Nur ein venezianischer Liebestraum?

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. August 2020
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1433-8 (ISBN)
 
Roberto Carrass an Bord des gleichen Kreuzfahrtschiffs wie sie? Die schöne Erbin Stasia ist sicher, ihr überbesorgter Bruder hat seinen CEO als Aufpasser engagiert! Als sie erfährt, dass der überzeugte Single nur seine Großmutter begleitet, schließen sie einen prickelnden Pakt. Stasia spielt Robertos Verlobte, damit seine Familie aufhört, ihn zu verkuppeln, und sie ist für Erbschleicher tabu. Doch als Roberto sie am Ende ihrer Reise in Venedig küsst, sehnt sich Stasia nach mehr. Oder war der schönste Tag ihres Lebens auch nur Teil des Spiels?

TAG EINS

Zwei Wochen später. Athen, Griechenland .

"Hast du es rechtzeitig aufs Schiff geschafft?"

"Warum hätte ich mich verspäten sollen?" Stasia stand auf dem geschäftigen Deck, presste das Handy ans Ohr und versuchte, ihren Bruder über das Geschnatter Dutzender aufgeregter Mitreisender zu hören.

Xander seufzte. "Musst du immer eine Frage mit einer Gegenfrage beantworten?"

Das entlockte ihr wider Willen ein Lächeln. "Und warum spielst du ständig den übervorsichtigen Helikopter-Bruder?"

Sie fragte es, obwohl sie die Antwort kannte: Xander fühlte sich schuldig, weil er glücklich verheiratet war und eine bezaubernde Tochter hatte, ganz zu schweigen von einer romantischen griechischen Privatinsel. Und sie . nun, sie war jetzt allein.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte auch sie ein glückliches Leben geführt, als aus ihrer College-Liebe ihr Ehemann wurde. Es waren Jahre voller aufregender Zukunftsvisionen gewesen, die abrupt endeten, nachdem sich herausstellte, dass Lukos' heftige Leibschmerzen nicht einfach nur eine Magenverstimmung waren.

Seit dem Tag veränderten sich ihre Träume auf radikale Weise. Anstatt exotischer Ferien wünschte sie sich nur noch ein weiteres Weihnachtsfest, einen weiteren Geburtstag, einen Monat und wenigstens einen weiteren Tag mit Lukos.

Stasia verbat sich diese Gedanken und blendete die herzzerreißenden Erinnerungen aus, bevor sie sich darin verlor.

Seit fast zwei Jahren war sie inzwischen allein und hatte seither viele Tränen vergossen. Noch immer fand sie beim Ausfüllen von Formularen das Feld zu ihrem nunmehrigen Familienstand erst auf den zweiten Blick. Es war nicht leicht, sich selbst als Witwe zu verstehen.

Ein ebenso schwerer Schritt war es, die Kleidung ihres verstorbenen Mannes zu spenden und sich dazu durchzuringen, ihren Ehering vom Finger zu ziehen und ganz unten in der Schmuckschatulle zu verstauen.

Nervös massierte Stasia ihren Ringfinger - angefangen hatte das während der endlosen Wartezeiten in Arztpraxen und im Krankenhaus. Das goldene Band ihrer unverbrüchlichen Liebe zu spüren, hatte ihr die Kraft gegeben, sich Lukos' vernichtender Diagnose zu stellen. Jetzt starrte sie auf ihren verwaisten Finger und schluckte mühsam.

Allein. Jeder Schritt auf dem schweren Weg hatte sie ungeheure Kraft gekostet .

"Ich mache mir Sorgen um dich." Xanders warme, dunkle Stimme riss sie aus ihren trüben Gedanken.

"Ich weiß ." Und ebenso gut wusste sie, wie schwer es ihm fiel, das zuzugeben. Ihr großer Bruder hatte mit seinen wahren Gefühlen stets hinterm Berg gehalten. "Glaub mir, ich schätze das sehr, aber es ist okay. Mir geht es gut."

