Das Ruhegebet einüben

 
 
Verlag Herder
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. August 2011
  • |
  • 200 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-451-33874-8 (ISBN)
 
Peter Dyckhoff praktiziert selbst seit Jahrzehnten, was er in Kursen und in diesem Buch an seine Leserinnen und Leser weitergibt: die Kunst der ältesten christlichen Meditation, das »Ruhegebet«. Das »Ruhegebet« geht auf die Wüstenväter und -mütter der ersten christlichen Jahrhunderte zurück und lebt im östlichen Mönchtum als »Herzensgebet« bis in unsere Tage fort. Peter Dyckhoff gibt in diesem Buch eine praktische Einführung in diese Gebetsform, die gerade den Menschen unserer Tage inneren Frieden und die Erfahrung der Nähe Gottes schenken kann.
  • Deutsch
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  • Deutschland
  • 2,50 MB
978-3-451-33874-8 (9783451338748)
3451338742 (3451338742)
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Peter Dyckhoff, geb. 1937, studierte Psychologie und war viele Jahre als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens tätig. Mit vierzig Jahren wagte er den Neuanfang und studierte Theologie in Münster, Innsbruck und Brixen. 1981 zum Priester geweiht, war er als Gemeinde-, Wallfahrts- und Krankenhausseelsorger tätig. Im Bistum Hildesheim übernahm er den Aufbau und die Leitung der bischöflichen Bildungsstätte „Haus Cassian". Seit 1999 lebt der Autor in Münster und ist als Referent und Exerzitienleiter in zahlreichen Bildungseinrichtungen tätig.

