4 kostenlose Romantasy-Leseproben

Inklusive des neuen Romans von Bestseller-Autorin Julia Dippel
 
 
Planet! (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 28. April 2021
  • |
  • 120 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-522-68070-7 (ISBN)
 
**Es wird romantisch und sexy: vier gratis Leseproben mitreißender Fantasy-Liebesromane - inklusive Belial aus den Izara-Chroniken von Erfolgsautorin Julia Dippel** In Belial dreht sich alles um den gleichnamigen Dämon, der im Alten Rom um die Seele der Tempeldienerin Cassia wetteifert. Zwischen Flame und Dark sprühen im Reihenauftakt von Henriette Dzeiks Flame nur so die Funken, wäre da nicht das gefährliche Turnier, das die Götter zur Jahrtausendwende veranstalten ... Magdalena Gammel bringt die Leserherzen in Juniper Moon zum Stolpern. Denn der Teufel höchstpersönlich scheint in Arcanum - der Stadt der Hexen und Dämonen - das Interesse an der Hexe June gefunden zu haben. Und in Obsidian Castle von Cristina Haslinger begibt sich Bay in unterschiedlichen Welten auf die Suche nach einem verlorenen Kristall, um ebendiese zu retten! 4 Liebesgeschichten-Häppchen zum Dahinschmelzen in einem packenden Bundle, worauf wartest du?
Julia Dippel wurde 1984 in München geboren und arbeitet als freischaffende Regisseurin für Theater und Musiktheater. Um den Zauber des Geschichtenerzählens auch den nächsten Generationen näherzubringen, gibt sie außerdem seit über zehn Jahren Kindern und Jugendlichen Unterricht in dramatischem Gestalten. Ihre Textfassungen, Überarbeitungen und eigenen Stücke kamen bereits mehrfach zur Aufführung.

Kapitel 1


»Bist du so weit?«

Dads Stimme ließ mich zusammenfahren. Ich warf einen hektischen Blick über meine Schulter. Durch den Spalt zwischen Schlafzimmertür und -rahmen fiel ein matter Lichtstrahl auf den kleinen Nachttisch neben dem Bett.

»Ich komme gleich«, rief ich in Richtung Tür und zog mit spitzen Fingern an der obersten Schublade. Da lag sie, zwischen Magentabletten und gebügelten Stofftaschentüchern, eine längliche Schatulle. Mein Atem flatterte.

Behutsam hob ich den Deckel an und griff hinein. In einer routinierten Geste glitt der Anhänger durch meine Finger. Es war ein rau bearbeiteter Stein, die Kanten viel zu scharf für ein Schmuckstück. Unförmige Linien reflektierten das Licht und warfen gelbe, blaue und rosa Funken an die Wand. Mit klopfendem Herzen öffnete ich den Verschluss meiner Kette und fädelte den Anhänger auf, um ihn anschließend unter meinem T-Shirt verschwinden zu lassen. Dann legte ich die nun leere Schatulle zurück in die Schublade und steuerte auf die Tür zu, als ich plötzlich Schritte auf der Treppe hörte. Ich erstarrte, doch im nächsten Moment wurde mir bewusst, dass ich jetzt nur noch vorwärts konnte. Daher riss ich die Tür auf und überquerte eilig den Flur, sodass ich gerade in meinem Zimmer verschwunden war, als Dad am oberen Ende der Treppe ankam.

»Bay?«, drang seine Stimme von der anderen Seite der Tür. »Kommst du?«

»Moment!«, erwiderte ich und griff nach meiner Reisetasche, die ich zum Glück heute Vormittag bereits gepackt hatte. Seit Monaten wartete ich auf diesen Tag und heute sollte es endlich so weit sein. Heute begann meine Ausbildung im Obsidian Castle.

Ich atmete zittrig aus, dann öffnete ich die Tür.

Dad stand wartend auf dem Flur. Seine Schultern hingen tief herunter, genau wie seine Mundwinkel.

»Oder hast du es dir anders überlegt?«, fragte er und nahm mir die Tasche ab.

»Das würde dir so passen!«, grinste ich und zog die Tür hinter mir zu. Ein Lachen schlich sich auf seine Lippen, doch in seinen Augen lag dieser besorgte Blick, den er schon seit Wochen mit sich herumtrug. Obwohl er es nicht explizit sagte, wusste ich, dass ihm lieber gewesen wäre, ich hätte nicht zugesagt. Denn seit Mums Tod hatte er sich weitestgehend aus der Organisation zurückgezogen und alles, was damit zu tun hatte, aus unserem Alltag verbannt. Dennoch oder gerade deswegen brannte ich darauf, Ghâley zu sehen. Die Stadt im Berg, wo er und Mum sich kennengelernt hatten. Er sprach viel zu selten von ihr.

