Back to Paradise

 
 
cbt (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Januar 2013
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-08407-3 (ISBN)
 
Es gibt sie noch... die große Liebe

Zweimal schon hat Caleb Becker seinen Heimatort Paradise wegen Maggie Armstrong verlassen. Zweimal schon wollte er nichts mehr, als Maggie vergessen - Maggie, die er liebt und der er doch so viel Leid zugefügt hat. Und auch Maggie will vor allem eins: endgültig über ihre große Liebe Caleb hinwegkommen. Dann aber treffen sich Maggie und Caleb zufällig in den Sommerferien wieder, und auch wenn beide versuchen, sich aus dem Weg zu gehen, machen all die unterdrückten Gefühle ihnen alsbald einen Strich durch die Rechnung. Doch gerade, als die beiden ihrer Liebe eine Chance geben wollen, kommen die Schatten der Vergangenheit wieder hoch .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 1,14 MB
978-3-641-08407-3 (9783641084073)
weitere Ausgaben werden ermittelt

1 Caleb

Manche Menschen haben unverschämt viel Glück. Dummerweise war ich nie einer von ihnen. Tatsächlich bin ich überzeugt, zu den Leuten zu gehören, deren Schicksal es ist, ständig zwischen die Fronten zu geraten. Während ich auf der Rückbank eines Polizeiautos sitze und die Handschellen sich in meine Handgelenke graben, denke ich an das erste Mal zurück, als ich verhaftet wurde. Das ist jetzt fast zwei Jahre her.

Ich hatte getrunken.

Ich war hackedicht.

Und ich wurde für ein Verbrechen verhaftet, das ich nicht begangen hatte.

Das spielte jedoch keine Rolle. Ich wurde trotzdem in den Jugendknast gesteckt, hauptsächlich deshalb, weil ich mich zu einem Unfall mit Fahrerflucht unter Alkoholeinfluss schuldig bekannt hatte.

Dieses Mal werde ich wegen Drogen verhaftet. Bloß habe ich den Dreck weder geraucht, inhaliert, gefressen, geschnupft, gespritzt oder gekauft. Okay, ich gebe zu, dass ich in einer Drogenhöhle gewohnt habe. Für mich hieß es, entweder ein Dach über dem Kopf haben und den illegalen Mist ignorieren, der um mich herum abging, oder auf der Straße leben.

Ich habe mich für das Dach entschieden. Rückblickend war das vielleicht nicht die klügste Entscheidung aller Zeiten. Auf der Straße leben klingt im Moment ziemlich verlockend. Nichts ist schlimmer, als wie ein Tier in einen Käfig gesperrt zu werden und die Kontrolle über das eigene Leben komplett zu verlieren. Gesagt zu bekommen, wann man kacken, duschen, sich rasieren, essen und schlafen darf, ist nicht gerade meine Vorstellung vom Paradies. Andererseits war auch Paradise, wo ich aufgewachsen bin, nicht gerade das Paradies. Ich frage mich, ob Paradies nur ein Wort ist, das man im Wörterbuch nachschlagen kann und dessen Definition lautet: etwas, das verdammt noch mal nicht existiert.

Ich lehne den Kopf an den Sitz und frage mich, wie ich aus der Nummer wieder rauskommen soll. Ich habe kein Geld, keine echten Freunde, und meine Familie . nun, ich hatte null Kontakt zu meinen Eltern und meiner Schwester, seit ich Paradise vor acht Monaten verlassen habe.

Als wir auf dem Polizeirevier ankommen, eskortieren mich die Cops zu einer Lady, die den aufregenden Job hat, mein Verbrecherfoto zu schießen. Dann bringt mich ein Cop zu seinem Schreibtisch und stellt sich als Lieutenant Ramsey vor.

»Versuch nichts Dummes«, sagt er zu mir, als er die Handschelle von meinem rechten Handgelenk löst und sie an einem Metallring an seinem Schreibtisch festmacht, sodass ich einen Dreißig-Kilo-Schreibtisch hinter mir herziehen müsste, wenn ich fliehen wollte. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass ich nirgendwohin gehen werde.

