Butler Parker Classic 44 - Kriminalroman

Die Mord AG
 
 
Martin Kelter Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Mai 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7409-6587-7 (ISBN)
 
Butler Parker ist ein Detektiv mit Witz, Charme und Stil. Er wird von Verbrechern gerne unterschätzt und das hat meist unangenehme Folgen. Der Regenschirm ist sein Markenzeichen, mit dem auch seine Gegner öfters mal Bekanntschaft machen. Diese Krimis haben eine besondere Art ihre Leser zu unterhalten. Diesen Titel gibt es nur als E-Book. 'Ein unerträglicher Gestank, mit Verlaub zu sagen', bemerkte Butler Josuah Parker, als sie die grüne Ebene erreicht hatten. Mike Rander, der das Steuer des Wagens übernommen hatte, bremste ab und stieg aus. Er ging um den Stationswagen herum und blieb an der niedrigen Brüstung des Steilhangs stehen. Aus etwas zusammengekniffenen Augen sah er in das weite Tal hinunter, das vor wenigen Monaten vielleicht noch einen ganz friedlichen Eindruck gemacht haben mochte. Jetzt spürte man förmlich das hektische Treiben, das sich dort unten breitgemacht hatte. Man brauchte sich nicht sonderlich anzustrengen, um die vielen Bohrtürme erkennen zu können, die allenthalben aus dem fruchtbaren Weideboden emporwuchsen. Am Horizont war die Silhouette einer kleinen Stadt zu sehen. Es handelte sich um Redville, das seit einigen Wochen zur bekanntesten Kleinstadt der Staaten emporgewachsen war. Seit einigen Wochen nämlich hatte man in diesem Tal Öl gefunden, das erstaunlich dicht unter der Erdoberfläche stand. Jeder Grundstücksbesitzer hatte spekuliert. In der Hoffnung, auf seinem Grund und Boden Öl zu finden. Fahrbare Bohrtürme ließen sich dafür die runde Summe von fünftausend Dollar zahlen und rasten zum nächsten Kunden, der es kaum erwarten konnte, reich zu werden. Das sonst so friedliche Tal glich jetzt einem Ameisenhaufen. Abgesehen von den Bewohnern interessierten sich auch wachsame Spekulanten und Abenteurer für dieses Geschäft. Sie alle dachten, einen großen Schritt machen zu können. Öl- und Stahlfirmen hatten Außenbüros eingerichtet. Gauner schwindelten, was das Zeug hielt, und die Polizei machte Überstunden. Und über allem lagerte seit einigen Wochen der penetrante Geruch des Öls, der hinauf bis zur Höhenstraße drang. Butler Parker hatte nicht zu Unrecht sein Taschentuch gezogen und es sich schützend vor die Nase gehalten.

Günter Dönges hat mit den unsterblichen Kriminalromanen um Butler Parker eine Serie geschaffen, die ihresgleichen sucht. Feinsinnige, charmant geschilderte Fälle um den charismatischen Butler Parker, der mit Hilfe seines Schirmes die gefährlichsten Ganoven sprichwörtlich zu Fall bringt, zeigen den Schriftsteller auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Günter Dönges hat in vielen anderen Genres Proben seiner Meisterschaft geliefert.
  • Deutsch
  • 0,27 MB
978-3-7409-6587-7 (9783740965877)

»Ein unerträglicher Gestank, mit Verlaub zu sagen«, bemerkte Butler Josuah Parker, als sie die grüne Ebene erreicht hatten.

Mike Rander, der das Steuer des Wagens übernommen hatte, bremste ab und stieg aus. Er ging um den Stationswagen herum und blieb an der niedrigen Brüstung des Steilhangs stehen. Aus etwas zusammengekniffenen Augen sah er in das weite Tal hinunter, das vor wenigen Monaten vielleicht noch einen ganz friedlichen Eindruck gemacht haben mochte. Jetzt spürte man förmlich das hektische Treiben, das sich dort unten breitgemacht hatte. Man brauchte sich nicht sonderlich anzustrengen, um die vielen Bohrtürme erkennen zu können, die allenthalben aus dem fruchtbaren Weideboden emporwuchsen.

Am Horizont war die Silhouette einer kleinen Stadt zu sehen. Es handelte sich um Redville, das seit einigen Wochen zur bekanntesten Kleinstadt der Staaten emporgewachsen war. Seit einigen Wochen nämlich hatte man in diesem Tal Öl gefunden, das erstaunlich dicht unter der Erdoberfläche stand.

Jeder Grundstücksbesitzer hatte spekuliert. In der Hoffnung, auf seinem Grund und Boden Öl zu finden. Fahrbare Bohrtürme ließen sich dafür die runde Summe von fünftausend Dollar zahlen und rasten zum nächsten Kunden, der es kaum erwarten konnte, reich zu werden.

