Einführung in die Soziale Arbeit

 
 
Kohlhammer (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 2. November 2016
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  • 586 Seiten
 
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978-3-17-028728-0 (ISBN)
 
Dieser Band bietet die seit Langem geforderte umfassende Einführung in eine Soziale Arbeit, die sich heute nicht nur als unverzichtbare Praxis und anschlussfähige Profession, sondern auch als wissenschaftliche Disziplin und anerkanntes Lehrgebiet präsentiert. Die Darstellung eröffnet einen fundierten Einblick in die Praxis der Sozialen Arbeit und das breite Spektrum ihrer Arbeits- und Anwendungsfelder. Es folgt eine systematische Einführung in die wissenschaftlichen Grundlagen der Sozialen Arbeit. Das Buch widmet sich darüber hinaus dem Studium der Sozialen Arbeit und skizziert die Grundzüge einer Profession Soziale Arbeit. Auf diese Weise wird nicht nur eine kontinuierliche Weiterentwicklung zu einer reflexiven Praxis möglich, zugleich kann ein öffentliches Bild entstehen, das dazu beiträgt, die grundlegenden Intentionen der Sozialen Arbeit als Intervention, Prävention und Gesellschaftskritik glaubhaft zu kommunizieren und zum Wohle aller nutzbar zu machen.
  • Deutsch
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  • 2,69 MB
978-3-17-028728-0 (9783170287280)
3170287281 (3170287281)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Erath lehrt Theorien der Sozialarbeit und Pädagogik an der Fakultät für Soziale Arbeit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Kerstin Balkow, M.A., Diplom-Sozialpädagogin (FH) ist dort Dozentin für Soziale Arbeit.
1 - Deckblatt [Seite 1]
2 - Titelseite [Seite 4]
3 - Impressum [Seite 5]
4 - Vorwort [Seite 6]
5 - Inhaltsverzeichnis [Seite 8]
6 - Einführung [Seite 14]
7 - Teil I Soziale Arbeit als Praxis [Seite 20]
7.1 - 1 Aufgaben, Ziele und Strategien der Sozialen Arbeit [Seite 22]
7.1.1 - 1.1 Soziale Arbeit als historisch vermittelte Praxis des Helfens [Seite 23]
7.1.2 - 1.2 Strategien der Sozialen Arbeit [Seite 26]
7.1.3 - 1.3 Funktionen der Sozialen Arbeit [Seite 29]
7.1.4 - 1.4 Zur Realisierung der drei Strategien der Sozialen Arbeit [Seite 35]
7.2 - 2 Arbeitsfelder, Zielgruppen und Methoden der Sozialen Arbeit [Seite 38]
7.2.1 - 2.1 Kinder- und Jugendhilfe [Seite 38]
7.2.2 - 2.2 Erziehungs- und Familienhilfe [Seite 41]
7.2.3 - 2.3 Erwachsenenbildung [Seite 43]
7.2.4 - 2.4 Altenhilfe [Seite 45]
7.2.5 - 2.5 Gefährdetenhilfe/Resozialisierung [Seite 47]
7.2.6 - 2.6 Gesundheit/Rehabilitation [Seite 49]
7.2.7 - 2.7 Armut und Ausgrenzung [Seite 52]
7.2.8 - 2.8 Interkulturelle/Internationale Soziale Arbeit [Seite 54]
7.2.9 - 2.9 Sozialraumorientierte Soziale Arbeit [Seite 56]
7.2.10 - 2.10 Sozialwirtschaft [Seite 58]
7.3 - 3 Personales und fachliches Handeln in der Sozialen Arbeit [Seite 61]
7.3.1 - 3.1 Soziale Arbeit als personale Praxis: Persönlichkeit und Kompetenzprofil [Seite 62]
