Kleine Sünden erhalten die Liebe

Ein Lizzie-Tucker-Roman 2
 
 
Goldmann (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. Mai 2013
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09959-6 (ISBN)
 
Chaoskönigin und Konditormeisterin Lizzy Tucker muss nicht nur böse Mächte bekämpfen - sondern auch die Anziehungskraft des mysteriösen Diesel ...

Lizzys Leben als Konditormeisterin in Dazzle's Bakery wird völlig auf den Kopf gestellt, als wieder einmal der so mysteriöse wie muskulöse Diesel auf der Bildfläche erscheint. Der weiß, dass Lizzy nicht nur zaubern kann, wenn es ums Backen geht - und ihre magischen Begabung will er nutzen, um einen äußerst rätselhaften Mordfall zu lösen. Schluss mit der Zuckerbäckerei, plötzlich muss Lizzy gleich zwei Dinge bekämpfen: dunkle Mächte und die ebenso starke wie lästige Anziehungskraft, die der unverschämt gut aussehende Diesel auf sie hat. Dass sich bei ihrem neuestem Fall dann auch noch alles um die Todsünde "Wollust" dreht, passt da doch bestens ins Bild ...

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Goldmann
  • 0,62 MB
978-3-641-09959-6 (9783641099596)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Janet Evanovich, die unangefochtene Meisterin turbulenter Komödien und Erfinderin der äußerst erfolgreichen Stephanie-Plum-Reihe, stammt aus New Jersey, und lebt heute in New Hampshire. Mit jedem ihrer Romane stürmt die mehrfach ausgezeichnete Autorin in den USA die Bestsellerlisten.

KAPITEL 1

Mein Name ist Lizzy Tucker, und früher hielt ich mich einmal für ganz normal. Mein blondes Haar verdanke ich der Chemie. Meine braunen Augen habe ich von meinem Grandpa Harry geerbt. Und solange mein Brustumfang größer als mein Taillenumfang bleibt, bin ich glücklich und zufrieden. Meine Kindheit war manchmal ein wenig peinlich, verlief aber ohne nennenswerte Desaster. Ich war weder Cheerleaderin noch Ballkönigin. Und habe auch keinen supertollen Schulabschluss hingelegt. Nach der Highschool ging ich auf eine Kochschule, an der ich mich durch das Zerlegen und Zubereiten von toten Tieren quälte und mich im Kuchenbacken hervortat. Ich war verlobt und habe mich wieder entlobt. Gut, dass ich den Kerl los bin! Im Januar, drei Tage nach meinem achtundzwanzigsten Geburtstag, erbte ich dann ein Haus von meiner Großtante Ophelia und nahm einen Job als Kuchenbäckerin bei Dazzle's Bakery in Salem an.

Fünf großartige Monate lang hatte ich das Gefühl, dass mein Leben endlich in den richtigen Bahnen verlief. Und dann tauchten zwei Männer und ein Affe in meinem Leben auf und änderten es für immer.

Einer der Männer wird Wulf genannt, das ist die Abkürzung für Gerwulf Grimoire. Er ist auf unheimliche Weise sehr attraktiv. Sein pechschwarzes Haar fällt ihm in Wellen bis über die Ohren, seine Haut ist blass, und seine Absichten sind noch dunkler als seine Augen. Der andere Mann ist groß, hat von der Sonne gebleichtes blondes Haar und wirkt ein wenig abgerissen. Er hat einen muskulösen Körper, eine fragwürdige Gesinnung und einen Affen namens Carl. Dieser große, gammelige Typ ist unglaublich charmant und hat nur einen einzigen Namen . Diesel.

Die beiden Männer sind in meinem Alter. Und laut Diesel gehören wir einer losen Gemeinschaft von Menschen mit Fähigkeiten an, die über das Normale hinausgehen. Ich glaube das alles nicht so recht, aber ich zweifle es auch nicht wirklich an. Ich sehe ein, dass es Leute gibt, die klüger, mutiger oder stärker als andere sind. Oder sie können besser singen oder haben mehr Glück im Leben. Warum soll es also keine Menschen geben, die über das normale Maß hinausgehende Fähigkeiten besitzen? Ich meine, er erzählt mir ja nicht, dass er Superman vom Planeten Krypton sei, richtig?

