Stärker als jede Vernunft?

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Juli 2020
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1427-7 (ISBN)
 
Er ist ein Prinz! Und nicht nur das: Prinz Leopold ist der attraktivste Mann, dem Hochzeitsplanerin Bianca Bartolini jemals begegnet ist. Als er sie engagiert, die Hochzeit seiner Schwester auszurichten, könnte das für Bianca den Durchbruch bedeuten. Doch in Leos Nähe fällt es ihr schwer, an Geschäfte zu denken. Bald schon steht ihr Herz in Flammen. Gegen jede Vernunft lässt sie sich auf eine Affäre mit dem sexy Thronfolger ein - auch wenn sie weiß, dass es keine Zukunft für sie gibt. Denn Leo braucht eine standesgemäße Ehefrau ...

PROLOG

Februar, Toskana, Italien

Dieser Tag war ein einziger Albtraum. Bianca öffnete die knarrende Tür zum Schlafzimmer ihrer Eltern. Sie sah durch den Türspalt hinein, genau, wie sie es als kleines Mädchen immer getan hatte. Als würde sie warten, dass man sie hereinbat, hielt sie einen Moment inne. Aber das würde nie mehr passieren.

Zögernd ging sie ins Zimmer, ihr Blick glitt über die vertraute Umgebung. Das Bett war gemacht, so wie ihre Mutter es jeden Morgen hinterließ. Auf dem Kissen ihres Vaters sah sie eine leichte Vertiefung, als hätte gerade noch sein Kopf darauf gelegen - als würde er an diesem Abend zurückkommen.

Aber das würde er nicht.

Ihre Eltern waren gestorben. Bei dem Gedanken zog sich ihr Herz schmerzhaft zusammen. In der einen Minute waren sie noch fröhlich und lebendig gewesen. Im nächsten Augenblick waren sie bei einem entsetzlichen Autounfall gestorben.

Es war kein besonderer Tag gewesen, kein besonderer Anlass, nur eine ganz gewöhnliche Fahrt in die Stadt, um einzukaufen, an einem ganz gewöhnlichen Tag. Und doch hatte er so ein furchtbares Ende genommen.

Biancas Augen brannten vor ungeweinter Tränen. Sie blinzelte und schniefte. Sie musste sich zusammenreißen. Wenn sie zusammenbrach, würde das keinem helfen.

Die Beerdigung war gerade zu Ende gegangen, und gleich würde der Anwalt das Testament verlesen. Alles geschah so schnell wie möglich, denn der Betrieb musste weitergehen. Der Frühling stand vor der Tür. Jemand musste die Führung übernehmen, oder das Bartolini Weingut würde darunter leiden - das Erbe ihres Vaters. Seine kostbaren, mit Preisen überhäuften Trauben würden an den Rebstöcken verderben.

Für den Anwalt der Familie war das Grund genug, hier auf dem Anwesen ausgerechnet heute Bianca und ihren beiden Geschwistern das Testament zu verlesen - während sie immer noch die schwarze Kleidung von der Beerdigung trugen und die Trauergäste noch nicht abgereist waren.

Bianca wollte an diesem Tag nur eins, sie wollte sich an ihre Eltern erinnern - wollte noch einmal ihre Liebe spüren. Und hier, in den Privaträumen ihrer Eltern, fühlte sie sich ihnen am nächsten.

Hier hatte ihre Mutter ihr zum ersten Mal gezeigt, wie man Make-up auftrug. Hier hatte ihr Vater ihr mitgeteilt, dass sie eine Schule in Großbritannien besuchen würde.

Bianca ging langsam durch das große Zimmer, sie ließ die Finger über den reich mit Schnitzereien verzierten Frisiertisch gleiten, dann nahm sie die silberne Haarbürste ihrer Mutter auf. Tränen trübten ihren Blick, als ihr endgültig bewusst wurde, dass sie ihre Eltern nie wiedersehen würde. Der Gedanke war vollkommen unvorstellbar.

