Error 404

Wie man im digitalen Dschungel die Nerven behält
 
 
Ecowin (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. Mai 2020
  • |
  • 236 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7110-5281-0 (ISBN)
 
Digitaler Wandel - Chancen und Risiken moderner Technologien

Die Digitalisierung hat unseren Alltag und die Arbeitswelt fest im Griff. Egal, ob man sich um den nächsten Job bewirbt, Geldgeschäfte mit Online-Banking erledigen will oder überlegt, was man in der Cloud so alles speichern kann - ein Parcours technologischer Hürden tut sich auf. Im Internet lauern Gefahren durch Hacker und Schadprogramme. Fehlermeldungen wie "Error 404" rauben einem den letzten Nerv. Doch die neuen Technologien erleichtern auch vieles. Die Journalistin und TEDx-Talkerin Michaela Ernst hilft Ihnen, im digitalen Dschungel einen kühlen Kopf zu bewahren.

- Von A wie Amtswege über Q wie QR-Code bis Z wie Zeitersparnis: Tipps zum effizienten Umgang mit neuer Technik
- Nichts geht ohne Hashtags: die Vorzüge von Social Media mit der Raute richtig nutzen
- Industrie 4.0, Automatisierung und die Transformationsprozesse der Arbeitswelt: wo neue Berufe mit Zukunft entstehen
- Open Source und Open Innovation, E-Learning und TED-Talks: freier Zugang zu beruflicher Weiterbildung, Forschung und Wissen
- Mythen und Fakten über die Generation Y: Was Sie von den Digital Natives lernen können

Faktor Mensch - Emotionale Intelligenz im Vorteil

Trotz aller Erleichterungen durch die Digitalisierung: Der Mensch bleibt unersetzbar für die Gesellschaft - dank seiner sozialen Kompetenz. Das zeigt sich besonders in Krisensituationen. Lassen Sie sich nicht blenden von der vermeintlichen Klugheit Künstlicher Intelligenz. Vertrauen Sie nicht allein auf die Problemlösungsfähigkeit digitaler Techniken. "Be a Mensch", fordert Michaela Ernst. Ihr Buch "Error 404" ist ein Streifzug durch das oft befremdliche Land Digitalien. Doch mit ein wenig Geduld und Bereitschaft, sich darauf einzulassen, kann jeder die Herausforderungen des digitalen Zeitalters meistern. Ein unterhaltsames Sachbuch zum Staunen, Ärgern und Schmunzeln!
  • Deutsch
  • Wals
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  • Österreich
  • 0,70 MB
978-3-7110-5281-0 (9783711052810)
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Michaela Ernst ist Journalistin, Autorin und TEDx-Speakerin. Sie ist Mit-Begründerin des österreichischen Wirtschaftsmagazins "Sheconomy" und arbeitete als Ressortleiterin beim Nachrichtenmagazin "profil". 2013 begann sie ein berufsbegleitendes MBA-Studium; in ihrer Abschlussarbeit untersuchte sie, wie sich Arbeit durch Industrie 4.0 verändert.

VORWORT


WARUM MAN SICH GLEICHZEITIG FÜR DAS GUTE LEBEN UND DIE DIGITALISIERUNG INTERESSIEREN KANN? GENAU DESHALB.


Googeln Sie sich eigentlich manchmal selbst?

Jetzt fragen Sie vielleicht: »Wie bitte? Was soll der Blödsinn?«

Ähnliches habe ich gesagt, als man mir zum ersten Mal diese Frage stellte. Das liegt schon etwas länger zurück und war noch in meiner Pre-Social-Media-Phase. Sich selbst zu googeln erschien mir damals als eine Form der narzisstischen Abartigkeit, die es zu vermeiden galt. Was gab es schon, was mir Google über mich erzählen konnte, was ich selbst nicht längst wusste? Die reine Neugierde, was das Internet so über mich zu sagen hatte, ließ mich dann doch ein bis zwei Mal im Jahr nachsehen.

Mittlerweile google ich mich nicht mehr, sondern habe meinen Namen auf Google Alerts aktiviert und fühle mich dabei total normal. Denn bei dieser Einstellung geht es nicht um digitales Posieren, sondern darum, den Überblick zu behalten - einen Überblick über das, was der Algorithmus da draußen über einen zusammenrechnet.

