Weil Du Mich Siehst

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Mai 2020
  • |
  • 376 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-0408-7 (ISBN)
 
Maggie hat kein leichtes Leben. Ihre Mutter starb an einer Überdosis, sie lebt in einer staatlichen Wohneinrichtung und die Hänseleien in der Schule, machen ebenfalls nichts leichter.
Rider Torn. Der Sportler, der eigentlich keiner sein will, allerdings lässt ihm die Faust seines Vaters keine Wahl.
Durch eine beinahe zufällige Begegnung, treffen sich die beiden verloren Seelen und fühlen sich verbunden. Riders Augen sind Traurig und Maggies Herz ist gebrochen. Aber auf einmal fängt es ganz schnell an zu Pochen.
Aber man kann die Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Werden sie es trotzdem schaffen, die Dämonen der Vergangenheit zu besiegen? Zusammen?
1. Auflage
  • Deutsch
  • 2,21 MB
978-3-7519-0408-7 (9783751904087)
Celine E. Dixon ist leidenschaftliche Leserin, Bloggerin und Autorin. Das Lesen begann sie im alter von drei und kann sich nicht vorstellen je wieder damit aufzuhören.
In ihrer Freizeit schaut sie Netflix, führt tiefgründige Gespräche und liebt nichts auf der Welt so sehr wie Essen.

1 Maggie


Januar 2019


Tag 1601 6:03 Uhr am Morgen. Ich öffne meine Augen und lasse einen tiefen Seufzer zwischen meinen Lippen hindurch schlüpfen. Ich spüre das vertraute Gewicht auf meiner Brust. Ich hasse es zu wissen, dass ein neuer Tag angebrochen ist. Am liebsten, würde ich den ganzen Tag im Bett bleiben, und darauf warten, dass er vorbeigeht. Aber das funktioniert leider nicht.
Ich schwinge meine Beine über die viel zu harte Bettkante und stehe auf. Mir ist ein bisschen schlecht, weil es noch so früh ist, aber das ignoriere ich. Ich gehe zum Fenster und ziehe die beiden dunkelblauen mit Sternen bedruckten Rollos nach Oben, um zu sehen, welches Wetter mich in einer Stunde und siebzehn Minuten erwartet. Regen. Nicht ungewöhnlich für Wisconsin im Januar. Ich frage mich, wie ich in einer Stadt in Wisconsin landen konnte. Ich meine, es gibt gefühlt eine Milliarde anderer Städte in den Vereinigten Staaten von Amerika. Wieso Wisconsin? Na ja nicht so wichtig. Ich wende mich also von diesem wundervollen Wetter ab, um mich auf den nächsten Tag vorzubereiten. Ich hasse es. Ich hasse es zu wissen, dass es Vierundzwanzig Stunden dauern wird, bis ich den Tag hinter mir lassen kann.

