Checkliste Osteopathie Pferd

 
 
Sonntag, J (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. August 2017
  • |
  • 600 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-13-240171-6 (ISBN)
 
Alle Informationen schnell zur Hand: Hier sind Grundlagen, Techniken, Behandlungskonzepte, Indikationen und Zusammenhänge kompakt zusammengestellt.

Diese Checkliste lässt sich vielseitig anwenden:

Beim Diagnostizieren finden Sie schnell den passenden Hand- bzw. Prüfgriff, denn diese sind detailliert beschrieben und mit instruktiven Fotos bebildert. Zudem geben Ihnen über 30 Leitsymptome Hinweise zur möglichen Lokalisation des Problems.

Auf dem Weg zur richtigen Therapie helfen Ihnen die ausführlichen Befund- und Behandlungskonzepte nach Körperregionen - inklusive "Hausaufgaben" für die Patientenbesitzer.

Neu in der 2. Auflage:
Vertiefende Darstellung von Faszien und Faszientechniken.
weitere Ausgaben werden ermittelt

1 Grundlagen und Begriffe der Osteopathie


1.1 Einführende Gedanken


Eine Bewegung kommt dadurch zustande, dass die Muskeln über die Sehnen die Knochen bewegen und dadurch die Stellung der Knochen zueinander in deren gemeinsamem Gelenk verändern. Für eine physiologische Bewegung sind unter vielen anderen wichtigen Punkten erforderlich:

  • Physiologischer Spannungszustand der Muskulatur, d.?h. ein Muskel muss jederzeit in der Lage sein,

    • sich anzuspannen,

    • sich zu entspannen und

    • sich dehnen zu lassen.

  • Physiologischer Zustand der Gelenke inklusive Kapseln und Bänder, d.?h.

    • die Gelenksflächen müssen eine reibungslose und

    • die Kapseln und Bänder eine endgradige Winkelveränderung der beteiligten Gelenkpartner ermöglichen.

  • Physiologisches Zusammenspiel von Muskel- und Nervensystem (NS), d.?h.

    • efferente und afferente Impulse müssen störungsfrei zwischen NS und Muskelfasern bzw. Erfolgsorgan fließen können.

  • Physiologische Balance im vegetativen Nervensystem (VNS):

    • Erregung durch den Sympathikus und Erholung durch den Parasympathikus müssen sich gegenseitig kontrollieren.

Die Harmonie im VNS stellt die Basis dar, insbesondere auch für die Behandlung eines Pferdes, das vordergründig "lediglich" ein körperliches Problem zu haben scheint, z.?B. in Form von Lahmheit, Rückensteifigkeit u.?Ä. Eine Dysbalance im VNS verhindert zuweilen, dass eine handwerklich korrekt durchgeführte osteopathische Behandlung nicht den gewünschten Erfolg bringt oder die Linderung nur kurzzeitig anhält.

Im Hinblick auf das VNS darf bei der Behandlung einer gesundheitlichen Störung die Natur des Pferdes nicht außer Acht gelassen werden: sein Wesen als Flucht- und Herdentier.

Das Vegetativum des Pferdes kann sich in 2 Richtungen auswirken:

  1. Lebt ein Pferd unter nicht artgerechten Umständen, fühlt es sich in seiner Sicherheit bedroht, hat es keine klare Führung durch seinen Menschen/seine Herde oder leidet es unter Schmerzen, so führt dies zu einem Sympathikotonus mit Anstieg des muskulären Grundtonus, was längerfristig zu Verspannungen, Gelenksblockierungen und Bewegungseinschränkungen führen kann.

  2. Umgekehrt können diese Blockierungen wiederum zu erhöhter emotionaler Unsicherheit oder Alarmbereitschaft führen, da das Pferd sich in seinen Bewegungen und somit in seinen Fluchtmöglichkeiten eingeschränkt fühlt oder auch, weil Wirbelblockierungen spinale Faseranteile des VNS komprimieren und zu vegetativen Dysfunktionen führen können.

