Und, wie war's in New York?

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. November 2018
  • |
  • 316 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7481-3459-6 (ISBN)
 
Eine anschauliche und spektakuläre Reise, durch die wohl schillerndste und eindrucksvollste Stadt der Welt. Eine Tour, sechs aufeinander folgender Trips, durch eine großartige, bunte, atemberaubende, multikulturelle Weltmetropole. Oder einfach nur eine Liebeserklärung an New York City.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,53 MB
978-3-7481-3459-6 (9783748134596)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Marco Drigo wurde vor geraumer Zeit in einem kleinen Städtchen irgendwo in Süddeutschland geboren. Er arbeitete die vergangenen Jahre unter anderem als Mechaniker, Mediengestalter, Lehrer, Briefträger und Security. Marco spielte dreißig Jahre in diversen Pop-Punk Bands Drums, Klavier und Trompete. Lange Zeit beschäftigte er sich mit Malen und Zeichnen. Nun mit Schreiben.
Zweiter Teil
Brooklyn

Natürlich reiste ich wieder in meine gelobte Stadt. Diesmal allein. Nick ist verhindert und ich kenne mich ja nun schließlich aus. Dachte ich auf jeden Fall.

Ich wähle absichtlich den Spätsommer, da die anderen Jahreszeiten nicht auszuhalten sind. Außer dem Frühling vielleicht. Die Hundstage im Sommer, zwischen Juli und August, sind in New York unerträglich heiß, wenn sich die Hitze zwischen den Häuserschluchten anstaut. Und im Winter finden zwischen den immer häufiger werdenden Blizzards keine Konzerte auf den Straßen und in den Parks statt. Frühling wäre noch eine Option, wenn alles zum Leben erwacht, aber diese Stadt erwacht so oder so jeden Tag aufs Neue.

Ich ging nochmals ins Reisebüro, Aufenthaltsgenehmigung ist noch gültig, was ich brauche ist ein günstiges Hotel und einen Flug. Nach einigem hin und her, entschieden wir uns für ein privates Apartment in Brooklyn - warum nicht Brooklyn, mir gefällt es dort - und einen Flug mit Zwischenstopp auf dem Charles Du Gaulle in Paris, nach Newark New Jersey.

Bevor die Reise losging, machte ich mir einen Plan, wie ich vom Flughafen Newark nach Brooklyn gelange. In Newark nehme ich den Air Train bis in die Stadtmitte New Jersey, von da aus mit dem Path Train nach Manhattan und dann mit einem Taxi nach Brooklyn. Ganz einfach.

Die Anreise sollte sich als ein schier unüberwindbares Himmelfahrtskommando herausstellen.

Ich fuhr mit meinem Auto zu einem angemieteten Parkplatz außerhalb von München, von dort brachte mich das Parkplatzteam, mit ein paar anderen Reisenden, anhand eines Shuttlebus zum Flughafen. Pass einscannen, einchecken, warten.

Auf dem Flughafen in Paris angekommen, hatte ich einen Aufenthalt von fünf Stunden. Alles kein Problem. Der Anschlussflug lief auch problemlos. Ich liebe das Fliegen. Acht Stunden Flug sind akzeptabel, die Passagiere werden rund um die Uhr versorgt: mit Essen, Trinken, Filmchen gucken, Musik hören, schlafen. Aber was erzähl ich? Wisst ihr ja selber.

Endlich in New Jersey, Newwark gelandet. Koffer in Empfang genommen, einchecken und - über abermals flauschigen Teppich schwebend -, hinaus ins Freie, vorbei an jeder Menge uniformiertem Personal.

Nun stand ich da wie ein Depp.

