Du kannst ihm nicht vertrauen...

 
 
neobooks Self-Publishing
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 2. Juli 2020
  • |
  • 254 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7529-0627-1 (ISBN)
 
Bei den Ermittlungen zu zwei ungewöhnlichen Selbstmorden stoßen die Mühldorfer Kriminalbeamten auf das Vorstrafenregister des Leiters eines Jugendheimes. Wie kam der Mann an diesen Job? Was steckt hinter der Familie Amann, die Träger des Jugendheimes ist? Dann kommt heraus, dass die beiden Opfer für die Amanns gefährliche Kurierdienste für die Umsetzung eines ungeheuerlichen Plans übernommen haben...
  • Deutsch
  • 0,75 MB
978-3-7529-0627-1 (9783752906271)
Geboren wurde ich in Reutlingen (Baden-Württemberg) und lebe heute in Bayern. Zum Schreiben fand ich 2013. Ich schreibe mit Begeisterung Krimis und Thriller, die vor allem im schwäbischen und bayrischen Raum spielen. Aus der Leo-Schwartz-Reihe sind bisher 35 Fälle erschienen - und ein Ende ist nicht in Sicht. Ebooks und Taschenbücher gibt es überall dort zu kaufen. Bei mir direkt gibt es auch Hardcover-Bücher (zum Taschenbuch-Preis, portofrei) - gerne auch mit Widmung: www.irene-dorfner.com

3.



"Wenn Sie es noch ein einziges Mal wagen sollten, meine Verlobte zu beleidigen, werden Sie mich von einer sehr unangenehmen Seite kennenlernen", drohte Leo Schwartz dem Staatsanwalt Eberwein und war dabei sehr laut geworden. "Mich können Sie angreifen, damit habe ich kein Problem, aber meine Verlobte lassen Sie gefälligst in Ruhe!" Der fünfundfünfzigjährige gebürtige Schwabe war außer sich.

"Ich würde Ihre Verlobte niemals persönlich beleidigen, das verbitte ich mir!" Der Staatsanwalt war sehr aufgebracht. Er hatte darauf bestanden, eine Besprechung der Kriminalpolizei Mühldorf einzuberufen und persönlich daran teilzunehmen, worauf keiner scharf war und das wusste er auch. Aber das war ihm egal. Seit einigen Tagen wurde er von zwei Journalisten bedrängt, die an der Kobalt-Sache des letzten Falles dran waren. Auf Schritt und Tritt wurde er von den beiden belästigt - und eine davon war Sabine Kofler, die Verlobte von Hauptkommissar Leo Schwartz. Eberwein hatte gehofft, Schwartz auf seine Seite ziehen zu können und ihn dazu zu bringen, auf Frau Kofler soweit einzuwirken, ihn endlich in Ruhe zu lassen. Aber das ging völlig in die Hose. Dieser sture Schwartz hatte das Anliegen in den falschen Hals bekommen und die Unterhaltung war in einen handfesten Streit ausgeartet.

Dass Leo und seine Sabine bereits mehrfach wegen der Recherchen und der in seinen Augen überzogenen Bericht-erstattung aneinandergeraten waren, wusste außer Hans niemand. Warum sollte Leo damit hausieren gehen? Der Fall in Gars lag längst bei den Akten, auch wenn der Mörder des Toten in der Gefriertruhe noch nicht gefunden wurde. Das war einer der seltenen ungelösten Fälle, mit denen man leben musste. Anstatt zum Alltag zurückzukehren und den Kobalt-Fall, der schluss-endlich gelöst wurde, endlich ruhen zu lassen, wühlte Sabine mit ihrem Kollegen Silvio Bernhardt die Sache immer wieder auf und sie wurde in den Medien breitgetreten. Es wurden die ersten Stimmen von Seiten der Bevölkerung laut, die die Herausgabe aller Informationen bezüglich des Kobalt-Falles und den Hintergründen forderten, was Rudolf Krohmer, der Chef der Mühldorfer Polizei, natürlich nicht zulassen konnte. Wo käme man denn hin, wenn man auf Verlangen Unbeteiligter jede Kleinigkeit preisgeben würde? Nein, die Akte Gars war vorerst zu, dafür würde er persönlich sorgen. Die Verantwortlichen waren längst den Behörden zugeführt worden und um alles andere kümmerten sich jetzt die Gerichte. Krohmer hörte dem Streitgespräch zwischen Schwartz und Eberwein zu, wobei er immer wütender wurde. Er verstand beide Männer, aber langsam war es auch genug. Es wäre ihm auch lieber, wenn die Journalisten endlich Ruhe geben würden, aber darauf hatte er keinen Einfluss. Jegliche Anfragen, die auf seinem Tisch landeten, hatte er abgeschmettert, wofür auch seine Sekretärin sorgte. Dass es sich bei einer der Journalisten um Schwartz' Verlobte handelte, war ihm zwar unangenehm, aber das änderte nichts an seiner Entscheidung. Es gab einen Todesfall, der heute früh gemeldet wurde und der jetzt im Vordergrund stand.

