Wickelkontakt

Roman
 
 
Heyne Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. April 2011
  • |
  • 336 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05703-9 (ISBN)
 
Zwischen Windeln und Wahnsinn

Sophie ist dreißig und mit ihrer zwei Wochen alten Tochter etwas überfordert. Das typische Leben einer jungen Mutter? Im Grunde schon, wäre sie nicht vorher als charmante Chaosqueen und Moderatorin eines Radiosenders bekannt gewesen. Nach der Geburt findet sie sich allerdings zwischen Stinkewindeln und Spucktüchern statt zwischen Sendepult und Sektflaschen wieder. Doch Sophie wäre nicht Sophie, wenn sie sich mit ihrer kleinen süßen Heulboje Maja kampflos dem Wickeltisch-Blues hingeben würde.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,61 MB
978-3-641-05703-9 (9783641057039)
3641057035 (3641057035)
weitere Ausgaben werden ermittelt
23 (S. 141-142)

Ui, Wahnsinn, heute startet unser NEMO-Kurs, ich bin ja schon so aufgeregt. Nach den Babykursen Pekip und Delfi ist NEMO in Hamburg der neueste Schrei. Wie ich im Internet recherchiert habe, steht die Abkürzung dabei für Natürlichkeit, Erkenntnis, Mut und Offenheit und soll den Babys die individuelle Entwicklung im Einklang mit der Natur erleichtern. Das klingt toll, allerdings ist es, wie wohl bei allen anderen Babykursen auch, nicht ganz so leicht, einen Platz zu bekommen. Im Grunde hätte ich Maja schon anmelden müssen, bevor ich wusste, dass ich mal Kinder haben möchte. Nur dadurch, dass sich eine andere Mutter kurz vor meinem Anruf in der Elternschule abgemeldet hat, weil sie doch lieber zum Pekip geht, dürfen wir nun offiziell zum ersten Treffen des NEMO-Kurses antreten.

Maja ist inzwischen süße drei Monate alt, aber nicht ganz so aufgeregt wie ich, lässt sich widerstandslos anziehen und meckert auch nicht, als ich sie in die Tragetasche lege und die vier Stockwerke runterschleppe. Ich denke, das macht ihr auch Spaß, so durch die Luft geschwenkt zu werden, vielleicht ein bisschen wie Schiffschaukel für Babys. Nachdem ich jetzt vier Kilo abgenommen habe und mich abends regelmäßig auf dem Stepper quäle, fühle ich mich wieder wohler in meiner Haut und will auch meiner Süßen etwas Gutes tun. Ein bisschen hege ich auch die Hoffnung, bei dem Kurs mal eine nette Mami kennenzulernen.

Mona hatte sich ja geweigert, mit mir zusammen schwanger zu sein, hatte mir einen Vogel gezeigt und gelacht. Vor allem fehlt ihr ja immer noch der Mann zum Babyglück, also war mein Vorschlag tatsächlich etwas unrealistisch gewesen. Schade, denn so richtig kann einfach niemand außer einer Mutter verstehen, wie sich durch ein schreiendes oder lächelndes oder spuckendes Bündel von dreitausendzweihundertvierzig Gramm alles verändert. Und andere Muttis kenne ich eben nicht, so dass ich das jetzt mal ändern will.

Die zwei dicken rothaarigen Zwillingsmädchen von über uns reißen mich noch im Treppenhaus aus meinen Gedanken, trampeln an uns vorbei und grüßen mal wieder nicht – dafür stampfen sie noch ein bisschen lauter, als sie mich sehen, einfach nur so, um mich zu ärgern, weil ich mich mal bei der Mutter beschwert hatte, dass ihre dicken Mädchen immer so laut sind. Da war ich aber noch nicht schwanger. Inzwischen weiß ich: Kinder sind so! Da kann man gar nichts machen.

Und beschwer dich niemals über Kinder in deinem Haus, falls du vorhast, selber eins zu kriegen, denn du bekommst es vom Schicksal (und von den Nachbarn) doppelt und dreifach heimgezahlt! Auch über Majas zarte, leise Schreie haben sich doch schon Nachbarn aus dem Nebenhaus beschwert, eine absolute Unverschämtheit, wie ich finde! Sie hatte eben Bauchschmerzen, das ist ganz normal in dem Alter. Jaaa, auch nachts um vier! Völlig normal! Sie haben wohl keine Kinder, wie??? Jetzt freue ich mich, endlich auch diesen Satz herausschmettern zu können! »Du polterst später aber nicht so rum, nicht wahr, Süße?«, flüstere ich Maja zu, die mich anstrahlt und mit ihren kleinen dicken Ärmchen rudert. Das heißt: »Ja, Mama, ich mache alles, was du willst!« auf Majisch, und ich liebe sie abgöttisch dafür.

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