Imam Ali und der wahre Islam

 
 
Traugott Bautz (Verlag)
  • erschienen am 19. August 2020
  • |
  • 101 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95948-765-8 (ISBN)
 
Aus dem Klappentext:

Angesichts der unterschiedlichen Strömungen im Islam stellt sich die Frage nach dem wahren Islam. Kann man einen ursprünglichen bzw. "wahren Islam" herausarbeiten, den man gegen andere Interpretationen oder Verfälschungen abgrenzen kann? Diese Frage kann man durchaus als eine der bedeutendsten Fragen in der Debatte über "den Islam" bezeichnen. Jede Interpretation der Religion berührt dieses Thema. Eng verbunden mit der Suche nach dem "wahren Islam" erscheint der Versuch einer Rückkehr zu den unverfälschten Ursprüngen dieser Religion. In diesem Buch wird von der Analyse der sozialen Verhältnisse in Mekka vor dem Auftreten des Islam und der Veränderungen durch den Propheten Muhammad ausgegangen. Dabei wird deutlich, dass im Islam bereits zu den Zeiten des Propheten Muhammad zwei unterschiedliche Linien existierten. Der Koran hat sowohl eine individuelle als auch eine kollektive Komponente. Er wendet sich an alle Menschen - gang gleich welche Hautfarbe, ob Arm oder Reich (individuelle Komponente). Er erteilt den Menschen aber auch den Auftrag, sich für Gerechtigkeit auf der Welt einzusetzen (kollektive Komponente). In diesem Buch wird diese Sichtweise, nach der der Islam im Sinne von Muhammad und Ali ursprünglich auch eine revolutionäre Bewegung war, die dann aber durch opportunistische Elemente, die sich durch Macht und Reichtum verführen ließen, korrumpiert wurde, verdeutlicht. Es soll aufgezeigt werden, wie Imam Ali dagegen - in Anlehnung an den Staat des Propheten - während seines Kalifats die soziale Gerechtigkeit gegen manchen Widerstand wiederherzustellen versuchte. Dies tangierte jedoch die Interessen der Profiteure der sozialen Ungerechtigkeit, was letztlich zu Aufständen und zu seinem Sturz führte. Es folgten die Dynastien der Ummayyaden und Abbasiden, und bis zum heutigen Tage wurde der Islam in der Folge zu einer Religion der Reichen und Mächtigen verfälscht und von falschen Traditionen überlagert. So regt dieses Buch zu einer neuen Sichtweise auf diese Religion an.

Zum Verfasser:

Dr. Markus Fiedler, Jahrgang 1967, hat Soziologie, Philosophie und Islamische Theologie studiert. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Islam und hat zahlreiche Bücher und Artikel zu islamischen Themen veröffentlicht. Er ist u.a. Präsident der Gesellschaft für Deutsch-Russische Kooperation (GDRK), Dozent am Al-Mustafa-Institut und arbeitet als Coordinating Editor für das Internationale Islamische Verlagshaus (IIPH) in Riad.
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 0,77 MB
978-3-95948-765-8 (9783959487658)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Einführung

I. Die ökonomischen und sozialen Verhältnisse in Mekka vor dem Auftreten des Islam

II. Das Leben Ali ibn Abi Talibs

1. Im Hause Muhammads

1.1. Alis Geburt und seine Familie

1.2. Abu Talib adoptiert Muhammad

1.3. Muhammad adoptiert Ali

2. Der erste Muslim

2.1. Muhammads Berufung zum Propheten

2.2. Der lslam

2.3. Der junge Ali nimmt den Islam an

2.4. Ali wird zum ersten Mal als Nachfolger des Propheten vorgestellt

3. Die Zeit der Verfolgung

3.1. Muhammad tritt an die Öffentlichkeit

3.2. Ein Jahr der Trauer und die Kontroverse um die Religion Abu Talibs

3.3. Die Situation in Mekka spitzt sich zu

3.4. Ali ermöglicht die Hedschra

4. Alis Rolle im Überlebenskampf des islamischen Staates

4.1. Muhammad und das Staatswesen von Medina

4.2. Die Schlachtvon Badr

4.3. Ali in der Schlacht von Uhud

4.4. Die Grabenschlacht

4.5. Die Einnahme von Mekka

4.6. Die Ereignisse von Ghadir Khumm

4.7. Der Tod des Propheten und die Nachfolgefrage

4.7.1. Kontroverse um die Todesumstände

4.7.2. Abu Bakr wird zum Kalifen ausgerufen

4.7.3. Zwischenbetrachtung: Welche Handlungsoptionen hatte Ali?

5. Imam Alis Wirken unter den ersten drei Kalifen

5.1. Unterschiedliche Auffassungen im Hinblick auf das Kalifat

5.2. Das Kalifat Abu Bakrs (632-634 n. Chr.)

5.3. Die Regierungszeit Umar ibn al-Khattabs (634-644 n. Chr.)

5.4. Das Kalifat Uthman ibn Affans (644-656 n. Chr.)

6. Imam Ali als Kalif

6.1. Revolutionäre Veränderungen

6.2. Der Widerstand gegen Alis Kalifat

6.3. Der Tod Imam Alis

6.4. Die bleibende Bedeutung von Alis Kalifat


III. Die Entwicklung des Islams nach dem Tod Imam Alis und die Verfälschung des wahren Islams

1. Wie konnte es geschehen, dass der wahre Islam verdrängt wurde?

2. Muawija reißt das Kalifat an sich und errichtet eine Dynastie

2.1. Das Kalifat Muawijas

2.2. Die Dynastie derUmayyaden

2.3. Die Dynastie der Abbasiden

3. Die Herausbildung der Rechtsschulen

3.1. Die sunnitischen Rechtsschulen

3.2. Die dschafaritische Rechtsschule

3.3. Die Bedeutung des Idschtihads

4. Die Verfälschung der Religion zur Legitimierung von Ausbeutung und Herrschaftsansprüchen

5. Die Suche nach dem wahren Islam

5.1. Die AaMa-Bewegung bei den Sunniten

5.2. Die Schiiten und die Frage nach der gerechten Regierung

5.2.1. Die Zwölfer-Schia

5.2.2. Das Imamat

5.2.3. Wer herrscht in der Zeit der Abwesenheit des 12. Imams?


IV. Positionen und Potential des wahren Islams

1. Der Islam und die Frage der Anwendung von Gewalt

1.1. Imam Ali und das Verbot des Angriffskrieges

1.2. Der mittlere Weg in der Frage der Gewaltanwendung

2. Imam Ali und die gerechte Herrschaft

2.1. Imam Alis Konzept des gerechten Herrschers

2.1.1. Beschränkung der Herrschaft und Ablehnung der Unterdrückung

2.1.2. Gleichstellung von Muslimen und Nichtmuslimen

2.1.3. Gleichheit vor dem Gesetz

2.2. Die islamische Befreiungstheologie und der Geist von Kerbela

3. Die Bedeutung der Herstellung der sozialen Gerechtigkeit

3.1. Imam Alis Kampf für soziale Gerechtigkeit

3.2. Das Potential des wahren Islams in der sozialen Frage

3.2.1. Die Bedeutung der sozialen Gerechtigkeit im Islam

3.2.2. Wie könnte eine islamische Ökonomie aussehen?

3.2.3. Die Frage des Eigentums an Produktionsmitteln

3.2.3.1. Das Privateigentum

3.2.3.2. Staatseigentum bzw. kollektive Eigentumsformen

3.2.4. Das islamische Finanzsystem

Schlussbetrachtung

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