Wild auf Fußball

 
 
dtv (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. April 2018
  • |
  • 176 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-423-43356-3 (ISBN)
 

Ein Fußballbuch für Jungen und Mädchen

Ella liebt Fußball. Genau wie ihr älterer Bruder Lino. Seit sie denken kann, haben sie zusammen gekickt. Doch plötzlich macht Lino eine eigene Mannschaft auf, in der Mädchen keinen Platz mehr haben. Ella ist sauer - aber dann bietet sich ihr die einmalige Chance zu zeigen, was in ihr steckt. Bald schon stehen die Geschwister wieder gemeinsam auf dem Platz - aber diesmal als Gegner!

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Format: EPUB
  • 1,73 MB
978-3-423-43356-3 (9783423433563)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Beate Dölling, 1961 in Osnabrück geboren, lebt als freie Autorin mit ihrer Tochter in Berlin. Die vielseitige Schriftstellerin hat sich vor allem als gute Beobachterin moderner Kinder- und Jugendwelten einen Namen gemacht. Ihre Kinder- und Jugendromane wuden mehrfach ausgezeichnet.

 

 

Sie sollen drei Runden um den Platz laufen, Bonita schnauft schon bei der zweiten; Ella läuft an Malles Seite. Jede halbe Runde sollen sie sprinten. Ella könnte noch drei Runden laufen, aber Herr Kübel pfeift und winkt sie aufs Feld.

Frau Wilms hat ein Netz voller Bälle. Sie bekommen zu zweit je einen Ball und dann wird Ballabgabe und -annahme geübt. Frau Wilms teilt ein: Bonita mit Tarek, Malle mit Leni, Ella mit Tom. Sie erklärt, dass man den Ball mit der Sohle stoppt und mit der Innenseite des Fußes, dem Innenrist, schießt. Ella, Tom und die anderen, die sich auskennen, dürfen schon anfangen.

Herr Kübel geht mit ihnen in die eine Spielhälfte. Die Spieler sollen sich einander gegenüber aufstellen. »Fünf Meter Abstand lassen! Derjenige, der den Ball hat, läuft auf seinen Spieler zu. Dabei ganz eng am Ball bleiben!« Herr Kübel tänzelt mit dem Ball durch die Gegend. Es sieht ganz leicht aus, aber Ella weiß, dass es nicht einfach ist, mit dem Ball am Fuß zu rennen.

Tom ist fast einen Kopf kleiner als Ella. Seine Haare sehen aus wie ein frisch gemähter Fußballrasen. Er schießt extra stark, aber Ella stoppt jeden Ball. Er hingegen stolpert über ihre Bälle, muss hinterherlaufen und pfeffert sie noch stärker zurück, aber Ella kriegt sie trotzdem.

Sie hört, wie Herr Kübel ruft: »Tom, nicht so hart schießen, mehr stoppen und passen!«

Toms Mundwinkel hängen schon fast auf dem Boden. Ella spielt ihn ganz schön aus. Als er bei ihrem nächsten Schuss in die Luft anstatt gegen den Ball tritt, pfeift Herr Kübel ab. »Ella«, sagt er und grinst ein bisschen. »Nicht tricksen, sondern ganz normal passen!«

»Ich trickse ja gar nicht!«

»Tust du doch!«, sagt Tom. »Du schneidest jeden Ball an. Das ist fies.«

»Na, fies ist es nicht«, sagt Herr Kübel, »sondern reiner Spieltrieb, stimmt's, Ella?«

Ella nickt.

»Aber jetzt kick ihn zum Üben bitte gerade rüber. Und denkt dran, ihr seid in einer Mannschaft und müsst miteinander spielen, nicht gegeneinander, sonst kann man nicht gewinnen!«

Als Nächstes ist Zweikampf dran. Im Dribbeln ist Tom gar nicht so schlecht, aber Ella findet immer eine Gelegenheit, ihm den Ball abzunehmen. Das hat sie mit Lino früher stundenlang geübt. Keiner kann so gut mit dem Ball umgehen wie ihr Bruder. Er jongliert den Ball von einem Fuß auf den anderen, dribbelt dem Gegner vor der Nase her und schlägt Haken.

