Famous in L.A.

Liebe mit Hindernissen
 
 
Forever (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Dezember 2017
  • |
  • 384 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95818-237-0 (ISBN)
 

Plötzlich Star Eigentlich hat sich Amber geschworen, nie wieder auf einer Bühne zu stehen. Doch nachdem ihre Freundin sie heimlich bei der Castingshow „Famous in L.A." angemeldet hat, bleibt der 26-jährigen Sängerin aus South Carolina keine Wahl. Der Konkurrenzkampf ist hart, aber dank ihres Talents sticht Amber aus der Masse der Bewerber hervor. Gleichzeitig entdeckt sie ihre Gefühle für ihren Arbeitskollegen, den Programmierer Chris. Zu spät bemerkt Amber, dass sich ihr neues Leben so gar nicht mit dieser Liebe vereinbaren lässt …

weitere Ausgaben werden ermittelt
M. W. Fischer, geboren 1962 in Basel, wuchs in Riehen, dreihundert Meter von der deutschen Grenze entfernt, auf. 2013 hat er sich seinen großen Traum, Autor zu werden, erfüllt und schreibt seitdem Liebesromane. Nach der ersten Novelle veröffentlichte er 2014 »Abfahrt in zwei Minuten« und 2015 »Zeit heilt keine Wunden« in der Regina-Reihe, die in der Schweiz und Deutschland spielen. 2016 schrieb er den ersten internationalen Roman, der bei Forever by Ullstein erschienen ist.

1


Erin ließ leise Musik laufen, kam zu mir herüber und setzte sich auf einen Barhocker. Sie trank hastig einen Schluck von dem Wasser, was ich ihr eingeschenkt hatte, und sagte mit leuchtenden Augen: »Schau mal, Amber, ich habe etwas für dich.« Sie beugte sich über die Theke und angelte nach einem Flyer. »Die Casting-Show >Famous in L.A.< sucht Nachwuchstalente wie dich. Der oder die Gewinnerin wird ein Star und lebt einen Monat lang in L.A., mit allem Drum und Dran. Bei den Voraussetzungen steht: >Du bist zwischen achtzehn und achtundzwanzig, du kannst gut singen und performen und bist Single.< Du würdest also alle Bedingungen erfüllen.«

Ich ignorierte ihren auffordernden Seitenblick und versteifte mich innerlich.

»Melde dich an! Die Castings finden schon bald statt.«

Ich griff nach dem Flyer und las ihn durch. Dann legte ich ihn auf die Theke zurück und schüttelte den Kopf. »Nein, das ist nichts für mich. Ich will nie wieder auf einer Bühne stehen und mich zum Affen machen.«

Erin schüttelte den Kopf. »Manchmal kommt es mir so vor, als wolltest du an diesem missglückten Auftritt in der Highschool festhalten. Niemand erinnert sich noch daran, das ist zehn Jahre her, und jetzt bist du sechsundzwanzig. Mit deiner Hammerstimme und deiner bezaubernden Ausstrahlung könntest du sofort nach Hollywood marschieren und eine Gesangskarriere beginnen.«

Bei der Vorstellung, jemals wieder auf einer Bühne zu stehen, überkam es mich wie ein Fieberschub. Ich strich mir durch die Haare und schüttelte den Kopf.

»Überleg doch mal, seit Jahren nimmst du bei mir Gesangsstunden, wir üben Choreos bis zur Auftrittsreife, und doch verweigerst du auch nur den Gedanken an einen Auftritt. Was muss ich noch anstellen, damit du endlich dein Potenzial akzeptierst und einen Schritt nach vorne machst?«

»Ich singe, weil ich es für mich brauche. Auftritte habe ich endgültig abgehakt.«

»Aber es bringt doch niemandem etwas, wenn du nur hier in meinem Studio singst und tanzt. Mach etwas aus deinem Talent, ich bitte dich. Du könntest alles erreichen. Du musst nur versuchen, nicht immer alles unter Kontrolle halten zu wollen.«

Ich sprang von meinem Hocker und marschierte demonstrativ zu meinem Platz zurück. »Nein bleibt nein! Üben wir jetzt Freckles noch mal?«