  • [Titelinformationen]
  • [Impressum]
  • Anmerkung
  • Widmung
  • Vorwort: Entgrenzung erfahren
  • Geistlicher Begleiter zum Ruhegebet - Cassians Wort zuvor
  • I. Hinführung zum Ruhegebet
  • 1. Aller Anfang ist leicht
  • Einladung
  • Entstehung des Ruhegebetes
  • Tradition
  • Aufnahmebedingungen
  • Einstieg
  • Zurückhaltung
  • Auswahl treffen
  • Teilnehmerzahl
  • Ein himmlisches Gegengift: das Ruhegebet
  • Keine Erwartungen an das Ruhegebet haben
  • Erfahrungen
  • Ungezwungen
  • Wer sollte noch nicht mit dem Ruhegebet beginnen?
  • Christus, der Lehrer
  • 2. Gegner des Gebetes sind «geschickt»
  • Brandstifter des Bösen
  • Zweifel
  • Leben muss kein Kampf sein
  • Gespräch mit dem Widersacher
  • Gestärkt durch Gottes Kraft
  • 3. Gebet: Weg zur Erlösung
  • Ein weites Herz
  • Eindrücke ausdrücken und Vergebung finden
  • Der erste Schritt
  • Von der Wurzel her
  • Geduld
  • Krankheit der Seele
  • Wege ins Licht
  • Fehlgesteuerte Sexualität wird erlöst
  • Die reinigende Kraft des Alleinseins
  • Tränen während des Ruhegebetes
  • Der Weg wird frei
  • II. Hinführung zur Praxis des Ruhegebetes
  • 1. Was unsere Seele beschwert und befreit
  • Verwurzelung von Stress
  • Antriebslosigkeit
  • Was die Seele beschwert
  • Leidenschaft und Herzensreinheit
  • Das Ruhegebet als Kraftquelle
  • Ernährung
  • Der Seele Flügel verleihen
  • 2. Der grund-legende Weg: das Ruhegebet
  • Der Weg zum Vater
  • Ewigkeit ent-decken
  • Dein Wille geschehe - das Ruhegebet
  • Konzentration, Betrachtung und Ruhegebet
  • Ruhegebet und körperliche Bedürfnisse
  • 3. Aufrichtigkeit und Ausrichtung auf Gott
  • Ruhe in Gott und Zuwendung Gottes
  • Die Spannkraft der Seele darf nicht erlahmen
  • Befreiung
  • Nichts festhalten oder erwarten
  • Literatur
  • III. Anleitung zum Ruhegebet
  • 1. Worte sind überflüssig
  • Ich berge deinen Spruch im Herzen
  • Schweigen
  • Das Ruhegebet ebnet den Weg zum «Himmel»
  • Sich bedenkenlos auf den Herrn verlassen
  • Arm sein vor Gott
  • Weitergabe des Ruhegebetes
  • 2. Bereitung zum Gebet
  • Weg nach innen
  • Aufgabe der Aktivitäten
  • Neue Eindrücke meiden
  • Körperliche Voraussetzungen
  • Innere Einstellung
  • Der Ort des Betens
  • Die Körperhaltung
  • Die Himmelsrichtung
  • Gemeinsames Beten
  • Den Boden bereiten
  • Bereitung für das Wirken Gottes
  • Aufgabe des Willens
  • Rechte Zeit und rechtes Maß
  • Erwartungen aufgeben
  • Nächstenliebe
  • Fasten
  • Das Gebet unterstützen
  • Die Mitte des Kreises
  • Nochmals: Bereitung zum Ruhegebet
  • 3. Einübung in das Ruhegebet
  • Annäherung an das Ruhegebet
  • Beten zulassen
  • Dein Gebetswort
  • Auswahl des persönlichen Gebetswortes
  • Rechter Gebrauch des Gebetswortes
  • Der wesentliche Schritt
  • Anrufung Gottes
  • Die Stufen des Ruhegebetes
  • Erste Erfahrungen auf dem Weg
  • Das Ruhegebet beginnen und beenden
  • Selig, die arm sind vor Gott
  • Der Name Jesus Christus
  • Das Geheimnis des Gebetswortes
  • Wenn sich das Gebetswort verändert
  • Hingabe schafft Rettung
  • 4. Praktische Hinweise
  • Das Ruhegebet zuerst - alles andere danach
  • Gebetszeiten
  • Dauer des Gebetes
  • Ausnahmen
  • Unruhe während des Betens
  • Innere Spannungen
  • Müdigkeit und Schlaf während des Ruhegebetes
  • Altvater Poimen zum Schlaf während des Betens
  • Angst vor Selbsthypnose
  • Hinweise, die die Erfahrung lehrt
  • Das Ruhegebet unterstützen
  • Dank nach dem Ruhegebet
  • IV. Anzeichen für die rechte Praxis
  • 1. Gebetserfahrung von Stufe zu Stufe
  • Anzeichen für die rechte Ausübung des Ruhegebetes
  • Weg der Reinigung
  • Abwehrkräfte
  • Freundschaft
  • 2. Vom Geheimnis der Entgrenzung
  • . in der Nachfolge Jesu Christi
  • Die rechte Seite und das rechte Tun
  • Hat das Ruhegebet auf das sexuelle Verhalten einen Einfluss?
  • Frei sein
  • Dank dem Ruhegebet
  • 3. Von allen guten Geistern begleitet
  • Der Himmel wird dich unterstützen
  • Erste Anzeichen für Trübsinn wahrnehmen
  • Schweigen
  • Wert der Gemeinschaft
  • V. Sinn und Ziel des Ruhegebetes
  • 1. Ziel und Vollendung des Betens
  • Wunderbare Veränderungen
  • In der Mitte sein und bleiben
  • Schlechtes macht dem Besseren Platz
  • Mehr lieben
  • Untrennbar mit Gott verbunden
  • Ein Ziel des Ruhegebetes
  • 2. Das Ziel: Einssein mit Gott
  • Der Bund der Liebe
  • Die Heimat des Menschen
  • Nahziel und Endziel des Ruhegebetes
  • Gottes Geschenk annehmen
  • Liebe verleiht Ähnlichkeit mit Gott
  • Geistlich und mit Gott vereint werden
  • Worte aus erfülltem Herzen
  • 3. Geheimnis des Glaubens
  • Das Geheimnis des Glaubens wird Wirklichkeit
  • Sterben um zu leben
  • Sich in Gott fallen lassen
  • Heilige Schrift
  • Geheimnis des Glaubens
  • 4. Beten ist Aufbruch in ein neues Geheimnis
  • Ruhegebet: Aufruf zum Aufbruch
  • Das Gebet Jesu am Ölberg
  • Ruhegebet und Liebe
  • Erfahrung und Wissen gehören zusammen
  • Zieh weg aus deinem Land
  • VI. Umgang mit Gedanken
  • 1. Beharrlichkeit im Gebet
  • Gott die Erstlinge darbringen
  • Das rechte Maß einhalten
  • Überheblichkeit
  • Ausdauer im Gebet
  • Wesentlicher Beitrag
  • Erwartungen an das Ruhegebet
  • 2. Hindernisse auf dem Weg
  • Erwartungen sind Blockaden
  • Überfülle macht krank
  • Fanatische Einseitigkeit
  • Durststrecken und Unkenntnis
  • Schatten weichen dem Licht
  • Hingabe und Demut
  • Mut weiterzugehen
  • 3. Gedanken während des Betens
  • Blockaden abbauen
  • Störende Gedanken?
  • Unverarbeitete Eindrücke ...
  • . wie wilde Tiere
  • Bete niemals zu lange
  • Gute und schlechte Gedanken während des Gebetes
  • Zum Ruhegebet zurückkehren
  • Denken gehört nicht zum Ruhegebet
  • Umgang mit Gedanken während und außerhalb des Ruhegebetes
  • Nochmals: Viele Gedanken während des Betens
  • Türen öffnen
  • Glückseligkeit
  • VII. Schlüssel zur inneren K raftquelle
  • 1. Lebensaktivität durch Ruhe
  • Nichts kann davon abhalten, den Weg zu gehen
  • Das Höchste zuerst
  • Ruhe und Aktivität im Wechsel
  • Bete und arbeite
  • Beginn der Sexualität
  • Im Gleichgewicht bleiben
  • Bei sich wohnen
  • Hand Gottes
  • 2. Auswirkungen des Ruhegebetes
  • Staunenswert sind deine Werke
  • Liebe zu Gott
  • Ein weites Herz
  • Positive Veränderungen und Erfolg bauen sich langsam auf
  • Unterbrechung
  • Mögliche körperliche Auswirkungen
  • Mögliche psychische Auswirkungen
  • Mögliche religiöse Auswirkungen
  • Einsicht in tiefere Zusammenhänge
  • Wandelnde Kraft durch regelmäßiges Beten
  • Die Auswirkungen des Ruhegebetes verstärken
  • 3. Gebet als Chance, Umwege zu vermeiden
  • Gutes sprechen
  • Sexualität kultivieren
  • Im Feuer seiner Liebe
  • Rückzug
  • Schwerelosigkeit der Seele
  • Was hinzu kommen muss
  • 4. Gegenwart Gottes im Menschen
  • Annäherung an den Schöpfer
  • Im Gebet alles loslassen ...
  • . auch das Bild von Gott
  • Kein Gebetswort, keine Gedanken
  • Der Himmel berührt die Erde
  • In Gott ruhen
  • Gottesbewusstsein
  • Das Ruhegebet - Geist des geistlichen Lebens
  • Empfang der heiligen Kommunion
  • Erfahrung der Ewigkeit
  • Bibelstellenverzeichnis
  • Literaturverzeichnis
  • Zum Autor
  • [Informationen zum Buch]
  • [Informationen zum Autor]