    Wenn sich ein Pferd mit seinem Menschen/seiner Herde und in seiner Umgebung sicher fühlt, kann es seine eigenen Sicherungsaktivitäten reduzieren und seinen Muskeltonus senken. Emotion und Muskeltonus sind gerade beim Fluchttier Pferd untrennbar miteinander verknüpft. Insofern ist die Atmosphäre, in der ein Pferd lebt, und die Art und Weise, in der täglich mit ihm umgegangen und es von seinem Menschen geführt wird, für den Erfolg und die Nachhaltigkeit einer osteopathischen Behandlung von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Weitere wichtige Aspekte der physischen und psychischen Gesundheit des Pferdes seien hier der Vollständigkeit halber kurz angesprochen:

  • Haltungsbedingungen:

    • Ernährungszustand, Erkrankungsresistenz, selbst gewähltes Bewegungspotenzial an frischer Luft und bei natürlichem Licht, Pferdefreundschaften/soziale Kontakte

  • Hufschmied:

    • biomechanisch individuelles, tragfähiges Fundament für den gesamten Bewegungsapparat

  • Sattler:

    • schmerzfreie und kommunikationssfördernde Verbindung zwischen Pferd und Reiter

  • Tierarzt:

    • gesundes Organ- und Bewegungssystem

  • Pferdezahnarzt:

    • Zahngesundheit, Biomechanik des Kiefergelenks

  • ausbalancierter Reiter:

    • im gemeinsamen Schwerpunkt befindliche handunabhängige und sensible Kommunkation mit dem Pferd

Ein Pferd hat wie jedes Lebewesen ein Selbstbewusstsein in dem Sinne, dass es sich selbst als Körper wahrnimmt. Diese Körperwahrnehmung begründet sich vornehmlich auf:

  • dem Sehsinn: das Pferd kann je nach Stellung des Kopfes seine Vorderbeine, Hinterbeine und Teile seines Rumpfes betrachten,

  • dem Tastsinn: das Pferd beknabbert sich selbst oder wird von seinem bevorzugten Sozialpartner an bestimmten Körperstellen beknabbert oder es reibt sich an bestimmten Gegenständen,

  • der Tiefensensibilität, deren Rezeptoren in Gelenkskapseln, Bändern, Sehnen und Muskeln dem Pferd jederzeit zum Gehirn melden, in welcher Stellung oder Lage sich seine Körperteile und Gelenke befinden.

Diese Informationen werden sowohl im somatischen wie auch dem vegetativen Nervensystem verarbeitet und beantwortet. Die Beantwortung findet unter anderem statt durch:

  • Skelettmuskeln, die die Bewegungen des Körpers durchführen (> grob- und feinmotorische Aktivität) und

  • propriozeptive Muskeln, die kleinste und feinste Stellungsänderungen in den Gelenken und Wirbelsäulensegmenten vornehmen (> Stellungs- und Halteaktivität).

Verletzungen, Blockierungen, psychischer Druck oder Schmerzen verändern dieses Körperbild, das Pferd entwickelt kompensatorische Bewegungen und speichert dieses unphysiologische Körperbild (im schlimmsten Fall irreversibel) in seinem Gehirn ab. Die Förderung von Aktivitäten beider Muskelsysteme führt zu einer physiologischen, harmonischen und gesund erhaltenden Bewegung, die das Pferd dann als gewünschtes Körperbild in seinem Gehirn abspeichern kann.

Beachte

Nach erfolgter therapeutischer Behandlung muss dem Pferd ausreichend Zeit zugestanden werden, sich an sein physiologisches Körperbild zu erinnern und die bisher schmerzhaften Bewegungen wieder natürlich und harmonisch auszuführen.

1.2 Ursprung der Osteopathie


Andrew Taylor Still (1828?-?1917) war der Begründer der Human-Osteopathie. Er hatte eine tiefgläubige Überzeugung von der Gott ...

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