Nur ein kleiner Sommerflirt

Sommerflirt 1
 
 
cbt (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. April 2013
  • |
  • 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09471-3 (ISBN)
 
Ein Mädchen, zwei Jungs und drei heiße Sommer - Die neue Trilogie von »Du oder das ganze Leben«-Autorin Simone Elkeles

Es ist so was von unfair! Amy kann nicht fassen, dass sie die Sommerferien mit ihrem biologischen Erzeuger am anderen Ende der Welt verbringen soll, um eine Großmutter kennenzulernen, von der sie noch nie was gehört hat. Dazu eine nervige Cousine und Schafe rund ums Haus. Was Amy aber wirklich zur Weißglut treibt, ist dieser Avi: Wie kann ein Junge so dermaßen unverschämt sein - und dabei so sexy!

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 0,70 MB
978-3-641-09471-3 (9783641094713)
weitere Ausgaben werden ermittelt

2

Zwölf-Stunden-Flüge gehören verboten.

Während ich den Gang entlanggehe, scrolle ich nach Jessicas Nummer im Telefonbuch und stelle die Verbindung her.

»Bitte sei da!«, bete ich. Ich bleibe vor einer Scheibe stehen und sehe hinaus auf die Flugzeuge, die an den Terminals warten.

Eigentlich bete ich nie. Das ist nicht so meins. Aber Notfälle erfordern Notfallmaßnahmen und ich bin da äußerst flexibel. Zumindest manchmal.

»Amy?«

Beim Klang ihrer Stimme geht es mir gleich besser.

»Ja, ich bin's. Mein Flug hat Verspätung.«

»Drehst du immer noch am Rad?«

»Ja. Sag mir noch mal, warum ich mir keine Sorgen machen soll.«

»So schlimm wird's schon nicht werden, Amy. Wenn ich irgendwas für dich tun kann

Es ist Zeit, Jess in meinen Plan einzuweihen, den ich gerade eben erst geschmiedet habe.

»Es gäbe da wirklich etwas

»Und was?«

»Komm mich am Flughafen abholen. Am internationalen Terminal. Ich verstecke mich in der . ähm . Air-Iberia-Ankunftshalle. Warte dort auf mich.«

»Und dann?«

»Dann schaffe ich es irgendwie, ins Tennis-Camp zu kommen, und . ach, keine Ahnung. Ron will, dass ich die perfekte Tochter spiele, dabei ist er der beschissenste Dad der Welt -«

Mein Handy wird mir aus der Hand gerissen, wodurch meine »Scheiß-Vater«-Rede ein jähes Ende findet. Der Handy-Wegreißer ist natürlich niemand anders als der beschissene Vater selbst.

»Hey, gib es zurück!«, rufe ich.

»Hallo, wer spricht da? Who is dis?«, bellt Ron wie ein Heeresführer mit Sprachfehler in mein Telefon.

Ich kann Jessica nicht hören und hoffe nur, sie antwortet ihm nicht.

»Jessica, sie ruft dich zurück, wenn es besser passt«, sagt er und beendet die Verbindung.

Jetzt konnte ich sie nicht mal bitten, Mitch Bescheid zu sagen, dass ich den Sommer über weg bin.

»Warum? Warum musst du mir die Ferien verpfuschen und mich unbedingt nach Israel mitschleppen?«

Er steckt mein Handy in seine Gesäßtasche.

»Weil ich möchte, dass du deine Grandmudder kennenlernst, bevor es zu spät ist. Darum.«

Dann hat das alles also nichts damit zu tun, dass Ron mich besser kennenlernen und Zeit mit mir verbringen möchte. Kein von jetzt an will ich dir der Vater sein, der ich dir schon immer hätte sein sollen.

Ich sollte nicht enttäuscht sein, aber ich bin es trotzdem.