7.3.2 - 3.2 Soziale Arbeit als fachliche Praxis: Arbeitshilfen und Handlungskonzepte [Seite 65]
7.3.3 - 3.3 Soziale Arbeit als personal verantwortete und fachlich begründete Praxis [Seite 85]
7.4 - 4 Voraussetzungen und Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit [Seite 88]
7.4.1 - 4.1 Soziale Arbeit im Welfare Mix [Seite 89]
7.4.2 - 4.2 Soziale Arbeit als Praxis des "Förderns und Forderns" im aktivierenden Sozialstaat [Seite 93]
7.4.3 - 4.3 Soziale Arbeit als administrative Praxis im Neuen Steuerungsmodell [Seite 95]
7.4.4 - 4.4 Soziale Arbeit als verbandliche Praxis im Wohlfahrtspluralismus [Seite 98]
7.4.5 - 4.5 Soziale Arbeit als organisationale Praxis: Qualitätsmanagement [Seite 102]
7.4.6 - 4.6 Praxis zwischen Ideal-Selbst und konkreten Arbeitsbedingungen [Seite 111]
7.5 - 5 Soziale Arbeit als mündige Praxis [Seite 114]
7.5.1 - 5.1 Soziale Arbeit als reflektierte Praxis [Seite 114]
7.5.2 - 5.2 Soziale Arbeit als reflexive Praxis [Seite 118]
7.5.3 - 5.3 Soziale Arbeit als diversitäre Praxis [Seite 126]
7.5.4 - 5.4 Soziale Arbeit als interprofessionelle Praxis [Seite 129]
7.6 - 6 Soziale Arbeit als zukunftsfähige Praxis [Seite 133]
8 - Teil II Soziale Arbeit als Wissenschaft [Seite 138]
8.1 - 7 Soziale Arbeit und Wissenschaft [Seite 140]
8.1.1 - 7.1 Warum braucht Soziale Arbeit Wissenschaft? [Seite 140]
8.1.2 - 7.2 Was ist Wissenschaft? [Seite 142]
8.1.3 - 7.3 Ist die Soziale Arbeit bereits wissenschaftsfähig? [Seite 146]
8.1.4 - 7.4 Zusammenfassung und Bewertung [Seite 152]
8.2 - 8 Gegenstand der Sozialarbeitswissenschaft und Typus [Seite 154]
8.2.1 - 8.1 Terminologische Klärungen [Seite 154]
8.2.2 - 8.2 Soziale Arbeit als transdisziplinäre Wissenschaft [Seite 160]
8.2.3 - 8.3 Soziale Arbeit als disziplinäre Einheit [Seite 162]
8.2.4 - 8.4 Interdisziplinarität der Sozialarbeitswissenschaft [Seite 165]
8.2.5 - 8.5 Zusammenfassung und Bewertung [Seite 169]
8.3 - 9 Das Programm der Wissenschaft der Sozialen Arbeit [Seite 171]
8.3.1 - 9.1 Theoriebildung: Entwicklung konkurrierender Theorien und Modelle [Seite 172]
8.3.2 - 9.2 Forschung: Empirische Überprüfung von Theorien [Seite 174]
8.3.3 - 9.3 Konsistenzprüfung: Sicherung des Wissensbestands der Disziplin [Seite 176]
8.3.4 - 9.4 Wissenstransfer: Entwicklung von Empfehlungen zur Gestaltung der Praxis [Seite 178]
8.3.5 - 9.5 Anschlussfähigkeit: Wissenschaftlicher Austausch und konsistente Lehre [Seite 180]
8.3.6 - 9.6 Zusammenfassung und Bewertung [Seite 182]
8.4 - 10 Hermeneutische Sozialarbeitswissenschaft [Seite 183]
8.4.1 - 10.1 Das Paradigma: Helfen als Verstehen und Begleiten [Seite 183]
8.4.2 - 10.2 Hermeneutische Theorien der Sozialen Arbeit [Seite 185]
8.4.3 - 10.3 Modelle der hermeneutischen Sozialen Arbeit [Seite 198]
8.4.4 - 10.4 Hermeneutische Methoden und Techniken [Seite 205]
8.4.5 - 10.5 Zusammenfassung und Bewertung [Seite 215]
8.5 - 11 Normative Sozialarbeitswissenschaft [Seite 218]
