Börse ganz praktisch

Einsteiger fragen, Börsenprofis antworten
 
 
FinanzBuch Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. November 2013
  • |
  • 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86248-495-9 (ISBN)
 
Wie eröffne ich ein Depotkonto? Welcher Broker passt zu mir? Was passiert bei einer Bankenpleite mit meinen Konten und Wertpapieren? Wie wähle ich Aktien richtig aus? Welche Absicherungsstrategien gibt es an der Börse? Wie vermeide ich unnötige Fondsgebühren? Wie berechne ich die Rendite einer Anleihe? Welche Tricks gibt es, um Steuern zu sparen?
In den vergangenen 12 Jahren haben die Finanzjournalisten Judith Engst und Rolf Morrien über 10 000 Leserfragen ausgewertet und beantwortet. Viele der über 100 Fragen und Antworten, die für dieses Buch ausgewählt wurden, sind für alle interessant, die sich mit Wertpapieren und Geldanlage befassen oder zukünftig neu befassen wollen. Wer dieses Buch liest, findet in leicht verständlicher, gut umgesetzter Form wichtige Informationen, die nicht nur den Wissensdurst stillen, sondern vor allem bares Geld wert sind!
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 1,49 MB
978-3-86248-495-9 (9783862484959)
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Rolf Morrien studierte in Münster und Wien Geschichte, Wirtschaft und Politik und absolvierte danach eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten. Anschließend war er Redakteur des Dienstes "Aktien-Analyse". Seit 2002 leitet er den Börsendienst "Der Depot-Optimierer".
Judith Engst, Jahrgang 1970, ist frei- berufliche Wirtschafts- und Finanzjournalistin. Die Diplom-Forstwirtin wandte sich nach Studium und Referendariat dem Themenbereich Wirtschaft zu. Sie absolvierte ein Volontariat beim Verlag für die Deutsche Wirtschaft, war anschließend Chefredakteurin einer Korrespondenz-Zeitschrift. Im Fokus ihrer journalistischen Tätigkeit stehen die Themen Recht, Steuern und Finanzen.
  • Intro
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Börse & Börsengeschehen
  • Depot & Broker
  • Orderaufgabe
  • Depotverwaltung und Extra-Services
  • Wertpapierauswahl allgemein
  • Börsensprache & Fachbegriffe
  • Indizes
  • Aktien
  • Fonds & ETFs
  • Anleihen, Wandelanleihen und Genussscheine
  • Zertifikate und sonstige Wertpapiere
  • Börsenweisheiten & Anlagestrategien
  • Krisen & Crashs
  • Risikomanagement & Verlustbegrenzung
  • Stellen Sie uns Ihre Börsenfrage!
  • Glossar

Börse & Börsengeschehen


In diesem Kapitel klären wir Grundsatzfragen rund um das Thema Börse und Börsengeschehen.

Was genau ist eine Börse?


Frage: Ich bin beim Thema Geldanlage ein absoluter Einsteiger. Natürlich weiß ich, dass es die Börse gibt, und auch, dass dort Aktien und so weiter gehandelt werden. Aber genau verstanden habe ich das Konstrukt »Börse« trotzdem nicht. Können Sie es mir erklären?

Antwort: Bei der Börse handelt es sich einfach um einen Handelsplatz. Sie können die Börse mit einem Wochenmarkt vergleichen, auf dem sich die Preise für die angebotenen Nahrungsmittel nach Angebot und Nachfrage richten. Genauso sieht es auch bei der Börse aus. Der einzige Unterschied: Hier wird nicht mit Käse oder Gemüse gehandelt. Außerdem stehen die Preise nicht fest, sondern die verschiedenen Anbieter und Nachfrager bestimmen den Preis. An der Börse kaufen Sie statt echten Waren lediglich Wertpapiere, die irgendwelche Rechte verbriefen, also dokumentieren.

Früher waren Wertpapiere tatsächlich noch bedruckte Zettel, heute läuft das alles elektronisch. Aktien verbriefen das Miteigentum an einem Unternehmen. Anleihen wiederum das Recht, geliehenes Geld samt Zinsen zurückgezahlt zu bekommen. Fondsanteile verbriefen Ihnen das Recht auf genau das Gemisch von Gütern oder Wertpapieren, in die der Fonds investiert ist.

Entstanden sind die Börsen, wie wir sie heute kennen, übrigens im 19. Jahrhundert. Über die Börse können sich Unternehmen für geplante Projekte Geld beschaffen. Im Gegenzug beteiligen sie ihre Geldgeber (also die Aktionäre) an ihrem Unternehmen. Zusammenfassend ist eine Börse also ein riesiger Umverteilungsplatz für Geld.