Die beiden Streithähne waren kurz davor, aufeinander loszugehen. Jetzt war das Maß voll.

"Ruhe, verdammt nochmal! Setzen Sie sich, und zwar beide! Was ist denn los mit Ihnen? Können Sie sich nicht wie Erwachsene benehmen?"

"Was erlauben Sie sich?", rief Eberwein, während sich Leo wieder setzte.

"Das hier ist meine Polizei und hier bestimme ich die Regeln! Wenn Sie sich ruhig verhalten und anständig benehmen, können Sie bleiben. Wenn nicht - dort ist die Tür!"

"So können Sie nicht mit mir umgehen! Ich bin der Staatsanwalt!"

"Auch als Staatsanwalt müssen Sie sich zusammenreißen! Setzen Sie sich endlich, damit wir weitermachen können. Falls Sie es vergessen haben: Wir haben eine Tote, um die wir uns kümmern müssen. Wenn Sie private Diskrepanzen mit der Verlobten des Kollegen Schwartz haben, gehört das hier nicht her. Klären Sie das bitte im privaten Rahmen." Krohmer war stinksauer und musste tief durchatmen. Der Tod des Mädchens ging ihm sehr nahe, denn es handelte sich um eine ehemalige Schulkameradin seines Ziehsohnes. Mason war jetzt siebzehn Jahre alt und besuchte die elfte Klasse des König-Karlmann-Gymnasiums in Altötting, auf das er nach der Hauptschule gewechselt hatte - und da waren er und Katharina in einer Klasse gewesen. Während Mason das musische Gymnasium bevorzugte, blieb Katharina in Mühldorf und ging auf das hiesige Gymnasium. Obwohl Mason in seinem jungen Leben bereits viel hatte durchmachen müssen, waren seine schulischen Leistungen immer hervorragend gewesen. Er gehörte zu den Besten seiner Jahrgangsstufe und wusste genau, was er wollte - und das machte Krohmer sehr stolz. Der Junge war nach einer schwierigen Phase umgänglicher geworden, was das Familienleben deutlich entspannte. Krohmers Frau Luise und Mason hatten inzwischen ein sehr herzliches Verhältnis, worauf er oft neidisch war, denn er selbst spürte die Distanz zwischen ihm und dem Jungen ganz deutlich. Als die schreckliche Nachricht eintraf, dass sich das achtzehnjährige Opfer Katharina Oberwinkler vom Dach der Turnhalle der Schule gestürzt hatte, war Krohmer schockiert. Er kannte das Mädchen zwar nur flüchtig, aber er war tief getroffen von dem Selbstmord. Es war selbstverständlich, dass die Umstände völlig aufgeklärt werden mussten, auch wenn der Staatsanwalt nicht seiner Meinung war. Für Eberwein war das ein Selbstmord, der zwar tragisch war, die Mordkommission aber nicht zu interessieren hatte. Krohmer war anderer Meinung und hatte die Ermittlungen auf seine Kappe genommen. So lange die genauen Umstände des Selbstmordes nicht geklärt waren, fühlte er sich verpflichtet, sich darum zu kümmern - und niemand widersprach ihm. Es lag kein weiterer Mordfall an, weshalb nichts dagegen sprach, sich um die Sache zu kümmern. Krohmer hatte es übernommen, sofort mit seinem Ziehsohn zu sprechen, was für beide nicht leicht war und dem Chef der Mühldorfer Polizei immer noch in den Knochen steckte. Mason und Katharina waren keine engen Freunde gewesen, trotzdem war der Junge sehr bestürzt - so wie alle anderen auch.