Nachdem Ramsey mir einen Haufen Fragen gestellt hat, lässt er mich allein. Ich halte nach Rio Ausschau, einem meiner fünf Mitbewohner. Wir sind alle gleichzeitig hochgenommen worden, als Rio und ein anderer unserer Mitbewohner gerade Meth an drei Typen verkauften, die, wenn ihr mich fragt, wie Undercovercops aussahen, die sich bloß als beinharte Gangster verkleidet hatten. Der Goldzahn des einen war verräterisch. Er sah wie aufgeklebt aus, und ich könnte schwören, ich habe mitbekommen, wie der Typ ihn runtergeschluckt hat, als die Attrappe sich irgendwann löste.

Das war kurz bevor sie ihre Waffen zogen und uns anbrüllten, uns auf den Boden zu knien und die Hände über den Kopf zu nehmen. Ich guckte gerade irgendeine Realitysoap über einen Pfandleiher, weil in Rios Geschäfte verwickelt zu werden das Letzte war, was ich gebrauchen konnte.

Rio hatte mich ein paar Mal gebeten, ihm beim Verticken des Stoffs zu helfen, und ich hatte ihm den Gefallen getan. Aber es verleiht mir keinen Kick, Drogen an Typen zu verkaufen, die so verzweifelt sind, dass sie mir ihren letzten Cent dafür geben würden. Als ich das letzte Mal Drogen für Rio verkaufen sollte, war es an einen Kerl mit drei Kindern. Er brachte die drei mit in unser Haus, und als ich ihre langen, ausgemergelten Gesichter sah und ihre kaputten, abgerissenen Klamotten, konnte ich es nicht. Ich weigerte mich, ihm den Stoff zu verkaufen. Nicht dass ich deswegen ein guter Mensch wäre oder so - mir ist natürlich klar, dass er jemand anderen finden wird, wenn ich ihm nichts verkaufe.

»Hör zu, Caleb«, sagt Ramsey, als er eine Mappe aufschlägt, auf der ein Schildchen mit meinem Namen angebracht ist. »Du hast dir mächtig Probleme eingehandelt. Chicagoer Richter sind nicht zimperlich mit Wiederholungstätern, besonders wenn diese in Drogenhöhlen wohnen, wo Meth und Xanax im Wert von über fünfzigtausend Dollar rumfliegt.«

»Ich bin kein Dealer«, versichere ich ihm. »Ich arbeite für Chicago Recycling.«

»Nur weil du einen Job hast, bedeutet das nicht, dass du nicht dealst.« Er nimmt sein Telefon und reicht mir den Hörer. »Dir steht ein Anruf zu. Sag mir, welche Nummer ich wählen soll.«

Ich lege den Hörer auf seinen Schreibtisch. »Ich verzichte auf mein Recht, jemanden anzurufen.«

»Familie? Freunde?«, schlägt er vor.

Ich schüttle den Kopf. »Ich habe keine.«

Ramsey legt den Hörer zurück auf die Telefongabel. »Möchtest du nicht, dass jemand deine Kaution bezahlt? Der Richter wird die Höhe nachher oder morgen festsetzen. Du solltest vorbereitet sein.«

Als ich nichts erwidere, blättert er meine Akte durch. Nach ein paar Minuten hebt er den Blick. »Hier steht, Damon Manning war dein Eingliederungscoach.«

Damon Mannings Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass ich keinen Mist baute, als ich aus dem Jugendstrafvollzug entlassen wurde. Er ist ein großer farbiger Kerl, der meine Mutter jedes Mal zu Tode erschreckt hat, wenn er bei seinen angekündigten Besuchen in unser Haus marschierte. Damon sorgte dafür, dass ich meine Sozialstunden ableistete, und brachte mich dazu, mich daran zu gewöhnen, dass ich nicht länger im Gefängnis war, sondern wieder zu Hause. Einsilbige Worte oder Schweigen akzeptierte er nicht als Antwort. Der Typ ist ein knallharter Hund, der sich von niemandem etwas bieten lässt, und wann immer ich Mist baute, gab er mir den freundlichen Rat, mich zusammenzureißen - oder er würde dem Richter höchstpersönlich empfehlen, mich wieder einzusperren. Und ich zweifelte keine Sekunde daran, dass er genau das tun würde.