8.5.1 - 11.1 Das Paradigma: Helfen als Normieren und Aufbauen [Seite 218]
8.5.2 - 11.2 Normative Theorien der Sozialen Arbeit [Seite 219]
8.5.3 - 11.3 Normative Modelle der Sozialen Arbeit [Seite 235]
8.5.4 - 11.4 Normative Methoden und Techniken [Seite 243]
8.5.5 - 11.5 Zusammenfassung und Bewertung [Seite 248]
8.6 - 12 Empirische Sozialarbeitswissenschaft [Seite 250]
8.6.1 - 12.1 Das Paradigma: Helfen als Diagnostizieren und Intervenieren [Seite 250]
8.6.2 - 12.2 Empirische Theorien der Sozialen Arbeit [Seite 252]
8.6.3 - 12.3 Modelle der empirischen Sozialarbeitswissenschaft [Seite 263]
8.6.4 - 12.4 Empirische Methoden und Techniken [Seite 272]
8.6.5 - 12.5 Zusammenfassung und Bewertung [Seite 275]
8.7 - 13 Kritische Sozialarbeitswissenschaft [Seite 278]
8.7.1 - 13.1 Das Paradigma: Helfen als Kritisieren und Emanzipieren [Seite 278]
8.7.2 - 13.2 Kritische Theorien der Sozialen Arbeit [Seite 280]
8.7.3 - 13.3 Modelle der Kritischen Sozialen Arbeit [Seite 291]
8.7.4 - 13.4 Kritische Methoden und Techniken [Seite 302]
8.7.5 - 13.5 Zusammenfassung und Bewertung [Seite 307]
8.8 - 14 Systemisch-konstruktivistische Sozialarbeitswissenschaft [Seite 310]
8.8.1 - 14.1 Das Paradigma: Helfen als Irritieren und Konstruieren [Seite 310]
8.8.2 - 14.2 Systemisch-konstruktivistische Theorien der Sozialen Arbeit [Seite 313]
8.8.3 - 14.3 Systemisch-konstruktivistische Modelle [Seite 325]
8.8.4 - 14.4 Systemisch-konstruktivistische Methoden und Techniken [Seite 330]
8.8.5 - 14.5 Zusammenfassung und Bewertung [Seite 333]
8.9 - 15 Sozial-ökologische Sozialarbeitswissenschaft [Seite 335]
8.9.1 - 15.1 Paradigma: Helfen als Bilanzieren und Befähigen [Seite 335]
8.9.2 - 15.2 Theorien der sozialökologischen Sozialen Arbeit [Seite 336]
8.9.3 - 15.3 Modelle der sozialökologischen Sozialen Arbeit [Seite 347]
8.9.4 - 15.4 Sozial-ökologische Methoden und Techniken [Seite 358]
8.9.5 - 15.5 Zusammenfassung und Bewertung [Seite 365]
8.10 - 16 Forschung in der Sozialen Arbeit [Seite 368]
8.10.1 - 16.1 Entwicklung und Stand der Sozialarbeitsforschung [Seite 369]
8.10.2 - 16.2 Empirisch-quantitative Sozialarbeitsforschung [Seite 373]
8.10.3 - 16.3 Empirisch-qualitative Sozialarbeitsforschung [Seite 381]
8.10.4 - 16.4 Theoretische Sozialarbeitsforschung [Seite 384]
8.10.5 - 16.5 Praxisforschung [Seite 391]
9 - Teil III Studium [Seite 402]
9.1 - 17 Der Studiengang Soziale Arbeit [Seite 404]
9.1.1 - 17.1 Die Akademisierung der Sozialen Arbeit [Seite 404]
9.1.2 - 17.2 Die Bologna-Reform [Seite 405]
9.1.3 - 17.3 Die neuen Studienabschlüsse [Seite 406]
9.1.4 - 17.4 Wichtige Aspekte bei der Studienwahl [Seite 414]
9.2 - 18 Lehr- und Beteiligungsformen an Hochschulen [Seite 417]
9.2.1 - 18.1 Akademisches Lehren und Lernen [Seite 417]
9.2.2 - 18.2 Praktisches Lehren und Lernen [Seite 421]
9.3 - 19 Selbststudium, wissenschaftliches Arbeiten, studentische Forschung [Seite 426]