"Dann bist du also wirklich auf dem Schiff?"

Stasia nickte. "Ja, bin ich", versicherte sie, als ihr einfiel, dass Xander sie ja gar nicht sehen konnte.

"Gut. Dann gib auf dich acht, und hüte dich vor aufdringlichen Typen. Fall nicht auf dumme Machosprüche rein, und schick die Kerle einfach in die Wüste. Sag ihnen, sonst kommt dein großer Bruder und ."

"Xander, ich bin kein unbedarfter Teenager mehr, sondern eine erwachsene Frau. Und ich kann sehr gut selbst auf mich aufpassen."

Er seufzte. "Ich weiß."

"Und machst dir trotzdem Sorgen."

"Ist das etwas Schlechtes?"

"Nein, natürlich nicht." Zumal es ihr nicht anders ergangen war, als Xander seine jetzige Frau getroffen hatte. Aus Sorge, er könnte ausgenutzt werden, hatte Stasia sich als potenzielle Käuferin von Infinity Island ausgegeben, um Xanders Angebetete auf Herz und Nieren zu prüfen - und fand schnell heraus, dass Lea ein Goldstück war.

"Vertrau mir, Bruderherz", sagte Stasia rau. "Ich kann selbst auf mich aufpassen."

"Aber wenn du irgendetwas brauchst, ruf an, versprochen?"

"Versprochen." Exakt in diesem Moment erregte eine Bewegung in ihrem Augenwinkel Stasias Aufmerksamkeit. Es war ein großer Mann mit dunklen Haaren. Obwohl sie nur ein beeindruckend breites Kreuz sah, kam er ihr seltsam vertraut vor. Sie wollte nicht starren, brachte es aber auch nicht fertig, den Blick abzuwenden.

Oder wollte sie sich damit nur vom überfürsorglichen Gehabe ihres großen Bruders ablenken? Dachte Xander wirklich, sie sei nicht in der Lage, für sich selbst zu sorgen? Sie würde es ihm einfach beweisen, das war überzeugender als jede noch so vollmundige Versicherung. Wenn sie ihm am Ende dieser Kreuzfahrt einen festen Lebensplan vorlegte, gab er sicher Ruhe.

Zu Beginn des schrecklichen Albtraums hatte sie durchaus Zweifel gehabt, das Leben allein meistern zu können. Doch sie zwang sich tapfer, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Und jetzt, fast zwei Jahre später, fühlte sie sich stark und brauchte nur noch das richtige Ziel.

Während Xander jetzt auch noch versuchte, ihr einen eigenen schicken Bungalow auf Infinity Island schmackhaft zu machen, fasste Stasia den großen, breitschultrigen Mann, der angeregt mit einer attraktiven Blondine - zweifellos seine Freundin oder Frau - plauderte, genauer ins Auge.

Und dann wandte sich der Mann um. Stasia war neugierig, ob sein Gesicht der beeindruckenden Figur gerecht würde. Sie wurde nicht enttäuscht, doch im nächsten Moment stockte ihr der Atem.

Es ist Roberto!

Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Keine Frage, dass auch hier Xander seine Finger im Spiel hatte! Was für ein ausgeklügeltes Geburtstagsgeschenk. Ihr großer Bruder schickte sie auf eine Kreuzfahrt, gab ihr sogar noch scheinheilige Ratschläge mit auf den Weg, was aufdringliche Typen betraf, nur um sie dann heimlich mit einem privaten Kindermädchen zu versorgen!

"Was hat Roberto hier an Bord zu suchen?"

"Wer?"

"Tu nicht so, als wüsstest du nicht, wovon ich rede!", zischte Stasia. "Er steht keine zwei Meter von mir entfernt und ."

"Und flirtet bestimmt mit einer hinreißenden jungen Frau."

"Wie . woher weißt du das?"