Erin seufzte und ging zum Laptop. »Schlaf doch mal darüber. Du hast noch ein paar Tage Zeit, um dich anzumelden.«

Ich schaute stur geradeaus und wartete auf meinen Einsatz. Erin Burns, meine Gesangslehrerin, war fünfundvierzig Jahre alt, ein mütterlicher Typ, obwohl sie nie geheiratet und Kinder gehabt hatte. Sie überwachte meine Fortschritte, seit ich als Vierzehnjährige mit dem Singen begonnen hatte. Die wöchentliche Gesangsstunde war meine ganz persönliche Lebensoase. Wenn ich sang, befand ich mich auf einer höheren Ebene, irgendwo zwischen Himmel und Erde. Warum konnte sie nicht akzeptieren, dass es für mich so in Ordnung war und ich keine höheren Ziele hatte?

Erin hob die Hände. »Beginnen wir noch mal mit dem Intro. Ausgangsposition - und Hände dreimal öffnen und schließen. Schneller. Sehr gut. Arme hoch, Schritt links, close, Schritt rechts, close, Arme sinken lassen und drehen. Stopp, das muss eine fließende Bewegung sein, und lächeln!«

Ich ließ meine Schultern hängen und stützte mich auf den Knien ab. »Heute fehlt mir die Konzentration, Erin.«

»Warum das? Bist du etwa verliebt?«

Ich lachte. »Schön wär's. Nein, du weißt doch, dass sich niemand für mich interessiert. Ich werde für immer das Mädchen bleiben, das in der Highschool vor allen Zuschauern in gepunkteter Unterwäsche auf der Bühne stand.«

Erin schüttelte den Kopf. Seufzend nahm sie am Laptop ein paar Einstellungen vor. »Wir lassen die Choreo für heute ruhen und widmen uns dem Song.«

Sogleich erklang die Karaokeversion von Kelly Sparks' Megahit Freckles aus den Boxen. Ich atmete tief durch und stellte mich auf, bereit für meinen Einsatz. Nach den ersten paar Takten erfüllte mich diese konzentrierte Ruhe, die ich beim Singen immer verspürte. Jetzt war ich allein mit der Musik, die durch mich hindurch zu fließen schien. Sie hob mich hoch, trug mich durch die Strophen und ließ mich auf dem Refrain tanzen:

Freckles in my face,

Freckles in my mouth.

Are you jealous? Are you mad?

Freckles, freckles, freckles, freckles aren't sadI love my freckles and they are

as fire and ice to me.

Als der letzte Akkord verklungen war, stand ich still und schaute versonnen auf meine Fußspitzen. Wie würde es sich anfühlen, wenn ich diesen Song vor Publikum vortragen müsste? Würde er mich auch schwerelos machen, oder behielten meine Versagensängste die Oberhand?

»Wow, Amber, das war himmlisch. Und das ist noch eine Untertreibung. Du hast ein solches Talent! Was für eine Vergeudung, wenn du nichts daraus machst.«

Ich hob den Kopf und strich mir die Haare aus dem Gesicht. »Nein, Erin, ich würde sterben auf einer Bühne. Ich werde nie wieder auftreten.«

An diesem Abend fiel ich immer wieder aus dem Takt. Ich konnte mich einfach nicht mehr konzentrieren. Was Erin gesagt hatte, ließ mir keine Ruhe, und doch schloss ich kategorisch aus, nochmal aufzutreten.

Als ich mich verabschiedete, drückte Erin mir den Flyer zum Casting in die Hand. »Da, nimm ihn mit. Ich werde jeden Tag nachsehen, ob dein Name auf ihrer Homepage steht.« Sie umarmte mich mit einem Lächeln.

Ich stopfte den Flyer in meine Manteltasche. »Mach dir keine Hoffnungen.« Dann verabschiedete ich mich und verließ die Tanzschule.

Prüfend sah ich zum dunklen Novemberhimmel hinauf. Der Regen schien gerade eine Pause einzulegen. Ein Blick auf die Uhr im Handy trieb mich zur Eile an.