Ramsey kritzelt eine Nummer auf ein Stück Papier und legt es mir hin.

»Was ist das?«

»Damon Mannings Telefonnummer.«

»Und wieso sollte ich die haben wollen?«, frage ich ihn.

»Wenn du weder Freunde noch Familie hast, die die Kaution für dich stellen, schlage ich vor, du rufst ihn an.«

Kopfschüttelnd sage ich: »Auf gar keinen Fall.«

Ramsey schiebt mir das Telefon hin und lehnt sich in seinem Stuhl zurück. »Ruf ihn an. Wenn du es nicht machst, werde ich das übernehmen.«

»Warum?«

»Weil ich Damons Bericht über dich gelesen habe und weiß, dass er selten falschliegt mit seiner Einschätzung.«

»Was hat er geschrieben?« Dass ich ein Totalversager bin, der es verdient hat, für immer eingesperrt zu werden?

»Warum rufst du ihn nicht einfach an und findest es selbst heraus? Du steckst in großen Schwierigkeiten, Caleb. Du brauchst jetzt jemanden, der auf deiner Seite ist.«

Ich gucke das Telefon an und schüttle frustriert den Kopf. Ramsey wirkt nicht, als ließe er mir eine Wahl. Ich nehme das Telefon und wähle die Nummer.

»Damon am Apparat«, sagt eine tiefe Stimme.

Ich räuspere mich. »Ähm . hier ist Caleb. Caleb Becker.«

»Wieso rufst du an?«

»Ich hab mir irgendwie Ärger eingehandelt«, sage ich und räuspere mich erneut. Ich hole tief Luft, dann stoße ich hervor: »Ich brauche Ihre Hilfe.«

»Hilfe? Ich wusste gar nicht, dass du das Wort kennst.«

Ich erläutere ihm kurz die Situation. Er seufzt ein paarmal schwer, sagt aber, er sei auf dem Weg aufs Revier. Nach meinem Anruf werde ich zu einer Zelle gebracht, in der ich auf ihn warte. Eine Stunde später sagt man mir, ich hätte einen Besucher, und ich werde in ein leeres Zimmer geführt, von dem ich annehme, dass es sich dabei um einen Verhörraum handelt. Oh Mann. Als ob die Dinge nicht schon schlimm genug wären, stapft ein extrem angepisster Damon zur schusssicheren Metalltür hinein, was einmal mehr beweist, wie tief ich in der Scheiße sitze.

»Wo zum Henker bist du da reingeraten, Becker?«

»In einen Riesenhaufen Scheiße«, berichte ich ihm denn auch.

Damon verschränkt die Arme vor der Brust. »Ich hätte schwören können, du wärst ein Junge, der einen Fehler gemacht hat, sein Leben aber wieder in den Griff bekommt.« Ein abwesender, beinah trauriger Ausdruck huscht über sein Gesicht, den er rasch hinter einer Maske verbirgt. »Ich muss zugeben, du erinnerst mich an mich selbst, als ich in deinem Alter war.«

»Tja, da haben Sie offenbar falschgelegen.«

Er sieht mich mit zusammengekniffenen Augen an. »Habe ich das?«

So war das nicht geplant. Ich habe Paradise verlassen, damit alles besser wird, aber ich habe bloß geschafft, mir mein Leben zu versauen. Ich blicke Damon fest in die Augen. »Ich habe nichts damit zu tun«, erkläre ich ihm. »Ich bin...

"Das mitreißende Gefühlschaos geht weiter."
 
"Ein grandioser Abschluss für eine kurze aber wundervolle und berührende Reihe von Simone Elkeles."
 
"Szenen, die mein Blut zum Kochen brachten und Entwicklungen, die stets unverhofft zuschlugen."
 
"Jeder sollte diese Bücher gelesen haben und süchtig nach den Geschichten von Simone Elkeles werden."
 
"Macht Spaß und lässt sich wunderbar lesen."
 
"Back to Paradise ist ebenso spannend wie sein Vorgänger."
 
"Simone Elkeles ist eine Autorin mit Suchtfaktor!! Hat man erst einmal mit einer ihrer Geschichten begonnen, ist man gefesselt von Liebe, Leidenschaft, Sehnsüchten und Ängsten."

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