmer-Wohnung konnten wir uns den Luxus leisten, in dieser Wohnung eine zweite Taxizentrale einzurichten. Die Hauptzentrale befand sich zehn Kilometer von unserem Wohnort entfernt. Wir dachten immer, ein Taxibüro mit Schreibtisch und Telefon wäre von existenzieller Bedeutung für ein Taxiunternehmen.

Erleichtert ging ich nach oben, um mich wieder hinzulegen. Bevor ich das Rumpelzimmer betrat, streifte mein Blick kurz sehnsüchtig die Wendeltreppe, die zu jenem Zimmer unter dem Dach führte, welches unser neues Schlafzimmer und zukünftiges Liebesnest werden sollte. Bevor ich mich hinlegte, schaute ich mich noch einmal im Zimmer um. In der Dunkelheit wirkten die vielen Sachen noch bedrohlicher als am Tag. Ich seufzte tief. Doch das Chaos ließ sich nicht wegseufzen. Also versuchte ich, mich damit abzulenken, mir unser künftiges Schlafzimmer vorzustellen, in dem endlich auch alle unsere Sachen ihren angestammten Platz finden würden. Mein Mann war viel unterwegs. Als Taxifahrer hatte er unregelmäßige Arbeitszeiten und arbeitete oft bis spät abends. War es dann richtig, sich über ein unrenoviertes Schlafzimmer zu beschweren? Diese Frage - eine von vielen - stellte ich mir immer wieder. Meine Überlegungen begannen oft mit:

Ist es richtig .?

Darf ich .?

Kann ich .?

Soll ich .?

Stimmt das wirklich?

Doch diese Fragen verpufften regelmäßig im Raum, ohne dass ich Antworten erhielt. Mit dem beruhigenden Gedanken, dass wenigstens unsere drei Kinder eigene Zimmer hatten, schlief ich schließlich wieder ein.

Am nächsten Morgen war ich besonders früh wach. Mein erster Gedanke galt der Stimme aus der vergangenen Nacht und ich tat sie als seltsamen Traum ab. Ich stand auf, ging ins Bad und zog mich an. Plötzlich überkam mich ein Gefühl tiefer Dankbarkeit. Meine Emotionen waren sehr wechselhaft. Mal war ich niedergeschlagen, traurig oder gar wütend und plötzlich überwogen wieder Freude, Hoffnung und Dankbarkeit.

Wer hat schon die Möglichkeit, in einem so großen Haus zu wohnen?, dachte ich dann oft. Alles könnte so perfekt sein, wenn doch nur . Ach, es wird sich sicher bald ändern. Durch meinen Kopf schlängelten sich tagtäglich endlose Gedankenketten.

Jeff, unser kleiner, hellbrauner Mischlingsrüde mit Dackelgesicht und Pudellocken, sah mich verschlafen an. Er streckte sich ausgiebig und tat mir schließlich den Gefallen, mit mir Gassi zu gehen. Er hielt wenig davon, zu früher Stunde nach draußen geschleift zu werden. Da er jedoch einen großen See aus Hundepipi auf die Wiese direkt vor unserem Haus fließen ließ, ging ich davon aus, dass wir es wieder einmal gerade so geschafft hatten, bevor unser Teppich daran glauben musste. Wir gingen gemeinsam über das Feld hinter unserem Haus und Jeff wurde langsam munter. Erneut kam mir die Stimme in den Sinn.

Deine Ehe ist vorbei!, hörte ich sie in meinem Kopf widerhallen. Und so trug ich diese Stimme durch meinen Tag. Es gesellten sich - wie so oft - noch weitere Stimmen hinzu, die aus meinem Inneren zu kommen schienen.

»Siehst du, jetzt hat dir endlich mal jemand gesagt, was Sache ist.«

Das war unverkennbar meine verstorbene Großmutter Anna, mütterlicherseits. Dieser resolute Ton war mir zu ihren Lebzeiten schon durch Mark und Bein gegangen. Es lag der gleiche Unterton in der Stimme, den ich damals bei ihrem Beschwerdeanruf in meinem Fiebertraum wahrgenommen...

Schweitzer Klassifikation
BISAC Classifikation
Warengruppensystematik 2.0

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

6,99 €
inkl. 5% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen