Die Sternenlegion - Angriff der Cyborgs

Roman
 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Dezember 2011
  • |
  • 432 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-07722-8 (ISBN)
 
Sie sind ein verschworener Haufen furchtloser Kämpfer und werden mit den unmöglichsten Aufträgen betraut, die die Galaxis zu vergeben hat: die Angehörigen der Sternenlegion. Die US-Bestsellerserie nun endlich auch in Deutschland - Military-Science-Fiction, wie sie John Ringo ("Invasion") oder David Weber ("Honor Harrington") nicht besser schreiben könnten. Einer der größten Science-Fiction-Erfolge der letzten Jahre.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,63 MB
978-3-641-07722-8 (9783641077228)
3641077222 (3641077222)
weitere Ausgaben werden ermittelt

1


WORBERS'S WORLD, KONFÖDERATION DER VERNUNFTWESEN


Kriegsgefangener! Die unglückseligste Art von
Gefangener und dennoch ein melancholischer
Zustand. Du befindest dich in der Gewalt
deines Feindes. Du verdankst dein Leben seiner
Menschlichkeit und dein täglich Brot seinem
Mitgefühl. Du musst seinen Befehlen gehorchen
und deine Seele mit Geduld panzern. Und
unterdessen geht der Krieg weiter, vollziehen
sich große Ereignisse, und dir entgleiten
Gelegenheiten zum Handeln und Abenteuer.

 

Winston Churchill
My Early Life: A Roving Commission
Standardjahr 1930

 

General Natalie Norwood stand auf, streckte sich und blickte auf die leere Fläche des in ihre Schreibtischplatte eingelassenen hellblauen Computerbildschirms. Der Cursor blinkte stetig in der rechten unteren Ecke. Es hatte zwölf Stunden harter Arbeit gebraucht, den scheinbar endlosen Strom von Befehlen, Anforderungen, Berichten, Anfragen, Memos, Verhörprotokollen und allgemeinem Bockmist zu erledigen, wie ihn das Kommando über die Konföderationskampfstation Alpha XIV mit sich brachte, ihren reichlich sechstausend Bewohnern besser unter der Bezeichnung Old Lady (und einer Anzahl weniger freundlicher Namen) bekannt. Und die Station war wirklich alt, stammte noch aus Zeit vor dem Krieg zwischen Menschen und Hudathanern und war ursprünglich als Schlachtschiff in Dienst gestellt worden.

»Brauchen Sie noch etwas, General?«

Die Stimme riss sie mit einem Ruck in die Wirklichkeit zurück. Ein Master Sergeant stand in der Luke und füllte sie fast aus. Er war hünenhaft gebaut und so hässlich wie der Pitbull, an den er einen unwillkürlich erinnerte, es sei denn, der Mann lächelte; dann nahm sein Gesicht einen so engelhaften Ausdruck an, dass die Herzen aller Frauen dahinschmolzen. Diesen Umstand nutzte er, sooft es ging. Norwood schüttelte den Kopf. »Nein, aber vielen Dank. Bis morgen dann.«

Im Weltraum ist morgen ein relativer Begriff, aber Master Sergeant Max Meyers wusste, was sie meinte, und nickte. »Ja, Ma'am. Ich kann's kaum erwarten.«

Ein alter Witz, sie hörte ihn nicht das erste Mal, lachte aber trotzdem. »Ich auch nicht. Ruhen Sie sich ein wenig aus.«

Meyers musterte die Falten, die sich in ihr immer noch hübsches Gesicht eingegraben hatten, Spuren einer Müdigkeit, die ihre großen, braunen Augen füllte, und das Grau, das inzwischen den Kampf gegen ihr einstmals kastanienbraunes Haar beinahe gewonnen hatte. Er wollte ihr sagen, dass sie sich zu viel zumutete, zu hart arbeitete, nachdem sie jetzt schon beinahe sechzehn Jahre auf diesem Schiff war.

