Leaving Paradise

 
 
cbt (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Januar 2013
  • |
  • 336 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-08408-0 (ISBN)
 
Es gibt sie noch... die große Liebe

Das Letzte, was Caleb Becker vorhat, als er in seinen Heimatort Paradise zurückkehrt, ist, sich in Maggie Armstrong zu verlieben. Denn wegen Maggie, die er in jener fatalen Nacht mit dem Auto angefahren haben soll, war er verurteilt worden. Maggie wiederum will alles, nur nicht Caleb wiederbegegnen - dem Jungen, den sie für ihr Unglück verantwortlich macht. Und doch verbindet diese eine Nacht sie für immer, und so fühlen sich Caleb und Maggie, als sie sich wiederbegegnen, gegen ihren Willen zueinander hingezogen. Aber gerade, als die beiden sich näherkommen, kommen Dinge ans Tageslicht, die alles zu zerstören drohen.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 1,01 MB
978-3-641-08408-0 (9783641084080)
weitere Ausgaben werden ermittelt

1 Caleb

Auf diesen Moment habe ich ein Jahr lang gewartet. Man hat schließlich nicht jeden Tag die Chance, aus dem Gefängnis freizukommen. Klar, bei Monopoly würfelt man einfach dreimal und hofft auf einen Pasch oder man bezahlt seine Strafe und ist frei. Aber hier im Illinois Departement of Corrections, Abteilung Jugendstrafvollzug, oder DOC, wie es bei uns Insassen heißt, werden keine Spielchen gespielt.

Oh, es ist nicht so krass, wie es sich anhört. Der männliche Jugendstrafvollzug ist tough, aber kein Vergleich zum Erwachsenenvollzug. Ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich, warum ich das ganze letzte Jahr eingesperrt war. Ich bin verurteilt worden, betrunken Auto gefahren zu sein und ein Mädchen angefahren zu haben. Noch dazu war es ein Unfall mit Fahrerflucht, was den Richter, der meinen Fall auf dem Tisch hatte, extrem angepisst hat. Er hat mir allein dafür noch mal drei Monate zusätzlich aufgebrummt.

»Bereit, Caleb?«, fragt Jerry, der Zellenwärter.

»Ja, Sir.« Ich habe dreihundertundzehn Tage auf diesen Moment gewartet. Darauf, dass ich bereit bin, könnt ihr einen lassen.

Ich hole tief Luft und folge Jerry in den Raum, in dem der Bewährungsausschuss mich beurteilen wird. Die anderen Typen in meinem Zellenblock haben mich instruiert. Sitz gerade, guck reumütig, sei höflich und so weiter. Aber mal ehrlich, wie sehr sollte man ein paar Typen trauen, die es bisher selbst nicht hier raus geschafft haben?

Als Jerry die Tür des Befragungsraums öffnet, beginnen meine Muskeln zu zucken und mir bricht unter meinem vom Staat bezahlten Overall, den vom Staat bezahlten Socken und jawohl, selbst der vom Staat bezahlten Unterhose der Schweiß aus. Vielleicht bin ich doch nicht so bereit für all das hier.

»Bitte nehmen Sie Platz, Mr Becker«, weist mich eine Frau mit Brille und strengem Gesichtsausdruck an.

Ich schwöre, die Szene ist aus einem schlechten Film geklaut. Sieben Personen sitzen hinter endlos langen Tischen, vor denen ein einsamer Metallstuhl steht.

Ich setze mich auf das kalte, unnachgiebige Metall.