Gemeinsam stiegen wir in den zweiten Stock hinauf. Schon seit Jahren arbeitete Dad nicht mehr von zu Hause aus, was das Büro am Ende des Flurs eigentlich überflüssig machte. Doch für einige besondere Gelegenheiten war es durchaus noch zu gebrauchen.

»Master Del Gallo wird die Einführung mit dir machen«, erklärte Dad. »Dass du nicht allein in die Tore gehen darfst, hatte ich dir gesagt, oder?«

»Hast du«, bestätigte ich und seufzte theatralisch.

Dad lachte. Mit unruhigen Fingern kramte er seinen Schlüsselbund aus der Hosentasche und öffnete die Tür, die mit einem leisen Knarren aufsprang. Ungeduldig quetschte ich mich an ihm vorbei.

»Eins noch!«, sagte er und griff nach meinem Handgelenk. »Erwarte nicht zu viel, ja?«

»Tu ich doch gar nicht«, erwiderte ich, doch wir wussten beide, dass das nicht stimmte.

»Ich will nur nicht, dass du enttäuscht wirst«, sagte Dad und zog mich in seine Arme. Der süßlich-herbe Geruch von Tabak stieg mir in die Nase. Ich vergrub mein Gesicht in seinem Hemd und verstärkte den Griff um seine Taille. In meinen Ohren pochte das schlechte Gewissen. Ich schämte mich dafür, ihn bestohlen zu haben. Aber es war die einzige Verbindung zu meiner Mutter, die ich mitnehmen konnte. Und ohne sie wollte ich nicht gehen.

»Na komm, er müsste gleich hier sein«, sagte Dad und schob mich sanft in das Büro. Er stellte meine Reisetasche auf der niedrigen Couch ab und wandte sich zum Gehen.

»Ich hab dich lieb, Cookie«, sagte er, den Türgriff schon in der Hand.

»Ich hab dich auch lieb«, antwortete ich mit plötzlich belegter Stimme. Ich versuchte mich an einem Lächeln, doch auf halber Strecke blieben meine Mundwinkel hängen.

Dad nickte mir aufmunternd zu, dann trat er auf den Flur und zog die Tür hinter sich ins Schloss, das mit einem leisen Klicken einrastete. Ich horchte auf seine Schritte, doch der dicke Teppich musste jedes Geräusch verschluckt haben. Stille legte sich wie ein gnädiger Nebel über den Raum. Dads eingestaubter Schreibtisch stand neben ein paar Regalen unter dem Fenster, an der gegenüberliegenden Wand hing ein dunkelroter Vorhang. Mit einem Ruck zog ich den Stoff beiseite. Staubpartikel wirbelten wie Funken durch die Luft und ließen sich friedlich auf der Oberfläche eines großen Spiegels nieder, der an der Wand befestigt war und seit einer Ewigkeit geduldig auf diesen Tag gewartet hatte. Wie ich.

In meiner Hosentasche vibrierte es. Ich zog mein Handy heraus und registrierte mit einem Lächeln, dass ich eine neue Nachricht von Zoe hatte.

»Sweet Sixteen! ENDLICH! Happy Birthday vom anderen Ende der Welt! Ach, ich habe übrigens bisher noch keine heißen Rugby-Spieler kennengelernt. Kann ja noch werden .«

Typisch Zoe. Da war sie mir in Neuseeland locker zwölf Stunden voraus und brachte es trotzdem zustande, fast meinen Geburtstag zu verpassen. Vermutlich war sie gerade aufgestanden und machte sich für den Strand fertig, während hier erst gleich die Geisterstunde schlagen würde. Schmunzelnd tippte ich eine Antwort und steckte das Handy zurück in meine Hosentasche. Dann richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder gespannt auf den Spiegel. Meine Hand hatte kaum den üppig verzierten Rahmen berührt, als ein Zittern durch das Glas fuhr. Reflexartig wich ich zurück und starrte auf die Oberfläche, die nun statt meines eigenen Spiegelbilds einen älteren Herren zeigte. Seine schneeweißen Haare hatten sich weit hinter die Stirn zurückgezogen und bedeckten die angehende Glatze nur dünn. Er trug Jackett und ein weißes Hemd. Unwillkürlich musste ich an einen Zirkusdirektor denken.