Als ich an einem städtischen Abfalleimer vorbeikam, zerriss ich den Flyer und warf die Papierfetzen weg. Damit wollte ich definitiv nichts zu tun haben. Ich sang für mich allein, und das genügte mir. Wenn mich Erin nächste Woche danach fragen würde, könnte ich immer noch etwas Zeit schinden, bis der Anmeldetermin verstrichen wäre.

Ein feiner Nieselregen setzte ein. Ich spannte meinen Regenschirm auf und schritt zügig aus. Wenn ich Rose in der Chickensandwich-Bar warten ließe, würde sie wütend werden, und dann wäre der Abend gelaufen. Die feuchte Kälte fraß sich durch meinen grauen knielangen Mantel, den ich vor einigen Jahren im Secondhandshop gekauft hatte. Dumm von mir, dass ich am Morgen meinen Schal zu Hause vergessen hatte.

Vor dem Portal eines Hotels stieß ich auf eine Menschenansammlung. Ich erinnerte mich, gelesen zu haben, dass in unserer Stadt eine Benefizgala mit Hollywoodstars zugunsten von krebskranken Kindern stattfinden würde. Bis zum Eingang war ein mit Kordeln abgetrennter roter Teppich ausgelegt worden. Jetzt merkte ich auch, dass die Menschenmenge aus Fotografen und Leuten mit Videokameras bestand. Ich wurde richtig aufgeregt. Aus nächster Nähe konnte ich die Paparazzi beobachten und war gespannt, ob ich auch einen Star zu Gesicht bekommen würde.

Eine schwarze Stretchlimousine fuhr heran und hielt genau neben dem roten Teppich. Ich reckte den Hals, um sehen zu können, wer aussteigen würde. Der Beifahrer, dem schwarzen Anzug und dem Ohrstecker nach zu urteilen ein Bodyguard, stieg schwungvoll aus, blickte sich prüfend um und öffnete die hintere Tür. Schwarzen, glänzenden High Heels folgten lange, schön geformte Beine. Dann kamen ein Körper in einem kurzen schwarzen Etuikleid, anmutige Arme mit langgliedrigen Händen, die eine weiße Clutch hielten. Und dann stieg sie aus: Kelly Sparks, mit ihren kupferroten Haaren und dem Gesicht voller Sommersprossen, meine absolute Lieblingssängerin aus L.A., deren Lieder ich alle auswendig kannte. Sie stellte für mich den Inbegriff von Lebensfreude und Erfolg dar. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Ausgerechnet Kelly Sparks, hier in Spartanburg, einer kleinen Provinzstadt in South Carolina.

Sie blieb vor der Limo stehen, blickte lächelnd in die Runde und winkte mit ihrer freien Hand. Aus der Menge der Paparazzi und Fans erhob sich ein ohrenbetäubendes Gebrüll: »Kelly, sieh hierher!« - »Kelly, ein Autogramm!« - »Kelly . Kelly . Kelly!« Noch nie hatte ich ein solches Blitzlichtgewitter erlebt, wie das, das den Tumult begleitete. Sogar ich hob meine Hand und rief: »Kelly, ich liebe dich! Ich möchte so sein wie du!«

Hinter ihr stieg ein Mann aus, in dem ich ihren Ehemann Luke Halliwell erkannte. Die beiden hatten vor Kurzem erst geheiratet. Ganz anders als auf den Fotos trug er einen dunklen Anzug mit einer Fliege und schwarz glänzende Designerschuhe. Kelly drehte sich zu ihm um. Er legte den Arm um ihre Schultern, und sie küssten sich. Sie machten einen absolut glücklichen Eindruck auf mich. Ich war von Kelly und Luke schon lange fasziniert, aber jetzt festigte sich meine Überzeugung, dass man als Star ein glückliches Leben führen konnte.

Während ich auf und ab hüpfte und winkte, dachte ich darüber nach, wie schön es doch wäre, berühmt zu sein. Dann hätte ich bestimmt auch einen lieben Mann, tolle Freunde und genug Geld, um mir eine größere Wohnung und ein Auto leisten zu können. Bestimmt würde ich auch in der Lage sein, nach Paris, in die Stadt der Liebe, zu reisen, Rom und Florenz zu besuchen und in London den Kensington Palace zu besichtigen.

Ich war so in meine Tagträume versunken, dass ich nicht auf die gedrungene...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

3,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok