Romana Extra Band 104

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Februar 2021
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7515-0020-3 (ISBN)
 
SINNLICHE STUNDEN AUF SIZILIEN von ALLY EVANS Das glitzernde Meer, der Duft wilder Kräuter ... Auf Sizilien will Journalistin Megan über einen tragischen Verlust hinwegkommen. Sinnliche Stunden mit dem attraktiven Etienne versprechen neues Glück. Bis sie herausfindet, warum er wirklich auf die zauberhafte Insel gekommen ist ... FALSCHE VERLOBUNG - ECHTES VERLANGEN von TRACI DOUGLASS Sanitäter Zac traut seinen Ohren nicht! Ausgerechnet er soll ein Wochenende lang in einem Luxusresort in Alaska den Verlobten von Hebamme Carmen spielen. Was sie nicht ahnt: Seit ihrem heißen One-Night-Stand nach der Weihnachtsfeier im Krankenhaus denkt er Tag und Nacht nur an Carmen! HEISSE NÄCHTE, SÜSSE FOLGEN von LUCY MONROE Fassungslos starrt Piper auf den Test: Sie ist schwanger! Was wird Zephyr dazu sagen? Der griechische Milliardär hat ihr seine Luxuswelt zu Füßen gelegt, ihr nachts den Himmel auf Erden beschert. Aber Hochzeit oder gar Familie? Daran scheint er nicht zu glauben ... WENN DIE SEHNSUCHT NIEMALS ENDET von AMY RUTTAN Sie war die Liebe seines Lebens - bis sie eines Tages einfach verschwand. Als Jeena plötzlich vor ihm steht, glaubt Prinz Maazin zu träumen. Sofort weiß er: Er will sie noch immer! Doch warum hat sie ihn damals verlassen?

1. KAPITEL

Verdammt, schon wieder hatte sie danebengegriffen! Megan war nicht das erste Mal mit dem Auto auf Sizilien unterwegs, aber an das Fahren auf der rechten Seite musste sie sich erst wieder gewöhnen. Das Fenster war geöffnet, der Fahrtwind trug den Duft von Sonne und Wildkräutern herein.

Megan hob den Kopf und atmete tief ein. Sie konnte es kaum erwarten, endlich in den Zauber der einsamen Traumbucht unweit von Syrakus einzutauchen, an deren Rand die verwunschene Pension stand, in der sie schon einige wunderbare Urlaube verbracht hatte. Wo, wenn nicht dort, konnte sie ihr chaotisches Londoner Leben mal für ein paar Wochen vergessen?

Wieder wollte sie auf der falschen Seite nach der Gangschaltung greifen und war für einen Moment verwirrt, als sie stattdessen die Autotür berührte. Schnell korrigierte sie den Griff, und nach ein paar Kilometern führten ihre Hände die Bewegungen endlich wie von selbst aus. Na also. Es war gar nicht so schwer, sich umzugewöhnen.

Megan hatte in ihrem fünfundzwanzigjährigen Leben schon einige Veränderungen hinnehmen müssen und wusste, dass man umso leichter mit neuen Situationen zurechtkam, je weniger man sich gegen sie sträubte.

Zufrieden schaltete sie das Radio ein. Ein italienischer Schlager ertönte: Volare. Volare hieß fliegen, das passte genau zu ihrer Situation. Sie setzte sich bequemer in den Sitz und sang das Lied mit. Die Sonne schien heiß auf das Autodach, Staub tanzte in kleinen Wirbeln auf den vorüberfliegenden Feldern, der Himmel war azurblau und wolkenlos. Megan fühlte, wie ein unbändiges Glücksgefühl in ihr aufstieg. Urlaub! Endlich! Für ganze drei Wochen konnte sie jetzt erst einmal alles hinter sich lassen.

Sie umfuhr Syrakus großzügig und folgte dann einer schmalen Landstraße. Bald erreichte sie den holprigen Feldweg, der sich zu Odettas Pension hinaufschlängelte. Der Weg war unbefestigt und voller Schlaglöcher. Am Rand wuchs allerlei trockenes Gesträuch, das knisternd am Auto vorbeistrich. Sie musste das Lenkrad mit beiden Händen festhalten.