Das ist mein erster Oktober in New England. Mein Job gefällt mir immer noch, ebenso wie Ophelias kleines kastenförmiges Häuschen, das auf einer Anhöh§§e liegt und einen Ausblick auf den Hafen von Marblehead bietet. Das Haus wurde 1740 erbaut und im Laufe der Jahre mit unterschiedlichem Erfolg hin und wieder renoviert. Es ist ein wenig schief, und die Fenster sind verzogen, aber es besitzt einen funktionierenden Kamin, und ich habe mich dort vom ersten Tag an zu Hause gefühlt.

Normalerweise arbeite ich von fünf Uhr früh bis ein Uhr mittags, aber heute hatte ich frei. Der Regen peitschte gegen meine Küchenfenster, und der alte Ahornbaum hinter dem Haus ächzte im Wind. Ich schnippelte gerade Gemüse für eine Suppe, als meine Hintertür aufflog und Diesel in meinen Windfang trat. Er trug Motorradstiefel, eine verwaschene Jeans, ein T-Shirt mit einer Bierreklame und eine offene graue Sweatshirtjacke. Er hatte einen Zweitagebart, sein dichtes Haar war zerzaust und nass vom Regen, und er strömte puren Sex aus.

»Du musst mit mir kommen«, erklärte Diesel. »Ein Mann ist gerade von seinem Balkon im dritten Stock gestoßen worden, und irgendwie hat Wulf damit zu tun. Es geht das Gerücht, dass Wulf einen Hinweis auf einen weiteren SALIGIA-Stein erhalten hat. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Mord damit in Verbindung steht.«

Diesel hatte mir erzählt, dass es sieben alte Steine gebe, in denen die Kraft der sieben Todsünden steckt. Man nennt sie die SALIGIA-Steine, und wenn man sie alle in ein Gefäß legt, entwickelt sich eine böse Macht . und erschafft die Hölle auf Erden. Manche Leute glauben, diese Steine befänden sich in Salem. Wulf gehört zu diesen Leuten, und er macht kein Geheimnis daraus, dass er die Steine an sich bringen will. Da Wulf hin und wieder die dunkle Seite verkörpert, hat Diesel den Auftrag erhalten, ihn davon abzuhalten, diese Steine einzusammeln.

»Normalerweise hätte ich nichts dagegen, dich zu begleiten«, erklärte ich Diesel, »aber ich koche gerade eine Suppe.«

»Okay, du hast die Wahl: Du kannst entweder hierbleiben und deine Suppe kochen, oder du kannst mit mir kommen und die Menschheit davor bewahren, in Satans Kessel zu landen.«

Ich seufzte tief. Besondere Fähigkeiten zu haben klingt erst mal gut. Und es gibt einige Menschen wie Wulf, die ihre Macht sehr wohl genießen, aber ich persönlich empfinde diese Gabe als unangenehme Bürde. Ich verstehe, dass jemand die Menschheit vor dem großen Kessel in der Hölle retten muss, aber warum ausgerechnet ich?

»Um ehrlich zu sein, habe ich diese ganze SALIGIA-Geschichte nie wirklich geglaubt«, gestand ich Diesel. »Und ich habe wirklich keinen blassen Schimmer, wie ich die Menschheit retten soll.«

»Du besitzt eine wichtige Fähigkeit, die mir fehlt«, rief Diesel mir ins Gedächtnis. »Du kannst Gegenstände aufspüren, die magische Kräfte besitzen und die mit den SALIGIA-Steinen in Verbindung stehen.«

»Und du glaubst, dass ich diese Fähigkeit an diesem Tatort einsetzen muss?«

»Wahrscheinlich nicht«, erwiderte Diesel. »Aber du bist süß. Und wenn ich mir schon einen Idioten anschauen muss, der mit dem Gesicht nach unten im Regen auf dem Gehsteig liegt, dann hätte ich dich gern dabei.«

»Du findest mich süß?«

»Ja. Kannst du dich jetzt ein bisschen beeilen, bitte?«

Es ist irgendwie erschreckend, dass ich mich von einem Kompliment so leicht beeinflussen lasse, aber so ist es eben. Ich warf die Gemüsestückchen in meinen Suppentopf und legte den Deckel darauf. Dann nahm ich meine Handtasche von der Arbeitsplatte in der Küche, zog ein Kapuzensweatshirt von dem Haken neben der Tür und ging hinaus.