Das sonst so friedliche Tal glich jetzt einem Ameisenhaufen. Abgesehen von den Bewohnern interessierten sich auch wachsame Spekulanten und Abenteurer für dieses Geschäft. Sie alle dachten, einen großen Schritt machen zu können. Öl- und Stahlfirmen hatten Außenbüros eingerichtet. Gauner schwindelten, was das Zeug hielt, und die Polizei machte Überstunden. Und über allem lagerte seit einigen Wochen der penetrante Geruch des Öls, der hinauf bis zur Höhenstraße drang.

Butler Parker hatte nicht zu Unrecht sein Taschentuch gezogen und es sich schützend vor die Nase gehalten. Mißbilligend schaute er in das Tal hinunter und rümpfte die Nase.

»Sie werden nicht daran sterben, Parker«, sagte Mike Rander, der schlanke, sportliche Strafverteidiger, der nach Redville gebeten worden war. »In ein paar Stunden werden Sie den Geruch schon gar nicht mehr spüren .«

»Er wird mich bis in meine Träume hinein verfolgen«, prophezeite der Butler.

Josuah Parker paßte die ganze Expedition nicht.

Es hatte damit begonnen, daß Mike Rander ihm empfahl, sich für diesen Ausflug derbe Kleidung mitzunehmen. Josuah Parker war dennoch bei seiner Kleidung geblieben, die in gewissen Kreisen bereits bekannt war. Er trug wie üblich seine steife schwarze Melone, den schwarzen, korrekt sitzenden Covercoat und schwarze Schuhe. Den unvermeidlichen Regenschirm hatte er selbstverständlich auch mitgenommen. Nun aber spürte Josuah Parker deutlich, daß er sich besser auf die Anregung seines Chefs eingestellt hätte. Das Tal roch nach Schmutz, harter Arbeit, schmierigem Rohöl und Dreck.

»Ich denke, wir sollten wieder losfahren, damit wir es hinter uns bringen«, sagte Mike Rander. Er sah auf seine Armbanduhr und nickte. »Wir haben uns für fünfzehn Uhr angesagt.«

»Falls die Zeit etwas zu knapp geworden sein sollte, Sir, würde ich gern das Steuer übernehmen«, schlug Josuah Parker vor.

Rander überlegte einen Augenblick.

»Ich denke, ich kann es riskieren«, sagte er dann. »Ich warne Sie aber gleich hier, Parker, fahren Sie nicht zu schnell. Sie kennen meine schwachen Nerven.«

»Sir, Sie wissen doch, wie langsam und verhalten ich zu fahren pflege«, antwortete Parker würdevoll.

Mike Rander grinste nur.

»Fahren Sie schon, Parker. Aber denken Sie an meine Worte.«

Sie setzten sich in den Wagen.

Josuah Parker übernahm das Steuer und ließ den Stationswagen anrollen. Er schaltete ihn sehr schnell hoch und hatte bald eine beachtliche Geschwindigkeit erreicht.

Seine Kurventechnik war brillant.

Er ließ den schweren Wagen um die Kehren herumschliddern, daß es eine wahre Pracht war. Mike Rander, der sicherlich über starke Nerven verfügte, spürte bald, daß ihm der Schweiß ausbrach.

Vorsichtig sah er zu Parker hinüber, der steif und würdevoll hinterm Steuer saß, als bewege er den Wagen im Schneckentempo durch das Land. Mike Rander gestand sich innerlich ein, daß er es niemals zu solch einer Meisterschaft bringen würde. Parker war auf diesem Gebiet nicht zu schlagen.

Erleichtert atmete Mike Rander auf, als die rasende Fahrt durch eine Schlange von Lastwagen gestoppt wurde, die Rohre, Pumpenteile, Schienen und sonstiges Gerät geladen hatten. Da die Straße hier recht schmal war, mußte auch Parker sich endlich dazu bequemen, die Fahrt zu vermindern.

Endlich hatte Mike Rander Zeit und Ruhe, wieder an den Fall zu denken, der sie nach Redville geführt hatte.

Die Kentucky-Oil, eine kleinere, aber stabile Ölfirma, hatte sich an ihn gewandt und um Hilfe gebeten. Maßgeblich an der Aufschließung der Ölfelder beteiligt, waren ihre Arbeiten in letzter Zeit sabotiert worden. Fündige Bohrungen waren in Brand gesetzt worden, Mitarbeiter dieser Gesellschaft waren zusammengeschlagen worden. Zudem hatte die Leitung der Kentucky-Oil den Verdacht, daß sich unter ihren Mitarbeitern in Redville Verräter befanden, die die Ergebnisse der Bohrungen an die Konkurrenz verrieten.