Allerdings, kann ich nicht verhindern, dass es so kommt, also gebe ich mich so wie jeden Tag geschlagen. Ich wende mich meinem Kleiderschrank zu. Als ich ihn öffne, bekomme ich sofort einen Klos im Hals. Die meisten Mädchen, wollen so viel Aufmerksamkeit wie nur irgend möglich auf sich ziehen. Ganz im Gegensatz zu mir. Ich würde alles tun, um unsichtbar zu sein. Denn Unsichtbarkeit bedeutet: kein Ärger. Denn auch davon habe ich mehr als genug in meinem Leben. Ich versuche also meine Kleiderwahl auf die Farbe Schwarz zu beschränken. Schwarz = unauffällig. Ich ziehe mir einen schwarzen Kapuzenpullover über den Kopf und schlüpfe in schwarze Jeans. Meine Socken sind ebenfalls schwarz genau wie meine Chucks von Converse. Nur damit du es weißt: Ich bin kein Emo. Ich mag den Kontrast nur sehr gern. Meine Haare lasse ich offen vor mein Gesicht fallen. Make-up ist nicht so mein Ding. Ich stelle mich noch einmal vor den länglichen Spiegel, der in meinem Zimmer steht und beschließe, dass ich bereit bin mein Zimmer zu verlassen. Als ich dies gerade tun will, schweift mein Blick auf den größten Schatz, den ich besitze. Meine Bücher. Sie sind die einzigen permanenten Dinge in meinem Leben. Sie sind die einzigen die mich nie verlassen haben. Das ist irgendwie traurig, wenn man bedenkt, dass es so viele andere Dinge auf dieser Welt gibt. So viele andere Menschen und Möglichkeiten. Ich weiß, dass Bücher Gegenstände sind und keine Empfindungen haben, aber sie haben mir mehr gegeben als irgendjemand sonst.
Hemingway hat Recht : Es gibt keinen Freund, der so treu ist, wie ein Buch.
Wenn mir ein Mensch begegnet, der mir das Gefühl geben kann, welches mir diese Bücher geben, dann kann ich mich ihm öffnen. Erst dann. Keinen Moment vorher. Aber solche Menschen existieren nicht. Denn das Gefühl, welches sie mir geben, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Sie geben mir Frieden. Frieden mit meiner Vergangenheit, meiner Gegenwart und Zukunft. Sie geben mir das Gefühl, gut genug zu sein und dass ich mich genau am richtigen Fleck auf dieser Welt befinde. Sie gestatten mir eine Pause von meinem Leben und allem was dazu gehört. Ich blicke sehnsüchtig zu dem Buch ganz oben auf meinem Stapel. Zurück ins Leben geliebt von einer meiner Lieblings-Autoren: Colleen Hoover. Ich bin auf Seite 302 und kann es nicht erwarten, weiterzulesen. Aber das muss leider warten. Schweren Herzens wende ich mich ab und verlasse meinen sicheren Hafen und begebe mich die Treppen herunter ins Esszimmer. Als ich den Raum betrete, sitzen dort drei Teenager und ein Erwachsener, der den Nachtdienst übernommen hat. Heute ist es Margret. Sie nippt an ihrer Kaffeetasse und wirft mir ein Lächeln zu, als ich den Raum betrete. Sie ist eine ältere Dame mit braunen kurz geschnittenen Haaren. Ihre Augen sind grün und von zarten Fältchen umgeben. Sie ist von kräftiger Statur und die netteste Seele, die ich kenne. Ich lasse mich auf einen freien Stuhl fallen und schenke mir eine Tasse Pfefferminz-Tee ein, an dem ich anschließend vorsichtig zu nippen beginne. Die anderen am Tisch schweigen, was mich jedoch nicht daran hindert, meinen Blick über sie schweifen zu lassen. Denn du musst wissen, ich liebe es, andere zu beobachten. Rechts von mir sitzt ein Mädchen und isst einen Apfel. Sie sieht eigentlich aus wie immer. Sie trägt ein rotes Sweatshirt und eine blaue Jeans. Sie lächelt mir zu. Ich lächele freundlich zurück und wende den Blick ab um mich weiter umzusehen. Links von mir sitzt ein Mädchen, welches ungeduldig auf ihrem Handy herum tippt. Sie schreibt ihrem Freund. Das weiß ich aus dem Grund, dass sie sich alle zwei Tage in ihrem Zimmer anschreien. Ich habe zwar keine Ahnung von Beziehungen, aber ich habe das Gefühl, dass sie definitiv nicht mehr lange zusammen sein werden. Mein Blick schnellt nach vorne, als sich jemand räuspert. Es ist Margret.Sie lächelt und schüttelt den Kopf was so viel heißt wie: Es ist Okay. Mach dir keine Gedanken über andere. Du bist genug.Sie kennt mich einfach unglaublich gut sie kennt genau meine Gedankengänge. Immer. Es ist fast ein bisschen unheimlich. Aber ich mag sie sehr gern. Ich wende also den Blick endgültig ab und beende meine tägliche Routine. Ich beobachte alles und jeden in meinem Umfeld. Das habe ich mir irgendwann angeeignet und ich finde es offengestanden