Die Wolken hingen tief, der Regen verwandelte sich allmählich in ein Nieseln, und die Luft war eisig. Im Hafen unterhalb meines Hauses waren immer noch Boote vertäut, doch im Vergleich zu dem Ansturm im Sommer hatte die Zahl erheblich abgenommen. Es war eindeutig Herbst in New England.

Diesel öffnete das Tor des weißen Lattenzauns, und wir gingen von meinem kleinen Hintergarten auf das Gässchen hinaus, in dem er verbotswidrig geparkt hatte. Er fuhr einen roten Jeep Grand Cherokee, der weder alt noch neu war. Normalerweise war der Wagen mit Schlamm bespritzt und mit Straßenstaub bedeckt. Heute hatte der Regen die oberste Schmutzschicht abgewaschen, und er sah beinahe sauber aus.

Ich schlüpfte auf den Beifahrersitz und bemerkte dann erst Carl, der auf dem Rücksitz saß. Carl sah mich an, winkte mir zu und zeigte mir sein schreckliches Affengrinsen - mit jeder Menge Affenzahnfleisch und Affenzähnen und verrückt funkelnden Affenaugen.

Ich bin in einem Vorort aufgewachsen. Wir hatten Katzen, Hunde, Hamster, Meerschweinchen, Wellensittiche und Fische. Aber keine Affen. Ein Affe war ein neues, etwas verstörendes Erlebnis.

Diesel fuhr die Weatherby Street hinunter und dann über die Brücke, die nach Salem führte. Wir reihten uns in den Verkehr durch die Innenstadt ein, fuhren weiter Richtung Norden und parkten schließlich in der Braintree Street hinter einem Streifenwagen. Unauffällig machten wir uns auf den Weg zu der kleinen Menschenmenge, die sich dort versammelt hatte.

Mehrere Polizeiautos, der Van des Gerichtsmediziners und ein Rettungswagen standen quer vor einem siebenstöckigen gelben Ziegelbau, der aus den 1970er Jahren zu stammen schien. Der Bereich vor dem Haus war mit einem Absperrband gesichert, und ein behelfsmäßiger Sichtschirm sollte Gaffer wie mich davon abhalten, die auf dem regennassen Gehsteig ausgestreckte Leiche anzustarren. Ich war dankbar für diesen Sichtschutz, denn ich wollte den toten Mann nicht sehen.

»Kennst du seinen Namen?«, fragte ich Diesel.

»Gilbert Reedy. Er war Professor in Harvard. Meine Quelle hat mir verraten, dass Reedy durch die Luft flog und ein Brandzeichen auf seinem Nacken hatte, als er auf dem Boden aufschlug. Sah aus wie ein Handabdruck.«

Ich spürte, wie mir das Frühstück hochkam und sich Schweißtropfen auf der Oberlippe bildeten. »Oje«, stieß ich hervor. »Verdammt.«

Diesel sah zu mir herunter. »Tief durchatmen. Und denk an etwas anderes.«

»Wie kann ich an etwas anderes denken? Da liegt ein Toter auf der Erde, und in seiner Haut ist ein Handabdruck eingebrannt.«

»Denk an Baseball«, riet Diesel mir.

»Okay, Baseball. Bin ich ein Spieler oder ein Zuschauer?«

»Du schaust zu.«

»Bin ich im Stadion? Oder läuft das Spiel im Fernsehen?«

»Im Fernsehen.«

Diesel legte den Kopf in den Nacken und sah nach oben zu einer zerschmetterten Glastür auf einem briefmarkengroßen Balkon im dritten Stock. Ich schaute ebenfalls nach oben.

»Ich kenne nur eine Person, die genügend Energie bündeln kann, um eine solche Brandwunde auf dem Nacken eines Menschen zu hinterlassen«, stellte Diesel fest.

»Wulf?«

»Ja.«

»Also glaubst du, dass Wulf Reedy durch die Scheibe und vom Balkon gestoßen hat?«

»Alles deutet darauf hin, aber es passt nicht zu Wulf. Wulf erledigt alles gern sauber und ordentlich. Und das hier ist unappetitlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wulf einen Mann vom Balkon stößt . vor allem nicht, wenn es regnet.«

»Das würde eher zu dir passen«, meinte ich.

»Ja. Das klingt eher nach mir.«

Ich betrachtete die Menschenmenge auf der anderen Seite des Tatorts und entdeckte Wulf. Er stand ein wenig abseits und war mit einer schwarzen Hose und einem Pullover tadellos gekleidet. Er sah nicht aus...

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