Ressourcenorientierte Psychoonkologie

Psyche und Körper ermutigen
 
 
Kohlhammer (Verlag)
  • 3. Auflage
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  • erschienen am 27. April 2016
  • |
  • 286 Seiten
 
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978-3-17-028666-5 (ISBN)
 
Dieses Buch, das sich binnen kurzem als wichtige psychoonkologische Basislektüre etabliert hat, liegt nun in aktualisierter und erweiterter 3. Auflage vor. Aktuelle Trends und Perspektiven der Psychoonkologie sowie der Onkologie, Palliativmedizin und Neurobiologie werden unter einem explizit ressourcenorientiertem Blickwinkel praxisnah vorgestellt. Führende Expertinnen und Experten der jeweiligen Fachgebiete geben innovative und kreative Impulse für die tägliche Praxis und die eigene Psychohygiene.

"[...] das Buch bietet allen Berufsgruppen, die mit onkologischen Patienten arbeiten, wertvolle Anregungen für die Therapie und für die Auseinandersetzung mit der eigenen Grundhaltung." (Ingrid Barley, Deutsches Ärzteblatt 5/2010)
überarbeitete und erweiterte Auflage
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 4,64 MB
978-3-17-028666-5 (9783170286665)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Christa Diegelmann und Margarete Isermann, Dipl.-Psychologinnen, Psychologische Psychotherapeutinnen, Lehrtherapeutinnen, Supervisorinnen, leiten das ID Institut für Innovative Gesundheitskonzepte in Kassel.
1 - Deckblatt [Seite 1]
2 - Titelseite [Seite 4]
3 - Impressum [Seite 5]
4 - Inhalt [Seite 8]
5 - Verzeichnis der Autorinnen und Autoren [Seite 15]
6 - I Einführung [Seite 20]
6.1 - 1 Vorwort und Einleitung [Seite 22]
6.1.1 - Vorwort zur ersten Auflage [Seite 22]
6.1.2 - Vorwort zur dritten Auflage [Seite 26]
7 - II Trends, Konzepte und Perspektiven in der Onkologie [Seite 28]
7.1 - 2 Trends und Perspektiven in der Onkologie [Seite 30]
7.1.1 - 2.1 Epidemiologie [Seite 30]
7.1.2 - 2.2 Biologie von Krebserkrankungen [Seite 31]
7.1.3 - 2.3 Früherkennung [Seite 31]
7.1.4 - 2.4 Therapie [Seite 32]
7.1.5 - 2.5 Palliativmedizin und Begleitung Sterbender [Seite 36]
7.1.6 - 2.6 Zusammenfassung [Seite 37]
7.1.7 - Literatur [Seite 37]
7.2 - 3 Neue Entwicklungen in der Palliativmedizin und Schmerztherapie [Seite 38]
7.2.1 - 3.1 Grundlagen von Palliative Care und neue Entwicklungen [Seite 38]
7.2.2 - 3.2 Schmerztherapie in Palliativmedizin und Onkologie [Seite 44]
7.2.3 - 3.3 Begleittherapie [Seite 51]
7.2.4 - Literatur [Seite 52]
8 - III Ressourcenorientierte Konzepte für die Psychoonkologie [Seite 54]
8.1 - 4 Psycho-somatik und Somato-psychik - Die untrennbare Einheit von Körper und Gehirn [Seite 56]
8.1.1 - 4.1 Die wechselseitige Abhängigkeit körperlicher und psychischer Prozesse [Seite 57]
8.1.2 - 4.2 Somato-Psychik: Von der Körpererfahrung zum Selbstbild [Seite 59]
8.1.3 - 4.3 Psycho-Somatik: Vom Gehirn zum Körper [Seite 60]
8.1.4 - 4.4 Reaktivierung von Selbstheilungskräften [Seite 63]
8.1.5 - Literatur [Seite 65]
8.2 - 5 Krebs und Stress: Hinweise aus der Psychoneuroimmunologie für therapeutisches Handeln [Seite 66]
8.2.1 - 5.1 Psychische Einflüsse auf den Körper und das Immunsystem [Seite 66]
8.2.2 - 5.2 Angst- und Stressreaktionen [Seite 68]
8.2.3 - 5.3 Wirkungen auf das Immunsystem [Seite 70]
8.2.4 - 5.4 Stress - Genauer betrachtet [Seite 75]
8.2.5 - 5.5 Konsequenzen für die psychoonkologische Praxis [Seite 78]
8.2.6 - Literatur [Seite 82]
8.3 - 6 TRUST: Impulse für einen integrativen Behandlungsansatz - Salutogenese, Resilienz und Positive Psychologie als Fundament [Seite 86]
8.3.1 - 6.1 Behandlungsansätze aktivieren Ego-States [Seite 86]
8.3.2 - 6.2 Salutogenese - Warum bleiben Menschen trotz extremer Belastungen gesund [Seite 87]
8.3.3 - 6.3 Resilienz - Psychische Widerstandskraft, Störungstoleranz für Belastungen [Seite 90]
8.3.4 - 6.4 Positive Psychologie - Die Wissenschaft vom sinnerfüllten Leben [Seite 95]
8.3.5 - 6.5 TRUST: Vertrauen als Haltung und Ermutigung zu ressourcenorientierten Interventionen [Seite 100]
8.3.6 - Literatur [Seite 101]
8.4 - 7 Integration psychosomatischer Aspekte in die medizinische Behandlung [Seite 104]
8.4.1 - 7.1 Zum Stellenwert psychoonkologischer Betreuung in einem Brustzentrum [Seite 104]
8.4.2 - 7.2 Die Diagnosemitteilung [Seite 105]
8.4.3 - 7.3 Der stationäre Aufenthalt [Seite 105]
8.4.4 - 7.4 Zusätzliche Versorgungsangebote im stationären Setting [Seite 106]
8.4.5 - 7.5 Entlassung und adjuvante Therapie [Seite 107]
8.4.6 - 7.6 Was tun wir für uns? - Die Bedeutung des Teams [Seite 108]
8.4.7 - Literatur [Seite 109]
8.5 - 8 Auf dem Weg zu einer Ressourcen- und Resilienzdiagnostik [Seite 111]
8.5.1 - 8.1 Ressourcen und Positive Psychologie [Seite 111]
8.5.2 - 8.2 Resilienz, Lebensqualität, PatientInnenkompetenz und Wohlbefinden [Seite 112]
8.5.3 - 8.3 Neue Tools zur Ressourcen- und Resilienzanalyse [Seite 113]
8.5.4 - Literatur [Seite 119]
8.6 - 9 Krebs und Migration: Transkulturelle Sensibilisierung für die psychoonkologische Arbeit [Seite 121]
8.6.1 - 9.1 Besondere Probleme und Missverständnisse - Sprachbarrieren [Seite 122]
8.6.2 - 9.2 Besondere Probleme und Missverständnisse - Krankheitskonzepte [Seite 124]
8.6.3 - Literatur [Seite 125]
9 - IV Psyche ermutigen [Seite 128]
9.1 - 10 Vom Umgang mit eigenem Schmerz in der Begleitung von schwerkranken Menschen [Seite 130]
9.1.1 - 10.1 Würde, Mitgefühl und Respekt [Seite 132]
9.1.2 - 10.2 Was geschieht mit dem Schmerz? [Seite 133]
9.1.3 - Literatur [Seite 135]
9.2 - 11 Sinnbasierte Interventionen [Seite 136]
9.2.1 - 11.1 Existentielle Belastungen bei einer Krebserkrankung [Seite 136]
9.2.2 - 11.2 Sinnfindung im Kontext der Belastungsverarbeitung [Seite 137]
9.2.3 - 11.3 Interventionen mit dem Fokus auf Lebenssinn [Seite 138]
9.2.4 - 11.4 Fazit [Seite 142]
9.2.5 - Literatur [Seite 142]
9.3 - 12 TRUST-Interventionen zur Ressourcenförderung und Resilienzstärkung in der Psychoonkologie [Seite 144]
9.3.1 - 12.1 Wesentliche Merkmale von TRUST-Interventionen [Seite 144]
9.3.2 - 12.2 Anamnesediagramm: Ressourcenperspektive von Anfang an [Seite 148]
9.3.3 - 12.3 TRUST-Protokoll zur Resilienzstärkung [Seite 149]
9.3.4 - 12.4 CIPBS® als Weg einer schonenden Krisenbearbeitung und Traumakonfrontation [Seite 153]
9.3.5 - 12.5 Stärkung der Resilienz mit der Baumübung [Seite 158]
9.3.6 - 12.6 Erfahrung verändert: Mut zu ressourcen- und resilienzfördernden Interventionen [Seite 161]
9.3.7 - Literatur [Seite 162]