Aber nach und nach hat Ella den Dreh rausgekriegt und auch ihm die Bälle abgespitzelt. Wenn sie ihm beim Rumbolzen die Bälle drei-, viermal hintereinander abgenommen hatte, wurde er sauer und fing an, mit den Ellenbogen zu schubsen oder sie mit der Schulter wegzurempeln.

Aber sie hat dagegengehalten, und das letzte Mal, als sie zusammen gespielt haben, ist aus der Rangelei plötzlich eine heftige Rempelei geworden. Der Ball war längst weg und Lino hielt sie am T-Shirt fest und dann hat sie ihn volle Pulle geschubst und er hat volle Pulle zurückgeschubst und dann haben sie sich über den Platz gewälzt. Am Ende hat er den Ringkampf gewonnen und sie war so was von wütend, als er sie auf den Rücken legte und die Arme über den Kopf bog, dass sie ihn angespuckt hat.

»Mit dir spiel ich nicht mehr«, hat er gesagt und dabei ist es geblieben.

 

Tom jagt ihr den Ball ab. Sie hat nicht aufgepasst. Aber sie holt ihn sich schnell wieder und dann dribbeln sie zusammen aufs Tor zu. Das geht schon ganz gut.

Zum Abschluss üben sie Elfmeterschießen. Bonita geht ins Tor. Herr Kübel steht neben ihr und gibt Anweisungen.

Bonita nickt zu allem, sagt, sie habe oft genug mit ihrem Vater Fußball gespielt. Im Urlaub, in Italien am Strand stand sie immer im Tor. Sie spuckt kräftig in die Torwarthandschuhe und reibt sie aneinander.

Malle schießt als Erster. Er läuft an, verzögert kurz vor dem Ball, schaut in die linke Ecke und schießt in die rechte. Bonita hat keine Chance.

Ella kann sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen.

Auch Malles nächste beiden Schüsse sind Volltreffer. Herr Kübel erklärt Bonita, was sie an ihrer Haltung und Reaktion ändern muss.

Bonita nickt immerzu und sieht plötzlich verloren aus in dem großen Tor. Sie beißt sich auf die Unterlippe und versucht, sich nur auf den Ball zu konzentrieren, man sieht es ihr an. Toms Schuss hält sie. Er hat aber auch genau auf den Mann gezielt - vielmehr auf die Frau. Den zu halten war wirklich kein Kunststück.

Dann legt sich Ella den Ball zurecht. Sie holt aus, schneidet den Ball gekonnt an, er fliegt einen eleganten Bogen, landet aber am Pfosten. Ella stampft wütend mit dem Fuß auf. Wie konnte das passieren? Dann ist Jasmin dran. Die trifft nicht mal das Tor und tut sich am Zeh weh, hüpft auf einem Bein herum und macht vielleicht mal ein Gezeter.

 

Später, in der Umkleidekabine, lobt Frau Wilms, dass sie alle wunderbar gespielt hätten. »Ihr wart riesig! Und denkt dran, nur gemeinsam sind wir stark!«

Ella versteht nach wie vor nicht, wie sie vorhin so blöd danebenschießen konnte. Sie hängt mit dem Oberkörper über den Knien und fummelt den Doppelknoten von Bonitas Freundschaftsbändern auf. Haben echt gut gehalten. Von wem Bonita die wohl bekommen hat? Geflochtene. Ziemlich altmodisch. Ella würde damit nicht rumlaufen. Jasmin jammert immer noch wegen ihrem Zeh. »Ich glaube, Fußball ist doch nicht das Richtige für mich«, sagt sie.

Damit könnte sie recht haben.

 

Bonita steht schon draußen vor der Tür und quatscht mit Malle. Man hört sie bis in die Umkleidekabine. Als Ella endlich fertig ist, stehen die beiden immer noch da. Sie reden über Fußball; Ella hat Malle noch nie über etwas anderes reden hören, aber er sieht so verdammt niedlich aus dabei. Von der Seite original wie Antoine Griezmann. Warum erzählt er ihr nicht was von Fußball? Glaubt er etwa, sie weiß schon alles? Dann könnte man sich ja erst recht unterhalten, von Fachmann zu Fachfrau sozusagen, aber lieber quatscht er Bonita voll.

Und es sieht nicht so aus, als würden die beiden sich gleich trennen. Wirklich unerträglich, das Gelabere.