Mike Rander hatte sich auch gleich entschlossen, diesen Fall zu übernehmen. An dieser Stelle muß vielleicht erklärend hinzugefügt werden, daß Mike Rander sich im Laufe seiner Arbeit als Strafverteidiger zu einem wirklich erstklassigen und erfolgreichen Amateurdetektiv entwickelt hatte. Ganz zu schweigen allerdings von seinem Butler Josuah Parker, der mehr als nur ein Mitarbeiter war. Die Kriminalistik schien der Butler schon vor vielen Jahren mit der Muttermilch eingesogen zu haben.

Josuah Parker hatte den schweren Stationswagen inzwischen wieder auf Touren gebracht und sauste in einem Höllentempo an der Kolonne der Lastwagen vorbei. Es schien ihn überhaupt nicht zu stören, daß bereits einige entgegenkommende Wagen zu sehen waren. Ohne auch nur eine Spur nervös zu werden, schaffte er diesen verwegenen Ritt. Mike Rander, der wie auf Nadeln gesessen hatte, wischte sich ungeniert den Schweiß von der Stirn, als sie es endlich geschafft hatten.

»Ich finde, Sie fahren heute erstaunlich langsam«, meinte er lakonisch.

»Natürlich, Sir. Wie Sie wissen, bevorzuge ich absolute Sicherheit«, erwiderte Parker steif und trat das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Rander gab es auf.

Er schnippte die Zigarette durch das heruntergekurbelte Wagenfenster und sah sich interessiert um. Sie hatten die zur Zeit interessanteste Kleinstadt der Staaten erreicht. Erstaunlich viele Wagen aller Größenklassen verstopften die Straßen. Es war, als gäben sich hier in Redville sämtliche Typen der Welt ein Stelldichein.

Parker, der bereits mit sicherem Auge Richtungsschilder ausgemacht hatte, steuerte in rasanter Fahrt vor ein zweistöckiges Holzhaus, in dem der Stab der Kentucky-Oil untergebracht war.

Da sich hier aber kein freier Parkplatz finden ließ, war der Butler gezwungen, den Wagen in einer Seitenstraße abzustellen. Bevor Mike Rander aus dem Wagen steigen konnte, war Parker bereits um den Kühler herumgelaufen und riß die Tür auf. Er erlaubte sich sogar, seine Melone zu ziehen.

Josuah Parker schloß die Wagentür, hängte sich seinen Regenschirm über den linken Unterarm und folgte seinem Herrn zum Gebäude der Kentucky-Oil. Es störte ihn überhaupt nicht, daß ihm sehr viele erstaunte und belustigte Blicke folgten.

Der Eingang zu den Räumen der Kentucky-Oil war ungewöhnlich stark abgesichert. Männer, die wohl zum Werkschutz gehörten, versperrten ihnen den Zutritt. Erst nach einigen Telefongesprächen durften Rander und Parker über die steile Holztreppe nach oben gehen, wo sie von einem schlanken, drahtigen jungen Mann empfangen wurden, der vielleicht knapp dreißig Jahre alt sein mochte.

»Gut, daß Sie gekommen sind, Mister Rander«, sagte er hastig. »Hier bei uns ist die Hölle los.«

»Ist irgend etwas passiert?« erkundigte sich Mike Rander.

»Und ob! Les Paulsen ist ermordet worden.«

»Paulsen?«

»Unser Chefingenieur. Er leitet die Bohrungen. Er wurde vor knapp einer Stunde erschossen neben einem Versuchsturm aufgefunden. Man hat ihm sämtliche Unterlagen geraubt.«

»Ist die Polizei bereits vertreten?« fragte Mike Rander.

»Natürlich, die ist draußen an der Mordstelle. Aber kommen Sie mit zu Mister Dafter. Er erwartet Sie bereits.«

»Sie sind .?«

»Verzeihung, daß ich mich noch nicht vorgestellt habe«, sagte der junge Mann, »aber ich bin noch völlig durcheinander. Ich heiße Steve Moreland und arbeite als Sekretär von Mister Dafter.«

»Das hier ist Mister Parker«, stellte Mike Rander seinen Butler vor. Mehr sagte er absichtlich nicht. Man sollte nicht zu klarsehen. Kein Mensch hier in Redville brauchte zu wissen, was mit Parker in Wirklichkeit los war.

Steve Moreland schoß einen belustigten Blick auf den Butler ab und nickte ihm etwas herablassend zu. Er hielt Josuah Parker wirklich nur für einen hochnäsigen Butler englischer Prägung.

Der junge Mann brachte sie über einen Korridor zu einer Tür, klopfte kurz an und drückte die wattierte Tür auf. Er trat zur Seite und ließ Rander und Parker eintreten.

Der massige Mann, der hinter dem Schreibtisch saß und in Schnellheftern blätterte, stand abrupt auf.

»Mister Rander und . Butler«, meldete der Sekretär von der Tür her. Spott und Überheblichkeit lagen in seiner Stimme. Es war deutlich, daß er weder von Rander noch von Parker etwas hielt. Seiner Meinung nach paßten sie nicht in dieses rauhe Klima hier, das sogar, wie...

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