I.
Hinführung zum Ruhegebet


1. Aller Anfang ist leicht


Gott, der barmherzige Vater, der Schöpfer des Himmels und der Erde, hat durch sein Gnadenwirken alle Keime des Guten in unsere Seele gepflanzt, ja, und noch weitaus mehr: Er selbst ist mit seinem göttlichen Wesen in uns anwesend. Unsere Aufgabe besteht darin, mit der Gnade Gottes mitzuwirken, die Keime des Guten zu erwecken und uns der Gegenwart Gottes in uns bewusst zu werden. Gott schenkt uns dazu die Kraft des Wachstums zur Vollkommenheit. Unser Pflegen und Begießen der Keime des Guten ist allerdings umsonst, wenn der Herr es nicht wachsen lässt. Durch freien Willensentscheid können wir das in uns eingepflanzte Gute und das uns von Gott eingestiftete Ebenbild gar vernachlässigen oder fördern und belichten.

Einladung


Unser Glaube lehrt uns wunderbare Wege zur Erweckung der Gnade und zur Verwirklichung dessen, was Gott für uns ausersehen und bestimmt hat.

Einer dieser Wege ist das Ruhegebet, das uns disponiert, das liebende Entgegenkommen Gottes wahr- und anzunehmen. Früh am Morgen tritt mein Gebet vor dich hin (Psalm 88,14). Wenn wir uns im Ruhegebet bereiten, den Schöpfer des Himmels und der Erde zu empfangen, so kommt dies einer Einladung gleich, indem wir vor Gott unser Herz und unsere Seele ausbreiten, damit er sie erfüllen möge.