9.4 - 13 Psychoonkologische Akutinterventionen: Die Anwendung von TRUST im stationären Setting innerhalb eines zertifizierten Brustzentrums [Seite 165]
9.4.1 - 13.1 Allgemeine Voraussetzungen [Seite 165]
9.4.2 - 13.2 Spezielle Interventionstechniken [Seite 166]
9.4.3 - Literatur [Seite 169]
9.5 - 14 Singen als Ressource [Seite 171]
9.5.1 - 14.1 Warum Singen? [Seite 171]
9.5.2 - 14.2 Wirkungen von Singen [Seite 172]
9.5.3 - 14.3 Einsatz in der psychoonkologischen Arbeit: Heilsames Singen [Seite 174]
9.5.4 - Literatur [Seite 176]
9.6 - 15 Von Buchstaben und Bildern - Hilfreiche Werkzeuge in der Psychotherapie mit TRUST [Seite 177]
9.6.1 - 15.1 Hilfreiche Geschichten für Psychotherapie und Psychoonkologie [Seite 177]
9.6.2 - 15.2 Wie alles begann . [Seite 179]
9.6.3 - 15.3 Zu Anwendung, Risiken und Nebenwirkungen [Seite 179]
9.6.4 - 15.4 Anregungen und konkrete Interventionsmöglichkeiten [Seite 180]
9.6.5 - Literatur [Seite 182]
9.7 - 16 Sprechende Steine im Ritual als Ressource bei Schwerkranken [Seite 184]
9.7.1 - 16.1 Was ist ein Ritual? [Seite 184]
9.7.2 - 16.2 Der »sprechende Stein« [Seite 184]
9.8 - 17 Woher nehmen Sie Ihre Kraft? Spiritualität im Alltag [Seite 186]
9.8.1 - 17.1 Geistig-spirituelle Beziehungsnetze [Seite 186]
9.8.2 - 17.2 Atmung als Mittel zur unmittelbaren Selbstwahrnehmung [Seite 187]
9.8.3 - 17.3 Anleitung zu einer »alltagstauglichen« Übung [Seite 189]
9.8.4 - Literatur [Seite 190]
9.9 - 18 Wenn das Buffet abgeräumt wird . - Hoffnung vermittelnde Metaphern [Seite 191]
9.9.1 - 18.1 Bilder für die Auseinandersetzung mit dem Sterben [Seite 191]
9.9.2 - 18.2 Bilder für die Begleitung [Seite 192]
9.9.3 - 18.3 Bilder für das, was nach dem Tod kommt [Seite 193]
9.9.4 - Literatur [Seite 194]
9.10 - 19 Erkrankung, Sinnfragen und Spiritualität [Seite 195]
9.10.1 - 19.1 Gesundheit und Spiritualität [Seite 195]
9.10.2 - 19.2 Erkrankung als Lebenskrise und die Frage nach dem Sinn [Seite 196]
9.10.3 - 19.3 Sinnfragen und Spiritualität heute [Seite 197]
9.10.4 - 19.4 Sinnfindung und Selbstwerdung in der Analytischen Psychologie [Seite 198]
9.10.5 - 19.5 Wiedergewinnung der Kräfte der Heilung [Seite 200]
9.10.6 - Literatur [Seite 201]
10 - V Körper ermutigen [Seite 204]
10.1 - 20 Psychoonkologische Beratung und Begleitung von PatientInnen mit tumorbedingter Fatigue [Seite 206]
10.1.1 - 20.1 Was bedeutet Fatigue? [Seite 206]
10.1.2 - 20.2 Prävalenz [Seite 206]
10.1.3 - 20.3 Erklärungsmodell [Seite 207]
10.1.4 - 20.4 Symptome und Erfassung [Seite 207]
10.1.5 - 20.5 Fatigue und/oder Depression behandeln [Seite 211]
10.1.6 - 20.6 Zusammenfassung [Seite 216]
10.1.7 - Literatur [Seite 216]
10.2 - 21 Die Rolle von Ernährung, Sport und Bewegung bei Krebs in Prävention, Therapie und Rehabilitation [Seite 218]
10.2.1 - 21.1 Einleitung [Seite 218]
10.2.2 - 21.2 Ernährung und Krebs-Prävention [Seite 218]
10.2.3 - 21.3 Ernährungsintervention und Krebs [Seite 219]
10.2.4 - 21.4 Mangelernährung und Krebs [Seite 220]
10.2.5 - 21.5 Sport und Krebs: Prävention [Seite 221]
10.2.6 - 21.6 Sport und Krebs: Intervention während der Erkrankung [Seite 221]
10.2.7 - Literatur [Seite 223]
10.3 - 22 Krebs und Sexualität: Mut zu Zärtlichkeit und Lust [Seite 224]
