Bettina Fahrenbach 65 - Liebesroman

Alte Liebe neu entflammt?
 
 
Martin Kelter Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Januar 2018
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7409-2498-0 (ISBN)
 
Als der alte Fahrenbach, der eine zunächst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlässt er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin.
  • Deutsch
  • 0,22 MB
978-3-7409-2498-0 (9783740924980)

Bettina konnte einfach nicht glauben, was sie da sah, richtiger gesagt . wen.

Da stand er nun vor ihr, lässig, unverkennbar in einer seiner Lederjacken, die sein Markenzeichen waren, braun gebrannt, aber auch ein wenig müde, aber dennoch unverschämt gut aussehend . Jan van Dahlen.

So kannte sie ihn, es war ein Déjà-vu-Erlebnis.

Es hätte in diesem Augenblick seines »Hallo, meine Schöne« nicht bedurft.

Jan van Dahlen .

Ja, was sollte sie dazu sagen?

Darüber musste sie nicht nachdenken, sie brachte eh kein Wort über ihre Lippen. Es schien, als habe ihr ungläubig gehauchtes »Du?« sie bereits erschöpft.

Es war Jan, der, eigentlich wie immer, wie früher auch, die Initiative ergriff.

Er zog sie von ihrem Sessel hoch und nahm sie einfach in die Arme.

Sie wollte sich wehren, sich aus der Umarmung befreien.

Aber er ließ das nicht zu.

»Bettina, was soll der Quatsch? Ich habe keine ansteckende Krankheit, und ich will auch nicht über dich herfallen.«

Er hatte recht.

Sie waren nicht als Feinde auseinandergegangen, und seine Umarmung verriet auch nicht wilde Leidenschaft. Im Grunde genommen war sie schön.

Bettina gab ihren Widerstand auf.

Sie lehnte sich an ihn, etwas von der alten Vertrautheit war auf einmal wieder da. Vielleicht war es der Geruch, der von ihm ausging, dieser Duft nach Sandelholz, Farnen und einem Hauch von Limone.

Jan van Dahlen .

Sie hatte ihn geliebt, hatte ihn sogar heiraten wollen, damals, als Thomas und sie getrennt gewesen waren.

Sie lauschte in sich hinein. Von Liebe war da keine Spur mehr, aber angenehm war es schon, ihn zu spüren. Er verstärkte den Druck seiner Arme.

»Ich habe in Hongkong davon gehört«, sagte er leise, »als ich über Ahmed Hassan El Barbarie recherchierte, bin ich darauf gestoßen, dass auch dein Ehemann in dem Lear-Jet saß. Ich bin sofort hergekommen.«

»Tom ., er war nicht mein Ehemann«, murmelte Bettina.

Er schob sie ein wenig von sich weg.

»Nicht?«, erkundigte er sich. »Was ist geschehen? Ihr hättet doch längst miteinander verheiratet sein müssen.«

Er blickte in ihr blasses, angespanntes Gesicht, fasste unter ihr Kinn, um sie besser anschauen zu können.

»Gab es Krach?«, wollte er wissen. »War es doch nicht die große, die einzige Liebe, sondern nur das Aufflackern einer schwärmerischen Jugendverliebtheit?«

»Es war die große Liebe, Jan«, sagte sie, »und dass es mit der Hochzeit nicht geklappt hat ., das ist eine lange Geschichte. Es waren immer äußere Umstände, die das verhindert haben ., ein Todesfall, ein Brand, eine Verletzung meines Fußes. Tom ist zu diesem Umweltaktivisten in den Lear-Jet gestiegen, um wieder schnell bei mir zu sein .«

Er strich ihr über das Haar.

»Das ist ja entsetzlich, Bettina«, flüsterte er. »Es tut mir schrecklich leid für dich.«

Sie hatte ihn wegen Thomas verlassen. Eigentlich normal, zumindest menschlich, wenn er jetzt triumphiert hätte, weil der Weg nun für ihn vielleicht wieder frei war.