Darum wartet der Herr darauf, euch seine Gnade zu zeigen, darum erhebt er sich, um euch sein Erbarmen zu schenken (Jesaja 30,18). Aber auch Jesus Christus lädt uns ein, zu ihm zu kommen und am Geheimnis der Liebe Gottes teilzunehmen. Wer Durst hat, komme zu mir und trinke (Johannes 7,37). Auf dem Weg zur Quelle ewigen Lebens überschreiten wir alle äußere Wahrnehmung, jegliches Denk- und Vorstellungsvermögen und bereiten uns innerlich hingebend darauf vor, im Wasser ewigen Lebens Jesus Christus selbst zu empfangen. Was kann es Größeres und Höheres geben?

Entstehung des Ruhegebetes


Als heilendes Mittel, um allen dunklen und versucherischen Kräften entgegenzutreten, praktizierten und lehrten die frühen Wüstenväter das Ruhegebet, eine Gebetsweise, die sie aus dem Verhalten Jesu dem Versucher in der Wüste gegenüber entwickelten. Dieses Gebet besteht im einfachen Wiederholen bestimmter Verse aus der Heiligen Schrift. Es ist eine Art Stoßgebet, das oftmals rezitiert und dann langsam verinnerlicht wird.

Am Ende seines Aufenthaltes in der Wüste begegnet Jesus dem Widersacher, der ihn in Versuchung führen wollte. Jesus lässt sich jedoch nicht auf Diskussionen mit ihm ein, sondern antwortet ihm jeweils mit einem Wort Gottes, das für den Widersacher eine Absage bedeutet.

Die Väter wussten um die Gefährlichkeit einer Versuchung und die verheerenden Folgen, wenn sie einer Versuchung erlagen. Jede Versuchung wird für sie zur Verführung und führt damit zum Abfall von Gott. Um nicht zu erliegen, nahmen sie das Verhalten Jesu zu ihrem Vorbild, indem sie jeder versucherischen Situation mit einem Wort Gottes begegneten, das sie oftmals wiederholten. Das Verhalten Jesu, die wiederholte Absage an das Böse und die mit dem Schriftwort verbundene Ausrichtung auf Gott, wurde von den Vätern zu einem allgemeinen Prinzip erhoben.

Diese Gebetsweise, die sich zuerst «Widerspruch» oder «Widerrede» nannte, bildete die Grundlage für das spätere Ruhegebet, das dann regelmäßig gebetet wurde und nicht nur in einer versucherischen Situation. Es sind nur wenige, aber oft wiederholte Worte, die zum Ruhegebet werden. Dadurch werden negative, zerstörerische und ungute Kräfte abgebaut und ein Schutzwall gebildet, dass sie den Menschen nicht mehr zerstörerisch überfallen und keinen Einlass in sein Inneres finden. Auf diesem Weg findet der Betende die der Seele innewohnende Ruhe und kann sie mehr und mehr stabilisieren. Durch dieses so einfache Gebet wird die Seele frei von allen Dunkelheiten und zum Licht in die Nähe Gottes geführt; der ständig fließende Gedankenstrom wird durch die Wiederholung ein und desselben Verses aus der Heiligen Schrift unterbrochen, so dass sich Frieden und Ruhe in der Seele ausbreiten können.

Tradition


Das genaue Maß des Betens ist von den Vätern seit alters her festgesetzt. Daher sollten wir ihre Anweisungen beachten und nicht versucht werden, etwas hinzuzufügen oder wegzulassen. Wenn wir zu dauerhaften Fortschritten gelangen möchten, das heißt unser Tun stärker in Gott verankern und die allem zugrunde liegende Wahrheit tiefer erkennen, müssen wir uns an jene Lehrer halten, die nicht nur großsprecherisch davon reden, sondern den Weg dorthin aus eigener Erfahrung kennen.

Ein wahrer Lehrer gewinnt nicht nur aus dem eigenen Gebet eine tiefgreifende Kraft und eine unendliche Demut, sondern auch aus dem Gebet derer, die er/sie in der Seligkeit des Himmels weiß.

Wir müssen in den Fußstapfen der Altväter bleiben und dürfen uns nicht herausnehmen, mit dem Ruhegebet ungewöhnliche Wege zu gehen und Unterscheidungen vorzunehmen, die nur auf unser eigenes Urteil gestützt sind. Was uns die Väter überliefert haben, sowohl durch ihre Lehre als auch durch das Beispiel ihres Lebens - danach sollten wir uns richten.