»Guten Abend«, begrüßte er mich, hinter seiner silbernen Brille funkelte ein Lächeln.

»Hallo«, sagte ich schüchtern. Mein Nacken fing an zu prickeln und ich spürte, wie mir das Blut in die Ohren schoss.

»Es freut mich, dich endlich kennenzulernen, Bay«, sagte er mit einer angenehmen, dunklen Stimme. »Ich bin Domenico Del Gallo, dein Empfangskomitee.« Er deutete auf die Couch hinter mir. »Vergiss dein Gepäck nicht.«

»Oh! Ach ja«, rief ich und griff nach meiner Reisetasche, die noch immer zwischen den kitschigen Sofakissen lag. Mit einer schnellen Bewegung schulterte ich den Gurt und wandte mich wieder dem Zirkusdirektor zu, der mich nun lächelnd betrachtete. »Was muss ich jetzt machen?«

»Einfach hindurchgehen«, antwortete Del Gallo und trat einen Schritt beiseite.

»Durch den Spiegel?«, fragte ich und ärgerte mich sogleich darüber, wie naiv ich klingen musste. Natürlich war das kein Spiegel! Sonst würde er ja nicht mittendrin stehen.

Ein Schmunzeln erschien auf seinem faltigen Gesicht.

»Du hast recht, es ist ein Spiegel«, sagte er. »Doch es ist vor allem auch eines: ein Tor.« Zur Demonstration ließ er seine Hand in einer fließenden Bewegung durch die Oberfläche gleiten. Auf meiner Seite des Glases wirkte die Haut runzeliger und ich konnte ein paar Altersflecken erkennen. Aber es war eine ganz normale Hand.

Del Gallo zog seine Finger wieder zurück und sah mich auffordernd an. »Jetzt bist du dran.«

Nervös sog ich den Atem ein. Ich spürte meinen Herzschlag durch meine Adern pumpen und klammerte mich an meiner Reisetasche fest. Dann trat ich vor. Meine Nasenspitze tauchte zuerst hindurch. Die Oberfläche des Spiegels fühlte sich an wie Wackelpudding. Kalter, klarer Wackelpudding, der sich wie ein dünner Film auf mein Gesicht legte und mit leichtem Widerstand nachgab, als ich den Rest meines Körpers hinterherschob. Dunkelheit umfing mich. Ich spürte einen sanften Windhauch auf der Haut. Unwillkürlich hatte ich die Augen geschlossen und als ich sie wieder öffnete, fand ich mich vor einem riesigen Grabstein wieder. Einem von Hunderten, die sich in der Finsternis eines uralten Friedhofs verloren. Über ihnen schimmerte ein bläuliches Leuchten, das leicht pulsierend die Nacht erhellte und mir eine Gänsehaut über den Körper jagte.

Wie ein uraltes Polaroid verblasste Dads Arbeitszimmer langsam auf der Oberfläche des zwei Meter großen Steins hinter mir. Nur ein paar Schritte trennten mich von dem gemütlichen, kleinen Sofa in der Mitte des Raumes und der Sicherheit meiner bekannten Welt.

»Du fragst dich sicherlich, wieso das Tor auf dieser Seite kein Spiegel ist«, sagte Del Gallo und stieß mich damit auf eine Tatsache, die mir bisher gar nicht aufgefallen war. »Wir befinden uns hier im Atrium, ein Übergang zwischen den Welten. Jeder dieser Steine stellt ein Tor dar, das an einen anderen Ort führt. Auf der anderen Seite können die Portale ganz unterschiedlich aussehen. Manche sind in Spiegeln, manche in Wasser, es gibt auch welche in Bäumen oder unsichtbar zwischen zwei Steinsäulen. Aber hier im Atrium sind die Tore immer aus Stein.«

»Soll das heißen .« Ich stockte. Mein Gehirn brauchte einen Moment, um sich zu sortieren. »Diese Tore führen alle in andere Welten?«, fragte ich schließlich.

»Richtig.« Del Gallo lächelte gutmütig. »Bitte entschuldige, Bay. Ich habe ganz vergessen, wie verwirrend das alles für dich sein muss. Thomas hatte mich bereits darauf vorbereitet, dass er keine Gelegenheit hatte, dir all das hier zu erklären.« Er machte eine ausladende...

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