9.3.1 - 19.1 Regeln des wissenschaftliches Arbeitens und Forschens [Seite 426]
9.3.2 - 19.2 Anleitung zu selbstständigem wissenschaftlichen Arbeiten [Seite 429]
9.3.3 - 19.3 Hinweise für die Durchführung empirischer Arbeiten [Seite 434]
9.3.4 - 19.4 Einige Tipps für angehende Sozialarbeitswissenschaftler/innen [Seite 437]
9.4 - 20 Soziale Arbeit als akademische Tätigkeit [Seite 439]
10 - Teil IV Soziale Arbeit als Profession [Seite 446]
10.1 - 21 Vom Beruf zur Profession [Seite 448]
10.1.1 - 21.1 Stadien der Verberuflichung der Sozialen Arbeit [Seite 449]
10.1.2 - 21.2 Versuche zur professionstheoretischen Bestimmung Sozialer Arbeit [Seite 453]
10.1.3 - 21.3 Soziale Arbeit als "postmoderne" Profession [Seite 464]
10.1.4 - 21.4 Professionalisierung durch Akademisierung und Selbstorganisation [Seite 466]
10.2 - 22 Soziale Arbeit als berufliche Tätigkeit - Positionen und Aufgaben [Seite 471]
10.2.1 - 22.1 Schwierigkeiten bei der Personalentwicklung und Karriereplanung [Seite 472]
10.2.2 - 22.2 Positionen, Aufgaben und Fallbeispiele [Seite 476]
10.2.3 - 22.3 Personalentwicklung als Zukunftsaufgabe [Seite 486]
10.3 - 23 Die Profession und ihre Klientel [Seite 489]
10.3.1 - 23.1 Soziale Arbeit als schützende Profession: der Klient/die Klientin [Seite 490]
10.3.2 - 23.2 Soziale Arbeit als ausführende Profession: der Proband/die Probandin [Seite 493]
10.3.3 - 23.3 Soziale Arbeit als gestaltende Profession: der Adressat/die Adressatin [Seite 494]
10.3.4 - 23.4 Soziale Arbeit als Dienstleistung: der Nutzer/die Nutzerin [Seite 498]
10.3.5 - 23.5 Soziale Arbeit als Geschäft: der Kunde/die Kundin [Seite 500]
10.3.6 - 23.6 Soziale Arbeit als rechtliche Praxis: der/die Leistungsberechtigte [Seite 503]
10.3.7 - 23.7 Soziale Arbeit als politische Praxis: der Bürger/die Bürgerin [Seite 504]
10.3.8 - 23.8 Soziale Arbeit als verständigungsorientiertes Handeln [Seite 506]
10.4 - 24 Profession und frei-gemeinnützige Tätigkeit [Seite 508]
10.4.1 - 24.1 Vom Ehrenamt zur frei-gemeinnützigen Tätigkeit [Seite 509]
10.4.2 - 24.2 Die (zunehmend) freiwillige Gesellschaft - Zur Datenlage [Seite 512]
10.4.3 - 24.3 Frei-gemeinnützige Tätigkeit im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen [Seite 513]
10.4.4 - 24.4 Funktionen frei-gemeinnütziger Tätigkeiten [Seite 517]
10.4.5 - 24.5 Soziale Arbeit und Freiwilligen(mit)arbeit [Seite 519]
10.4.6 - 24.6 Freiwilligenmanagement [Seite 522]
10.5 - 25 Profession und Öffentlichkeit [Seite 527]
10.5.1 - 25.1 Selbst- und Fremdbild der Profession [Seite 528]
10.5.2 - 25.2 Grundprobleme der öffentlichen Darstellung [Seite 529]
10.5.3 - 25.3 Soziale Arbeit und Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) [Seite 536]
10.5.4 - 25.4 Die Herausforderung an die Profession: Arbeiten am komplexen Bild [Seite 539]
10.6 - 26 Soziale Arbeit als etablierte und anschlussfähige Profession [Seite 541]
11 - Literaturverzeichnis [Seite 551]
12 - Abbildungsverzeichnis [Seite 586]