Für mich stimmt das Ergebnis. Und es stimmt nicht. Es erzählt von journalistischen Stationen, die das Bild eines genussfreudigen Menschen zeichnen, der sich vorzugsweise mit Kochbüchern, guten Restaurants und Ernährungstipps befasst. Zumindest ist das ein Teil der Wahrheit. Die Listung ändert sich auch nicht, wenn ich den Zusatz »Digitalisierung« eingebe. Das tut es erst bei »Industrie 4.0«, aber wer kommt schon auf die Idee »Michaela Ernst Industrie 4.0« einzugeben, außer vielleicht die Studienkollegen, die mich durch meinen zweiten Bildungsweg begleiteten.

Schon dieses ganz banale Beispiel zeigt, wie widersprüchlich beziehungsweise irreführend und ungenau die digitale Welt ist. Deshalb auch dieser Titel: Error 404. Er entspricht der Meldung, die am häufigsten aufpoppt, wenn man sich gerade wieder einmal die Zähne an den Hindernissen des digitalen Paralleluniversums ausbeißt. Und er bedeutet: Page not found. Fehler! Zurück an den Start.

Error 404 soll dieses ganze Dilemma auf den Punkt bringen, dem wir derzeit ausgesetzt sind. Wir - das ist eine Gesellschaft im Transitraum, in der die alten Erzählungen grobe Risse haben und die neuen sich noch nicht unter Beweis gestellt haben. Mit diesem Buch versuche ich die zahlreichen, einander oft konterkarierenden Zuspitzungen rund ums Digitale aufzuzeigen, egal ob es sich um moderne Amtswege, die Angst vor dem Jobverlust, Resilienz als Überlebensstrategie oder die Lüge der Zeitersparnis handelt. Müssen wir uns deshalb fürchten? Können wir darüber lachen? Sollen wir einfach auf den Zug aufspringen und schauen, wohin die Reise geht? Oder wäre es nicht angebracht, auch Widerstand zu leisten? Meine Antwort auf diese Fragen lautet: Ja. Von allem ein bisschen. Deshalb die Aufteilung in 26 Kapitel, die alle in irgendeiner Form unseren Alltag betreffen - durchaus mit dem Anspruch wachzurütteln. Denn wenn wir schon Teil der Veränderung sind, sollten wir die Macht, diese mitzugestalten, nicht allein Datenexperten und 25-jährigen Programmierern von Algorithmen überlassen.

Auf den Begriff »Digitalisierung« war ich erstmals durch meinen Brotjob gestoßen. Damals leitete ich beim österreichischen Nachrichtenmagazin profil ein »Extra«-Ressort mit wöchentlich wechselnden Schwerpunkten. Um dem Ganzen einen zusätzlichen Twist zu geben, spannte ich das Thema »Innovation« als roten Faden quer durch alle Bereiche. Es waren vor allem Kollegen wie der viel zu früh verstorbene Rainer Himmelfreundpointner, aber auch Robert Prazak, Alfred Bankhamer oder Christian Prenger, die mit ihren Geschichten mein Interesse am Thema weckten.

Parallel dazu erfuhr ich, wie alle Kollegen im Journalismus, gewaltige berufliche Veränderungen. Die Digitalisierung hatte unser aller Aufgabengebiet auf fast obszöne Weise vervielfacht. Teilweise hatte ich für Verlage gearbeitet, bei denen wir vorgefertigte Layouts übermittelt bekamen, in die wir nicht nur unsere Texte, sondern auch - auf Basis einer vorgegebenen Fotoagenturliste - Bilder suchen und selbst einfließen lassen sollten. Jüngere Kollegen wurden bei ihren Recherchen zusätzlich verdonnert, Videos für den Online-Auftritt mitzudrehen. Diese Arbeitssituation liegt bald zehn Jahre zurück und war damals mehr als außergewöhnlich. Mittlerweile wird sie in vielen Unternehmen als normal vorausgesetzt.

Als ich im Herbst 2013 ein berufsbegleitendes Studium begann, wusste ich weder, worauf ich mich einließ, noch, wohin es mich führen würde. Drei Jahre später war ich um viele großartigen Erfahrungen reicher, denn diese Zeit war zeitgleich extrem anstrengend und schön. Kann ich jedem nur empfehlen, der jenseits der 40, bei bester Gesundheit und (immer noch) leicht getrieben ist. Meine Abschlussarbeit widmete ich den veränderten Arbeitsbedingungen durch Industrie-4.0-Prozesse. So nennt man sich selbst optimierende Automatisierungsprozesse, die derzeit vorwiegend in der industriellen Produktion eingesetzt werden. Dazu befragte ich Fabrikarbeiter in drei unterschiedlichen Betrieben und war mächtig stolz auf meine Idee, da es zum damaligen Zeitpunkt in Österreich noch keine vergleichbare Studie gab.

