Wunder in der Warteschleife

Eine Reise durch die Welt der ungewollten Kinderlosigkeit
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. November 2018
  • |
  • 296 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7481-8735-6 (ISBN)
 
"Darf ich jemals Mutter werden?"Diese Frage stellt sich die junge Erzieherin Maureen immer und immer wieder. Während alle Paare um sie herum problemlos Eltern werden, lassen Maureen und ihr Mann Karsten zahlreiche künstliche Befruchtungen über sich ergehen - ohne Erfolg. Der unerfüllte Kinderwunsch lässt die beiden an ihre körperlichen und seelischen Grenzen stoßen und droht ihre Ehe zu zerstören. Plötzlich taucht auch noch ein alter Jugendfreund auf und macht das emotionale Chaos perfekt...
Diese wahre und mitreißende Kinderwunschgeschichte soll anderen Kinderwunschpaaren neue Hoffnung, Mut und Kraft schenken. Tauchen Sie ein in einen fesselnden Liebesroman, der mit einer Flut an Emotionen auf Ihre Tränendrüse drücken wird und mit unerwarteter Wendung und einem spannenden Ende überrascht...
Endlich ein Roman anstatt eines Ratgebers zu diesem Thema, der zudem die Wahrheit über die Arbeit vieler Kinderwunschzentren aufdeckt!
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,34 MB
978-3-7481-8735-6 (9783748187356)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Die Erzieherin Mari Désirée (*1987) erfährt im Jahr 2013 mit 25 Jahren, dass ihr Mann aufgrund einer frühkindlichen Erkrankung keine Kinder zeugen kann.
Dies ist der Beginn eines langen unerfüllten Kinderwunsches - eine Zeit voller Emotionen, die Mari zunächst nur für sich selbst niederschreibt.
Im Jahr 2018 verschriftlicht sie alles Geschehene zu einem wundervollen Roman, mit dem sie Gleichgesinnten neuen Mut für deren Weg schenken möchte.

Kapitel 1 - Traum vom Wunder


Der Traum


Februar 2015.

Mein warmes und weiches kleines Bündel.

Ich streichle liebevoll über die zarte Wange und ein Lächeln umspielt meine Lippen. Mein Baby liegt an meiner Brust. Wie schön es trinkt. Und es geht ihm genauso gut wie mir. Glück, Liebe, Geborgenheit - es ist mir so warm ums Herz. Dass das Muttersein so wunderschön ist.

Plötzlich sehe ich nicht mehr klar. Nebelschwaden um uns herum. Was ist das.? Mir wird heiß und kalt, ich höre Stimmen. Jemand nimmt meine Hand. Eine Nebelwolke hängt in der Luft, meine Arme greifen ins Leere. Wo ist mein Kind?! Wer hat mein Kind?! Wo ist es?!...

Als ich langsam die Augen öffne, wird mir klar, wo ich bin. Ich liege nicht in meinem Wohnzimmersessel mit meinem Kind im Arm. Sondern in einem kleinen weißen Raum auf einem grünen Liegerollstuhl. Zugedeckt. Müde.

Mein Mann Karsten sitzt neben mir auf einem Stuhl und hält meine Hand. "Maureen, mein Engel - ist alles okay?"

Ich nicke und er bietet mir einen Schluck Wasser an. Mein Hals ist trocken nach der Narkose und ich nehme das Glas mit zittrigen Händen entgegen. Dieses Mal haben sie das Narkosemittel ziemlich stark dosiert. mir fällt es schwer wieder ganz ins Hier und Jetzt zurückzukehren. Vielleicht aber auch, weil dieser Traum einfach zu schön war, um jemals wahr zu werden.

Als ich mich leicht aufrichte, um einen Schluck Wasser zu nehmen, durchfährt ein stechender Schmerz meinen Unterleib. Ich zucke zusammen und verschütte ein wenig Wasser. Karsten nimmt mir das Glas wieder ab. "Lehn dich noch einmal zurück. Dr. Neumann kommt gleich mit den Zahlen." Er macht eine Pause und versucht zu lächeln, doch ich sehe ihm an, dass es gespielt ist.