Einführung


Ausgangspunkt


Die hier vorgelegte Einführung in die Soziale Arbeit will die Leser/innen1 dabei unterstützen, sich einen Überblick über den Stand der Diskussion in allen wichtigen Bereichen der Sozialen Arbeit zu verschaffen. Ausgangsprämisse ist, dass die gegenwärtige und möglicherweise auch zukünftige Gesellschaft nur dann noch dazu bereit ist, eine über Steuergeld finanzierte Praxis der psychosozialen Hilfen aufrechtzuerhalten, wenn die Soziale Arbeit sich ihrerseits dazu verpflichtet, sich kontinuierlich zu verbessern. Geschehen kann dies jedoch nur, wenn die dafür Verantwortlichen bereit sind, Soziale Arbeit vierfach zu unterscheiden, nämlich als

1.    Praxis, welche autonom agiert und sich zunächst pragmatisch etabliert;

2.    Wissenschaft, die dabei hilft, gängige Programme durch Theoriebildung und Forschung zu reflektieren und zu legitimieren;

3.    Studium, welches allein auf Dauer den Zugang zur entsprechenden Tätigkeit eröffnet sowie

4.    Profession, die erst die Voraussetzung dafür bietet, dass fachliche und ethische Standards entwickelt und flächendeckend umgesetzt werden können (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Soziale Arbeit als Praxis, Profession, Wissenschaft und Studium

Zielsetzung des Buches


Die hier vorliegende Darstellung will den Leser/innen einen Überblick über die verschiedenen Fachdebatten geben und zugleich einen Beitrag zur weiteren Entwicklung der Sozialarbeitswissenschaft leisten. Dazu gilt es,

1.    Soziale Arbeit als unverzichtbare, komplexe und zukunftsfähige Praxis einer modernen bzw. postmodernen Gesellschaft zu kennzeichnen und zu begründen;

2.    Soziale Arbeit als eine Wissenschaft zu konstituieren, die in der Lage ist, vorhandene Paradigmen, Theorien und Modelle systematisch einzuordnen, auf ihre Relevanz zu befragen und die Ergebnisse der Sozialarbeitsforschung umfassend darzulegen und methodenkritisch zu diskutieren;

3.    die seitens der Studierenden erforderlichen Bedingungen für den Einstieg in das Studium der Sozialen Arbeit sowie die Möglichkeiten einer wissenschaftlichen Weiterqualifizierung zu benennen und zu charakterisieren;

4.    die in der derzeitigen Diskussion herausragenden professionstheoretischen Fragen zu identifizieren und die dahinter liegenden Argumentationsmuster zu befragen, zu durchdenken und zu diskutieren.

Gerade für Studierende und Praktiker/innen der Sozialen Arbeit ist die Kenntnis der verschiedenen Argumentationen und Positionen vor allem deshalb von großem Nutzen, weil sie damit sowohl einen Einblick und Vorausblick in die mit der beruflichen Tätigkeit zusammenhängenden fachlichen Debatten erhalten als auch eine Einführung in den Diskussionstand ihrer professionellen "Community". Sich darin auszukennen und kompetent zu bewegen, ist eine Grundvoraussetzung für die bewusste und kompetente Aufnahme und Durchführung einer Tätigkeit im Bereich der Sozialen Arbeit!

Aufbau des Buches


Diese Einführung in die Soziale Arbeit ist in vier Teile gegliedert:

Teil I        Soziale Arbeit als Praxis


Im ersten Teil erfolgt eine Einführung in den Bereich "Soziale Arbeit als Praxis". Dabei geht es zunächst darum zu zeigen, dass sich Soziale Arbeit zuallererst als Praxis konstituiert und etabliert hat. Die Ziele und Aufgaben der Sozialen Arbeit, die im ersten Kapitel dargestellt werden, sind Folge einer historischen Entwicklung, die dazu geführt hat, dass heute insbesondere drei Intentionen mit der Sozialen Arbeit verbunden werden: Intervention, Prävention, Gesellschaftskritik (Kap. 1). Wie bedeutend der Beitrag der Sozialen Arbeit in modernen Gesellschaften geworden ist, soll im zweiten Kapitel dargelegt werden. Denn in den letzten 30 Jahren hat sich eine kontinuierliche Ausweitung ihrer Arbeitsfelder und Zielgruppen vollzogen, sodass man sagen kann: Soziale Arbeit ist in allen sozialen Bereichen der Gesellschaft zu einer unverzichtbaren Mitspielerin geworden (Kap. 2). Welche Voraussetzungen Sozialarbeiter/innen mitbringen müssen, um im Rahmen dieser ständig steigenden Anforderungen fachlich fundiert und personal verantwortlich handeln zu können, wird im dritten Kapitel beschrieben. Zentrale Kompetenzen, wie z. B. die Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenz werden beschrieben und wichtige Konzepte für fachliches und methodisches Handeln als Grundlage für gute Praxis vorgestellt (Kap. 3). Über die Voraussetzungen und Bedingungen sozialarbeiterischen Handelns informiert das vierte Kapitel. Denn Soziale Arbeit ist eingebunden in rechtliche, wohlfahrtsstaatliche, ökonomische etc. Bedingungen, die es zur Kenntnis zu nehmen und im Rahmen von Qualitätsmanagementsystemen im Sinne der Ziele und Aufgaben der Sozialen Arbeit umzusetzen gilt (Kap. 4). Natürlich kann die Soziale Arbeit ihre komplexen Aufgaben nicht einfach erledigen und abhaken. Die jeweiligen Zielsetzungen müssen aufgrund der konkreten Umstände häufig verändert und eingeschlagene Wege umgelenkt werden. Sozialarbeiter/innen kommen also nicht ohne eine ständige Reflexion ihrer Praxis aus. Dies schließt auch die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit anderen Professionen ein (Kap. 5).