»Sehr geehrte Fluggäste, der El-Al-Flug Nummer 001 nach Tel Aviv mit Zwischenlandung in Newark ist nun zum Einstieg bereit«, schallt eine Stimme mit israelischem Akzent aus dem Lautsprecher. »Passagiere der Reihen fünfunddreißig bis fünfundvierzig, bitte halten Sie Ihre Bordkarten und Pässe bereit.«

»Vorschlag«, sagt Ron. »Ich gebe dir das Telefon zurück, wenn du kooperierst und ins Flugzeug einsteigst. Abgemacht?«

Als ob ich eine andere Wahl hätte.

»Okay.« Ich halte die Hand auf. Wenigstens bleibt mir damit ein kleiner Rest von Normalität und Unabhängigkeit erhalten.

Er gibt mir das Handy und ich folge ihm widerstrebend an Bord der Maschine.

Ron und ich sitzen ganz hinten, in Reihe sechzig. Ich bin irgendwie froh, dass keiner hinter mir sitzt, so kann ich es mir auf dem zwölfstündigen Flug nach Tel Aviv wenigstens gemütlich machen.

Außer natürlich, es befindet sich eine Bombe an Bord oder die Maschine wird von Terroristen gekapert und wir sterben alle, noch ehe wir das Kriegsgebiet erreicht haben. Während ich über Terroristen in unserem Flugzeug nachdenke, sehe ich zu Ron hinüber.

»Ich habe gehört, dass auf allen El-Al-Flügen Sky-Marshals an Bord sind«, sage ich und stopfe meinen Rucksack unter den Vordersitz. »Stimmt das?«

Ich bin mir nicht sicher, ob ich je zuvor ein Gespräch mit Ron angefangen habe - er wirkt jedenfalls erstaunt und sieht sich, ehe er antwortet, um, ob ich die Frage vielleicht jemand anderem gestellt habe.

»Bei El Al gab es schon immer Sky-Marshals.«

»Wie viele?« Denn wenn nur ein Sky-Marshal auf fünf Terroristen kommt, dann wird der Sky-Marshal wohl als Erster geröstet.

»Viele. Keine Sorge, El Al ist in puncto Sicherheit die Nummer eins.«

»Aha«, mache ich wenig überzeugt, als ich links von mir einen Typ mit einer dicken, zusammengewachsenen Mono-Augenbraue entdecke, der ziemlich verdächtig aussieht. Mr Mono-Braue schenkt mir ein Lächeln, das jedoch schnell erlischt, als er merkt, dass Ron ihn anfunkelt.

Nach so vielen Jahren, in denen Ron lediglich als reiner Geburtstags-Dad in Erscheinung getreten ist, hat er in meinen Augen absolut kein Recht, sich als mein Vater zu bezeichnen, geschweige denn sich als Beschützer aufzuspielen. Als ich noch klein war, habe ich den Boden verehrt, auf dem er lief - auch wenn er mich nur zu meinem alljährlichen Geburtstagsausflug abgeholt hat. Er war für mich der Superheld, der mir jeden Wunsch erfüllte, und für einen Tag fühlte ich mich wie eine Prinzessin.

Doch als ich irgendwann kapierte, dass ein Vater jeden Tag für einen da sein sollte, begann ich, ihm das übel zu nehmen. Letztes Jahr habe ich ihn sogar versetzt. Ich habe mich aus dem Haus gestohlen, eine Nachricht hinterlassen, dass ich mit Freunden ausgegangen sei, und bin erst spätabends wiedergekommen.

Meine Mom ist kein einfacher Mensch. Sie wechselt die Männer wie Unterwäsche. Aber soweit ich weiß, gehörte Ron früher einer Kommandotruppe der israelischen Streitkräfte an.

Ein Kommandosoldat, der zu feige ist, für eine Frau zu kämpfen, die er geschwängert hat, ist in meinen Augen der reinste Hohn.

Wenn ich erwachsen bin, will ich nicht so werden wie meine Mutter. Und wie Ron auch nicht.

