Schülerin der Lust

Erotischer Roman
 
 
Refinery (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Dezember 2017
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-96048-128-7 (ISBN)
 

Janine Keller hat großes Glück gehabt: Bei einem Autounfall ist sie mit ein paar Schrammen davongekommen. Doch nun liegt sie im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern - weder an ihren Namen noch an die Frau, die behauptet, ihre beste Freundin Lena Gruber zu sein. Mit Lenas Hilfe versucht Janine, in ihr Leben zurückzufinden. Erschüttert entdeckt sie, dass sie nicht nur ihr Gedächtnis verloren hat, sondern auch die Fähigkeit, zum Orgasmus zu kommen. Lena meldet Janine kurzerhand bei »Cupido« an, einer »Schule der Lust«, in der ihr geholfen werden soll. Janine ist skeptisch. Aber als ihr der Leiter der Schule, der attraktive Krischan, eine persönliche Betreuung zusagt, schwindet ihr Widerstand. Doch sie hat auch das Gefühl ihn aus der Vergangenheit zu kennen ...

  • Deutsch
  • Deutschland
  • 1,50 MB
978-3-96048-128-7 (9783960481287)
3960481284 (3960481284)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Kerstin Dirks, 1977 in Berlin geboren, hat eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert und Sozialarbeit studiert. Sie schreibt seit mehreren Jahren historische Liebesromane, erotische Romane und Fantasy.




Der Vorhang hob sich. Es war ihre Nacht. Die Nacht, auf die sie ein Leben lang gewartet hatte. Erhobenen Hauptes schritt sie durch den Saal wie eine Königin durch ihren Palast. Alle Blicke waren auf sie gerichtet, wurden regelrecht zu ihr hin­gezogen, als wäre sie magnetisch. Es war, als hätten all diese Menschen nur auf ihr Erscheinen gewartet, dabei wusste niemand, wer sie war. Niemand außer ihm, ihrem Begleiter, der demütig hinter ihr herlief, das Gesicht verborgen hinter einer roten Augenmaske, die bis tief über seine Wangen reichte.

»Komm mit mir, ich zeige dir die Gelüste der Aphrodite«, hatte er gesagt, und sie war ihm gefolgt. Nun allerdings war es ihr Auftritt, und er blieb, ganz bewusst wie es schien, in ihrem Schatten zurück.

Sie befanden sich an einem Ort, den er den Club der Aphrodite nannte. Ein Platz, an dem sich Gleichgesinnte trafen, um ihren Lüsten zu frönen. Er hatte sie hergeführt, eingeweiht in das dunkle Geheimnis, das verrucht und exotisch, daher auch sehr erregend war. Aber jetzt wollte er nicht mehr anführen, nicht mehr bestimmen. So war ihr Übereinkommen.

Die Gäste, die sich in den buntesten Gewändern und Masken versammelt hatten, nickten ihr grüßend zu, verfolgten jeden ihrer Schritte, die selbstsicher und entschlossen waren. Aber dies war nur Fassade. Der Club war ihr fremd, genauso wie seine Menschen, und sie war nicht sicher, was sie hier erwartete und was man umgekehrt von ihr erwartete.

Es war dunkel. Über ihnen hing ein Kristallleuchter, der trotz seiner Größe nur wenig Licht spendete. Vielleicht befanden sie sich im Tanzsaal eines abgelegenen Hotels. Sie konnte sich nicht erinnern, wie sie hierhergekommen waren. Folglich wusste sie auch nicht, wo sich dieser geheimnisvolle Club befand. Sie wusste nicht einmal die Tageszeit. Möglicherweise war es draußen taghell. Selbst wenn es so wäre, hätten die Sonnenstrahlen ohnehin nicht durch die zugehängten Fenster dringen können. Man wollte offensichtlich unter sich bleiben.

Sie zog den schwarzen Mantel, der ihren Körper verhüllte, enger um sich. Auch sie trug eine Maske, die mit Pfauenfedern geschmückt war. Paona nannte er sie. Paon war französisch und bedeutete übersetzt Pfau. »Weil du so schön bist wie ein Pfau«, hatte er erklärt und ihr das Geschenk gemacht. Jetzt war sie froh, sich in diesem Moment hinter ihrer Maske verstecken zu können, denn so konnte sie die Lage besser beobachten und ihre eigene Nervosität verbergen. Zugleich aber genoss sie es, im Mittelpunkt zu stehen. Ein erregender Zwiespalt.

