Apollo 11

Der Wettlauf zum Mond und der Erfolg einer fast unmöglichen Mission - Mit zahlreichen farbigen Abbildungen
 
 
DVA (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. Mai 2019
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  • 544 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-16614-4 (ISBN)
 
50 Jahre Mondlandung am 20. Juli 2019

In der Nacht vor seinem Flug zum Mond rechnete Neil Armstrong die Chancen aus, die er, Buzz Aldrin und Michael Collins hatten, um lebend zur Erde zurückzukehren. Fifty-Fifty, dachte er. Andere Experten hingegen, darunter auch Wissenschaftler und Techniker der NASA, sahen die Sache weitaus weniger optimistisch: 5 zu 1, sagten sie, dass die Männer nicht zurückkommen. Oder sogar 10 zu 1.

Apollo 11 war die unmögliche Mission, ihr Scheitern wahrscheinlicher als ihr Erfolg. Pünktlich zum Jahrestag erzählt der Journalist und Historiker James Donovan die Geschichte der Mondlandung in allen spannenden Details noch einmal neu und legt dabei auch viel Gewicht auf die menschliche Seite. Entstanden ist ein mitreißendes und reich bebildertes Sachbuch.

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DVA
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  • 79 farbige Abbildungen
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  • mit zahlreichen Abbildungen
  • 28,34 MB
978-3-641-16614-4 (9783641166144)
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James Donovan ist Autor mehrer Sachbuch-Bestseller zu Themen der amerikanischen Geschichte. Seit 1993 arbeitet er als Literaturagent und lebt in der Nähe von Dallas, Texas.

1


KOSAKEN IM ALL

Von Beginn an war unser Ziel, den unbegrenzten Weltraum zu erreichen.

Generalmajor Walter Dornberger, Koordinator des deutschen V2-Programms1

Eines Morgens im Oktober 1957 wachte ein vierzehnjähriger Junge in der Kleinstadt Fremont mitten im landwirtschaftlich geprägten Iowa auf und stellte fest, dass die Welt sich radikal verändert hatte. Die Sowjetunion hatte eine Silberkugel von der Größe eines Wasserballs ins All geschossen, die jetzt die Erde umkreiste. Sie nannten sie Sputnik - übersetzt bedeutet das so viel wie »Weggefährte«. Die Russen, dieses steppenbewohnende, wodkasaufende Reitervolk der Kosaken, das man für eine technologisch zweitklassige Weltmacht hielt, hatten die USA in der Raumfahrt überholt.

Der Name des Jungen war Steve Bales. Er war von durchschnittlicher Größe, hatte dichtes braunes Haar und trug eine Brille. Seine Mutter arbeitete in einem Schönheitssalon, und sein Vater, der mit neununddreißig Jahren von der Armee eingezogen worden war und in der 102. Infanteriedivision im Zweiten Weltkrieg gedient hatte, besaß eine Eisenwarenhandlung. Steve sagte zu seinen Eltern, seinen drei jüngeren Brüdern und jedem, der es hören wollte, wie wütend er darüber war, dass nicht die USA den ersten Satelliten ins All geschickt hatten. Er interessierte sich für das Weltall, seit er zehn Jahre alt war. Damals hatten er, sein Vater und seine Brüder viele Sommernächte auf grauen, abgenutzten Decken im Feld hinter ihrem Haus am Stadtrand übernachtet. Wenn es dunkel wurde, zeigte der Vater ihnen den Großen Wagen, Orion und andere Sternbilder. Nichts erschien so wundervoll wie das Universum und seine Geheimnisse. Diese Begeisterung erreichte ihren Höhepunkt, als der Junge 1955 im TV ein Special von Walt Disney sah, in dem ein überschwänglicher Raketenforscher mit leichtem deutschen Akzent auftrat und erklärte, der Mensch werde eines Tages den Mond betreten.2

Jetzt gab es einen künstlichen Satelliten, und er gehörte den Sowjets - dem Feind im Kalten Krieg. Doch der Junge wusste, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis die USA einen eigenen Satelliten ins All schießen und die Weltraumforschung intensivieren würden. Daran wollte er teilhaben.

