Einstein sagt

Zitate, Einfälle, Gedanken
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Juni 2015
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-97061-7 (ISBN)
 
Mit Einstein ist es wie mit Goethe: Wer ihn zitiert, liegt richtig. Dieses Buch bietet Albert Einstein im Originalton- und eine Fülle von »geflügelten Worten« und Stoßseufzern, Bonmots und Denkanstößen aus der Feder und aus dem Herzen des Jahrhundertgenies.
  • Deutsch
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978-3-492-97061-7 (9783492970617)
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Einleitung und Danksagungen

Früher dachte ich nicht daran, dass jedes spontan geäusserte Wort aufgegriffen und fixiert werden könne. Sonst hätte ich mich mehr ins Schneckenhaus verkrochen.

Einstein zu seinem Biographen Carl Seelig, 25. Oktober 1953

Einstein hat viel geschrieben - häufig sehr Tiefsinniges und Gedankenreiches -, und er läßt sich ungeheuer gut zitieren. Ich entdeckte das, als ich 1978 mit meiner Arbeit an Einsteins literarischem Nachlaß begann und einen computerisierten Index des duplizierten Einstein-Archivs erstellte, das damals (ebenso wie das Original) am Institute for Advanced Study in Princeton untergebracht war. Zu diesem Projekt, das John Stachel leitete, damals der Herausgeber der Collected Papers of Albert Einstein, gehörte die sorgfältige Durchsicht aller Dokumente - seines Briefwechsels, aller Aufzeichnungen und der Bemerkungen Dritter. Unterstützt von Edith Laznovsky sammelte ich die Informationen und gab sie in einen nicht besonders benutzerfreundlichen Computer der siebziger Jahre ein, der uns im Zyklotronlabor der Universität Princeton zur Verfügung stand. Ich habe diese - zumeist deutschen - Texte gründlicher als nötig gelesen, einfach weil sie mich so fesselten. Ich begann spontan, meine liebsten Aussprüche und Zitate auf Karteikarten festzuhalten; diese Karten dienen jetzt, nach langer Zeit, als Grundlage für dieses Buch.

Seit ich für Princeton University Press arbeite und vom Verlag nicht nur mit dem gewaltigen Unternehmen der Herausgabe der Collected Papers of Albert Einstein betreut wurde, sondern auch damit, das damit einhergehende Übersetzungsvorhaben zu verwalten, erhalte ich oft Anrufe und Briefe von Menschen, die mich nach der Quelle von Zitaten fragen, die sie gewöhnlich auf einem Kalenderblatt gefunden oder im Radio gehört hatten und die Einstein zugeschrieben wurden. Wie ich damals erfuhr, werden die Redaktion des Einstein Projekts in Boston, die Firestone-Bibliothek der Universität Princeton und die Bibliothek am Institute for Advanced Study ebenfalls mit solchen Fragen überhäuft. In den meisten Fällen gelang es nicht, die Quelle oder das korrekte Zitat zu finden - jedenfalls nicht mühelos oder rasch. Diese Situation, die blaue Plastikschachtel mit Zitaten auf meinem Regal, und das Interesse von Trevor Lipscombe, dem naturwissenschaftlichen Lektor des Verlags, brachten mich auf den Gedanken, dieses Buch zu schreiben.

Bei der Zusammenstellung dieser Auswahl habe ich mich nicht nur auf meine blaue Schachtel verlassen, sondern auch viele andere Originalquellen und Einstein-Biographien durchsucht und Teile des duplizierten Archivs noch einmal durchforstet. Ich habe mich nicht auf solche Zitate beschränkt, die sich für Tischreden und als Sinnsprüche eignen, sondern auch einige weniger tiefsinnige Äußerungen aufgenommen, die unterschiedliche Facetten von Einsteins Persönlichkeit beleuchten. Einige von diesen könnten Lesern mißfallen, die Einstein einseitig als mitfühlenden, toleranten und makellosen Helden sehen (so seine schroffe Antwort an einen chilenischen Würdenträger, der einige Worte der Weisheit erbat, oder sein Tagebucheintrag über die Frommen an der Klagemauer in Jerusalem oder seine Gedanken zu Frauen in der Naturwissenschaft). Andere Leser sehen ihre schlechte Meinung über Einstein, ob sie nun Religion, Philosophie oder Politik betrifft, vielleicht gern durch seine Gedanken zu Abtreibung, Ehe, Kommunismus und Weltregierung bestätigt. Wieder andere werden sich über seinen Humor freuen (siehe beispielsweise den Abschnitt zu Tieren in »Vermischtes«) und seine Ansichten über alle möglichen Themen teilen, die Jugend und Alter, Pfeifenrauchen und Sockentragen betreffen.

Bevor aber ein schnelles Urteil gefällt wird, sollte man jeweils bedenken, wie alt Einstein war, als er einen bestimmten Ausspruch machte und unter welchen Umständen - unter welchen geschichtlichen und kulturellen Gegebenheiten - er jeweils lebte. Einstein hat im Lauf seines Lebens seine Meinung gelegentlich geändert oder differenziert, beispielsweise zu Pazifismus, Todesstrafe und Zionismus. Außerdem lebte er in einer Männerwelt.

Die Einteilung des Buchs in die (nach dem Abschnitt »Einstein über sich selbst«) im Inhaltsverzeichnis alphabetisch aufgeführten Kategorien ergab sich ganz von selbst. Der umfangreichere Abschnitt »Vermischtes« wurde ebenfalls alphabetisch nach Themen geordnet. Innerhalb der Kategorien sind die Zitate chronologisch angeführt, wenn es mir möglich war, die Zitate zu datieren; die undatierten Quellen habe ich anschließend willkürlich nach Quellen zusammengefaßt.