Aber klar, ich hatte ja einen Plan. Ich musste erstmal nur den Air Train ausfindig machen. Aber wo? Wieder einmal lief ich der Meute hinterher und fragte mich durch. Nach langem umherirren, stieg ich in einen Zug, der mir als ein Air Train schien. Ich konnte nur hoffen, vollkommen auf mich allein gestellt, dass ich in die richtige Richtung fuhr. Ja, es hat geklappt. Wo aussteigen? Ah jetzt. Ich erkundigte mich nach dem Path Train, der mich unter dem Hudson River nach Manhattan bringen sollte. Wo Ticket lösen? Hat nach einer Weile auch geklappt. Ich war in Manhattan. Es war schon stockdunkel als ich den Zug an der Penn Station, mitten in der Stadt verließ und stand - mich fragend und hilfesuchend umschauend -, im tosenden Verkehr, inmitten der grellen Großstadtlichtern.

Ein bulliger Afroamerikaner sah mich und erkannte meine Lage - ich muss ziemlich verzweifelt drein geblickt haben, mit meiner Reisetasche in der Hand und diesem orientierungslosen Blick im Gesicht -, er nahm mich an der Hand und fragte: "Do you need a Taxi?"

"Yes, Why not?"

Er sprang mitten in den Verkehr, bremsen quietschten, die Fahrzeuge hupten und die Insassen schimpften und nannten ihn . das will ich an dieser Stelle nicht erwähnen. Er stoppte ein Taxi für mich. Ich bedankte mich tausendmal und wollte schon einsteigen, aber das genügte ihm nicht.

"Give me Money!" forderte er mich auf.

Logisch für seine Bemühungen wollte er entlohnt werden, also gab ich ihm drei US Dollar.

"More, more, more".

Also gab ich ihm fünf Dollar und er gab sich damit zufrieden, verschwand in der Dunkelheit und suchte sich das nächste hilflose Opfer.

Endlich saß ich im Taxi, jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Ich wies den gelangweilten Fahrer des Yellow Cap an, mich zu der Adresse zu bringen, die ich ihm nannte, aber er machte keine Anstalten los zu fahren. Ich wiederholte mein Begehr und er schüttelte nur den Kopf. Er würde ganz bestimmt nicht nach Brooklyn fahren, schließlich bekäme er dort keinen Fahrgast mehr und müsse leer zurück nach Manhattan fahren. Ich gebrauchte meine ganze Überredungskunst und reagierte ziemlich sauer, da ich total erschöpft und ausgepowert von der langen Reise war. Schließlich konnte ich ihn nach einem eindringlichen Gespräch doch noch dazu bewegen mich an besagte Adresse zu fahren.

Es ging weiter. Wie schön, sich im Taxi durch das hell erleuchtete, pulsierende, tosende Manhattan chauffieren zu lassen. Vorbei an mir schon bekannten Schauplätzen, hindurch zwischen den gleißenden Großstadtlichtern, überfuhren wir bald die Brooklyn Bridge. Die Fahrt schien nicht enden zu wollen. Machte aber nichts, ich konnte es genießen und mich ein wenig erholen.

In Brooklyn angekommen, fuhren wir die Flatbush Avenue entlang, bis wir links in die Rutland Road einbogen. Da soll ich wohnen? Sieht irgendwie nach einer Hinterhof Gegend aus. Er stoppte an angewiesener Adresse, drehte sich zu mir um und fragte mich, ob ich mir sicher wäre. Ich zuckte mit dem Schultern. Keine Ahnung. Er bot sich an zu warten bis ich drinnen bin - oder auch nicht. Vielleicht in der Hoffnung, er hat mit mir einen Fahrgast zurück nach Manhattan.

Ich bezahlte und gab Trinkgeld. Da schaute er mich fragend an und meinte, was das solle. Meinem Kofferträger gebe ich fünf Dollar und ihn möchte ich mit vier abspeisen. Ich hatte keine Lust und auch keine Nerven mehr für weitere Diskussionen, also gab ich ihm, was er verlangte. Ich stieg aus ins Ungewisse und er suchte das Weite.