10.3.1 - 22.1 Den Blick auf das Hier und Jetzt ermöglichen [Seite 225]
10.3.2 - 22.2 Sexualität ist ein Beziehungsthema [Seite 226]
10.4 - 23 GuoLin-Qigong [Seite 228]
10.4.1 - 23.1 Krebs als Folge eines Prozesses [Seite 228]
10.4.2 - 23.2 Wirkungsweise des GuoLin-Qigong [Seite 229]
10.4.3 - 23.3 Die GuoLin-Übung [Seite 232]
10.4.4 - 23.4 Noch eine Bitte . [Seite 236]
10.4.5 - Literatur [Seite 237]
10.5 - 24 Mit Feldenkrais Körper und Psyche ermutigen: Die bewusste Körperwahrnehmung in den Alltag integrieren [Seite 238]
10.5.1 - 24.1 Die Feldenkraismethode [Seite 238]
10.5.2 - 24.2 Für wen eignet sich Feldenkrais? [Seite 239]
10.5.3 - 24.3 Bewegungsbeispiele für die bewusste Körperwahrnehmung und zur Integration in den Alltag [Seite 241]
10.5.4 - Literatur [Seite 242]
10.6 - 25 Einführung in zapchen - Entwicklung von Wohlbefinden inmitten von allem, was ist: Sanfte Übungen mit dem Körper aus tibetisch/westlichen Heilweisen [Seite 243]
10.6.1 - 25.1 »Wohl-Sein« als Ressource [Seite 243]
10.6.2 - 25.2 Was ist Zapchen? [Seite 243]
10.6.3 - 25.3 Zapchen in der Onkologie [Seite 245]
10.6.4 - Literatur [Seite 247]
10.7 - 26 Energetische Psychotherapie - Bifokale multisensorische Neurostimulation: Techniken und Strategien im Umgang mit Angst, Schmerz und Trauma bei KrebspatientInnen [Seite 248]
10.7.1 - 26.1 Was ist Energetische Psychotherapie - Bifokale multisensorische Neurostimulation? [Seite 248]
10.7.2 - 26.2 Einsatz von Energetischer Psychotherapie - Bifokaler multisensorischer Neurostimulation bei KrebspatientInnen [Seite 251]
10.7.3 - 26.3 Standard-Protokoll einer Behandlung mit EFT [Seite 253]
10.7.4 - Literatur [Seite 255]
10.8 - 27 Hypnotherapeutische Interventionen zur Symptomlinderung in der Onkologie [Seite 257]
10.8.1 - 27.1 Hypnotherapeutische Aspekte in der Kommunikation [Seite 257]
10.8.2 - 27.2 Interventionsbeispiele [Seite 258]
10.8.3 - 27.3 Hypnotherapeutische Konzepte in der Onkologie [Seite 263]
10.8.4 - Literatur [Seite 263]
10.9 - 28 Dann nehmen wir die Höhe dazu: Körpererfahrung durch Morgen- und Abendritual [Seite 264]
10.9.1 - 28.1 Öffnen der Sinne - Ein Morgenritual [Seite 264]
10.9.2 - 28.2 Navajo Segen - Ein Abendritual [Seite 266]
10.10 - 29 Vom verantwortungsbewussten Umgang mit komplementären Therapieempfehlungen [Seite 267]
10.10.1 - 29.1 Komplementäre und alternative Medizin - Ein Versuch einer Definition [Seite 267]
10.10.2 - 29.2 Wurzeln der Komplementären Therapie [Seite 267]
10.10.3 - 29.3 PatientInnenwunsch nach Autonomie [Seite 268]
10.10.4 - 29.4 Wie viele PatientInnen nutzen Komplementäre Therapien? [Seite 269]
10.10.5 - 29.5 Die Kommunikation mit PatientInnen [Seite 269]
10.10.6 - 29.6 Komplementäre und evidenzbasierte Medizin [Seite 271]
10.10.7 - 29.7 Ziele der Komplementären Therapie [Seite 272]
10.10.8 - 29.8 Komplementäre Therapie zur Unterstützung [Seite 273]
10.10.9 - Literatur [Seite 274]
10.11 - 30 Vom Umgang mit Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen [Seite 276]
10.11.1 - 30.1 Vorsorge [Seite 276]
10.11.2 - 30.2 Nachsorge [Seite 278]
10.12 - 31 Immer ist JETZT die beste Stunde - Die Gegenwart als Ressource! [Seite 280]
10.12.1 - Literatur [Seite 283]
11 - Stichwortverzeichnis [Seite 284]

