Manuelle Pferdetherapie

Das Praxisbuch für Osteopathie und Physiotherapie
 
 
Sonntag, J (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Juli 2017
  • |
  • 280 Seiten
 
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978-3-13-240286-7 (ISBN)
 
Folgen Sie dem Gewebe: Das Gespür für die Strukturen gewinnen Sie durch die praktische Arbeit mit dem Pferd. Dieses Praxisbuch liefert Ihnen das notwendige Wissen für eine individuelle Diagnose und nachhaltige Therapie: mit einem didaktisch raffinierten Schema, großformatig und mit detaillierten, aussagekräftigen Fotos. Aufgebaut nach Körperregionen, beschreibt es Diagnostik und Therapieoptionen für den jeweiligen Bereich. Prägen Sie sich das systematische Vorgehen für Palpation, Testgriffe und Techniken ein, um die Primärläsion zielgerichtet aufzuspüren und ein nachhaltiges Therapieergebnis zu erzielen. Nutzen Sie das komplette Spektrum der manuellen Therapie - von der klassischen Massage bis hin zur Osteopathie und Chiropraktik. Denn für jedes Pferd gibt es den passenden, individuellen Therapieansatz.
Besondere Extras: Videos zur Ganganalyse und das neue Kapitel "Kinesiotaping".
2., aktualisierte Auflage
  • Deutsch
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  • Deutschland
  • Ärzte
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978-3-13-240286-7 (9783132402867)
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2 Anatomie und Biomechanik


2.1 Basiswissen


Die Kenntnis der anatomischen Strukturen sowie der physiologischen und biomechanischen Funktionen ist die Basis für die Manuelle Therapie am Pferd. Der Pferdetherapeut muss die Zusammenhänge und Vorgänge im Körper des Pferdes verstehen, um heilsame Behandlungen ansetzen zu können. Manipulationen, Dehnungstechniken oder Druckpunktsysteme sind ohne ausreichende anatomische und physiologische Kenntnisse kontraproduktiv oder gar gefährlich. Für den praktizierenden Therapeuten ist es deshalb zwingend erforderlich, sich eingehend dem Studium der Anatomie und Physiologie des Pferdes zu widmen. In diesem Zusammenhang sei auch auf die weiterführende Literatur verwiesen.

Jede Berührung des Therapeuten hat Einfluss auf die Körperstrukturen des Pferdes. So ergeben sich mechanische Reaktionen beispielsweise durch einen Fingerdruck auf gewisse Strukturen, die Blut und Lymphflüssigkeit stauen oder den Weitertransport unterstützen. Über die Stimulation von Reflexpunkten reizt der Therapeut das Nervensystem und erreicht damit ganz gezielte Reaktionen, die beispielsweise entspannend, vitalisierend oder mobilisierend wirken. Die Auswirkungen erstrecken sich auf den gesamten Körper wie Muskeln, Nervensystem, Faszien, Herz- und Kreislaufsystem.

Die alleinige theoretische Kenntnis der Funktionalität der Strukturen reicht allerdings noch lange nicht aus, um Pferde zu therapieren. Was die therapeutischen Techniken zur Kunst macht und letztendlich dazu beiträgt, den Heilungsprozess in Gang zu bringen, ist das Einfühlungsvermögen des Therapeuten bei der Arbeit mit den anatomischen Strukturen. Ein Pferd ist kein mechanisches Gebilde wie ein Auto, das beispielsweise bei exakt 300 g Druck auf das Gaspedal eine gewisse Geschwindigkeit fährt.

Jeder Reiter weiß, dass manche Pferde sensibler reagieren als andere. Somit benötigt das Pferd eine für jenes Individuum exakt angepasste Hilfe, um eine gewünschte Reaktion zu erreichen. Bei einem Pferd sind es möglicherweise 2 kg Druck mit dem Unterschenkel, um es zum Angaloppieren zu bewegen, bei einem anderen hingegen reicht allein eine leichte Berührung aus. Für keines der Pferde gibt es allerdings eine mitgelieferte Bedienungsanleitung und doch sind gute Reiter in der Lage, die unterschiedlichsten Pferde zu reiten. Dies ist deshalb möglich, weil sie in der Lage sind, sich auf das jeweilige Individuum einzustellen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Hilfen es in welcher Form und Stärke benötigt.