Umso schräger fand ich den Moment, als mir bewusst wurde, dass mich ausgerechnet meine Nachforschungen über die neue Arbeitswelt genau in jene »alte« Arbeitsweise zurückführte, die die Digitalisierung im Journalismus breitflächig ausgelöscht hatte. Nämlich hinaus zu den Menschen zu gehen, ihnen von Angesicht zu Angesicht Fragen zu stellen. Sich für sie Zeit zu nehmen, sie bei ihrer Tätigkeit zu beobachten und damit neue Welten erschlossen zu bekommen, über die es sich zu berichten lohnte. Genau aus diesen Gründen bin ich vor mehr als 35 Jahren Journalistin geworden. Es waren die Momente, die ich an meinem Beruf am meisten liebte. Heute stellen sie die Ausnahme dar.

Denn jemanden auf ein persönliches Gespräch zu treffen, bedeutet in unserem Zeitalter Ineffizienz. Um ein Bild von der Welt zu bekommen, schaltet man den Computer ein, klickt sich durch Twitter, Youtube und andere Nachrichtendienste. Etwas nachzu- oder zu hinterfragen, bedeutet: kompliziert sein. Und wer nicht sofort den Durchblick hat, kann ja bei Prof. Google oder Wikipedia Nachhilfe nehmen.

Unmittelbar nachdem ich begann, an Error 404 zu arbeiten, brachte ein digitaler Vorfall eine meiner Freundinnen zu Fall. Sie war Opfer eines Hacker-Angriffs geworden, möglicherweise sogar einer deepfake-attack - so nennt man jene künstliche Intelligenz, der es gelingt, täuschend echt wirkende Bilder oder Videos herzustellen, die nichts mit dem echten Leben zu tun haben. Diese Technik ist ein wahres Ungeheuer, denn sie basiert auf künstlichen neuronalen Netzwerken, die weitgehend autonom über gefälschte Medien laufen. Keine 48 Stunden später hatte sie nahezu keine Familie mehr. Fast alle hatten sich von ihr abgewandt, ohne ein Wort mit ihr gesprochen zu haben. Selbst ältere Familienmitglieder, die das Treiben im Netz stets distanziert und kritisch betrachtet hatten, stellten mit einem Mal keine Fragen mehr und ließen sich von dem Sog der Ablehnung mitreißen. Über Nacht wurde diese Person für sie ausgelöscht und mit ihr jene, die der Hetzjagd keine Folge leisten wollten.

Dazu noch eine zweite Geschichte. Vor einigen Jahren wurde mein Facebook-Account von einem Porno-Virus geflutet. Ich schreibe bewusst geflutet, weil er nahezu auf all meine Follower überschwappte. Unter anderem auf den Account meiner Mutter. Geistesgegenwärtig und, wie ich fand eigentlich auch ziemlich cool, warnte meine 75-jährige Mutter daraufhin all ihre friends. Doch für einige wenige kamen ihre Bemühungen zu spät. Sie schickten ihr erboste Nachrichten, entfernten sie aus dem Freundesnetz und wollten nichts mehr von ihr wissen. Sie nahm's mit Humor. Ein Glück.

Beide Beispiele zeigen, wie sehr sich unsere Art der Wahrnehmung durch das Digitale gewandelt hat. Sie wird nicht mehr hinterfragt. Wir haben das Prinzip der schnellen Botschaften mittlerweile so stark verinnerlicht, dass wir die meisten davon als gegeben hinnehmen. What you see, is what you get. Im Zweifelsfall greifen wir sogar noch eher zu Verschwörungstheorien, als dass wir unser Hirn bemühen. Ist ja auch kein Wunder: Information prasselt im Minutentakt auf uns ein, wie soll man da einen klaren Kopf behalten?

Als ich vor 20 Jahren ein Interview mit dem deutschen Entertainer Harald Schmidt führte, sagte er: »Das Fernsehen macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer«. Dieser Satz fällt mir manchmal beim Thema Digitalisierung ein. Denn so schrecklich und abstoßend die zwei Beispiele sind, die ich eben erzählte, steht auf der anderen Seite eine Vielzahl erfreulicher Veränderungen und Botschaften. Heute könnte man sagen: Das Digitale macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer. Es macht aber auch die Schlechten schlechter und die Guten besser. Diese ganze Kultur des Teilens,...

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