Sie ging weiter durch den Raum, ihre Finger strichen über all die Dinge, die ihre Eltern noch vor wenigen Tagen berührt hatten. Wie war es möglich, dass sie in dem einen Moment hier waren und im nächsten für immer gegangen?

Als eine Welle unerträglicher Trauer drohte, sie zu überfluten, presste Bianca eine zitternde Hand vor den Mund.

Klopf. Klopf.

"Bianca, bist du da drin?" Es war die Stimme ihres Bruders.

"Ja." Man hatte sie zu früh gefunden.

Die Tür öffnete sich, und sie sah Enzos ernstes Gesicht vor sich. Zum Glück fragte er sie nicht, was sie hier im Schlafzimmer ihrer Eltern tat. Sie wollte ihm nicht erklären, wie sie verzweifelt nach irgendetwas suchte, das sie sich ihnen noch einmal nah fühlen ließ.

"Alle warten unten in Vaters Arbeitszimmer auf uns."

Es war so weit. Sie würden die letzten Wünsche ihrer Eltern erfahren. Und dann würde das Weingut zwischen ihr, ihrem älteren Bruder und ihrer jüngeren Schwester aufgeteilt werden.

Damit würde der Tod ihrer Eltern endgültig Wirklichkeit sein.

"Ich . ich komme." Sie wandte ihm den Rücken zu, damit er nicht die Tränen in ihren Augen sah. Sie musste so stark sein wie er. Sie konnte diesen qualvollen Tag überstehen, ohne zusammenzubrechen.

Als sie den Kopf hob, fiel ihr Blick auf die alten Fotos an der Wand. Alle sahen so glücklich aus .

"Bianca, sie haben dich geliebt." Mit diesen Worten verließ er den Raum und schloss leise die Tür hinter sich.

Ihr Bruder hatte genau ihren wunden Punkt getroffen. Hatten ihre Eltern sie wirklich so geliebt wie ihre Geschwister? Sie bezweifelte es.

Bianca blieb neben dem Nachttisch ihrer Mutter stehen. Dort bemerkte sie das Tagebuch. Sie erinnerte sich, wie sie es als Kind zum ersten Mal gesehen hatte. Ihre Mutter hatte es ihr lachend aus der Hand genommen.

Sie sehnte sich verzweifelt danach, noch einmal die sanfte Stimme ihrer Mutter zu hören, aber ihr war, als wäre die Erinnerung plötzlich aus ihrem Kopf gelöscht worden. Wie war das möglich? Wenn sie jetzt schon die Stimme ihrer Mutter vergaß, wie lange würde es dauern, bis sie auch ihre gemeinsamen Momente und ihr Aussehen vergessen hatte?

Bianca nahm das Tagebuch auf und strich über das weiche Leder. Ein Teil von ihr wollte das Buch öffnen und noch einmal ihre Mutter zu sich sprechen lassen. Ein anderer Teil sagte ihr, was immer in dem Buch stand, ging sie nichts an.

Schließlich beschloss sie, nur ein kleines bisschen zu lesen. Gerade genug, um die Stimme ihrer Mutter zu hören. Eine Seite. Das war alles. Dann würde sie es weglegen.

Sie öffnete das Buch. Die Seiten teilten sich von alleine. Vor sich sah sie die charaktervolle Schrift ihrer Mutter. Bianca hätte sie überall erkannt.

Hungrig verschlang sie jedes Wort. In ihrem Kopf hörte sie den weichen Tonfall ihrer Mutter. Ihr war, als wäre sie bei ihr im Raum. Ihre Mutter sprach über ihren bevorstehenden Hochzeitstag. Sie erzählte von einer wachsenden Entfremdung zwischen ihr und ihrem Mann und dass sie etwas tun wollte, das sie einander wieder näher brachte.

Bianca las die letzten Zeilen auf der Seite.

Ist die Vergangenheit zurückgekommen, um uns zu quälen? Hat er mir wirklich verziehen? Oder wirft er es mir und meinem Kind immer noch vor, .