Unabhängig davon, dass es für solche Gedanken viel zu früh war, war Jan van Dahlen kein solcher Mensch.

Er war nicht gekommen, um eventuell alte Rechte wieder geltend zu machen, sondern weil er sich ihretwegen Sorgen machte. Er wusste, wie sensibel Bettina war.

Sie sagte nichts, und so ließ er ihr Kinn wieder los, und sie lehnte sich erneut an ihn.

Die alte Vertrautheit, die sie spürte, tat ihr gut.

Vertrautheit, mehr nicht.

Was zwischen ihnen an Liebe, an Leidenschaft gewesen war, das war vorbei.

Kein Fluss fließt zurück .

Das traf auf sie und Jan van Dahlen zu.

Es war schön mit ihnen gewesen, aber nachdem sie mit Thomas gelebt hatte, war ihr bewusst geworden, mit wie vielen Mängeln ihre Beziehung behaftet gewesen war. Sicherlich wäre es mit ihr und Jan gut gegangen, aber es wäre nicht die erfüllte Liebe gewesen, sondern ein wohltemperiertes Beieinandersein.

Wenn man das Allerhöchste an Gefühlen, an Liebe, an Zärtlichkeiten erlebt hatte, konnte man sich damit nicht mehr zufriedengeben, nur, nun ja, bis zur Mitte des Berges zu kommen, den Gipfel zu sehen, ihn aber nicht zu erreichen, weil das, was es brauchte, um dorthin zu kommen, fehlte.

Aber dennoch war es schön, dass er da war.

Und es war schön zu wissen, dass sie ihm wichtig genug war, um in den nächsten Flieger zu steigen, um zu ihr zu kommen.

»Kann ich dir etwas anbieten, Jan?«, erkundigte sie sich, als ihr bewusst geworden war, dass er sofort vom Flughafen hierhergekommen sein musste.

»Kaffee wäre gut«, sagte er. »Ich merke, dass ich älter werde, die langen Flüge gehen auch nicht mehr spurlos an mir vorüber . Aber bleib hier draußen, es ist ein so wunderschöner Tag. Ich kenn mich doch aus bei dir. Ich nehme doch an, dass sich bei dir in der Küche nichts verändert hat?«

Hatte da eine leise Ironie in seiner Stimme gelegen?

Nicht verwunderlich. Jan van Dahlen stammte aus einer alten Unternehmerfamilie, doch er pfiff auf Tradition und vererbte Werte. Er hatte seinen Anteil an seinem Erbe verkauft und sich mit Leidenschaft dem Journalismus verschrieben und es dabei auch auf beachtliche Erfolge gebracht.

Viele seiner Arbeiten fanden internationale Anerkennung, und die Preise, die er dafür erhalten hatte, waren beachtlich. Nur machte er sich nichts daraus.

Bei all ihrer Liebe war das immer etwas gewesen, wo sie auseinandergedriftet waren.

Sie, die Traditionsbewusste, die glücklich war in Fahrenbach, auf dem ererbten Anwesen, die stolz darauf war, eine Fahrenbach zu sein, die seit Generationen hier lebten, dem Ort sogar ihren Namen gegeben hatten. Sie war glücklich mit all den Bewohnern hier oben, die nicht nur Freunde, nein, die viel eher ihre Familie waren, als die, die wirklich zu ihr gehörten.

Und auf der anderen Seite Jan, immer einer neuen Geschichte auf der Spur, ein Freigeist, der von ihrer Kommune, wie er das hier oben nannte, ziemlich genervt war und der sich eigentlich nur ihr zuliebe bemüht hatte, wenigstens ansatzweise dazuzugehören.

Wie anders war doch Thomas gewesen, er hatte alles geliebt, aber vielleicht musste man auch erst mal eine Weile hier gelebt haben, hier geboren sein, um zu wissen, welch ein Geschenk es war, hier dazuzugehören.