ziemlich interessant andere Menschen zu beobachten, auch wenn ich weiß dass das nicht unbedingt gut ist. Ich seufze und stehe auf um meine Tasse in den Geschirrspüler zu befördern. Ich frage mich, warum mich alles so runterzieht. In der Schule ist alles noch schlimmer. Ich kann nicht einmal annähernd beschreiben, wie sehr ich mich vor der Schule fürchte. Jeden Tag. All diese Menschen, die all diese Dinge zu mir sagen. All diese Menschen, die bloß zu sehen. All diese Menschen, die sich daran erfreuen, mich brechen zu sehen. Jede Träne, macht mich schwach. Jedes Wort dass ich gegen sie richte, macht sie nur noch wütender. Sie sind bloß zu zweit, aber sie tun mir weh als wären sie eine ganze Armee. Sie sind zwar nur zwei die aktiv sind, aber die meisten sehen einfach nur zu,was viel schlimmer ist. - Als ich die Tür der Schule aufdrücke, habe ich bereits Angst. Angst vor ihr. Chiara Michaels. Sie ist nicht älter als ich aber trotzdem hat sie so viel Macht über mich. Außer ihr ist es noch Marie Jenkins. Sie ist fast noch schlimmer. Sie schrecken vor nichts zurück. Das macht mir zunehmend Angst, weil ich keine Ahnung habe, was sie gedenkt, als Nächstes zu tun. Ich habe Angst, weil ich nicht weiß, ob ich noch mehr ertragen kann. Allerdings bleibt mir nicht mehr viel Zeit, um darüber nachzudenken, denn plötzlich wird mein Körper nach Links geschubst und ich falle gegen einen Spind. Ein stechender Schmerz zieht sich von meiner linken schulter bis ins Handgelenk. Ich verziehe vor Schmerz das Gesicht und warte bis der Schmerz abklingt. Ich öffne die Augen und sehe wie erwartet Chiara und ihre Clique. Ihre Clique ist eigentlich nichts weiter als ihr Fußvolk. Sie, Marie, Merissa, James und Rider. Alle beliebt. Alle wunderschön. Merissa Johan ist ein Mädchen mit leuchtend rotem Haar und einem netten Lächeln. Ich denke sie ist einfach nur an die falschen Leute geraten und weiß nicht, wie sie sich wieder von ihnen lösen soll. Sie sagt nie irgendetwas.Sie schaut nur zu. Ich wünschte, sie würde es nicht tun. James Grewin ist einer von denen, der einfach in die Clique hineingehört. Er ist mit einem Mädchen was ebenfalls dazugehört zusammen und sein bester Freund ist auch Mitglied. Trotzdem ist er einer von den schlimmsten Menschen, die ich je gesehen habe. Er beteiligt sich fast noch mehr an Chiaras Lieblings-Beschäftigung, als Marie. Außerdem ist er mit ihr zusammen, was er die Öffentlichkeit wissen lässt. Und dann ist da noch Rider. Rider Torn. Er ist anders. Ich weiß nicht, ob positiv oder negativ. Er sagt nie irgendetwas. Aber es ist ein anderes Schweigen, als das von Merissa. Riders Blick ist aufmerksamer Aber er äußert sich nie zu irgendetwas. Sein Schweigen ist irgendwie erholsam. Weil ich weiß, wenn ich die Sticheleien von den anderen Dreien überlebt habe, muss ich mir keine Gedanken machen, dass er irgendetwas sagt was mein Herz noch mehr zum Brechen bringt. Ich seufze und versuche so viel Stärke in meinen Blick zu legen, wie ich aufbringen kann, als ich zu ihnen hochsehe, weil ich hoffe, dass ich dann auch stärker sein werde. Mein Herz pocht laut. »Na Mag«, sagt James und sieht mich mit einem breiten Grinsen an. Es jagt mir einen Schauer den Rücken hinab. Ich sehe ihm in die Augen. Starr. Bis er plötzlich in lautes Gelächter ausbricht. Ich wende den Blick ab und sehe auf meine Füße. »Ach Maggie«, beginnt Chiara sich zu Wort zu melden und schleicht um mich herum wie ein wildes Tier das gerade seine Beute umzingelt. Ich schlucke schwer. »Warum bist du heute hier? Du weißt doch, dass dich hier niemand haben will«, sagt sie und zeigt mit einem Finger auf mich. Als hätte ich eine Wahl. Ich seufze. »Warum sollte es mich interessieren, was du sagst?«, gebe ich von mir und verschränke meine Arme vor der Brust. Ich will mich schützen.Chiara zieht die Augenbrauen hoch und beginnt zu lachen. »Hast du über Nacht Mut bekommen?«, fragt sie und sieht mich erwartungsvoll lachend an. Ich sage solche Sachen sonst nicht. Ich schweige und stecke ein, aber ich weiß, ich muss mich langsam zur Wehr setzten. Ich will etwas erwidern aber als ich über Chiaras Schulter sehe, wirft mir Rider einen Blick zu. Er sagt kein Wort aber es ist so als könnte ich ihn verstehen, ohne dass er seine Stimme benutzen muss. Er...

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