An diesem Samstag saß Lyndon Johnson, Mehrheitsführer der Demokraten im US-Senat, mit Freunden auf der Familienranch im Texas Hill County zusammen, als er vom Sputnik erfuhr. Nach dem Essen schauten alle während eines Spazierganges auf einer dunklen Straße in den Nachthimmel. »Auf eine ungewohnte Weise«, so erinnerte sich Johnson, »erschien mir der Himmel fast fremd.«3 Er verbrachte den Großteil des Abends damit, Berater und Kollegen anzurufen und sie aufzufordern, sich näher mit den Satelliten- und Raketenprogrammen der Vereinigten Staaten zu beschäftigen. Johnson wusste mehr über dieses neue Forschungsgebiet als jeder andere gewählte Vertreter in Washington - er hatte seit den späten vierziger Jahren Kongressanhörungen und Untersuchungen zum Weltraumprogramm geleitet -, und es widerstrebte ihm zutiefst, sich einzugestehen, dass die USA auf diesem Gebiet hinter ihrem größten Feind herhinkten. Er glaubte, es sei notwendig, unmittelbar auf die sowjetische Herausforderung zu reagieren, und nahm sich vor, den Vorsitz eines Vorbereitungsausschusses im Senat zu übernehmen. Er war sich absolut sicher, dass die USA ein umfassendes Weltraumprogramm brauchten. Dass er aus der Unfähigkeit der Eisenhower-Regierung auf dem Gebiet der Raumfahrt politisches Kapital schlagen konnte, verlieh der Sache natürlich zusätzlichen Reiz.

In den zwölf Jahren seit Ende des Zweiten Weltkriegs war der einstige Verbündete der USA zum größten Feind geworden. Rund 418 000 Amerikaner hatten im Krieg ihr Leben verloren, doch diese Zahl nahm sich bescheiden aus im Vergleich zu den siebenundzwanzig Millionen russischen Toten. Während die USA mit frischen Kräften als neue Führungsmacht aus dem Krieg hervorgingen, hielt die argwöhnische UdSSR die permanente Einmischung der Amerikaner in die Angelegenheiten anderer Staaten - manchmal offen, meist aber versteckt - für Imperialismus und glaubte, die Westmächte könnten zu Ende bringen, was die Nazis begonnen hatten: die Eroberung ihres Landes. (Immerhin hatte Senator Harry S. Truman im Jahr 1941 öffentlich Hitler-Deutschland mit dem stalinistischen Russland verglichen.) Zur Verstärkung dieser Spannungen trug bei, dass die Sowjets ihrerseits kein Hehl aus ihrem Verlangen nach Weltherrschaft machten (wenn auch vorzugsweise durch eine Reihe von nationalen Revolutionen - »kleinen Befreiungskriegen«4), dass sie ihr Arsenal an Kernwaffen und Interkontinentalraketen ausbauten und keine Gelegenheit zum Säbelrasseln ausließen - etwa als sie England, Frankreich und Israel mit der Wasserstoffbombe drohten, falls sie ihren Krieg gegen Ägypten nicht beendeten. Diese Konstellation führte im Laufe der fünfziger Jahre zu wachsender Paranoia, einer Gemütslage, die sich in den Medien widerspiegelte: einem Science-Fiction-Boom in Filmen, Fernsehserien und Romanen sowie wissenschaftlichen Beiträgen über Raketentechnik und Weltraumreisen in Fernsehsendungen, Büchern und Zeitschriften. All das wurde durch die Erkenntnis verstärkt, dass die existierenden Kernwaffen absolut in der Lage waren, die Menschheit zu vernichten.

Und es herrschte tatsächlich Krieg - die Temperatur einmal beiseitegelassen -, ein Krieg, bei dem viel auf dem Spiel stand. Die meisten Amerikaner erwarteten, dass die kleineren Staaten der Welt schrittweise der schleichenden Gefahr des Kommunismus anheimfallen würden, einer nach dem anderen. Im November 1956 erklärte der etwas derbe und ungestüme sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow den versammelten westlichen Diplomaten auf einem Fest der polnischen Botschaft in Moskau: »Wir werden euch begraben!« Mochte der Satz auch in der Übersetzung etwas missverständlich sein, die Absichtserklärung, die ihm zugrunde lag, war eindeutig. Sie deckte sich mit Chruschtschows Prophezeiung, dass die Enkel des US-Präsidenten Dwight Eisenhower unter dem Sozialismus aufwachsen würden, da der Kapitalismus dem Tod geweiht sei. Doch nicht nur die Sowjets rasselten mit ihren Atombomben. Bereits 1953 hatte Eisenhower damit gedroht, eine Wasserstoffbombe gegen China einzusetzen, und wiederholt hatten US-Senatoren öffentlich gefordert, über Russland eine Atombombe abzuwerfen.

