Die unbekannte Seele

Alltagsrätsel des Seelenlebens
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. Januar 2019
  • |
  • 124 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7481-2239-5 (ISBN)
 
Es geht in dem Buch um sehr Grundlegendes. Gewiss wird der Leser auch mit Normalem zu tun haben, sogar mit sehr Alltäglichem. Aber das Normale bietet Rätsel, wie das, was paranormal genannt wird. So kommt beides zusammen und wird sich vielleicht wechselseitig stützen. Wäre wirklich Dasselbe auf normalem und paranormalem Boden das letzte Rätsel, so würde zum mindesten die Zahl der Rätsel vermindert und die Lösung näher.
Die große Frage, die den Autor Hans Driesch beschäftigt, lautet: »Ist eine gegebene rein materielle Struktur als Grundlage des Formbildungsgeschehens denkbar oder nicht?« Er hält es für unmöglich, die Morphogenese der Organismen auf materielle Weise hinreichend zu erklären. Driesch fordert daher zusätzlich zu den physiko-chemischen Vorgängen einen nicht-materiellen Naturfaktor, der die geordnete Ganzheit des Organismus erzeugt, und nennt diesen "Entelechie". In der Entelechie sieht er den entscheidenden Unterschied zwischen belebt Seelischem und Unbelebtem.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,47 MB
978-3-7481-2239-5 (9783748122395)
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Die große Frage, die den Autor Hans Driesch beschäftigt, lautet: Ist eine gegebene rein materielle Struktur als Grundlage des Formbildungsgeschehens denkbar oder nicht? Er hält es für unmöglich, die Morphogenese der Organismen auf materielle Weise hinreichend zu erklären. Driesch fordert daher zusätzlich zu den physiko-chemischen Vorgängen einen nicht-materiellen Naturfaktor, der die geordnete Ganzheit des Organismus erzeugt, und nennt diesen "Entelechie". In der Entelechie sieht er den entscheidenden Unterschied zwischen belebt Seelischem und Unbelebtem.

GRUNDPROBLEME DER PSYCHO-PHYSIK


I. ALLGEMEINES


1. Das Psycho-Physische

Die Naturlehre hat es da, wo sie, wie man wohl sagen könnte, die sich selbst überlassene Materie untersucht, also da, wo es sich um das sogenannte unbelebte Naturgeschehen handelt, zu einer großen Vollendung gebracht. Dasselbe gilt von der reinen Psychologie als der Lehre von den Gesetzen des Ablaufs der Erlebnisse des Ich, wobei besonders betont sei, daß diese Psychologie, und zwar schon die des »normalen« Seelenlebens, unbedingt genötigt ist, ein Seelisch-»Unbewußtes« einzuführen, also das Wort »seelisch« oder »psychisch« in doppeltem Sinne zu gebrauchen: erstens für das Erlebte, das »Bewußt-Psychische« in seiner Unmittelbarkeit, und zweitens für das zur Erklärung der Abfolge dieses Bewußt-Psychischen in der Zeit theoretisch Eingeführte, d. h. eben: das Unbewußt-Psychische.

Die Naturlehre vom Unbelebten und die reine Psychologie erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Man versteht das; denn beide sind in der Tat sehr reine und in sich geschlossene Lehrgebäude.

Aber diese Lehren decken nun eben doch nicht alle erfahrungsgemäß vorhandenen Tatbestände der empirischen Wirklichkeit. Es muß also auch minder »beliebte« Lehren geben - vielleicht sind sie gerade das Bedeutungsvollste an unserem Wissen um die Realität.

Es gibt nämlich einerseits Materie, welche nicht im Sinne der Physik »sich selbst überlassen ist«, und es gibt andererseits in der Abfolge der Erlebnisse des Ich Bezirke, welche nicht »rein« psychologisch verstanden werden können, auch nicht bei Heranziehung des Unbewußt-Psychischen, sondern auf Verknüpfungen des Erlebnishaften mit der Welt der Materie hinweisen.

