Dunkler Wahn

 
Wulf Dorn (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 5. September 2011 | 432 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06828-8 (ISBN)
 
Sie liebt. Sie lauert. Sie tötet Ein Rosenstrauß ohne Absender. Geschenke vor der Haustür. Briefe unter dem Scheibenwischer ... Der Psychiater Jan Forstner wird von einer Unbekannten mit Liebesbezeugungen überhäuft. Anfangs glaubt Jan noch an die harmlose Schwärmerei einer ehemaligen Patientin. Doch dann bittet ihn ein Journalist um Mithilfe im Fall einer geistig gestörten Person und wird kurz darauf ermordet. Jan erkennt, dass er ins Visier einer Wahnsinnigen geraten ist. Und seine Verfolgerin schreckt vor nichts zurück. Seit der Aufdeckung des Fahlenberger Klinikskandals ist der Psychiater Jan Forstner gegen seinen Willen zu einer lokalen Berühmtheit geworden. Deshalb misst er den Geschenken einer unbekannten Verehrerin zunächst auch keine Bedeutung bei. Doch dann wird ein Journalist ermordet, der Jan um Mithilfe in einem mysteriösen Fall gebeten hatte. Ein Fall, der mit einer rätselhaften Frau in Zusammenhang stand. Jan erkennt, dass er ins Visier einer Wahnsinnigen geraten ist, die ein perfides Spiel mit ihm treibt. Doch wer ist die Frau mit den zwei Gesichtern? Die Suche nach der Identität der Mörderin führt den Psychiater in einen Alptraum aus Paranoia und seelischer Grausamkeit, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Und die einzige Person, die ihm helfen könnte, ist zum Schweigen verdammt.
Deutsch
0,79 MB
978-3-641-06828-8 (9783641068288)
3641068282 (3641068282)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Wulf Dorn, Jahrgang 1969, liebt gute Geschichten, Katzen und das Reisen. Er war zwanzig Jahre in einer psychiatrischen Klinik tätig, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. Für seine Kurzgeschichten, die in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften erschienen, wurde er mehrfach ausgezeichnet. Mit seinem 2009 erschienenen Debütroman Trigger gelang ihm ein internationaler Bestseller. Auch seine weiteren Romane erreichten Bestsellerstatus und sind inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt.
"67 (S. 289-290)

Der kleine Ort Steinbach lag knapp dreißig Kilometer von Fahlenberg entfernt an der nordöstlichen Grenze des Landkreises. Es war ein idyllisch gelegenes Örtchen, umringt von tannenbedeckten Hügeln, doch an Regentagen wie diesem war von seinem pittoresken Charme nicht viel zu spüren. Außerhalb des Ortes, am Fuß einer kleinen Anhöhe, befand sich das Pflegeheim Pfauenhof, ein großer T-förmiger Gebäudekomplex inmitten einer weitläufigen Grünanlage.

Der Pfauenhof war Mitte der fünfziger Jahre gegründet worden und genoss einen guten Ruf als Einrichtung für altersdemente und schwerbehinderte Menschen. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt, und ein kalter Wind wehte Regenschleier über den Besucherparkplatz. Jan saß auf dem Rücksitz eines dunkelblauen Audis und sah an Stark und seinem Kollegen Erler vorbei auf das Gebäude, das im grauen Zwielicht des frühen Abends etwas Bedrohliches auszustrahlen schien. Doch natürlich war es nicht das Gebäude selbst, von dem die Bedrohung ausging.

Es war Jana. Jan rutschte nervös auf dem Rücksitz hin und her. Knapp zwei Stunden waren vergangen, seit er an der brennenden Pfarrei eingetroffen war. Jan hatte Stark von seinem Telefonat mit Felix Thanner berichtet, und der Hauptkommissar hatte unverzüglich Nachforschungen über Tatjana Harder angestellt. Tatsächlich war eine Frau dieses Namens in Steinbach gemeldet. Ihre Wohnanschrift war die des Pflegeheims. Offensichtlich eine Mitarbeiterin, die in einer der angegliederten Personalwohnungen lebte. Das erklärte auch ihren Zugang zu den Drogen, mit denen sie Carla betäubt hatte.

Des Weiteren hatte man festgestellt, dass zu dem Fuhrpark des Heims auch vier silberfarbene Renaults Twingo gehörten, die von den Pflegekräften des Ambulanzdienstes genutzt wurden. Die vier Wagen standen zu diesem Zeitpunkt nebeneinander am Seiteneingang des Gebäudes. Alles schien zu passen, woraufhin Stark eine SEK-Einheit angefordert hatte, um die gemeingefährliche Frau festzunehmen. Nur für den schlimmsten Fall, wie er betont hatte.

Nach dem, was man über Tatjana Harder wusste, war ihr alles zuzutrauen – erst recht, wenn sie feststellte, dass sie enttarnt war. »Ich bin nach wie vor dagegen.« Erler bedachte Stark und Jan mit einem finsterem Blick. Der Leiter des Spezialeinsatzkommandos war ein drahtiger Mann mit militärischem Kurzhaarschnitt und ernsten Zügen, aus denen Disziplin und langjährige Erfahrung sprachen. Doch nun bereitete es ihm sichtlich Mühe, seine Verärgerung im Zaum zu halten.

»Sie hätten wenigstens nachfragen können, ob sie überhaupt im Haus ist«, fügte er an Stark gewandt hinzu. »Um sie damit zu warnen?«, gab Stark zurück. »Nein, Dr. Forstner hat vollkommen Recht, wir dürfen unseren Wissensvorsprung keinesfalls aufs Spiel setzen. Zum ersten Mal sind wir ihr einen Schritt voraus. Noch weiß sie nicht, dass wir ihren Namen kennen. Aber was meinen Sie, wie schnell es sich herumgesprochen hätte, wenn die Polizei an ihrem Arbeitsplatz nach ihr fragt? Und einer vermeintlichen Privatperson hätte man sicherlich keine Auskunft über eine Mitarbeiterin gegeben. Außerdem wäre es schon ein arger Zufall, wenn sich ausgerechnet heute, kurz nach der Brandstiftung, jemand nach ihr erkundigen würde.«

Erler schien davon nicht überzeugt. »Na und? Wer sagt überhaupt, dass sie nach dem Mord an Thanner wieder hierher zurückgekehrt ist?« »Verstehen Sie denn nicht?«, mischte Jan sich ein. »Tatjana Harder glaubt sich da drin in Sicherheit. Der Pfauenhof ist ihre Tarnung, wenn Sie so wollen. Selbstverständlich wird sie hierher zurückkehren. Sie wird so tun, als sei nichts gewesen, und niemand wird Verdacht schöpfen. Das wird sie jedenfalls glauben, denn bisher hat es ja immer funktioniert. In einem Punkt haben Sie allerdings Recht: Wir wissen nicht, ob sie bereits zurückgekehrt ist.«"

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