Kurz nachdem die Sowjetunion ihre eigene Nuklearwaffe gezündet hatte, begannen die beiden Supermächte nach einer ungeschriebenen, aber von beiden akzeptierten Doktrin zu koexistieren, der »wechselseitig zugesicherten Vernichtung«: dem vollständigen Einsatz aller Kernwaffen, der die fast vollständige Vernichtung sowohl der Angreifer wie der Verteidiger bewirkt hätte. Diese Erkenntnis - und die Angst eines jeden Landes vor einem massiven Präventivschlag der anderen Seite - war alles, was den Kalten Krieg davor bewahrte, ein »heißer Krieg« zu werden. Beide Seiten entwickelten ein riesiges Arsenal von Nuklearwaffen sowie Langstreckenbombern und - raketen - jeweils mehr als tausend pro Land, obwohl der russische Langstreckenbomber Tu-4, ein direktes Abbild des amerikanischen B-29, dem Gros der US-Bomberstaffel unterlegen war.

Doch die Amerikaner hatten sich immer damit getröstet, dass ihr Land in jeder Hinsicht überlegen sei, auch auf dem Gebiet von Wissenschaft und Technik. Immerhin waren es die Amerikaner gewesen, die das Atom gespalten und das atomare Monster geschaffen hatten, durch das der Krieg beendet wurde - mochten die Russen auch 1949 ihre eigene Atombombe entwickelt und 1953 die wesentlich stärkere Wasserstoffbombe getestet haben, nur ein Jahr nach den USA.

Als also die Amerikaner am 5. Oktober 1957 beim Frühstück die Nachricht vernahmen, dass eine glänzende, knapp 84 Kilogramm schwere Stahlkugel, die vier Antennen hinter sich herzog und zwei Funksender bei sich trug, piepsend ihre Kreise um die Erde zog - wer hatte je von so einem Ding gehört? - und dass dieser russische Mond sieben Mal am Tag, Hunderte von Kilometern über ihren Köpfen, direkt über die USA hinwegzog, waren die meisten von ihnen entsetzt.

Die Leiter des US-Satellitenprogramms hingegen waren von der Nachricht nicht überrascht. Schon 1955 hatten sowohl Russland als auch die USA ihre Absicht bekundet, einen Satelliten während des Internationalen Geophysikalischen Jahres zu starten. Dabei handelte es sich um ein multilaterales Abkommen über den Austausch wissenschaftlicher Informationen im Rahmen verschiedener geowissenschaftlicher Projekte zwischen dem 1. Juli 1957 und dem 31. Dezember 1958, das insgesamt siebenundsechzig Nationen umfasste. Und nur wenige Wochen vor dem Start hatten die Sowjets sogar die Frequenzen mitgeteilt, auf denen die elektronischen Daten von Sputnik telemetrisch erfasst werden konnten.

Nicht die komplette US-Militärführung war eingeschüchtert: Ein US-Admiral nannte den Sputnik einen »Haufen Eisen, den fast jeder hätte starten...

»Ein Weltraum-Drama, spannender als jede Science Fiction.«
 
»Ein lebendiger Überblick, bild- und detailreich, immer nah an den handelnden Personen erzählt.«
 
»Aktuelle Bücher zu 50 Jahren Mondlandung gibt es einige - kaum eines aber reicht an >Apollo 11< heran. Donovan schreibt packend und mit großer Sachkenntnis.«
 
»Donovan ist eine lesenswerte Geschichte des Apollo-Projekts gelungen, die in die Tiefe geht, ohne sich allzu sehr ins Detail zu verlieren.«
 
»Hautnah an der Seite der Protagonisten erzählt. Donovan macht den Leser gefühlt zu einem Zeitzeugen.«
 
»Ein fabelhafter Überblick über das größte Abenteuer der 1960er.«
 
»Ausgiebig und hintergründig und gründlich, obendrein gut geschrieben.«
 
»Ein sehr gründlich recherchiertes und packendes Buch.«
 
»Ein mitreißendes und reich bebildertes Sachbuch.«
 
»Die bislang beste Begleitliteratur zum größten raumfahrtgeschichtlichen Ereignis des Jahres 2019.«
 
»Donovans höchst lesenswertes Sachbuch beschreibt nicht nur die technischen Höchstleistungen, sondern auch alles, was menschlich ist: Schuld, Glaube, Rivalität. Oder auch nur Harndrang und schlechte Laune.«
 
»Das Buch ist ein ziemlicher Glücksfall: Technikgeschichte im Plauderton.«
 
»Spannend, detailreich und lesenswert.«
 
»Äußerst spannend erzählt.«
 
»Eine große, historische Reportage, die die Poesie der tatsächlichen Geschehnisse gerade in seiner nüchternen Schilderung spürbar werden lässt.«
 
»Unterhaltsam, mit vielen Hintergrund-Infos und Anekdorten, ohne sich im Detail zu verlieren und zu wissenschatlich zu werden.«
 
»Eine fesselnde Geschichte, klug erzählt.«

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