Wofür stehen Bulle und Bär?


Frage: Immer wieder sehe ich im Zusammenhang mit dem Thema Börse Abbildungen von einem Bullen und von einem Bären. Was hat das für eine Bedeutung?

Antwort: Bulle und Bär sind weltweit verbreitete Symbole für die Börse. Vor der Frankfurter Wertpapierbörse stehen die beiden Tierfiguren sogar in Über-Lebensgröße in Bronze gegossen. Der Bulle steht für eine optimistische Stimmung an der Börse mit aufwärtsstrebendem Kursverlauf (»Bullenmarkt«), der Bär steht für eine pessimistische Stimmung mit entsprechend fallenden Kursen (»Bärenmarkt«).

Warum diese beiden Tiere die jeweilige Bedeutung haben, lässt sich leicht merken anhand ihrer Kampftechniken: Der Bulle schleudert mit seinen Hörnern alles nach oben, was sich ihm in den Weg stellt, der Bär dagegen schlägt seine Gegner mit seinen Pranken von oben nach unten nieder. Ganz geklärt ist die Herkunft dieser beiden, international verwendeten Tiersymbole jedoch nicht – es ranken sich zahlreiche Legenden darum, warum ausgerechnet Bulle und Bär die Börsensymbole schlechthin geworden sind.

Ist die Angst vor Börseninvestments begründet?


Frage: Ich habe eine größere Abfindung erhalten und möchte den ersten Schritt an die Börse wagen. Crashs, Spekulationsblasen und Verluste von Bekannten jagen mir allerdings höllische Angst ein. Können Sie mir diese nehmen?

Antwort: Ja, das können wir. Wenn Sie in die Börse einsteigen, merken Sie sich einfach die goldene Regel: Nicht die Börse ist gefährlich, sondern die menschliche Gier und Angst. Die Geschichte hat gezeigt, wohin Spekulationsblasen wie die Dotcom-Blase oder die Subprime-Krise geführt haben. Diese Vorfälle sollten für Sie ein Grund zur Vorsicht, keinesfalls aber zum Zögern sein.

Wenn Sie langfristig und rational investieren, können Ihnen auch zwischenzeitliche Verluste nichts anhaben. Wenn Sie allerdings darauf setzen, innerhalb von sechs Wochen das große Geld einzufahren, setzen Sie sich genau der Gefahr aus, die die bekannten Spekulationsblasen mit sich bringen. Sie sehen also: Die Gier ist gefährlich. Wenn Sie als Anleger gierig handeln, keinen kühlen Kopf bewahren und stattdessen einer Masseneuphorie folgen, setzen Sie sich automatisch der Gefahr aus, Verluste zu erleiden. Ihre Alternative: Bleiben Sie ruhig und investieren Sie weitsichtig. Dann ist die Börse gar nicht so gefährlich, wie die Krisen sie aussehen lassen.

Und da wären wir auch schon beim nächsten Punkt. Der zweite große Feind der erfolgreichen Geldanlage ist die Angst. Wenn Sie eine größere Geldsumme aus Verlustängsten auf ein vermeintlich sicheres Tagesgeldkonto mit 0,5 Prozent Zinsen legen, verlieren Sie – manchmal ohne dass Sie es merken. Denn die Inflation ist höher als die Zinsen, die Ihr Bankguthaben bringt. Das heißt, die Kaufkraft des Geldes nimmt ab – um mehr als Sie durch die Minizinsen hinzugewinnen. Das supersichere Geld auf dem Tagesgeldkonto verliert angesichts dieser Rahmenbedingungen schnell an Wert. Hier sehen Sie, dass die Angst bei Geldanlagen ebenfalls ein schlechter Ratgeber ist. Auch bei Börseninvestments sollten Sie sich daher nicht von Angst leiten lassen. Sonst bringt Ihr Sicherheitsbedürfnis Sie um sämtliche Gewinn­chancen.

Was sind Spekulationsblasen und wie entstehen diese?


Frage: Im Zusammenhang mit den Krisen wird häufig von »Blasen« gesprochen. Können Sie mir erklären, was genau damit gemeint ist, und mir Beispiele nennen?