Ein wenig ratlos stieg ich die Eingangsstufen des schönen alten Apartments empor und klingelte etwas schüchtern an der Tür. Wer weiß, wo ich da gelandet bin, inmitten einem dunklen und fremden Brooklyn. Nach kurzem warten, kam eine rundliche über beide Wangen strahlende, überaus sympathische, kahlköpfige Afroamerikanerin auf mich zu, öffnete die Tür und hieß mich willkommen. Ich nannte meinen Namen und fragte, ob ich hier richtig wäre. Mit einem herzlichen Lachen bejahte sie meine Frage. Endlich zu Hause. Ich muss ausgesehen haben wie ein Häufchen Elend. Sie nahm mir die Tasche ab, erklärte mir den Türcode und geleitete mich ohne Umschweife in mein neues Zimmer in der zweiten Etage. Ich hatte das Paradies Zimmer.

Nachdem ich meine Reisetasche abgestellt habe, zeigte sie mir das Gemeinschaftsbad, erklärte mir die Küche in der das Frühstück zu sich genommen wird und überließ mich meinem Schicksal. Ich fühlte mich sauwohl und alle Strapazen waren im nu vergessen.

Ein wenig frisch gemacht, machte ich mich auf den Weg ins Freie. Nobia, wie meine Vermieterin sich nannte, erklärte mir, das die Gegend safe wäre und das wir uns im Zentralen Brooklyn befinden. Nun gut, dann kann ja nichts mehr schief gehen. Lachend und gut gelaunt lief ich einmal um den Block und dann hinüber Richtung Westen, die Bedford Avenue überquerend, in die Flatbush Avenue hinein ins Brooklyner Nachtleben. Mir ging`s gut, ich war wieder hier, fühlte mich wohl und heute Nacht werde ich gut schlafen. Und ich schlief gut, in meinem aus einem Messinggestell gezimmerten Bett, auf zwei übereinander gestapelten, super weichen, Matratzen.

Mein neues Heim war ein Haus im Alten Englischen Stil. Und wie es bei den Amerikanern üblich ist, steht man nach dem durchqueren der Eingangstür direkt im Wohnzimmer, welches mit dunklen, soliden Möbeln, mit einem großen runden Tisch in der Mitte und einer Hausbar im Hintergrund, ausgestattet war. Angrenzend befand sich die Küche, durch die es in den Hinterhof geht. Die Schlafgemächer und das Bad befinden sich in der zweiten Etage, die über eine, ebenfalls in dunklem Holz angefertigten geschwungene Treppe, zu erreichen war. Außer mir befanden sich noch, so viel mir bekannt war, vier weitere Gäste im Haus, wir begegneten uns vielleicht mal morgens auf einen kleinen smalltalk beim Frühstücken, aber eher selten.

An meinem ersten Morgen - die Nacht zuvor musste ich noch einen Tausendfüßler aus meinem Zimmer verbannen, danach habe ich wohl geschlafen -, begab ich mich erstmal ins Bad, nachdem es nach einem Mitbewohner frei wurde um mich auf den Tag vorzubereiten. Erfrischt und den Kreislauf motiviert, ging ich die Treppe hinunter in die Küche, die großzügig mit Lebensmitteln ausgestattet war und genehmigte mir einen schon fertig zubereiteten Kaffee und einen Muffin. Das musste fürs Erste reichen. Bald werde ich mir endlich wieder einen Hotdog einverleiben können, auf den ich ein Jahr verzichten musste.

Gut gelaunt, dennoch vom Jetlag ein wenig gezeichnet, begab ich mich hinaus auf die Straße und lief die Rutland Road entlang, bis zur Flatbush Avenue und schaute mich in der Gegend, die ich zum ersten mal bei Tageslicht wahrnahm, um. Zuvor fragte ich Nobia nach der nächsten Metro Station. Die befindet sich in der Ocean Avenue an der Ecke Prospect Park.

Ich...

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