 

 

1         Vorwort und Einleitung


Christa Diegelmann und Margarete Isermann


 

Vorwort zur ersten Auflage


Dieses Buch ist ein Plädoyer für die Stärkung ressourcenorientierter Sichtweisen in der Psychoonkologie. Wir stellen vielfältige Herangehensweisen zur Entwicklung psychischer Widerstandskraft (Resilienz) im Umgang mit einer Krebserkrankung vor. Neuere Ansätze aus unterschiedlichen Disziplinen werden erstmals für die psychoonkologische Arbeit adaptiert. Der Impuls für das Buch ging von unserem diesjährigen interdisziplinären Symposium »Psyche und Körper ermutigen - Ressourcenorientierte Psychoonkologie« aus, das große Resonanz fand. Ermutigt durch unsere langjährige psychotherapeutische Arbeit mit onkologischen PatientInnen und bestätigt durch den Austausch mit KollegInnen im Rahmen der von unserem Institut durchgeführten curricularen psychoonkologischen Fortbildungsreihe sind wir der Überzeugung, dass einer explizit ressourcenorientierten Sichtweise in der Psychoonkologie größere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Warum ist das sinnvoll? Aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Neurobiologie, Stressforschung und Psychoneuroimmunologie sowie der Positiven Psychologie und Resilienzforschung zeigen, wie effektiv es für die Krankheitsverarbeitung ist, wenn gezielt neuronale Ressourcen-Netzwerke aktiviert, gestärkt und neu entwickelt werden. Es geht darum, körperliche, emotionale und kognitive Prozesse anzuregen, um Einfluss auf die Stressphysiologie zu nehmen, um individuelle Bewertungsprozesse zu ändern und positive Emotionen wachzurufen. Ziel ist dabei, das individuelle Bewältigungspotential besser nutzen zu können. Dabei geht es nicht um »positives Denken« oder um die Verleugnung von Belastungen. Vielmehr geht es um eine explizite Aktivierung individueller Ressourcen, die die Resilienz stärken und die Kompetenz im Umgang mit den Herausforderungen einer Krebserkrankung erhöhen. Die Anzahl der Menschen, die mit einer Krebserkrankung leben, wird in den nächsten Jahrzehnten erheblich ansteigen. Gezielte psychoonkologische Interventionen können den Umgang mit der Erkrankung erleichtern und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Das Buch bietet allen Berufsgruppen, die mit onkologischen PatientInnen arbeiten oder arbeiten wollen, speziell PsychotherapeutInnen, eine inspirierende Quelle mit vielfältigen Anregungen für die psychoonkologische Arbeit und die Auseinandersetzung mit den eigenen Grundhaltungen. Es ist eine Schatzkiste mit innovativem Wissen geworden. Die AutorInnen berichten aus ihrer langjährigen Erfahrung, dass ein bewusst ressourcenorientiertes Vorgehen dazu beiträgt, »das Schwere leichter zu machen«, sowohl für die PatientInnen als auch für die eigene Psychohygiene.