»Kommst du mit, Bonita, ich kauf dir jetzt ein Eis«, fragt Ella dazwischen und wird knallrot, denn die beiden fangen laut an zu lachen.

»Ja, Mutti«, sagt Malle.

»Ich meine .«, Ella pustet sich Luft an die Stirn, tut so, als sei ihr noch vom Training heiß. »Ich schulde ihr noch ein Eis.«

»Geht jetzt leider nicht«, sagt Bonita. »Ich muss nach Hause, auf meine kleine Schwester aufpassen. Vielleicht morgen?«

»Okay«, brummt Ella. Hauptsache, sie hat es schnell hinter sich.

Malle muss noch mal zu Herrn Kübel. Bonita und Ella gehen zusammen bis vor die Schule. Dann trennen sich ihre Wege. Ella biegt um die Ecke und trabt gleich los.

»Ciao!«, ruft Bonita ihr hinterher.

 

Zu Hause sitzt Mama mit Marion, ihrer alten Schulfreundin, am Tisch.

»Ella«, sagt sie. »Komm mal. Ich muss mit dir reden.« Mama tätschelt Ellas Arm und streicht sich die Haare hinter die Ohren. Das tut sie immer, wenn sie nervös ist. »Lino ist stinksauer. Du weißt, wieso.« Ihre Stimme klingt streng.

Ella zieht den Arm weg und schimpft los - klar habe sie das Poster zerrissen und er könne froh sein, dass sie aus seinem Zimmer nicht Kleinholz gemacht habe. Sie verschränkt die Arme vor der Brust. Marion macht ein besorgtes Gesicht. So gucken Erwachsene immer, wenn sie mal wieder nichts verstehen.

»Da bin ich aber froh, dass du dich mit dem Poster begnügt hast«, sagt Mama ironisch. »Hör mal zu! Ihr beiden müsst dringend wieder eine andere Ebene finden. Aufeinander einschlagen und dem anderen was kaputt machen ist keine Lösung!«

»Ja!«, schreit Ella. »Wem sagst du das?! Ich weiß auch nicht, was der Hirni in der letzten Zeit hat! Das könntet ihr ja mal klären, ihr seid schließlich die Eltern. Aber wenn man euch mal braucht, seid ihr nicht da.«

»Huch«, sagt Mama. »Ich bin doch da.«

»Aber du knöpfst dir Lino nicht vor! Und Papa ist immer irgendwo, in der Firma oder beim Chor oder auf einem Klassentreffen .«

Ella weiß, dass das nicht stimmt. Aber es tut gut, herumzumeckern. Mama guckt auch schon ganz besorgt. Sie steht auf und nimmt Ella in die Arme. Ella fängt an zu weinen. In dem Moment hört sie die Haustür ins Schloss fallen.

Lino kommt in die Küche. Schnell schluckt Ella die Tränen hinunter.

»Du saublöde Kuh!«, schreit Lino.

Marion springt der Mund auf: »Aber Lino, wie redest du denn mit deiner Schwester?«

»Die saublöde Kuh hat Arturo Vidal zerrissen!«, schreit Lino.

»Weil du saublöder Ochse meine Schnürsenkel ruiniert hast!«, schreit Ella zurück.

»Schluss! Aus! Ich will nichts mehr hören!«, ruft Mama und kriegt einen rot gefleckten Hals. Höchste Zeit, die Klappe zu halten. »Wir reden nicht so«, sagt sie betont deutlich und schnauzt noch ein »Ist das klar?!« hinterher.

Lino zieht beleidigt ab in sein Zimmer und Ella will auch gehen, aber Mama hält sie am Arm fest. »Du bleibst bei uns und isst erst mal was.«

Ella steht auf und hilft, den Tisch zu decken. Es gibt Spinatlasagne, Mamas Spezialität. Die Lasagne schmeckt wieder mal köstlich. Marion findet das auch, aber Mama scheint keinen großen Appetit zu haben. Sie schaut in Richtung Linos Zimmertür.

»Ach, lass den doch«, sagt Ella. »Der verhungert schon nicht.«

 

Lino bleibt in seinem Zimmer, obwohl er sonst immer eine halbe Lasagne allein verdrückt. Soll er doch, selber schuld! Ella erzählt vom...

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