»Wie Sie wissen, sind wir hier, um darüber zu entscheiden, ob Sie so weit sind, diese Einrichtung zu verlassen und ein Leben als freier Bürger zu führen.«

»Ja, Ma'am«, erwidere ich. »Ich bin so weit.«

Ein massiger Kerl, der offensichtlich plant, den bösen Cop zu geben, hebt die Hand. »Oha, immer langsam mit den jungen Pferden. Wir haben noch ein paar Fragen an Sie, bevor wir entscheiden, ob Sie so weit sind.«

Oh, Mann. »Tut mir leid.«

Massiger Kerl checkt meine Akte, blättert sie Seite für Seite durch. »Erzählen Sie mir von dem Abend, an dem der Unfall passiert ist.«

Der eine Abend in meinem Leben, den ich gern für immer ausradieren würde. Nach einem tiefen Atemzug sage ich: »Ich war auf einer Party und habe getrunken. Ich fuhr nach Hause, verlor dabei aber die Kontrolle über meinen Wagen. Als mir klar wurde, dass ich jemanden angefahren hatte, bin ich ausgeflippt und zu der Party zurückgekehrt.«

»Sie kannten das Mädchen, das Sie angefahren haben?«

Erinnerungen stürmen auf mich ein. »Ja, Sir. Maggie Armstrong . meine Nachbarin.« Ich füge nicht hinzu, dass sie die beste Freundin meiner Zwillingsschwester war.

»Und Sie sind nicht aus dem Wagen gestiegen, um zu sehen, ob Ihre Nachbarin verletzt war?«

Ich verlagere das Gewicht auf meinem Stuhl. »Ich schätze, ich konnte nicht mehr klar denken.«

»Sie schätzen?«, fragt ein weiteres Ausschussmitglied.

»Ich schwöre, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich es tun. Ich würde alles anders machen.«

Sie befragen mich eine weitere halbe Stunde und ich spucke Antworten aus. Warum ich getrunken habe, obwohl ich noch nicht volljährig war, warum ich betrunken in ein Auto gestiegen bin, warum ich die Unfallstelle verlassen habe. Die Tatsache, dass ich nie weiß, ob ich die richtigen oder die falschen Antworten gebe, lässt mich zu einem nervösen Wrack werden. Also bin ich einfach ich selbst . der siebzehnjährige Caleb Becker. Falls sie mir glauben, habe ich eine Chance, früher entlassen zu werden. Falls sie es nicht tun . nun, dann werde ich weitere sechs Monate miesen Fraß runterwürgen und mir die Hütte mit verurteilten Straftätern teilen.

Massiger Kerl sieht mich direkt an. »Woher wissen wir, dass Sie sich nicht wieder bis zur Besinnungslosigkeit betrinken?«

Ich richte mich kerzengrade auf und schenke sämtlichen Ausschussmitgliedern meine ungeteilte Aufmerksamkeit. »Nichts für ungut, aber ich will nie wieder hierher zurückkommen. Ich habe einen Riesenfehler gemacht, einen, der mich Tag und Nacht verfolgt, seitdem ich hier bin. Bitte . lassen Sie mich einfach nach Hause gehen.« Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich versucht, vor jemandem zu kriechen.

Stattdessen lehne ich mich zurück und warte auf die nächste Frage.

»Mr Becker, bitte warten Sie draußen, während wir unsere Entscheidung treffen«, sagt die Frau mit der Brille.

Und da ist es vorbei. Einfach so.

Ich stehe auf dem Flur. Ich bin normalerweise nicht der Typ, der unter Druck zusammenbricht, und das letzte Jahr im Gefängnis hat mich zweifellos mit einer unsichtbaren Rüstung ausgestattet, die mich vor allem abschirmt. Aber darauf zu warten, dass eine Gruppe Fremder über dein Schicksal entscheidet, ist mega-nervenaufreibend. Ich wische Schweißtropfen von meiner Stirn.

»Kein Bange«, sagt Jerry, der Wärter. »Falls du sie nicht überzeugt hast, bekommst du in ein paar Monaten vielleicht noch eine Chance.«

»Na toll«, murmle ich, nicht im Mindesten beruhigt.

Jerry gluckst, die glänzenden silbernen Handschellen an seinem Gürtel klirren bei jeder seiner Bewegungen aneinander. Dem Typen gefällt sein Job viel zu sehr.

Wir warten eine halbe Stunde darauf, dass jemand aus dem Zimmer kommen und mir sagen wird, wie es jetzt weitergeht. Freiheit oder noch mehr Zeit im Knast?

Ich habe es satt, nachts in meine Zelle geschlossen zu werden.