Vorwerfen? Und einem ihrer Kinder? Was vorwerfen?

Ohne auch nur darüber nachzudenken, ob es falsch oder richtig war, blätterte Bianca um.

. dass ich die Affäre hatte.

Biancas Atem stockte. Ihre Mutter hatte eine Affäre gehabt? Wie war das möglich? Ihre Eltern hatten immer so verliebt gewirkt. Wie hatte das passieren können?

Bianca ließ sich auf den Bettrand sinken, ihre Knie gaben nach.

Klopf. Klopf.

Die Tür öffnete sich, und ihre jüngere Schwester kam herein. "Hey, Enzo hat gesagt, dass du hier bist. Alle warten auf dich. Der Anwalt wirkt schon etwas ungeduldig . okay, sehr ungeduldig."

Bianca interessierte sich nicht für den Anwalt. Die kurzen Zeilen im Tagebuch änderten alles, was sie über ihre Eltern zu wissen geglaubt hatte.

"Bianca, was ist los?" Ihre Schwester kam durch den Raum und blieb vor ihr stehen. "Ich weiß, es ist schwer für dich. Es ist für uns alle schwer."

"Darum geht es nicht." Sie wusste nicht, ob sie ihrer Schwester etwas von der Affäre sagen sollte. Vielleicht war es das Beste, es einfach zu vergessen. War das überhaupt möglich? Die Neuigkeit würde wie eine Bombe einschlagen, wenn ihre Geschwister davon erfuhren.

"Hey." Gia nahm ihr das Tagebuch aus der Hand. "Das ist Mammas Tagebuch. Was machst du damit?"

Schuldbewusst errötete Bianca. "Ich . ich musste einfach ihre Stimme hören . als wäre sie noch hier."

"Und da dachtest du, du liest einfach mal ihre persönlichen Gedanken?"

"Nur eine Seite und dann ." Bianca brach ab. Sollte sie es ihrer Schwester sagen? Wie könnte sie nicht? Das änderte alles.

"Und dann was?"

Bianca schüttelte den Kopf. Sie wollte es für ihre Schwester nicht noch schwerer machen. "Nichts."

Gia betrachtete sie einen Moment. "Doch, irgendetwas stimmt nicht." Ihre Schwester hob das noch immer geöffnete Tagebuch und las die Seite. Als sie bei der letzten Zeile angekommen war, starrte sie mit großen Augen und geöffnetem Mund auf das Blatt. "Was?"

Bianca zuckte mit den Schultern. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Wenigstens war sie nicht mehr die Einzige, die von der Affäre wusste.

Klopf. Klopf.

Enzo öffnete die Tür. "Was ist los mit euch beiden? Alle warten unten."

Gia winkte ihm, dass er hereinkommen sollte. "Mach die Tür zu."

Er tat, was sie gesagt hatte, und kam zu ihnen. "Warum lest ihr Mammas Tagebuch? Legt es zurück. Das geht euch nichts an."

Er griff nach dem Buch, aber Gia war zu schnell für ihn und zog es fort.

"Es sollte nur eine Seite sein. Gerade genug, um das Gefühl zu haben, dass Mamma nicht ganz gegangen ist. Und dann .", begann Bianca.

"Dann haben wir etwas entdeckt. Etwas Unglaubliches", fuhr Gia fort.

Enzo schüttelte den Kopf. "Egal, was es ist, es geht euch nichts an."

"Wusstest du, dass Mamma eine Affäre hatte?", platzte Gia heraus?

"Was? Nein. Das kann nicht sein. So etwas würde sie nicht tun." Er schüttelte den Kopf, als wollte er den Gedanken vertreiben.

Gia hob das Buch und begann, die Worte ihrer Mutter laut vorzulesen. Bianca beobachtete ihren Bruder und sah, wie ihn die unterschiedlichsten Gefühle überfluteten. Es war offensichtlich, dass auch er...

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