»Es ist alles unverändert«, sagte sie, »bis auf die Kaffeemaschine, die ist neu, und deswegen werde ich auch mitgehen und dir den Kaffee zubereiten .«, sie schaute ihn an, »ich denke, für den Moment muss es ein dreifacher Espresso sein mit zwei gehäuften Kaffeelöffeln Zucker.«

Er lächelte sie an.

»Bravo ., muss ich nun stolz darauf sein, dass du das nicht vergessen hast, meine Schöne?«

Sie hatte eine Erwiderung auf den Lippen, vor allem nervte sie dieses ewige >meine Schöne<, aber das würde sie ihm wohl nicht mehr abgewöhnen können.

Bettina beschloss, nichts zu sagen, und er erwartete auch keine Antwort, sondern hakte sich bei ihr ein.

Gemeinsam gingen sie ins Haus, wie ein altes, miteinander vertrautes Paar.

Sie waren nicht alt, vertraut miteinander schon, aber ein Paar, nein, das waren sie nicht, und das würden sie auch nicht mehr werden.

Sie gingen durch den Wohnraum, den Bettina eigentlich kaum nutzte, sie liebte die Bibliothek mit dem alten Kamin und ihre gemütliche Küche mit dem großen, alten Holztisch.

Jan schaute sich um.

»Die Lampe ist neu«, stellte er fest, »sie passt hierher und gefällt mir gut, es ist eine Saint Loup, nicht wahr?«

Bettina nickte verwundert.

»Ja, stimmt, ich habe sie mal in einem Antiquitätenladen in Bordeaux gekauft, und sie hat lange in einem Dornröschenschlaf gelegen, ehe ich sie endlich aufgestellt habe. Thomas fand sie auch wunderschön. Aber woher weißt du das? Saint Loup ist in Frankreich sehr bekannt, in Deutschland eher nicht.«

»Ganz einfach«, erklärte er, »ich habe das Gegenstück vor vielen Jahren in Paris gekauft. Die Lampe muss irgendwo eingelagert sein . Ich werde sie dir schenken, sie wird auf dem kleinen Tisch auf der anderen Seite des Sofas perfekt sein. Die Lampenschirme müssen natürlich angepasst werden, aber das ist kein Problem, ich kenne da in Marseille einen phantastischen Lampenschirmmacher, der hat großartige Ideen. Also, wenn ich meine Lampe ausgegraben habe, werde ich deine abholen, und Maurice kann sich ein paar Gedanken machen ., vielleicht können wir zusammen nach Marseille fliegen und vor Ort alles besprechen. Und da können wir das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Du weißt ja, dass man in Marseille die beste Bouillabaisse der Welt bekommt, die Kinder dort saugen sie praktisch mit der Muttermilch ein.«

Das war so typisch Jan.

Der nahm alles sofort in die Hand und zack-zack, hatte er einen Plan.

»Ich kenne die allerbeste Bouillabaisse der Welt«, entgegnete sie, »Marie, die treue Seele und Köchin auf Chateau Dorleac stammt aus Marseille und nimmt für sich in Anspruch, die allerbeste zuzubereiten. Ich glaube, das stimmt, denn sie schmeckt phantastisch, so richtig zum Niederknien, und das mit den Lampen . Jan, lass uns ein andermal darüber reden, das geht mir jetzt einfach zu schnell.«

Er drückte ihren Arm fester, streichelte ihre Hand.

»Entschuldige, ich wollte nicht mit der Tür ins Haus fallen, aber du kennst mich doch.«

Sie hatten die Diele erreicht. Die Sonne schien durch die Fenster und malte goldene Kringel auf den alten Terracottaboden.

»Die Truhe ist auch neu«, stellte er fest. »Aber sie sieht imposanter aus als die, die vorher an dem Platz...

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