Mit dem ersten dieser Problemkomplexe beschäftigt sich die Biologie, mit dem zweiten jene Lehre, welche üblicherweise Psycho-Physik genannt wird. Man könnte beide Lehren »Psycho-Physik« nennen, denn »Physis« als Materie und »Psyche« als Erlebnis oder doch Erlebnisartiges, nämlich Unbewußt-Psychisches, kommen in beiden Lehren zueinander, wenn auch gleichsam aus verschiedenen Richtungen. Der Biologe untersucht, wie der Physiker, stets Materie und Bewegung, um dann freilich zu finden, daß es sich da nicht um »sich selbst überlassene« Materie handeln kann: So wird er zum Physiko-Psychiker«. Der Psychologe andererseits findet Lücken in seinen mit rein Psychischem, bewußtem und unbewußtem, arbeitenden Ablauf gesetzen; er muß Anleihen bei der Lehre von der Materie machen und ist so zum »Psycho-Physiker« in engerem Sinne des Wortes geworden.

Keine »reinen«, sondern gemischte Wissenschaften sind also die beiden Lehren, in denen Physis und Psyche Zusammenkommen. Aber vielleicht sind sie gerade darum die Lehren, die uns am tiefsten in das Wesen der Welt hineinführen. Und sie gehen uns zumal darum ganz besonders an, weil wir eben Menschen sind: Die Biologie des Menschen ist Physiko-Psychik, seine Psychologie muß Psycho-Physik werden. Von jeder der beiden möglichen Seiten aus betrachtet ist »der Mensch« ein Doppelwesen.

Gewiß gibt es in der Biologie des Menschen, also im Rahmen jener Lehre, die, als »Naturwissenschaft«, ihn als »materielles System« ansieht, rein mechanische Strecken (Gelenk-Mechanik, Blutkreislauf usw.); gewiß auch kann Psychologie, als Lehre vom Ablauf der Erlebnisse, streckenweise »rein« bleiben und braucht keine Anleihen aus der Physis her. Aber diese »reinen« Strecken beider Wissenschaften sind sicherlich nicht das Ganze, das der wissenschaftlichen Erforschung vorliegt; tatsächlich sind es sogar nur kleine Strecken. Und so muß das physiko-psychische oder umgekehrt das psycho-physische Problem aufgeworfen werden.

Wir wollen es in dieser Schrift nur als psycho-physisches Problem im engeren, üblichen Sinne des Wortes behandeln, also das entsprechende biologische Problem, das wir physiko-psychisch nannten, beiseite setzen. Was darüber gesagt werden kann, ist an anderem Orte von mir dargelegt worden3.

2. Die psycho-physischen Probleme

Allem weiteren voraussenden wollen wir eine Aufzählung sämtlicher Tatbestände, die überhaupt das psycho-physische Problem im engeren üblichen Sinne des Wortes zeitigen, d. h. eine Aufzählung derjenigen empirisch ermittelten Sachverhalte, in denen, in einer zunächst noch ganz unbestimmt gelassenen

Form, eine Zuordnung von bewußtem Erlebten zu materiellem Geschehen, und zwar am Leibe des Erlebenden, besteht. Man beachte, daß hier zunächst nur das bewußte Erleben in seiner Zuordnung zum Materiellen in Frage steht. Denn das allein ist ja das unmittelbar Erfaßte; alles Reden von Seelisch-Unbewußtem ist schon Theorie, obwohl notwendige Theorie.

Die übliche Verwendung des Wortes »psycho-physisch« betrifft nun zwei Gruppen von Sachverhalten. Es geht nämlich die »Zuordnung«, von der wir redeten, bei der einen Gruppe der Tatsachen vom Erleben zur Materie, bei der anderen aber von der Materie zum Erleben. Wir können passend die erste Gruppe die zentrifugale, die zweite die zentripetale Gruppe nennen, wobei als »Zentrum« das erlebende Ich gilt.