Aber zwischen Generalen und Sergeants klafft ein tiefer Abgrund, ein Abgrund so tief und so breit, dass keiner von beiden ihn je überspringen kann, selbst wenn sie Tag für Tag zusammenarbeiteten. Der Sergeant zog sich zurück. Die Luke schloss sich hinter ihm.

Norwood warf einen letzten prüfenden Blick auf den Bildschirm, vergewisserte sich, dass dort nichts Neues aufgetaucht war, seit sie das letzte Mal hingesehen hatte, und begab sich zu ihrer Kabine. Sie war nur wenige Schritte entfernt, ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Ingenieure, die die Old Lady konstruiert hatten, durchaus wussten, wie kommandiere Offiziere lebten, und dieses Wissen in die Konstruktion des Schiffes eingebracht hatten.

Dicker Teppichboden dämpfte ihre Schritte, eine explosionssichere Luke schob sich zischend vor ihr auf, und ein gespenstisches Leuchten hüllte ihr persönliches Quartier in schwarze Schatten. Der blaubraune Planet, von dem das Leuchten ausging, füllte fast die ganze Sichtluke.

Im Gegensatz zum Ort ihrer Kabine betrachtete Norwood die Sichtluke als eine Vergünstigung der Art, die einfache Soldaten zu Recht zynisch macht, und hatte deshalb ernsthaft überlegt, ob sie die Luke abschaffen sollte. Aber das war ganz zu Anfang ihres Kommandos gewesen, ehe die Sichtluke für sie zu so etwas wie einer geheimen fixen Idee geworden war, die ihre wenige Freizeit voll in Anspruch nahm.

Norwood streifte die Uniform ab, warf sie in die Ecke, in die sie sie immer warf, und trat vor den an der Wand befestigten Spiegel. Ihre Brüste sackten ein wenig durch, aber alles andere war straff und beruhigend fit. Trotzdem war es lange her, dass jemand anderer ihren Körper gesehen oder berührt hatte, und sie fragte sich, was so jemand wohl denken würde.

Sie drehte sich um und ging zu dem Sessel. Er war groß und schwarz und auf einem Podest befestigt. Sie wusste, dass der Sessel ein Ausdruck ihrer Besessenheit war, ein Teil ihres allabendlichen Rituals, aber dieses Wissen trug nichts dazu bei, ihr Bedürfnis zu verringern. An ihrer nackten Haut fühlte sich das Leder herrlich kühl an. Sie bewegte sich leicht und spürte, wie der Sessel sich ihrem Körper anpasste. Ihre Finger suchten die vertrauten Knöpfe, berührten sie in der üblichen Reihenfolge und veranlassten damit den Sessel nach hinten zu kippen. Dann, als der Stuhl sich genau in der Position befand, die sie bevorzugte, ließ Norwood sich einen Augenblick lang Zeit, Worber's World zu bewundern, die vertrauten Umrisse der Kontinente und die Wolken, die wie weiße Tupfer über die Planetenoberfläche hinwegzogen.

Viele Kilometer über dem Planeten, am Himmel schwebend, konnte man weder erkennen, was die hudathanischen Bomben aus der Planetenoberfläche gemacht hatten, noch die mathematische Präzision bewundern, mit der Schneisen der Verwüstung in das Land hineingebrannt worden waren, noch die Überreste der Millionen ahnen, die dort unten gestorben waren. Gestorben und gestorben, bis keiner mehr übrig war.

Das Heer, die Navy und eine jämmerlich kleine Zahl von Legionären hatten Widerstand geleistet, aber als die Kämpfe dann beendet waren, waren Norwoods Familie, ihre Freunde und - mit Ausnahme einer Hand voll Leute wie sie - alle anderen Bewohner des Planeten umgekommen.