Der Therapeut muss sich ebenfalls auf jedes Tier individuell einfühlen können, um den Zustand jeder einzelnen Faser im Körper beurteilen und letztendlich mit der richtigen Technik und der angebrachten Druckstärke behandeln zu können.

Dabei können die anatomischen Strukturen bei Pferden sehr unterschiedlich sein. Schon äußerlich ergibt sich ein höchst individuelles Erscheinungsbild. Diese Aussage wird am deutlichsten, vergleicht man nur verschiedene Pferderassen miteinander. Ein Kaltblutpferd wartet mit einer völlig anderen Konstitution auf als ein Araber. Doch auch innerhalb der Rassen lassen sich teils signifikante Unterschiede feststellen. Nicht jeder Haflinger gleicht dem anderen und selbst die absolut innerhalb ihrer Rasse rein gezogenen Isländer sind völlig einzigartige Individuen. Jedes Tier ist einmalig, sodass der Therapeut stets neutral auf ein Pferd zugehen und sich überraschen lassen muss, welche Gegebenheiten ihn mit dieser Körper-Psyche-Konstellation erwarten.

Bevor man sich jedoch mit Individualitäten befassen kann, müssen die Grundlagen der allgemeingültigen Anatomie gelegt werden.

2.2 Die Lagebezeichnungen am Pferdekörper


Sowohl in der Human- als auch der Tiermedizin werden standardmäßig spezielle Begriffe für die Lagebezeichnung ( ? Tab. 2.1) von anatomischen Strukturen verwendet, um der Problematik aus dem Weg zu gehen, dass "am Rücken oben" plötzlich nicht mehr "oben" ist, wenn das Pferd beispielsweise auf der Seite liegt. Aus diesem Grund verwendet man den Begriff "dorsal", wenn die Lage in Richtung Rücken (am stehenden Pferd wäre dies also oben, am liegenden Pferd wäre dies je nach Standpunkt allerdings links, rechts oder seitlich) gemeint ist. Damit sind alle Richtungen sowie Schnittebenen mit speziellen, allgemeingültigen Bezeichnungen belegt. Dies hilft bei der Beschreibung von Läsionen, Behandlungstechniken und Abbildungen von bildgebenden Verfahren wie Röntgenbildern. Diese Begriffe müssen dem Therapeuten absolut geläufig sein.

Tab. 2.1 Die Lagebezeichnungen am Pferdekörper.

Begriff

Bedeutung

Verwendung

dorsal

rückenwärts

am Rumpf, Kopf, distalen Gliedmaßen, Vorderseite Karpal- bzw. Sprunggelenk

ventral

bauchwärts

am Rumpf und am Kopf

kranial

kopfwärts

am Rumpf und Schweif

kaudal

schwanzwärts

am Rumpf und am Kopf

medial

zur Mitte hin

gesamter Körper

lateral

seitlich

gesamter Körper

proximal

rumpfwärts

Gliedmaßen und abstehende Strukturen

distal

vom Rumpf weg

Gliedmaßen und abstehende Strukturen

palmar

handflächenwärts

an den Vordergliedmaßen unterhalb des Karpalgelenks

plantar

fußsohlenwärts

an den Hintergliedmaßen unterhalb des Sprunggelenks

median

mittig

am Rumpf und am Kopf

axial

zur Achse hin von Hand- und Fußknochen

an den Zehen

abaxial

von der Achse des Hand- und Fußknochens weg

an den Zehen

rostral

in Richtung Nasenspitze

am Kopf

externus

außen gelegen

am Rumpf und an Organen

internus

innen gelegen

am Rumpf und an Organen

profundus

...

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