Zum Auftakt werden aktuelle Trends, Konzepte und Perspektiven in der Onkologie anhand zweier grundlegender Beiträge aus dem Bereich der Schulmedizin aufgezeigt. Jörg Beyer stellt aktuelle Diskussionen und Trends für die kommenden Jahre im Bereich der Krebsmedizin dar. Er betont, wie zukunftsweisend die Ausrichtung der onkologischen Therapien an der individuellen Situation krebskranker Menschen ist. Neue Entwicklungen in der Palliativmedizin und Schmerztherapie beschreibt H. Christof Müller-Busch anschaulich. Er vermittelt, wie notwendig dabei eine ganzheitliche und multiprofessionelle Herangehensweise ist und betont die Bedeutung einer an neuesten Erkenntnissen ausgerichteten fundierten Schmerztherapie.

Unter Ressourcenorientierte Konzepte für die Psychoonkologie werden in sechs Beiträgen neue konzeptionelle Perspektiven für die Psychoonkologie entwickelt. Besonders Gerald Hüther veranschaulicht aus neurobiologischer Sicht, dass jede Heilung immer und grundsätzlich Selbstheilung ist. Er betont die wechselseitige Abhängigkeit körperlicher und psychischer Prozesse und beschreibt, wie länger andauernde körperliche Veränderungen zur Anpassung zentralnervöser Verarbeitungsmechanismen und damit psychischer Zustände führen. Andererseits zeigt er, wie psychische Veränderungen, besonders die Aktivierung emotionaler Zentren des Gehirns, auf den Körper wirken. Ein Update der bekannten Diskussion um die Zusammenhänge von Krebs und Stress gibt Margarete Isermann. Sie erläutert, dass für die Psychoonkologie zukunftsweisende Impulse aus der Psychoneuroimmunologie zu erwarten sind. Die gezielte Aktivierung von Ressourcen und positiven Emotionen hat dabei einen besonderen Stellenwert und wird dementsprechend auch die praktische Arbeit bereichern und verändern. In ihrem Beitrag »TRUST: Impulse für einen integrativen Behandlungsansatz« stellt Christa Diegelmann den »Bauplan« für einen integrativen Behandlungsansatz vor, anhand dessen sich psychotherapeutisch-psychoonkologische Haltungen und Interventionen entwickeln lassen. Das Fundament dazu bilden Salutogenese, Resilienz und Positive Psychologie. Die Autorin hebt dabei besonders auch die Psychohygiene der BehandlerInnen hervor und baut darauf, dass dadurch bei den PatientInnen eine »Resilienz-Resonanz« entsteht. Wie fruchtbar dies wie auch eine vertrauensvolle Kommunikation und Kooperation im interdisziplinären Team für die medizinische Behandlung ist, beschreibt Friederike Siedentopf. Sie zeigt, wie in einem Brustzentrum die Integration psychosomatischer Aspekte in die medizinische Behandlung in beispielhafter Weise umgesetzt wird. Ibrahim Özkan erläutert, dass gelingende Kommunikation im Kontext von Krankheit auch interkulturelle Sensibilität und Kompetenzen erfordert. Obwohl es in der Psychoonkologie bereits viele Ansätze gibt, sich von der traditionellen psychiatrischen Diagnostik zu lösen, sind auch die neueren diagnostischen Ansätze eher defizit- und pathologieorientiert. Christa Diegelmann und Margarete Isermann zeigen auf, wie wichtig parallel dazu eine Ressourcen- und Resilienzdiagnostik ist. Sie stellen dazu mehrere bereits etablierte Instrumente und drei neue Diagnostik-Tools vor.