Zusammenfassend kann also im letzten Kapitel dieses Teils formuliert werden: Gute Praxis kann dann entstehen, wenn sich die Soziale Arbeit ihrer Stärken als Praxis bewusst ist. Sie muss ihren historischen Wurzeln treu bleiben und zunächst vor allem pragmatisch und konkret vor Ort handeln. Dieses Handeln muss aber eng an den Interessen der Klienten und Klientinnen orientiert bleiben und daher im Dialog mit dem Ziel erfolgen, diese dabei zu unterstützen, zu autonomen und verantwortungsbewussten Subjekten ihres eigenen Lebens zu werden (Kap. 6).

Teil II       Soziale Arbeit als Wissenschaft


Im zweiten Teil erfolgt eine Einführung in den Bereich der "Wissenschaft der Sozialen Arbeit". Dabei geht es zunächst darum zu zeigen, dass Soziale Arbeit sich nicht nur als Praxis oder Profession verstehen darf, sondern sich auch ganz explizit als Wissenschaft konstituieren muss. Denn die Anschlussfähigkeit an das Wissenschaftssystem erlaubt der Sozialen Arbeit, ihre eigene Reflexionsfähigkeit zu vertiefen und damit ihre gesellschaftliche Anerkennung zu steigern (Kap. 7). Das daran anschließende Kapitel befasst sich mit der Überlegung, wie die Sozialarbeitswissenschaft im Gefüge der bereits existierenden Wissenschaften zu denken ist und inwiefern sie sowohl als disziplinäre Einheit wie auch als interdisziplinäre Wissenschaft entworfen werden kann (Kap. 8). Ein nächstes Kapitel setzt sich dann mit der Frage auseinander, in welche Richtung sich die Sozialarbeitswissenschaft programmatisch entwickeln muss, um Anschluss an die allgemeine Wissenschaftsentwicklung zu gewinnen und welche Fragestellungen es zu beantworten gilt: Theoriebildung, Forschung, Konsistenzprüfung, Wissenstransfer, Lehre (Kap. 9). In den sich daran anschließenden Kapiteln 10 bis 15 werden die verschiedenen erkenntnistheoretischen Zugänge vorgestellt: die hermeneutische Theorie, welche die Soziale Arbeit als eine Synthese von Verstehens- und psychosozialen Unterstützungsleistungen konstruiert (Kap. 10), die normative Theorie, die der Sozialen Arbeit den Auftrag der Normensetzung und Wertevermittlung erteilt (Kap. 11), die empirische Theorie, die Soziale Arbeit am Ideal der technisch optimalen Intervention ausrichtet (Kap. 12), die kritische Theorie, die der Sozialen Arbeit die Aufgabe der Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse zuweist (Kap. 13), die systemisch-konstruktivistische Theorie, die von der Unmöglichkeit von Interventionen ausgeht (Kap. 14) und die sozialökologische Theorie, die Soziale Arbeit als Vermittlungsarbeit zwischen Subjekt und dessen Umwelt begreift (Kap. 15). Alle sechs Theoriestränge werden zunächst bezüglich ihrer Kernaussagen kurz charakterisiert, daran schließen sich dann jeweils die Darstellung wichtiger zeitgenössischer Theorien, Modelle sowie exemplarisch ausgewählter Methoden und Techniken an. Das diesen Teil abschließende Kapitel bietet schließlich einen Überblick über den Stand der Sozialarbeitsforschung. Unterschiedliche Forschungstypen werden präsentiert und anhand von Beispielen kurz veranschaulicht und diskutiert (Kap. 16).

Teil III      Soziale Arbeit als Studium


Im dritten Teil erfolgt eine Auseinandersetzung mit den Fragestellungen rund um das Thema: "Studium der Sozialen Arbeit". Dazu erfolgt zunächst eine Einführung in die Besonderheiten des...

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