Ich habe es satt, in einem Stockbett zu schlafen, dessen Sprungfedern sich in meinen Rücken bohren.

Und ich habe es satt, vierundzwanzig Stunden nonstop von den Wachen, dem Personal, den Kameras und den anderen Insassen beobachtet zu werden.

Die Frau mit der Brille öffnet die Tür. »Mr Becker, wir wären so weit.«

Kein Lächeln. Ist das ein schlechtes Zeichen? Ich wappne mich gegen unerfreuliche Neuigkeiten. Dann stehe ich auf und Jerry klopft mir auf den Rücken. Aus Mitleid? Weiß er etwas, das ich nicht weiß? Die Ungewissheit macht mich fertig.

Ich setze mich zurück auf den Metallstuhl. Sämtliche Augen sind auf mich gerichtet. Massiver Kerl faltet seine Hände auf dem Tisch und sagt: »Wir sind uns alle einig, dass Ihr Verhalten, was den Unfall im letzten Jahr angeht, auf das Schärfste zu verurteilen ist.«

Das weiß ich. Das weiß ich wirklich.

»Aber wir glauben, dass es ein einzelner Vorfall war, der sich nicht wiederholen wird. Sie haben im Zusammenleben mit den anderen Insassen Führungsqualitäten bewiesen und die Ihnen zugewiesenen Arbeiten gewissenhaft erledigt. Der Bewährungsausschuss hat beschlossen, Sie zu entlassen und Sie die restliche Strafe durch einhundertfünfzig Sozialstunden ableisten zu lassen.«

Bedeutet es das, was ich glaube? »Entlassen? Heißt das, ich kann gehen?«, frage ich den massigen Kerl.

»Sie werden sich morgen früh mit Ihrem Eingliederungscoach treffen. Er wird für Sie arrangieren, wo Sie Ihre Sozialstunden ableisten, und uns über Ihre Fortschritte auf dem Laufenden halten.«

Ein Typ aus dem Ausschuss zeigt mit seinem manikürten Finger auf mich. »Wenn Sie das hier verbocken, kann Ihr Eingliederungscoach ein Gesuch beim Richter einreichen, Sie wieder herzuschicken, damit Sie den Rest Ihrer Strafe absitzen. Haben Sie das verstanden?«

»Ja, Sir.«

»Wir kennen keine Gnade mit Wiederholungstätern. Gehen Sie nach Hause, lassen Sie sich nichts mehr zuschulden kommen, leisten Sie Ihre Sozialstunden ab und führen Sie ein gutes, sauberes Leben.«

Schon kapiert! »Das werde ich«, sage ich.

Als ich in meine Zelle zurückkomme, ist als einziger der neue Junge da. Er ist zwölf und heult immer noch in einer Tour. Er hätte vielleicht besser einmal nachgedacht, bevor er dem Mädchen, das nicht mit ihm auf den Schulball gehen wollte, ein Messer in den Rücken gerammt hat.

»Hörst du irgendwann auch mal auf zu heulen?«, frage ich ihn.

Er hat das Gesicht in seinem Kissen vergraben. Ich glaube nicht, dass er mich gehört hat. Doch dann vernehme ich ein gedämpftes: »Ich hasse es hier. Ich will nach Hause.«

...
"Gefühlvoll und romantisch mit Suchtcharakter!"
 
"Ein Must-Read!"
 
"Leaving Paradise gehört zu den Büchern, die man nach dem Lesen noch eine Weile an sein Herz drückt und streichelt."
 
"Gefühlvoll, aufwühlend und unerwartet beschreibt dieses tolle Buch wohl am Besten"
 
"Ein Buch, gefüllt mit Emotionen. Ein Buch, gefüllt mit Leben ... Auch wer normalerweise nicht so auf Liebesromane steht, sollte dieser fantastischen Geschichte eine Chance geben!"
 
"Der Handlungsverlauf ist total spannend und nimmt sogar eine unerwartete Wendung, die die ganze Geschichte zu etwas Besonderem macht."
 
"Ein durchgehend emotionaler Roman mit coolen Charakteren für Jung und Alt."

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