Das alltägliche Kalenderblatt

Ein allegorisches Zahlenkaleidoskop
 
 
Verlag Dr. Rainer Hampp
1. Auflage | erschienen im Dezember 2011 | 174 Seiten
 
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978-3-86618-760-3 (ISBN)
 
Der vorliegende Essay bedient sich der Metapher von einem 'Guckkasten', bei dem das alltägliche Abreißen eines Kalenderblattes als eine 'bunte und zahlengeschmückte Bilderschau' erscheint, die allgemein Bekanntes, Lehrreiches, Wissenswertes, Bemerkenswertes, Erstaunliches, Skurriles, Possenhaftes und mitunter auch Mystisches augenscheinlich werden lässt. Im Zentrum der essayistischen Abhandlungen stehen die natürlichen Zahlen von der Eins bis zur Einunddreißig, die sowohl aus zahlentheoretischer Sicht beleuchtet als auch in ihrer allegorischen Darstellung betrachtet und präsentiert werden. Der interessierte Leser wird mitunter erstaunt sein, wie vielfältig eine auf einem Kalenderblatt vermerkte natürliche Zahl in unserer Umgangssprache in Gestalt von Begriffen, Redewendungen, Sprichwörtern und/oder bildhaften Gleichnissen mehr oder weniger augenscheinlich präsent ist oder verborgen liegt. Der Essay folgt in erster Linie einem bildungsorientierten Ansatz und wendet sich an alle, die an diesem Problemkreis interessiert sind, insbesondere an Lehrende und Studierende der Wirtschafts-, Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Die angeführten bildhaften Gleichnisse umspannen ein weites Wissensfeld, das von elementaren mathematischen über historische, literarische, musikalische, kunstgeschichtliche bis hin zu sprachwissenschaftlichen und etymologischen Notizen reicht.
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dr. habil. Peter P. Eckstein ist Professor für Statistik, Ökonometrie und Empirische Wirtschaftsforschung an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft.
1 - Vorwort [Seite 6]
2 - 1 Die natürlichen Zahlen [Seite 10]
3 - 2 Der bürgerliche Kalender [Seite 22]
4 - 3 Das kalendarische Zahlenkaleidoskop [Seite 30]
4.1 - 3.1 Die Eins [Seite 32]
4.2 - 3.2 Die Zwei [Seite 42]
4.3 - 3.3 Die Drei [Seite 50]
4.4 - 3.4 Die Vier [Seite 60]
4.5 - 3.5 Die Fünf [Seite 70]
4.6 - 3.6 Die Sechs [Seite 78]
4.7 - 3.7 Die Sieben [Seite 86]
4.8 - 3.8 Die Acht [Seite 94]
4.9 - 3.9 Die Neun [Seite 98]
4.10 - 3.10 Die Zehn [Seite 104]
4.11 - 3.11 Die Elf [Seite 110]
4.12 - 3.12 Die Zwölf [Seite 116]
4.13 - 3.13 Die Dreizehn [Seite 120]
4.14 - 3.14 Die Vierzehn [Seite 126]
4.15 - 3.15 Die Fünfzehn [Seite 134]
4.16 - 3.16 Die Sechzehn [Seite 136]
4.17 - 3.17 Die Siebzehn [Seite 138]
4.18 - 3.18 Die Achtzehn [Seite 142]
4.19 - 3.19 Die Neunzehn [Seite 144]
4.20 - 3.20 Die Zwanzig [Seite 146]
4.21 - 3.21 Die Einundzwanzig [Seite 150]
4.22 - 3.22 Die Zweiundzwanzig [Seite 154]
4.23 - 3.23 Die Dreiundzwanzig [Seite 156]
4.24 - 3.24 Die Vierundzwanzig [Seite 160]
4.25 - 3.25 Die Fünfundzwanzig [Seite 162]
4.26 - 3.26 Die Sechsundzwanzig [Seite 164]
4.27 - 3.27 Die Siebenundzwanzig [Seite 166]
4.28 - 3.28 Die Achtundzwanzig [Seite 168]
4.29 - 3.29 Die Neunundzwanzig [Seite 170]
4.30 - 3.30 Die Dreißig [Seite 172]
4.31 - 3.31 Die Einunddreißig [Seite 174]
5 - Fachbegriffs- und Fremdwörterverzeichnis [Seite 176]
2 Der bürgerliche Kalender (S. 13-14)

