Die Pforten der Ewigkeit

Historischer Roman
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. März 2011
  • |
  • 861 Seiten
 
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978-3-8387-0416-6 (ISBN)
 
1250. Friedrich II. ist tot, das Reich in Aufruhr.

Nur einer kennt das letzte Geheimnis des Kaisers: Rogers de Bezers, ein Katharer. Er begibt sich auf die Spur des Geheimnisses, das sein Leben für immer verändern wird.

Zur gleichen Zeit macht sich eine Zisterzienserin auf, in der Abgeschiedenheit des Steigerwaldes eine neue Zelle zu gründen. Um eine Mitschwester vor der Inquisition zu bewahren, muss ihr Orden berühmt werden. Das Mittel: der Bau eines prächtigen Klosters. Als die Menschen im Ort Schwester Elsbeths Pläne ablehnen, greift sie auf die Hilfe dreier Fremder zurück. Einer von ihnen ist Rogers de Bezers. Elsbeth ahnt nicht, was ihn wirklich nach Wizinsten geführt hat.
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1. EBRA (S. 369-370)

Als Constantia aus dem Wald herauskam und zum ersten Mal die Baustelle des Klosters Ebra vor sich liegen sah, wurde ihr bewusst, wie ähnlich im Grunde genommen die Lage Ebras und Wizinstens waren. Beide waren in einem Talkessel errichtet, von hohen, bewaldeten Hügeln umgeben, beide lagen an Straßen, die sich zwar bei ihnen kreuzten, aber im Wesentlichen daran vorbeiführten. Doch wo im Falle Wizinstens der Talgrund weit und licht war, war er, was Ebra betraf, eng.

Die Hänge waren steil, und die Bauhütten zogen sich an ihnen in die Höhe, weil nirgendwo genügend Platz war. Wenn man es genau nahm, hatten sich die Zisterziensermönche von Ebra einen Ort ausgesucht, der viel mehr nach locus horrori aussah als Wizinsten. Wenn man es noch genauer nahm, waren sich die Ebraer darüber im Klaren und bildeten sich so viel darauf ein, dass sie den weiten Weg von den Regeln von Cîteaux zur benediktinischen Selbstzufriedenheit schon wieder zurückgegangen waren. Selbst wenn sie nicht notgedrungen über Schwester Elsbeth so viel vom Bau eines Klosters mitbekommen hätte, wäre es Constantia klar gewesen, dass etwas mit Ebra nicht stimmte.

Die Klosterkirche dominierte die Baustelle, aber sie war nicht eingedeckt und hockte in ihrem Gerüst wie von Spinnweben überzogen. Die unteren Reihen des hellen Steins waren bereits nachgedunkelt und mit Moos und Flechten überzogen – der Bau zog sich hin, wie Constantia gehört hatte, seit beinahe fünfzig Jahren. Wer ein Auge dafür hatte, ahnte auch, weshalb. Das nördliche Querschiff der Kirche mündete in eine kreuzförmige Kapelle, deren Basis so schlicht angefangen hatte, wie es auch aus Elsbeths Plänen zu erkennen war, aber dann waren die Bauherren von ihrer eigenen Hybris überwältigt worden.

Sie hatten auf das wuchtige Kreuz des Untergadens ein Pultdach gesetzt und darauf einen hohen Lichtgaden mit schmalen, rundbogigen Lanzettfenstern, gedrungenen Wandpfeilern mit kleinen Fialtürmchen und einem Satteldach. Über der Vierung ragte ein unauffälliger Turm auf; ganz wie es zisterziensischer Baukunst entsprach. Doch die Nordwand der Kapelle wies eine mächtige Fensterrose auf, die sich am anderen Ende des Gesamtbauwerks, über dem Eingang der nicht fertiggestellten Klosterkirche, wiederholte. Hier war sie noch nicht viel mehr als eine runde Auslassung in der Wand, das Maßwerk noch nicht eingepasst – man konnte durch es hindurch die Rosette in der Kapelle sehen und dass sie mit buntem Glas gefüllt war.

Wenn Constantia es richtig verstanden hatte, bevorzugten die Zisterzienser opake weiße Fenster – es ging ihnen darum, dass Licht die Kirche füllte. Hier sah sie nun, was geschah, wenn die Bauherren auf halber Strecke aus den Augen verloren, woher sie gekommen waren, und die ursprüngliche Pragmatik von Cîtaux mit der Verspieltheit eines neuen Baustils mischten, nur weil sie genug Geld dafür hatten. Geld, das ihnen mittlerweile ausgegangen zu sein schien.

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