Es dauert nicht lange und wir landen in Newark, wo noch weitere Passagiere zusteigen. Ich habe noch nie Sardinen gegessen, doch als immer mehr Leute hereindrängen und jedes noch so winzige Fleckchen im Flugzeug besetzt ist, kommen mir die ekligen kleinen Fische in den Sinn. Es wundert mich, wie viele Menschen sich hier reinzwängen, um in ein Land zu fliegen, für das für amerikanische Staatsbürger Reisewarnung besteht.

Als wir wieder in der Luft sind, drücke ich auf den kleinen Knopf an meinem Sitz, weil ich langsam müde werde.

Erst jetzt geht mir auf, dass die Lehnen in der hintersten Reihe sich nicht zurückstellen lassen. Okay, das ist jetzt nicht witzig. Das hier ist nicht einfach ein kurzer Trip nach Orlando, das ist ein dicker, fetter zwölfstündiger Flug in ein Land, in das ich erstens nicht wollte, um eine kranke Großmutter kennenzulernen, von deren Existenz ich erstens nichts geahnt habe. (Das sind schon zwei Erstens', ich weiß, aber in diesem Moment gibt es in meinem Leben nichts Nerviges, das an zweiter Stelle steht . es nimmt alles den ersten Platz ein.)

Als ich zum fünften Mal mit wachsender Verzweiflung versuche, den Sitz wenigstens ein kleines Stück nach hinten zu stellen, und der Passagier in der Reihe vor mir seinen so weit zurückkippt, dass ich gar nicht mehr weiß, wohin mit meinen Beinen, bekomme ich so ein Gefühl in der Magengrube, als müsste ich gleich losheulen. Ich kann nichts dagegen tun. Ich hasse dieses Flugzeug, ich hasse Mom dafür, dass sie mich zu dieser bescheuerten Reise gezwungen hat, und ich hasse Ron für so ungefähr alles andere.

Nach ein paar Stunden stehe ich auf, um auf die Toilette zu gehen - diesmal muss ich wirklich. Leider haben vor mir schon mindestens hundert andere Leute das Klo benutzt und der Boden liegt voller Papierfetzen. Und schlimmer noch: Überall sind Tröpfchen. Pipi oder Wasser?, fragt man sich. So etwas sind meine Dansko-Clogs nicht gewöhnt.

Ich gehe zurück zu meinem Platz, und zu meiner Verwunderung gelingt es mir, schließlich doch noch eine halbwegs gemütliche, wenn auch aufrechte Schlafhaltung zu finden. Jetzt ein bisschen zu dösen, wäre ein Segen. Der Pilot schaltet alle Lichter aus und ich schließe die Augen.

Abrupt reißt mich ein klagender Schrei aus dem Land der Träume. Direkt über mir, praktisch mehr oder minder in meinem Gesicht, befindet sich ein orthodoxer Jude. So einer mit schwarzem Hut und Mantel, Bart und langen Schläfenlocken, die ihm übers Gesicht und den Hals hängen. Jessica (die Jüdin ist) hat mir erzählt, sie wären ultra-ultrareligiös - und würden versuchen, alle der rund sechshundert von Gott aufgestellten Regeln zu befolgen. Mir langt es schon, wenn ich die Regeln meiner Mom einhalten muss, da würden mir sechshundert weitere von Gott gerade noch...

"Eine unsagbar tiefgehende, gefühlvolle und romantische Geschichte."
 
"Ein grandioser Auftakt zur neuen Sommerflirt-Trilogie"
 
"Kein Mensch sollte an diesem Buch einfach so vorbeigehen!"
 
" Es wird schwierig sein, einen Roman zu finden, der statt Nur ein kleiner Sommerflirt ins Urlaubsgepäck sollte."
 
"Nur ein kleiner Sommerflirt lässt sich sehr gut lesen, versprüht Sommerfeeling, Leidenschaft und Humor."

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