Zentrifugale Zuordnung besteht:

Erstens bei der Willenshandlung: Auf meine bewußten Willenserlebnisse folgen zeitlich - (ich sage vorsichtigerweise nicht »kausal«) - Bewegungen meiner Gliedmaßen, welche ihrerseits zurückgehen auf die Erregung motorischer Nerven und gewisser Hirnteile. Werden meine motorischen Nerven durchschnitten, so bleiben jene Bewegungen aus.

Zweitens bei der sogenannten »psychischen Sekretion«, entdeckt von Pawlow: Erlebnisse nicht willenshafter Art, unmittelbar durch »Triebe« oder im Wege von Assoziationen hervorgerufen, haben zur Folge die Sekretion seitens der Verdauungs- und anderer Drüsen.

Drittens bei den physiologischen Folgen von Suggestionen: Blutungen, Menstruationserscheinungen, ja »Stigmata« können diese Folgen sein. Das in Frage kommende bewußte Erlebnis ist hier nicht ein »Wollen«, sondern ein Überzeugtsein, ein »Glaube«, nämlich, daß etwas geschehen wird - und es geschieht. Lassen wir die sogenannten physischen Erscheinungen im Gebiete des Parapsychischen als tatsächlich zu4, so würden auch diese, also z. B. Telekinesen, Materialisationen, wenigstens zum Teil, hierher gehören. Doch bewegen wir uns hier auf sehr unsicherem Boden.

Zentripetale Zuordnung besteht:

Erstens in Form der Wahrnehmung im weitesten Sinne des Wortes, den wir mit dem Ausdruck »Fremd-Erfassung« wiedergeben können. Um an dieser Stelle nur auf normale (also nicht paranormale) Fremd-Erfassung einzugehen, so folgt also einer »Affektion« der Sinnesorgane eine solche der Nerven und des Gehirns, und auf sie folgt das Erlebnis. Hierüber wird später sehr eingehend zu reden sein.

Zweitens in Form der Beeinflussung sogenannter »Triebe« oder »Gefühle« durch im Wege innerer Sekretion gelieferte »Hormone«. Über diese Dinge ist eigentlich nur bekannt, daß es sie gibt; mehr nicht.

Drittens in Form der Beeinflussung gewisser Bezirke unseres Erlebens durch Defekte am Gehirn. Die Erinnerung und das Wiedererkennen werden hier vornehmlich betroffen, wenn auch oft nur vorübergehend. Das ist jedenfalls eine die »Zuordnungs«-Frage betreffende Tatsache. Es wird eingehend von ihr zu reden sein. Die sehr dunklen Sachverhalte, welche eine Zuordnung von Erleben zu Materiellem mit Rücksicht auf das Innenleben überhaupt, also nicht nur die Erinnerung und das Wiedererkennen, betreffen, werden gelegentlich gestreift, werden.

Über die zentrifugale Gruppe der psycho-physischen Tatsachen ist mit Rücksicht auf die Verkoppelungsfrage nicht viel zu sagen. Wir wissen nur, daß auf das Willens-, das Überzeugungserlebnis Leibliches folgt. Wie das geschieht, wissen wir nicht; nur daß das bewußte Ich es nicht »macht«, wissen wir. Über die seltsamen regulatorischen Geschehnisse, welche bei der Ausführung von Willenshandlungen einsetzen, wenn, durch Verletzungen oder sonstige Störungen des Nervensystems, die »normale« Ausführungsart unmöglich geworden ist, wissen wir freilich eine ganze Menge; aber das gehört in die reine Biologie, wo es als Stütze des sogenannten Vitalismus von großer Bedeutung ist5.

Von uns soll nur die zentripetale Gruppe der in Rede stehenden Koppelungen behandelt werden, und zwar auch in ihrem Rahmen in breiterer Form nur jene Grundsachverhalte, welche die Namen »Wahrnehmung« und »Erinnerung« führen. Das aber soll im Sinne einer...

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