»Es ist deine Nacht«, hatte er gesagt. Und er hatte recht. »Ich werde dir gehören. Nur dir.«

Hinter der ersten Reihe der Schaulustigen erblickte sie noch mehr Gäste, die ihrem Auftritt weniger Beachtung schenkten, weil sie mit etwas ganz anderem beschäftigt waren. Hemmungslos gaben sie sich ihrer Lust hin. Bebende Körper. Der Geruch von Erregung lag in der Luft. Und die weibliche Note süßen Parfüms.

Sie schaute durch ihre Beobachter hindurch, um selbst zur Beobachterin zu werden. Ein Mann legte sich auf eine Frau in roter Wäsche, die eine Maske mit Teufelshörnchen trug. Er massierte ihre prallen Brüste, die fast aus den Körbchen ihres Mieders sprangen, während sich sein entblößtes Glied zwischen ihren Schenkeln rieb. Die Teufelin stöhnte auf, krallte ihre Nägel in seinen Rücken.

Dieser Anblick ließ es auch zwischen ihren Schenkeln prickeln. Wie froh sie war, dass sie ihre Pfauenmaske trug. So konnte niemand sehen, dass sich ihre Wangen röteten, und auch der lüsterne Glanz ihrer Augen lag im Schatten.

Sie war ein anonymes Wesen in einer anonymen Welt. Es interessierte sie nicht, wer die anderen waren. Aber sie fing an, ihnen gern zuzusehen. Etwas weiter hinten entdeckte sie ein lesbisches Pärchen. Die Frau mit den kurzen Haaren spritzte Schlagsahne auf die Brüste ihrer wohlbeleibten Partnerin, leckte sie ab und zupfte mit ihren Lippen an deren Nippeln.

Ihr wurde zusehends heißer bei all diesen ruchlosen Anblicken. Ein Mann mit Augenbinde kniete vor einer Blondine und leckte ihre Scham. Winzige Wellen der Lust brandeten sichtbar durch ihren Unterleib. Sie hörte die Fremde stöhnen, sah die Ekstase in ihrem Gesicht, weil ihr die Maske verrutscht war. In ihrer eigenen Scham pulsierte es so heftig, dass sie kaum aufrecht stehen bleiben konnte.

Ihr Begleiter blickte sich nach ihr um. Ohne dass sie es gemerkt hatte, war er weitergegangen, und offenbar hatte auch er nicht bemerkt, dass sie stehen geblieben war, um sich an dem lustvollen Schauspiel zu ergötzen.

Nun stand er einfach nur da, ohne jede Regung, dennoch spürte sie, dass er ungeduldig war. Aber erwartete er tatsächlich, dass sie von dieser Szenerie unbeeindruckt blieb?

»Wer den Club der Aphrodite betritt, der will nie mehr gehen«, hatte er ihr gesagt. Jetzt erst verstand sie den Sinn hinter seinen Worten. Hier bekam die Lust eine neue Facette. Es war anregend und erregend, den anderen zuzusehen oder sich zusehen zu lassen. Man verlor sich sehr schnell in diesem schwülen Etwas, das nach Lust und Leidenschaft und nach Körperflüssigkeiten roch.

Paona hörte ein fernes Stöhnen, sah die Gier in den Augen der anderen glänzen. Eine Orgie der Sinnlichkeit. Des Fleisches.

Der Mann mit der roten Augenmaske streckte die Hand nach ihr aus, und sie löste sich zögerlich von dem Anblick, nahm seine Hand an, folgte ihm tiefer hinein in das Labyrinth der Lust. Sie verließen den Tanzsaal, bogen in einen Seitengang, in dem sie weitere Paare vorfanden, die sich einander hingaben, sich Lust und Schmerz bereiteten, und dann bogen sie nochmals ab. Und nochmals. Bis sie ihr Ziel erreichten.

»Wohin bringst du mich?«, fragte sie, und ihre Stimme klang ihr fremd, als wäre es die Stimme einer anderen Frau. Wo war ihr selbstbewusster Klang geblieben? Sie kannte es nicht von sich, allzu schnell nervös zu werden. Doch hier war alles auf den Kopf gestellt.