Antwort: Im Zusammenhang mit den Krisen ist von Spekulationsblasen die Rede. Sie entstehen in der Regel, weil eine Vielzahl von Anlegern darauf hofft, in kurzer Zeit das große Geld zu machen. Ein Wertpapier zu kaufen, zu warten, bis kurz darauf der Kurs steigt, und es dann mit Gewinn zu verkaufen – dieser Wunsch geht aber nur sehr selten in Erfüllung. An den Börsen – und auch außerhalb – gab es schon unzählige Spekulationsblasen. Doch in der Regel platzten sie und der Traum vom großen Geld endete mit riesigen Verlusten. Um einige Beispiele zu nennen:

Können Sie sich zum Beispiel an das Wort »Schrottimmobilien« erinnern? Das wurde nach dem Platzen der Ostimmobilienblase erfunden. Nach der Wende wurden mit großer Euphorie Immobilien im Osten verkauft – außerhalb von Börsen, versteht sich. Der Kauf wurde sogar noch staatlich durch massive Steuererleichterungen subventioniert. Doch im Endeffekt stellen sich die angepriesenen Immobilien als unvermietbar und damit auch als unverkäuflich heraus. Unzählige Deutsche hatten ihr Geld in diesen Schrottimmobilien versenkt.

Ähnliche Verluste mussten die Anleger in der sogenannten Dotcom-­Blase Ende der 90er-Jahre wegstecken. Damals wurden Mondpreise für jede noch so kleine Internetklitsche gezahlt. Die erhofften Gewinne blieben in den meisten Fällen aus, stattdessen gingen viele der Internetfirmen sogar pleite.

Auf die letzte »Blase« haben Sie mit Ihrer Frage wahrscheinlich abgezielt: Die Subprime-Krise. Bei dieser Spekulationsblase waren es weniger die Privatleute, die sich verspekuliert hatten, sondern vielmehr die Banken. Sie kauften Kredite von amerikanischen Hausbauern auf. Von Häuslebauern, die sich eigentlich gar keine eigene Immobilie leisten konnten. Deren Kredite waren in Millionen von Wertpapieren aufgeteilt worden. Manche Versicherer hatten darüber hinaus noch Versicherungen gegen den Kreditausfall herausgebracht (Credit Default Swaps) und die Risiken, ebenfalls in Wertpapiere verpackt, am Kapitalmarkt verkauft. Das Ganze war so kompliziert aufgebaut, dass sich jeder in der Sicherheit wiegte, todsichere Anleihen zu besitzen, die sich zudem überdurchschnittlich gut verzinsten. Bis auch hier die Blase platzte. Schnell wurde klar, dass zahlreiche Banken hochgiftige Wertpapiere in ihren Depots hatten. Giftig in dem Sinne, dass sie ihnen riesige Verluste einbrachten und überdies das ganze Bankensystem ins Wanken brachten.

Gier frisst Hirn

Spekulationsblasen entstehen immer aus übermäßiger Gier, die die Menschen vergessen lässt, dass jedes Investment auch Verlustrisiken in sich birgt. Lernen können Sie daraus: Sobald Ihnen eine Geldanlage als todsicher und zugleich überdurchschnittlich rentabel angepriesen wird, ist Vorsicht geboten. Zwar können Sie sich vor einem allgemeinen Kursverfall nicht retten, der auf das Platzen einer Spekulationsblase praktisch immer folgt. Bei einem langfristigen Anlagehorizont und soliden Wertpapieren können Sie die Verluste jedoch aussitzen – und sind in einigen Jahren wieder in der Gewinnzone. Schrottimmobilien, Aktien wertloser Internetklitschen und Subprime-Anleihen haben mit einer soliden Geldanlage jedoch nichts zu tun.

Woher kommen starke Schwankungen auch bei soliden Indizes?


Frage: Vor dem ersten Aktienkauf habe ich mir den deutschen Aktienindex DAX über einen längeren Zeitraum angesehen. Ich bin erstaunt. Wie kann es sein, dass der DAX von 2004 bis 2007 von 4.000 auf 8.000 Punkte gestiegen ist, von 2007 bis 2009 wieder auf 4.000 Punkte gefallen ist und 2009 bis 2013 erneut auf 8.000 Punkte geklettert ist? Das sind riesige Schwankungen, dabei handelt es sich doch um 30 große, solide deutsche Unternehmen.

Antwort: In der Tat sind die Kursschwankungen an der Börse rational zum Teil schwer zu verstehen. Im Boom gibt es eine Übertreibung nach oben, im Crash eine Übertreibung nach unten. Wenn wir genauer hinschauen, wirkt ein doppelter Hebel auf die Aktienkurse.

  • Hebel 1: Im Aufschwung wachsen die Gewinne der Unternehmen. Wachsende Gewinne sorgen für steigende Kurse.
  • Hebel 2: Im Aufschwung steigt die Stimmung. Je besser die Stimmung an der Börse, desto höhere Bewertungen werden den Aktien zugestanden. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis...

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