Als sie oben auf das befestigte Plateau fuhr, federte der Mietwagen heftig. Megan ließ ihn bis an das schmiedeeiserne Geländer heranrollen, das den Platz zum Wasser hin absicherte, stellte den Motor aus und schaute durch die Windschutzscheibe. Vor ihr glitzerte das Meer. Eine schmale Felsentreppe führte hinunter zu einem weißen Strand. Das romantische Plätzchen war von hohen Felswänden umgeben, die die Sicht nach rechts und links abschirmten, sodass die Illusion völliger Abgeschiedenheit entstand.

Megan öffnete die Autotür. Die hereinströmende Seeluft fühlte sich nach der Fahrt über die staubigen Feldwege geradezu paradiesisch an. Ein leichter Wind wehte und trug den Geruch von Meer, Salz und Tang heran. Mit ihm kam das Rauschen der Wellen, die unten auf dem Sand in großen Bögen schäumend ausliefen.

Die Tür der Pension flog auf, und die siebzigjährige Inhaberin kam ihr mit ausgebreiteten Armen entgegen. "Megan, meine Kleine!", rief Odetta. "Benvenuto, Benvenuto!" Als sie Megan erreicht hatte, strich sie ihr über die Wange, nahm ihren Kopf zwischen beide Hände und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. "Benvenuto, cara mia. Come stai? Tutto bene?" Sie wollte wissen, ob alles gut war.

Megan nickte stumm und ließ sich von Odetta umarmen. Ein leises Ziehen breitete sich in ihrer Brust aus. Es war schon einige Zeit her, dass sie so warmherzig begrüßt worden war.

Der Anflug von Traurigkeit passte jedoch nicht so richtig zu diesem wunderbaren Ort. Mit etwas Anstrengung schob Megan das Gefühl beiseite und lächelte Odetta an. "Mille grazie, Odetta. Es geht mir gut", antwortete sie und schaute sich um.

Nichts hatte sich in dem Jahr ihrer Abwesenheit verändert. Immer noch standen auf der Terrasse die erdfarbenen Kübel, in denen Blumen, Büsche und kleine Zitronenbäumchen wuchsen. Üppige Blüten rankten in überwältigender Fülle am kunstvoll geschmiedeten Gitter entlang, das den Platz zur Meerseite hin abgrenzte. Die Pergola vor dem Haus war wildromantisch zugewuchert, das Wohnhaus perfekt in seine steinerne Umgebung eingepasst.

Über der Eingangstür hing ein leicht verwittertes Holzschild, auf dem in großen handgemalten Lettern der Name der Pension stand: La Felicità. Glückseligkeit. Es war genau das Gefühl, das Megan während der ganzen Anfahrt gespürt hatte und das sie sich mit Odettas Hilfe wieder in ihr Leben holen wollte.

"Ist wirklich alles gut?"

Odettas Frage riss sie aus ihren Gedanken. Die Frau schien einen sechsten Sinn zu haben, und sie sah nicht so aus, als würde sie Megans Antwort glauben. Vor einer Woche hatte Megan ziemlich kurzfristig angefragt, ob ein Zimmer frei sei. Odetta kannte sie inzwischen gut genug, um zu wissen, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie bestand jedoch nicht auf weiteren Erklärungen, sondern legte Megan in ihrer gewohnt herzlichen Art einen Arm um die Schultern und führte sie hinüber zum Haus.

Die Tür quietschte, als sie eintraten. Sofort schlug Megan der bekannte Geruch von Stein und Holz entgegen, die hier in der Seeluft stärkerer Verwitterung ausgesetzt waren. Zusammen mit dem Duft von frisch gewaschenem Leinen und den köstlichen sizilianischen Gerichten, die Odetta ihren Gästen jeden Tag servierte, bildete alles ein unvergleichliches Gemisch altvertrauter Behaglichkeit.

Megan atmete den Geruch tief ein, sah Odetta an und nickte glücklich. Sie bekam den Schlüssel zu ihrem Zimmer - es war dasselbe wie immer, mit freiem Blick auf das Meer - und stieg die alte Treppe hinauf. Das morsche Holz knarrte bei jedem Schritt und löste halb vergessene Erinnerungen an lange sternenübersäte Nächte mit Odetta auf der kleinen Terrasse vor dem Haus aus.