Psyche ermutigen wird von Luise Reddemann mit einem sehr persönlichen Beitrag eingeleitet. Sie ermutigt dazu, in der Begleitung von Menschen in Grenzsituationen als »ganze Menschen« zu reagieren und dabei sowohl den Schmerz als auch die Fülle des Lebens zu würdigen, um wahrhaft professionell handeln zu können. Den Themenfeldern Sinnfindung, Spiritualität und Trauer widmen sich hier vier Beiträge, jeweils aus ganz verschiedenen Richtungen. Anja Mehnert beschreibt in ihrem Überblick Konzepte, die Sinnhaftigkeit und Lebenssinn im Kontext von Belastungsverarbeitung beinhalten. Darüber hinaus stellt sie unterschiedliche gruppentherapeutische Interventionen vor, die auf Lebenssinn fokussieren. Petra Moser zeigt, dass gelebte Spiritualität im Alltag zu einer unerschöpflichen Kraftquelle werden kann. Die stärkende Wirkung von Metaphern und Imaginationen wird in dem Beitrag von Daniela Tausch anschaulich dargestellt. Das von ihr vermittelte Erfahrungswissen aus der Begleitung von Sterbenden und Trauernden wirkt ermutigend und anregend. In-Beziehung-Sein, Präsenz, Achtsamkeit und Ermutigung sind einige Kriterien, die Brigitte Dorst als Voraussetzung für eine spirituell ausgerichtete therapeutische Grundhaltung erachtet. Ihr Beitrag inspiriert dazu, eigene Wege zu entfalten, um Heilungs-, Wandlungs- und Selbstwerdungsprozesse erleben und begleiten zu können. In drei weiteren Beiträgen werden jeweils konkrete ressourcenorientierte Interventionen vorgestellt. Christa Diegelmann beschreibt wesentliche Kriterien und Beispiele von TRUST-Interventionen, die darauf zielen, die therapeutische Arbeit in dem individuell optimalen »Affekt-Toleranz-Fenster« zu gestalten. Die flexible und kreative Handhabung auch neuer Tools wird von ihr aus der Perspektive der Resilienzstärkung und Positiven Psychologie exemplarisch mit drei ausführlichen Fallvignetten veranschaulicht. Hanna Wollschläger und Matthias Brieger eröffnen mit ihrem Beitrag ein weiteres Feld, indem sie die therapeutische Arbeit u. a. mit Literatur und Bilderbüchern, die üblicherweise in der Arbeit mit Kindern Anwendung finden, auf die Arbeit mit Erwachsenen erweitern. Auch andere Medien kommen dabei zum Einsatz, um neue Trigger als Zugang zu Ressourcen zu etablieren. Hannelore Eibach hat in ihrer langjährigen Arbeit mit der Katathym Imaginativen Psychotherapie zahlreiche sinnstiftende Rituale entwickelt. Menschen, die eine schwere Erkrankung oder andere kritische Lebenssituationen zu bewältigen haben, können dadurch wieder neuen Halt, Trost und Orientierung finden. In diesem Buch stellt sie erstmals ein langjährig erprobtes Steinritual für die Arbeit in Gruppen vor. Der Beitrag von Caroline Heinle vermittelt, inwiefern eine konsequente Ressourcenorientierung für die psychoonkologische Betreuung innerhalb eines Akutkrankenhauses von Nutzen ist. Aus der Perspektive der onkologischen...

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