Ich zitiere, wann immer möglich, nach den Originalen. Zu den Quellen gehören vor allem das Einstein-Archiv (hier gebe ich die Nummer des Dokuments an), die bis jetzt erschienenen Bände von The Collected Papers of Albert Einstein (CPAE) und Albert Einstein, the Human Side von Helen Dukas und Banesh Hoffmann, mit Material aus dem Archiv, das Einsteins Sekretärin, die auch seine langjährige Archivarin war, aus Anlaß seines hundertsten Geburtstags herausgab, und auch die Bücher und Zeitschriften, in denen die betreffenden Aufsätze zuerst erschienen. Außerdem führe ich oft leicht zugängliche, aber zuverlässige Zusammenstellungen an wie Mein Weltbild und Aus meinen späten Jahren, so daß Leser diese bekanntere Literatur hinzuziehen können, wenn sie am Gesamttext und am Zusammenhang interessiert sind. (Seitenangaben beziehen sich auf die in der Bibliographie zitierten Ausgaben.) In den wenigen Fällen, in denen ich keine Originalquelle finden konnte, habe ich mich auf die in der Bibliographie angegebene Sekundärliteratur, insbesondere die Biographien, verlassen.

Es braucht nicht erwähnt zu werden, daß es viele bemerkenswerte Worte Einsteins geben muß, denen ich nicht begegnet bin (und die irgendwo in den über 40 000 Dokumenten im Archiv verborgen sind), deshalb darf dieser erste Versuch keineswegs für ein vollständiges Zitatenbuch gehalten werden. Ich hoffe jedoch, daß ich die wichtigsten und interessantesten Aussprüche aufführen und belegen konnte. Da diese Arbeit weitergeführt wird und nach einigen Jahren jeweils eine erweiterte Ausgabe geplant ist, bitte ich die Leser, mir oder dem Verlag * [* Ms. Alice Calaprice c/o Princeton University Press, Princeton NJ 08 540, USA, oder Piper Verlag, Lektorat Sachbuch/Wissenschaft, Georgenstr. 4, D-80 799 München.] Zitate, die mir entgangen sind, zuzusenden und ihre Quellen mitzuteilen, damit sie in spätere Ausgaben eingearbeitet werden können. Lassen Sie es mich bitte auch wissen, wenn ich Einstein unabsichtlich falsch zitiert oder eine falsche Quelle angegeben habe.

Ich bin auf einige wenige Zitate gestoßen, deren Quellen ich nicht finden konnte, von denen ich - oder Leute, die mich um Auskunft baten - jedoch gehört oder gelesen hatte, daß sie Einstein zugeschrieben wurden. Ich habe diese am Schluß des Buchs in einem kleinen Abschnitt »Einstein zugeschrieben« zusammengestellt; ich hoffe, daß Leser mich zu der richtigen Quelle führen können.

Schließlich möchte ich jenen danken, die mir bei der Vorbereitung dieses Buchs geholfen haben. Vor allem danke ich der Hebräischen Universität von Jerusalem für die Erlaubnis, Material aus dem Einstein-Archiv zu verwenden.

Ich bin ebenfalls dankbar für die Hilfe, das Interesse und die Unterstützung durch meine Familie, Freunde und Kollegen bei der Princeton University Press, die sich von Anfang an für dieses Vorhaben begeistert haben, und erwähne besonders Trevor Lipscombe, Eric Rohmann und Emily Wilkinson. Außerdem gebührt mein Dank meiner langjährigen Freundin und Cheflektorin Janet Stern, die mich davon überzeugte, daß auch die Arbeit professioneller Lektoren lektoriert werden muß. Das Computergenie Linda Moran führte mich geduldig in die Welt von WordPerfect ein. Der Designer, Jan Lilly, bewies viel Einfühlungsvermögen und Können. Bing Lin Zhao von Boston University blieb auch dann gutgelaunt und außergewöhnlich hilfsbereit, wenn ich seine Arbeit immer wieder unterbrach, um seine Hilfe bei den Recherchen zu erbitten, und ersparte mir dadurch viele Stunden Arbeit. Evelyn Einstein half mir freundlicherweise, den von Mark Hazarabedian mit großer Sorgfalt erarbeiteten Stammbaum der Familie Einstein auf den neuesten Stand zu bringen. Meine Mutter, Rusan Abeghian, sammelte aus Zeitschriften in vielen Sprachen Informationen zu Einstein.

Ich danke auch Freeman Dyson, der sich trotz seiner beruflichen Überlastung die Zeit nahm, das Vorwort zu schreiben. Als ich meine alten Karteikarten durchschaute, fand ich eine mit einigen hingekritzelten Bemerkungen, die Helen Dukas 1978 über Dyson gemacht hatte. Helen, die wußte, daß ich mütterlicherseits aus Armenien stamme, hatte mir von einem Aufsatz erzählt, den der mir damals noch unbekannte Freeman Dyson einige Jahre zuvor über seinen Besuch in Armenien geschrieben hatte. Nach unserem Gespräch sagte sie etwas über Dyson, das wert ist, in einem Buch wie diesem zitiert zu werden: »Er ist ein großer Mensch. Ich bedauere nur, daß er Professor Einstein nicht persönlich gekannt hat. In den 50er Jahren erwähnte der Professor, daß er von diesem interessanten jungen Mann gehört hatte. Ich sagte, ich könne ein Treffen arrangieren, aber der Professor sagte: >Oh nein, ich möchte einen so wichtigen Mann nicht belästigen.<« Im Gegensatz zum höflichen Professor Einstein wagte ich es, diesen Mann zu...

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