"Diesmal wird alles gut, mein Engel."

Ich lächle zurück, aber spüre einen dicken Kloß im Hals. Versuche ihn hinunterzuschlucken. Und unweigerlich schießen mir dabei Tränen in die Augen.

"Hast du Schmerzen?", fragt Karsten besorgt.

"Ein wenig", lüge ich. Die Schmerzen in meinem Bauch sind zwar erträglich. Aber der viel schlimmere Schmerz in meinem Herzen lässt sich nicht in Worte fassen.

Um zu erklären, wo dieser unsägliche Schmerz herrührt, muss ich weit ausholen. gehen wir zurück ins Jahr.

*****

2009.

Es ist ein verregneter Oktobertag. Ich sitze in der Mittagspause im Aufenthaltsraum der Kindertagesstätte. Meine Chefin Uletta, Leiterin der Einrichtung, kommt hinzu und möchte ebenfalls Pause machen.

"Ach Maureen. Wenn ich nochmal so jung wäre wie du."

Ich schlucke einen Bissen von meinem Mittagessen herunter und schiele zu ihr hinüber. "Worauf willst du hinaus?" Ein leises Lächeln huscht über mein Gesicht. Uletta wird bald 50.

"Du hast noch dein ganzes Leben vor dir mit deinen 22 Jahren. Hast du einen Plan?" Sie lächelt auch. Aber ihr Lächeln wirkt müde.

"Was meinst du damit?", frage ich. "Einen Plan fürs Leben? Also, ich bin frisch verheiratet. ich habe Arbeit. vielleicht kann ich diese Stelle hier ja fest haben. Dann denke ich, werden wir als nächstes ein Kind bekommen." Ich räuspere mich. "Darf ich sowas überhaupt sagen oder mindert es meine Chancen, fest ins Team aufgenommen zu werden?" Ich lache verlegen.

Auch Uletta muss leise lachen. "Du weißt, dass ich das nicht entscheide, Maureen." Sie starrt plötzlich auf den Tisch vor uns und ihr Lächeln erlischt. "Aber selbst wenn es so wäre - du bekämst eine Festanstellung. Egal ob hier oder woanders. Glaubst du, du kannst danach solche festen Pläne schmieden?" Uletta schaut zu mir auf. Mit ernster Miene. Und ich weiß nicht, was ich von dieser Frage halten soll. Was meint sie verdammt nochmal für Pläne?

Aber ich möchte nicht, wie ein verwirrtes kleines Mädchen wirken, sondern antworte: "Na klar! Ich habe gerade den tollsten Mann dieser Welt geheiratet! Wir werden eine Familie gründen und wer weiß, vielleicht bauen wir auch ein hübsches kleines Häuschen zusammen und bekommen dann noch ein oder zwei Kinder mehr." Ich grinse sie fröhlich an.

Uletta lächelt nun auch wieder. Aber sie schüttelt dabei sanft den Kopf. Dann stellt sie noch eine merkwürdige Frage: "Was wäre, wenn ihr keine Kinder bekommen könntet?"

Mein Grinsen verschwindet prompt wieder aus meinem Gesicht und ich ringe nach einer Antwort. aber wieso fragt sie so etwas?! Für mich ist es so sonnenklar. Natürlich werden wir eine Familie gründen! Was wäre, wenn ich keine Kinder bekäme. So ein Quatsch!

"Also weißt du, ich bin 22, mein Mann 24 - wir sind jung und gesund. Wieso sollten wir denn keine Kinder bekommen?!"

Ulettas Blick durchbohrt mich beinahe. "Ich möchte nur, dass du es dir vorstellst. Manchmal kommt im Leben alles anders als man denkt."

Ich bin fast froh, dass die Mittagspause herum ist, schiebe meinen Stuhl nach hinten und greife meinen Teller. "Das möchte ich mir nicht vorstellen", sage ich. "Das Leben ist schon schwer genug - ich finde, man muss positiv in die Zukunft schauen." Mit diesen Worten stehe ich auf und verabschiede mich. "Bis später."