»Vertrau mir, meine wunderschöne Paona. Du wirst mit meiner Wahl zufrieden sein.«

Er öffnete wortlos die Tür, ließ sie vorgehen. Der Raum, den sie betrat, war klein und dunkel, spärliches Licht an den Wänden, an denen auch Eisenketten hingen. Und obwohl der Raum derart schmal war, dass man nicht einmal ein Doppelbett hätte unterbringen können, machte sie gleich mehrere Fenster an den Wänden aus, vor denen Rollos hingen. Eine Einrichtung gab es nicht. Seltsam. Durch die vielen Fenster konnte der Raum kaum genutzt werden.

Ihr Begleiter verriegelte die Tür hinter ihnen.

»Ist das nötig?«, fragte sie, vor Erregung heiser, denn nicht nur Unbehagen, sondern auch Lust flammte in ihr auf.

Er sah in seiner Maske und dem adretten Anzug, den er immer trug, wenn sie sich sahen, verdammt heiß aus.

»Es ist der Stimmung nicht abträglich«, antwortete er unterwürfig. Und dennoch klang seine Stimme männlich. Tief. Und berufsbedingt sogar befehlsgewohnt. Er zog sein Jackett aus, öffnete das Hemd. Eine muskulöse Brust kam zum Vorschein. Sie war unbehaart. Ein appetitlicher Anblick, der ihre Lust nur noch verstärkte. Auch das Lederband um seinen Hals entging ihr nicht, weil es nicht länger von der eleganten Krawatte verdeckt wurde.

»Niemand wird uns stören«, versicherte er ihr.

Paona warf einen Blick auf seine Hose. Eine mächtige Beule prangte zwischen seinen Beinen. Der Anblick erregte sie.

»Zieh sie aus!«, forderte sie ihn auf, und er tat es. Wie immer, wenn sie ihm einen Befehl erteilte. Im wahren Leben war er derjenige, der das Zepter in der Hand hielt, der andere delegierte. Hier, in dieser abgeschiedenen Welt, sollte sie die Kontrolle übernehmen. Deswegen waren sie in den Club der Aphrodite gekommen. Das Spiel erregte sie, so wie es ihn erregte, und die Hose lag nun auf dem Boden.

»Deine Shorts auch!«, befahl sie. Er gehorchte. Und sein Schwanz kam zum Vorschein, schwang sich auf. Er war größer als der der meisten Männer, die sie zuvor geliebt hatte. Adern zeichneten sich auf seiner Vorhaut ab, und die Eichel glühte rot. Sie lief um ihn herum, umkreiste ihn wie das Raubtier seine Beute. Jetzt fühlte sie sich nicht mehr unsicher, sondern berauscht und mächtig. Aufgegeilt.

Er war groß, viel stärker als sie, und doch unterwarf er sich ihr bereitwillig, weil es ihn erregte. Und sie erregte die Lust, die er dabei empfand. Ein Wechselspiel.

»Knie dich hin!«, verlangte sie und fasste mit einer Hand in seinen Nacken, kraulte seine dichten Haare, die in dem spär­lichen Licht so dunkel wie das Gefieder eines Raben waren.

Sie war deutlich jünger als er. Eine weitere Besonderheit ihrer außergewöhnlichen Beziehung. Er war die personifizierte Macht. Erfolgreich im Leben. Sie war irgendwer. Im Grunde eine Namenlose. Und doch hatte er sie auserwählt, um ihr zu dienen.

Sie riss seinen Kopf am Haar nach hinten und schaute in sein Gesicht, das trotz der Halbmaske gut zu erkennen war, weil diese sehr schmal gehalten war. Die Behandlung törnte ihn an, das verriet ihr das wilde Funkeln in seinen Augen. Paona steckte ihm einen Finger in den Mund, ließ ihn daran lutschen wie an einem männlichen Glied. Weich umschlossen seine Lippen ihren Zeigefinger, leckten und saugten an ihm.

»Du hast uns wirklich eine hübsche Spielwiese ausgesucht.« Das Bild des jungen Mannes, der vor der nackten Frau gekniet und ihre Scham geleckt hatte, wollte ihr nicht aus dem Kopf. Sie ließ seine Haare los, warf ihren Mantel zurück und zog ­ihren Rock hoch. Vorsorglich hatte sie auf Unterwäsche verzichtet. Nun konnte er ihre vor Lust glänzende Scham sehen. Sie stellte sich breitbeinig hin, um ihm einen genauen Blick zu...

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