Oben im Zimmer waren die Fenster schon geöffnet. Frische Meeresluft wehte herein und ließ die leichten Vorhänge tanzen. Megan packte als Erstes ihre Reisetasche aus. Dann spülte sie sich unter der Dusche den Staub der Reise von der Haut. Das Duschbad duftete nach Honig und Mandel, der Schaum floss weich an ihrem Körper herab. Dem Körper, der Steve einmal heiße Versprechen wert gewesen war - mit einem Herzen, das er beinahe gebrochen hätte.

Aber nur beinahe, dachte Megan entschlossen und nahm sich fest vor, jede einzelne Minute ihres Urlaubs zu genießen. Trotz allem.

Zwanzig Minuten später stieg sie vorsichtig die schmale Felsentreppe zur Bucht hinab. Hier gab es den weißesten Sand, den Megan je gesehen hatte. Eine kleine Grotte, hoch genug gelegen, um bei Flut nicht überspült zu werden, spendete morgens und mittags bei hohem Sonnenstand angenehme Kühle. Jetzt allerdings lag der Strand im hinteren Teil schon wieder im Schatten der Felsen.

Megan legte ihr Handtuch in den Sand und rannte hinab zum Meer. Sie trug ihren neuen türkisfarbenen Bikini, der ihre Kurven durch seinen raffinierten Schnitt vorteilhaft betonte. Sie hatte keine Ahnung, wieso sie den Bikini noch kurz vor ihrer Abreise gekauft hatte. Der geplante Urlaub mit Steve fand nicht statt, der alte Bikini hätte es also auch getan.

Als sie ins Meer stieg, umhüllte sie angenehme Kühle. Der Wellengang war sanft. Megan fühlte sich frei und leicht und schwamm mit kräftigen Zügen drauflos. Das Wasser glitt frisch an ihrer Haut entlang, ringsum plätscherte es leise. Hin und wieder spritzten ihr salzige Tröpfchen ins Gesicht. Das Meer wogte sacht, und sie kam sich geborgen vor. Immer, wenn eine Welle sie hob, machte sie einen Schwimmstoß und ließ sich weitertragen.

So kam sie schnell vorwärts. Sie spürte, wie das Wasser allmählich kühler wurde, wie es sich mehr bewegte. Das Wogen wurde stärker. Die schwingende Bewegung riss sie jedes Mal ein Stück zurück und schob sie dann einige Meter nach vorn, sobald von hinten eine Welle heranrollte. Langsam wurde der Rhythmus des Meeres tiefer und kraftvoller.

Als Megan sich kurz zum Strand umdrehte, bemerkte sie erstaunt, wie weit sie sich bereits entfernt hatte. Der Wind war ablandig, er trug sie hinaus aufs Meer. Noch war sie im Bereich der Bucht, die sich jedoch schon weit öffnete. Megan fühlte Unruhe in sich aufsteigen und begann, in Richtung der Felsformation rechts von ihr zu schwimmen. Aber je näher sie herankam, umso unruhiger wurde das Wasser. Die Wellen waren hier viel stärker und schlugen hart gegen die Felsen.

Megan überlegte einen Moment. Was tun? Es wäre interessant, um die Klippen herum in die nächste Bucht zu schwimmen, doch so weit hatte sie sich noch nie hinausgewagt.

Obwohl sie eine gute Schwimmerin war, beschloss sie, bis zur Spitze zu schwimmen und dort zu versuchen, auf das Gestein zu klettern. Wenn ihr das gelang, hatte sie festen Boden unter den Füßen und konnte sich erst einmal etwas ausruhen. Sie wollte zumindest einen Blick in die angrenzende Bucht werfen, bevor sie sich wieder auf den Rückweg machte.

Als sie Kurs auf die Felsspitze nahm, entdeckte sie einen anderen Schwimmer. Er musste aus der Nachbarbucht kommend um die Felsspitze herumgeschwommen sein. Durch den starken Wellengang geriet er immer wieder aus ihrem Blickfeld, trotzdem hielt er weiter auf sie zu und winkte dabei heftig. Als er in Hörweite war, rief er Megan zu: "Attentione! Attentione, Signorina! Bleiben Sie von den Felsen weg! Hier gibt es gefährliche Strudel! Schwimmen Sie zurück!"

Er kraulte auf sie zu. War er einer der Fischer aus der Ortschaft, die sie durchfahren hatte? Geschmeidig pflügte er durch die Wellen, die braune Haut seines Rückens glänzte.

Megan trat unschlüssig Wasser, wobei sie...

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