Alltägliches. Es sind vor allem die alltäglichen Dinge des Lebens, die wir stets und ständig tun oder benutzen, ohne dass wir uns über ihren Ursprung, ihre Wesenheit, ihre Zweckbestimmung und ihre Unabdingbarkeit immer im Detail bewusst sind, von einer historisch-logischen, semantischen oder sogar theoretischen Ergründung und Erleuchtung des betreffenden Hintergrundes einmal ganz zu schweigen.

Diese sehr allgemein gehaltene und recht unscharfe Charakteristik trifft offensichtlich auch auf ein Konstrukt zu, das wir umgangssprachlich mit dem Begriff „Kalender“ belegen und ohne dessen Existenz wir unser Dasein, Tun und Handeln weder im „privaten Mikrokosmos“ noch im „gesellschaftlichen Makrokosmos“ schwerlich problem-, reibungs- und verlustlos bewältigen würden.

Schon die scheinbar triviale, oft vernehmbare und stets eine zeitliche Orientierung erheischende Frage „nach einem bestimmten Datum“5 bedarf für eine handhabbare und zufriedenstellende Beantwortung nicht nur eines verbindlichen Zeitmaßes, sondern zudem auch noch einer allgemein anerkannten und verständlichen Chronologie, in der bestimmte und markante Zeitpunkte und daraus entlehnte Zeitperioden vermerkt sind.

Zeitbegriff.
Bereits im Kontext dieser einführenden Betrachtungen scheint die „Zeit“ der Grundbegriff und „das Maß aller Dinge zu sein“. Die Philosophen, die dem Wortursprung nach „stets auf der Suche nach der Wahrheit sind“, fassen die Zeit als ein „transzendentales Phänomen des Aufeinanderfolgens“ auf, das gemäß der vom genialen theoretischen Physiker und Nobelpreisträger Albert EINSTEIN (*1879, †1955) begründeten Relativitätstheorie folgerichtig und gleichwertig mit dem dreidimensionalen Raumphänomen von „Höhe, Breite und Länge“ zu einem vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum verknüpft wird.

Die abstrakte Deutung der Zeit als ein Kontinuum oder als ein stetiges Analogon wird vermutlich assoziationsfähiger bei der Betrachtung einer Sanduhr. Welches bildhafte Gleichnis wäre wohl noch aussagekräftiger als das von einer Sanduhr, bei der die Zeit augenscheinlich und unwiederbringlich „dahinfließt“? Seit jeher versuchten die Menschen, dieses übersinnliche Phänomen „Zeit“ fassbar mit Begriffen zu belegen, die von elementaren und stets wiederkehrenden Naturphänomen wie Tag und Nacht oder Ebbe und Flut bis hin zu den astronomisch beobachteten, physikalisch definierten oder künstlich festgelegten Zeitmaßen wie Jahr, Monat, Woche, Stunde und Sekunde reichen. In diesem Zusammenhang erweisen sich die folgenden etymologischen Notizen als aufschluss- und hilfreich: In der indogermanischen Sprachfamilie leiten sich zum Beispiel die Wörter „Tag“ und „Jahr“ aus dem natürlichen Erscheinungsbild „des Brennens der Sonne“ einerseits und „des Ganges der Sonne“ andererseits ab.

Diese Wortursprungsnotizen führen zwangsläufig und in logischer Konsequenz auf das sehr weite, äußerst interessante und mathematisch höchst anspruchsvolle Gebiet der Astronomie, worin unter anderem auch das Studium der Umlaufbewegungen der Erde um die Sonne eingeschlossen waren und sind. Letztere begründen wiederum die heutige Zeitmessung und die Erstellung von sogenannten Kalendersystemen, die ursprünglich auf die bloße Beschreibung von zyklischen Erscheinungen im Allgemeinen und von Sonnenzyklen im Besonderen beschränkt waren und erst später im Sinne einer „Geschichtsschreibung“ durch die Erfassung und Beschreibung chronologischer Abläufe im menschlichen Dasein erweitert und ergänzt wurden. 

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