Irgendwie habe ich Mitleid mit Uletta und frage mich, ob sie schon immer so negative Gedanken hatte oder ob es einen bestimmten Grund gibt, weshalb sie so verbittert ist und mich solche Dinge fragt. Für mich jedenfalls steht fest: Ich werde demnächst einen festen Vertrag bekommen und dann werden wir die Verhütung an den Nagel hängen. Und in den folgenden Monaten werden wir schwanger und bald ein kleines süßes Baby im Arm halten und eine glückliche Familie sein.

Mama und Papa sein - das größte Wunder in den Armen halten zu dürfen, welches diese Welt für uns Sterblichen bereithält - das ist so eine wunderschöne Vorstellung! Und ich glaube fest daran, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird.

Wartezeit


Mai 2010.

Ich sitze im Warteraum der Arbeitsagentur. Ein wenig frustriert, dass es mit einem festen Vertrag in diesem Sommer nicht funktionieren wird.

Uletta hatte mir vor einigen Wochen einen Termin im Personalbüro bei der Gemeinde Mühlborg angekündigt. Bei diesem Gespräch wurde mir schließlich mitgeteilt, dass es für eine Festanstellung zur Zeit keinen "Raum" gebe und die Leitung sich dazu ausgesprochen hätte, ich würde zudem nicht perfekt ins Team passen.

Uletta - obwohl ich sie mag, frage ich mich nun, ob es ihr nicht in den Kram passt, dass ich noch so jung bin und mein ganzes Leben vor mir habe, während sie und der Rest des Teams alle schon 50 oder zumindest kurz davor sind. Natürlich passt das irgendwo nicht.

Außerdem weiß sie ja nun, dass ich plane, Mutter zu werden. Gefällt ihr eventuell der Gedanke nicht, dass ich dann ein Jahr ausfallen würde oder auch zwei?

Vielleicht aber ist es noch etwas anderes - und dieser Gedanke lässt mich nicht mehr los. Vor einigen Wochen kam mir zu Ohren, dass Uletta in jungen Jahren vergeblich versucht hatte, mit ihrem Lebensgefährten ein Kind zu bekommen. Lässt man diesen Gedanken zu, eröffnet sich einem gleich ein völlig anderes Bild von ihr und ihren Gründen, weshalb sie mich nicht im Team haben möchte. Vielleicht schmerzt es sie, zu sehen, dass ihre junge Kollegin einem Lebensplan nachkommt, den sie selbst zuvor erfolglos aufgeben musste.

Nun gut. Diese Grübelei bringt mich nicht weiter. Und was meinen eigenen Kinderwunsch betrifft, sehe ich es mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Wir sind ja wirklich noch jung und können so noch ein oder zwei weitere Jahre unser Leben als ungebundenes Paar zu zweit genießen.

Als Erzieherin ist es in der heutigen Zeit leider generell schwierig, einen unbefristeten Vertrag zu bekommen. Aber ich werde schon noch die richtige Stelle finden. Allzu lange kann es nicht mehr dauern. Da Karsten und ich beide jung und gesund sind, stelle ich es mir außerdem einfach vor, wenn wir einmal loslegen - und dann werden wir bald Eltern werden, da bin ich ganz optimistisch!

*****

Mai 2012.

Zwei weitere Jahre sind ins Land gezogen. Ich habe in einer Kinderkrippe gearbeitet und bin inzwischen fünfundzwanzig Jahre alt. Und habe erneut keinen Festvertrag bekommen. Es überkommt mich wieder eine Frustration, diesmal stärker als vor zwei Jahren.

Niedergeschlagen lege ich den Hörer auf, nachdem ich einen neuen Termin bei der Agentur für Arbeit ausgemacht habe und kehre ins Wohnzimmer zurück, wo Karsten sich gerade mit der Fernbedienung auf die Couch begeben möchte.

"Es ist so unfair.", jammere ich und lasse mich seufzend neben ihn auf die Couch fallen. "Diese...

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