Vampira - Folge 8

Die Blutbibel
 
Adrian Doyle (Autor)
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 9. August 2011 | 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1321-2 (ISBN)
 
Eigentlich sollte die Karte aus Menschenhaut direkt zum Lilienkelch führen. Doch als Landru sein Ziel erreicht, muss er erkennen, dass das Unheiligtum der Vampire nicht hier ist - in diesem Tempel auf dem Dach der Welt, wo nicht einmal mehr die Naturgesetze Bestand zu haben scheinen. Statt des Kelches wird ein Buch in den Tempelmauern aufbewahrt. Landrus Enttäuschung verfliegt, als er die Bedeutung des Buches erfährt. Es ist die Blutbibel, die EWIGE CHRONIK. Eine Schrift, die demjenigen, der sie zu lesen versteht, unendliche Macht verleiht. Doch Landru ist nicht der Einzige, der bis hierher vorgedrungen ist. Lilith weilt bereits mitten unter den Herren des Tempels. Ihr Todesurteil ist gerade verkündet worden.
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Deutsch
Breite: 125 mm
0,15 MB
978-3-8387-1321-2 (9783838713212)
3838713214 (3838713214)
(S. 22-23)

Er hatte den »Zauber der Herzen« durchgeführt. Indem Landru die Herzen seiner Opfer aus den noch warmen Leibern genommen und sie in vorgeschriebener Weise übereinandergeschichtet hatte, war ihre Kraft auf ihn übergesprungen. Als zusätzliche Nährquelle für seine Magie. Dies war unten im Dorf Yakshamalla geschehen – bevor er zu den Tempelbauten aufbrach. Inzwischen wusste Landru, dass er die Hürden auf dem Weg zum Kelch unterschätzt hatte. Es wäre ihm beinahe zum Verhängnis geworden, dass er sich dem erstbesten Mönch hoch oben auf dem Gebirgsplateau ohne besondere Vorkehrungen genähert hatte. Inzwischen wusste er, dass er es nicht mit normalen Gegnern zu tun hatte, sondern mit solchen, die über respektable Macht verfügten.

Er hatte in einen Abgrund von Kälte geschaut, als der Kuttenträger sich ihm zuwandte. Nur die schnelle Flucht hatte Landru vor einem Schicksal bewahrt, das selbst ein Wanderer durch die Zeitalter sich nur schwerlich ausmalen konnte. Zugleich hatte diese Beinahe-Katastrophe ihn aber in seiner Überzeugung bestärkt, dass er sich diesmal – nach zweieinhalb Jahrhunderten vergeblicher Suche – endlich auf der richtigen Fährte befand. Die Gegend um die Tempelanlage jedenfalls war gefährliches Terrain, so viel stand fest. Und der Tempel selbst überbot diese Gefahr noch um ein Beträchtliches.

Landru hatte in den Stunden nach seinem ersten vergeblichen Versuch noch einmal die Dörfer durchstreift, die dem sonderbaren »Kult des Scherbengerichts« huldigten. Alle Versuche, mehr über die geheimen Riten und ihre Initiatoren herauszufinden, waren gescheitert. Nur einer derjenigen, die im Auftrag der »Templer« handelten und Todesboten genannt wurden, schien mehr über die Vorgänge gewusst zu haben. Swani, so der Name des Alten, hatte sich leider auch als einziger erfolgreich gegen Landrus Suggestivfragen zur Wehr gesetzt – und war mit seinem Wissen gestorben.

Ein leiser Knurrlaut löste sich aus Landrus Wolfskehle. Einen Moment lang dachte er an Nona, die Werwölfin. Sie war eine der wenigen Vertrauten, die er im Laufe seines unglaublich langen Daseins gewonnen hatte. Was nicht ausschloss, dass er sie jederzeit für ein Ziel wie den Lilienkelch geopfert hätte. Sie hätte ihm wertvolle Dienste leisten können, indem sie die wachsamen Mönche eine Zeitlang von ihm ablenkte. Landru war sicher, dass es leichter für ihn werden würde, wenn er sich erst einmal im Tempel befand. Wenn er ehrlich war, fehlten ihm Nonas morbide Sinnlichkeit und ihr ungestümer Schoß mehr als ihr zweifellos ausgeprägter Intellekt. Vor ihm tauchten die goldenen Kuppen der Tempelanlage auf.

Der architektonische Stil war schwer zuzuordnen. Auf jeden Fall – so weit war sich Landru, der Weitgereiste, sicher – entsprach die Bauweise nicht dem sonst landesüblichen Stil. Er glaubte ähnliche Formen auf seinen Reisen durch das Abendland gesichtet zu haben. Die einzelnen Türme waren untereinander durch ein Geflecht überdachter Gänge verbunden und ragten in die glasklare Nacht. Landru gab der Dunkelheit für seine Unternehmungen immer noch den Vorzug. Solange nicht gute Gründe dagegensprachen. Hier nähme es sich gleich, dachte er. Die Nacht hilft mir nicht, wo nicht einmal Nebel mich schützte. Tatsächlich hatte der unbekannte Mönch auf dem Berg sein Nebelfeld unwirksam gemacht, indem er es scheinbar mühelos in fallenden Schnee verwandelte. Ein zweites Mal wollte Landru dies nicht geschehen lassen.

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