"Ich kenne ihn lange genug. Er ist ein unverbesserlicher Schürzenjäger. Sollte eines seiner Opfer so dumm sein, sich in ihn zu verlieben . Pech gehabt. Aber als Freund ist er absolut loyal und zuverlässig."

Stasia war noch längst nicht überzeugt. "Xander, ich will auf der Stelle wissen, was er auf dieser Kreuzfahrt zu suchen hat."

Seine Stimme klang plötzlich gedämpft, als würde er den Hörer abschirmen. "Okay, ich komme ." Pause. "Sorry, Schwesterherz. Ich muss gehen, Lea braucht mich."

"Xander!"

Doch das hörte er nicht mehr, die Leitung war tot. Stasia stöhnte frustriert auf und verwünschte ihren manipulativen großen Bruder. Diesmal war er wirklich zu weit gegangen, aber sie würde sein perfides Spiel nicht mitmachen. Zum Glück war dieses Schiff groß genug, um sich aus dem Weg gehen zu können.

Was eigentlich schade war, weil sie Roberto schon immer gemocht hatte. Als Teenager war sie sogar in ihn verliebt gewesen, weil er sich ihr gegenüber immer so freundlich und zugewandt gezeigt hatte. Und als Erwachsener erwies er sich als wahre Augenweide. Sie hatte gar nicht gewusst, dass ein Mann im Anzug so gut aussehen konnte.

Doch sollte er an Bord gekommen sein, um für sie den Babysitter zu spielen, dann hatte er sich geschnitten! Stasia drehte ihm den Rücken zu und marschierte davon. Wo immer Roberto sich aufhalten würde, gedachte sie die andere Schiffshälfte zu nutzen.

Dies war der letzte Ort auf der Welt, an dem Roberto Carrass sein wollte. Kein Notfall im Unternehmen, der ihn sozusagen in letzter Sekunde retten konnte?

Sein Handy signalisierte ihm erneut, dass eine Nachricht eingegangen war. Er überprüfte es zum x-ten Mal in weniger als fünf Minuten. Unzählige E-Mails stapelten sich in seinem Account, und jede war wichtiger als die vorherige! Herrje! Er hatte keine Zeit, Urlaub zu machen .

Seine Finger huschten übers Display; während er eine Anweisung nach der anderen für seinen Assistenten verfasste, hörte er, wie weitere Nachrichten eintrafen.

Jetzt, da er als Xanders vollwertiger Geschäftspartner fungierte, florierte das Unternehmen mehr denn je, mit einer Dynamik, die absolute Aufmerksamkeit und vollen Einsatz erforderte. Es gab keine Verzögerungen mehr. Wenn er ein gutes Geschäft witterte, konnte er aus dem Stand heraus agieren - wenn er nicht gerade durch eine zweiwöchige Kreuzfahrt mit seiner riesigen griechischen Familie gehandicapt war!

Roberto seufzte, lauter als beabsichtigt. Ein Handy war nicht das perfekte Instrument für die Beantwortung von E-Mails. Er musste in die Kabine, an seinen Laptop.

Seine Großmutter stieß ihn mit ihrem spitzen Ellenbogen an. "Steck dieses alberne Ding sofort ein", forderte sie ultimativ.

Roberto seufzte, folgte aber der Aufforderung. "Yaya, das ist ein Handy. Und wenn du nicht so stur wärst, hätte ich dir längst auch eins besorgt. Dann könntest du ."

"Ich habe zu Hause ein perfekt funktionierendes Telefon, unterwegs brauche ich keins. Was immer die Leute wollen, kann warten, bis ich zurück bin. Und jetzt hör auf, die Stirn zu runzeln, wir sind schließlich auf diesem Schiff, um Spaß zu haben."

Roberto konnte nicht anders, als das strahlende Lächeln seiner Großmutter zu erwidern. Unfassbar, dass sie kurz vor ihrem achtzigsten Geburtstag stand. Benehmen tat sie sich meist, als wäre sie halb so alt.

"Ich hole dir einen Drink,...

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