Berliner Aufklärung

Roman
 
 
Goldmann Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. Juni 2011
  • |
  • 208 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06778-6 (ISBN)
 
Alles beginnt mit einem Mord am philosophischen Institut der Universität Berlin: Der allseits unbeliebte Professor Rudolf Schreiner liegt sauber portioniert in den Postfächern seiner Kollegen. Als Rebecca Lux, die scharfzüngige Direktorin des Instituts, unter Mordverdacht gerät, ruft sie ihre ehemalige Studentin Anja Abakowitz zu Hilfe. Doch die will mit der Angelegenheit nichts zu tun haben. Erst als weiteres Denkerblut fließt, sieht sie sich gezwungen einzugreifen...

Von der Autorin des Bestsellers »Die Hirnkönigin«

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Goldmann
  • 0,26 MB
978-3-641-06778-6 (9783641067786)
3641067782 (3641067782)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Thea Dorn, geboren 1970, studierte Philosophie und Theaterwissenschaften in Frankfurt, Wien und Berlin und arbeitete als Dozentin und Dramaturgin. Sie schrieb eine Reihe preisgekrönter Romane und Bestseller (u.a. "Die Hirnkönigin"), Theaterstücke, Drehbücher und Essays (u.a. "Die neue F-Klasse - Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird") und zuletzt mit Richard Wagner den Sachbuch-Bestseller "Die deutsche Seele". Sie moderierte die Sendung "Literatur im Foyer" im SWR-Fernsehen und kuratierte unter dem Motto "Hinaus ins Ungewisse!" das "forum:autoren" beim Literaturfest München 2012. Der Film "Männertreu", zu dem sie das Drehbuch geschrieben hat, wurde 2014 mit dem "Deutschen Fernsehpreis" als bester Fernsehfilm des Jahres und 2015 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Seit März 2017 ist sie festes Mitglied beim "Literarischen Quartett". Thea Dorn lebt in Berlin.
"OHNE LEITBILD (S. 76-77)

Dicke Regenbäche liefen an den großen Glasscheiben des Philosophischen Instituts hinunter. Wenn es feucht war, wirkte dieses Gebäude noch mehr wie ein Gewächshaus. Etwas schwankend auf mittelhohen Pumps rannte Anja die zwanzig Meter von Hektor zum Institutseingang. Eigentlich war sie sicher, daß sie – außer einigen Ewigstudenten – hier niemand mehr erkennen würde, dennoch hatte sie vorsichtshalber die gemäßigte Praxisverkleidung aus dunklem Hosenanzug, seidenem Männerschal, hochgesteckten Haaren und Brille gewählt.

Unter dem Eingangsvordach stand Fridtjof, die linke Hand in den Regen gestreckt, und sang leise vor sich hin: Der Winter mag scheiden, der Frühling vergeh’n, der Sommer mag verwelken, das Jahr verweh’n, du kehrest mir zurücke, gewiß, du wirst mein, ich habe es versprochen, ich harre treulich dein. Allem Anschein nach wartete er immer noch auf den Übermenschen. Anja betrat rasch das Foyer – in ein Gespräch mit dem Philosophie-Clochard wollte sie sich jetzt nicht verwickeln lassen, ihre Nerven würde sie hier und heute noch anderweitig brauchen. Da sie geringe Lust verspürte, sich im ganzen Institut auf die Suche nach der Stimme von Rebeccas Anrufbeantworter zu machen, hatte sie beschlossen, sich erst einmal die Professoren vorzunehmen, die diese am Montag erwähnt hatte. Als erster stand Wogner auf ihrer Liste.

Nach Anjas Einschätzung war sein Verhältnis zu Rebecca nur das übliche kollegiale Desinteresse gewesen, aber immerhin hatte er Schreiner verabscheut. Wogners Zimmer lag wie alle Professorenzimmer im Obergeschoß. Ein Blick auf die Armbanduhr verriet Anja, daß es kurz vor Mittag war, die Sprechstunde somit gleich beginnen würde. Da auf der Galerie, in der Nähe von Wogners Zimmer, bereits zwei Studenten saßen, war es bestimmt kein Fehler, sich bei der Sekretärin zu erkundigen, wie voll es würde.

Frau Schneidewein tickerte am Computer, als Anja das Zimmer betrat. »Entschuldigen Sie bitte die Störung, ist heute mittag noch ein Termin bei Professor Wogner frei? Es geht um ein Dissertationsprojekt.« Frau Schneidewein blickte kurz vom Bildschirm auf, musterte Anja mit einem knappen Blick über ihre Brille hinweg und hackte mit langen, dunkelroten Fingernägeln weiter in die Tastatur. »Nein. Professor Wogner empfängt nicht ohne vorherige Anmeldung.«

»Es ist aber wirklich dringend, ich muß unbedingt noch diese Woche erfahren, ob Herr Wogner bereit ist, meine Arbeit zu betreuen.« »Ich kann probieren, einen Termin für Sie zu machen. Versprechen kann ich Ihnen aber nichts. Wenn Sie bitte draußen warten würden.« Anja setzte sich abseits von den beiden Studenten und begann, in ihrer Handtasche nach etwas Lesbarem zu kramen, damit keiner von den Studis auf die Idee käme, sie hätte Gesprächsbedarf. Außer allerlei Müll fand sie in der selten benutzten Tasche nur einen nahezu leeren Time-Planer und einen Notizblock."

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