Und nicht nur auf Worber's World, sondern auf hunderten Planeten der Menschen, bis die Aliens schließlich dicht vor den inneren Welten zum Stillstand gebracht worden waren. Zum Stehen gebracht und gründlich besiegt, mit der Folge, dass es tausende von kriegsgefangenen Aliens gab, von denen jeder Einzelne jetzt dort unten auf der Oberfläche des Planeten untergebracht war, der einmal ihre, Norwoods, Heimatwelt gewesen war. Dort würden sie ihr jämmerliches Leben inmitten der von ihnen selbst geschaffenen Hölle zu Ende leben. Einer Hölle, über die sie die Oberaufsicht hatte.

Ja, es gab Verhandlungen, aber die liefen jetzt schon seit beinahe zwanzig Jahren, und ein Ende war nicht in Sicht. Kein Ende für die im Orbit verbrachten Tage und die Nächte auf dem schwarzen Sessel.

Der Gedanke bereitete ihr Wohlbehagen, und ein leichter Druck auf die Tastatur ließ fünfzig Bildschirme zum Leben erwachen. Sie umgaben die Sichtluke und lieferten ihr die Bilder, nach denen sie sich sehnte. Von leidenden Hudathanern, die litten, wie sie leiden sollten, und die damit für das bezahlten, was sie getan hatten, die Sühne für ihre Sünden leisteten.

Ein weiterer Knopfdruck vergrößerte eines der Bilder und schob es über die Sichtluke. Sie erkannte sofort, dass das Bild von der schwer gepanzerten Kamera am Nordende von Black Lake geliefert wurde, einem See, der dadurch entstanden war, dass ein Untergrundtorpedo sich unter die Hauptstadt des Planeten gebohrt hatte, dort explodiert war und einen gewaltigen Krater erzeugt hatte. Der gesamte Generalstab war an jenem Tag gestorben, und auf die Weise war ein weiblicher Colonel namens Natalie Norwood ranghöchster Offizier der überlebenden Militärstreitkräfte geworden. Von denen es nur mehr verdammt wenige gab.

Norwood hatte versucht zu kapitulieren, hatte versucht dem Gemetzel ein Ende zu machen, aber feststellen müssen, dass die Hudathaner fest entschlossen waren, sich mit nichts weniger als der totalen Vernichtung jeder Rasse zufrieden zu geben, die imstande war, sich ihnen in den Weg zu stellen, und dass die Aliens den Begriff der Erbarmens überhaupt nicht kannten. Und so war sie einem hudathanischen Kriegskommandeur namens Niman Poseen-Ka in die Hände gefallen, der sie benutzt hatte, nur um dann selbst benutzt und am Ende auf dem Planeten dort unten eingesperrt zu werden.

Norwood wählte eine andere Kamera aus, diesmal eine bewegliche, und sah zu, wie ein von der radioaktiven Strahlung hervorgerufenes Gewitter über einen Landstrich hinwegzog, der früher einmal eine der ertragsreichsten Ackerbauzonen von Worber's World gewesen war. Die Blitze flackerten immer wieder grell auf und beleuchteten kurzzeitig die Ruinen einer Kirche, deren Turm anklagend himmelwärts wies.

Wut kochte aus ihrem Innersten empor, ganz wie sie das erwartet hatte. Sie wählte ein weiteres Bild und vergrößerte es. Aus der Vogelperspektive zeigte es die Ruinen einer ehemaligen Industriestadt, von deren weitläufigen Fabriken nicht viel mehr als ein paar Mauerfragmente und weit verstreuter Schutt übrig geblieben waren.

So sah es jedenfalls aus, aber Norwood wusste es besser und dirigierte die Kamera tiefer. Jetzt konnte man erkennen, dass in den Ruinen Leben war, Aliens, hunderte von hudathanischen Kriegsgefangenen, die dort herumschlurften, primitive Unterstände reparierten, Wasser aus den Zisternen heranschleppten, die sie gebaut hatten, oder andere nicht auf den ersten Blick erkennbare Arbeiten verrichteten.

Das Verblüffendste war die Tatsache, dass tausende von hudathanischen Soldaten die...

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