Aufnahmebedingungen


Die Strenge der Wüstenväter ist bekannt und, dass sie viele Ratsuchende abwiesen, wenn ihr Anliegen ihnen nicht wahrhaftig genug erschien. Den Wüstenvätern war das Ruhegebet so überaus wichtig und lieb geworden, dass sie es unter keinen Umständen denen anvertrauen wollten, die nicht aus reinem Herzen danach verlangten oder es nur nebenbei erlernen wollten. Hätten sie jedoch gegenteilig gehandelt, wären sie sich als Verräter eines lang gehüteten Geheimnisses vorgekommen. Sie wollten auch nicht im Zuhörer eine Art Langeweile hervorrufen, wenn sie über den Weg in eine tiefe innerlich erfüllende Ruhe sprachen, den ihr Gegenüber ohnehin nicht fassen konnte.

Einstieg


Für diejenigen, die sich zu diesem geistlichen Weg entschlossen haben, ihn aber nur unregelmäßig und «lau» beschreiten, gilt das Wort des Kohelet: Es ist besser, wenn du nichts gelobst, als wenn du etwas gelobst und nicht erfüllst (5,4). Jeremia äußerst sich dazu in noch schärferer Weise: Verflucht, wer den Auftrag des Herrn lässig betreibt (48,19). Nach diesem Wort wiesen die Wüstenväter viele ab, die in die Geheimnisse des Gebetes der Ruhe eingewiesen werden wollten. Damit erreichten sie, dass sich die Suchenden noch eindeutiger und tiefer mit dem beschäftigten, wonach sie sich sehnten. Mit ihrem Zögern in der Aufnahme wollten die Wüstenväter nur verhindern, dass sie sich vor Gott des Leichtsinns schuldig machten, wenn sie zu früh und leichthin jemanden aufnahmen. Der Fragende sollte zunächst den Schritt, den er tun wollte, richtig erkennen und geistig-geistlich durchdringen. Auf Grund von Einsicht und eines klareren Entschlusses war es für die Lehrer des Gebetes dann wesentlich leichter, die Schüler einzuführen.

Zurückhaltung


Die Wüstenväter wussten sehr wohl, wem sie die verborgene Tür zum Geheimnis des Ruhegebetes öffneten und wem nicht. Sie verweigerten allen, die Tür zu öffnen, die sich nicht in Wahrheit nach der Offenbarung dieses Geheimnisses sehnten. Wenn sie diese geistlichen Dinge jemandem enthüllen sollten, dem es gar nicht um sie zu tun war und der nur nebenbei nach ihnen verlangte, kam es ihnen so vor, als ob sie einen Verrat begingen. Nur diejenigen nahmen sie auf und weihten sie ein, die zutiefst nach erfüllender Gebetserfahrung suchten.

Auswahl treffen


Der Lehrer des Ruhegebetes hat in seinen Gesprächen und Vorträgen ein Ziel vor Augen, das er ständig mit einfließen lässt. Da für diejenigen, die noch keine Erfahrung mit dem Ruhegebet gemacht haben, dieses Ziel schwer zu verstehen ist, glauben sie, es niemals zu erreichen. Damit trafen die Wüstenväter bei ihren Zuhörern eine Auswahl, die von den Schülern kaum wahrgenommen wurde. Sie waren es selbst, die den Unterricht abbrachen, da sie Weiteres gedanklich nicht mehr mit- und nachvollziehen konnten.

Doch gerade darum ging es den Altvätern: mit dem Ruhegebet einen Gebetsweg zu lehren, der erst jenseits allen Denkens seinen Anfang nimmt. Dies war und ist für viele Menschen unvorstellbar, und da sie alles verstandesmäßig zu erfassen suchen, weisen sie diese Gebetslehre als unwirklich von sich. Die Lehrer waren glücklich darüber, wenn auf diese Weise der Zuhörerkreis kleiner wurde, denn mehr als zehn Schüler wollten sie nicht annehmen.

Jetzt verließ der Lehrer aus Menschenkenntnis, aus Weitsicht, in Güte und aus Nächstenliebe die höhere Ebene seiner Rede und begab sich auf den Verstehenshorizont seiner Schüler. Im Grunde seines Herzens wusste er nur allzu gut, dass hier die Erfahrung eines durch das Gebet sich entgrenzenden Bewusstseins fehlt, eine Erfahrung, die der Betende nur jenseits seines Denkens, Wollens und aller Sinneswahrnehmung machen kann. Der Lehrer fuhr jetzt mit nachvollziehbaren Worten mit der Gebetslehre fort und gab damit Sicherheit, Selbstvertrauen und Zuversicht.

Teilnehmerzahl


Nahm ein Wüstenvater eine neue Gruppe von Schülern auf, um sie in die Geheimnisse des schweigenden Betens einzuführen,...

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