"Sie haben mit den Eltern gesprochen?", wandte sich Krohmer an Hans Hiebler, nachdem der Staatsanwalt endlich Ruhe gab und sich gesetzt hatte.

Hans nickte und schluckte, denn das war kein einfaches Gespräch gewesen. Auch Leo war immer noch sehr betroffen. Die Kriminalkommissare hatten beide Elternteile zuhause angetroffen. Als die verstanden, dass ihre Tochter nie wiederkommen würde, war der Vater am Boden zerstört. Er schrie und weinte, während die Mutter nichts sagte und keine Miene verzog. Diese Reaktion erschreckte vor allem Hans, denn das verhieß nichts Gutes. Hans forderte einen Arzt und einen Seelsorger an, mehr konnte er für beide nicht tun. Als die Kommissare gehen wollten, tauchte der Bruder des Opfers auf. Auch er war fassungslos, aber ansprechbar.

"Den Eltern und dem Bruder geht es natürlich nicht gut, das ist logisch. Soweit wir verstanden haben, ist Katharina Oberwinkler kurz nach ihrem achtzehnten Geburtstag bei Nacht und Nebel von zuhause ausgezogen, das war im letzten Jahr im August. Wo sie lebte, konnten uns die Eltern nicht sagen, der Bruder weiß auch nichts. Die Eltern waren völlig durch den Wind, weshalb wir sie vorerst in Ruhe gelassen haben. Wir stehen mit dem Arzt in Kontakt. Der sechzehnjährige Bruder hatte nach seinen Aussagen nur flüchtigen Kontakt zu seiner Schwester. Warum das so war, hatte er nicht erklärt. Er sagte aber, dass es in seinen Augen keine Anzeichen für einen Suizid gab. Das Opfer war eine gute Schülerin und hatte offenbar einen akzeptablen Freundeskreis."

"Was ist denn das für eine Aussage?", mischte sich der Staatsanwalt ein, der nach dem Rüffel beleidigt war. "Was ist denn ein akzeptabler Freundeskreis?"

"Keine Chaoten oder Spinner. Einfach ganz normale, junge Leute, die ihre Freizeit gemeinsam verbracht haben. Das ist die Aussage des Bruders und selbstverständlich werden wir das noch überprüfen."

"Und niemand weiß, wo das Opfer gelebt hat? Das kann ich mir nicht vorstellen!" Krohmer war schockiert von diesen Familienverhältnissen.

"Wir kümmern uns darum und werden es herausfinden", sagte Leo, der ähnlich dachte wie der Chef.

"Irgendwelche Hinweise auf dem Handy oder Laptop?"

"Das ist etwas, was wir nicht verstehen", sagte Leo. "Wir haben kein Handy, Tablet und keinen Laptop gefunden. Die Eltern sagten, dass ihre Tochter nichts davon besaß, was der Bruder bestätigte. Die Eltern legten immer großen Wert darauf, dass ihre Kinder ohne schädlichen Einfluss aufwuchsen, was Handys, Fernsehen und Computer einschloss."

"In der heutigen Zeit schwer vorstellbar", murmelte Krohmer. "Allerdings wissen wir nicht, ob es Laptop und Handy nach dem Auszug gab."

"Wir konnten einige wenige Mitschüler befragen, die alle aussagten, dass Katharina Oberwinkler sehr wohl ein Handy besaß. Wir haben es aber nicht gefunden."

"Wieso wurden nur einige und nicht alle Mitschüler befragt?", wollte der Staatsanwalt wissen und alle spürten den vorwurfsvollen Unterton.

"Weil wir hier sitzen, anstatt unserer Arbeit nachzugehen", maulte Leo, ohne den Staatsanwalt oder den Chef dabei anzusehen. Leo hielt die Besprechung für reine Zeitverschwendung, denn noch waren sie nicht...

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