Judo - Trainer-C-Ausbildung

 
Deutscher Judo Bund (Herausgeber)
 
Meyer & Meyer Fachverlag
2. Auflage | erschienen am 25. Februar 2011 | 360 Seiten
 
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978-3-8403-2998-2 (ISBN)
 
Das vorliegende Buch enthält das Grundgerüst für die Ausbildung von Trainern im Deutschen Judo-Bund e.V. Diese Materialien stellen, ergänzt mit den Praxisthemen der Ausbildung, eine Handreichung dar, die die angehenden Judotrainer mit dem notwendigen Prüfungswissen versorgt. Das Buch wurde durchweg von Fachleuten entwickelt, die um die Anforderungen der Trainer-Praxis wissen und ihre bewährten Lösungen und Erfahrungen weitergeben.In Judo - Trainer-C-Ausbildung werden alle relevanten Themen der Prüfung und der späteren Praxis eines Judo-Trainers erörtert. Außerdem widmet sich dieses Buch auch den medizinischen Aspekten eines Judotrainings. Es werden Themen wie die allgemeine Fitness, Auswirkungen auf den Stütz- und Bewegungsapparat sowie die Verletzungsprophylaxe abgehandelt. Dieses Buch ebnet den Weg zum erfolgreichen Absolvieren der Trainer-C-Ausbildung und das hier vermittelte Wissen bleibt auch nach der Ausbildung ein hilfreiches Nachschlagewerk.
2., Aufl.
Deutsch
Aachen
17,53 MB
978-3-8403-2998-2 (9783840329982)
3840329981 (3840329981)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Ralf Lippmann ist Ausbilder im Deutschen Judo-Bund.
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Beschluss der Lehrreferententagung 2000
  • Überprüfung der Judotechnik (Bewegungsvorbild)
  • Handlungsfelder Trainer
  • Trainer-C- Breitensport
  • Trainer-C-Leistungssport
  • Handlungsfeld 1 Planen und Analysieren
  • Trainingsplanung - Aufbau eines Anfängerkurses
  • Alters- und geschlechtsspezifische Aspekte des Sports mit Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren
  • Abgrenzung des Wettkampfsports zum Breitensport
  • Überlegungen zur Anfängermethodik
  • Unterricht mit gemischten Gruppen
  • Aufbau einer Übungsstunde
  • Judo-Grundausbildung (bis 10 Jahre)
  • Kindgemäßes Bewegungslernen
  • Vorbereitung auf Gürtelprüfungen
  • Judo unter dem Fitnessgedanken
  • Medien- und Geräteeinsatz
  • Handlungsfeld 2 Unterrichten und Trainieren
  • Allgemeine Grundlagen der Trainingslehre
  • Energiebereitstellung
  • Ernährung/Gewichtmachen
  • Konditionelle Fähigkeiten
  • Stütz- und Bewegungsapparat, Verletzungsprophylaxe
  • Dehnen, wann und warum?
  • Gymnastikzirkel zur Verbesserung der allgemeinen Fitness
  • Gymnastik mit dem großen Ball
  • Krafttraining mit Partner auf der Matte
  • Koordinative Grundlagen
  • Koordination
  • Bodenturnen, Akrobatik, Gelenkigkeit
  • Theorie des Techniktrainings
  • Bedeutung von Spielen, Wetteifern/Wettkämpfen und Leisten
  • Grundlegende biomechanische und bewegungsstrukturelle Aspekte der Judotechnik
  • Grundlagen des Technikerwerbstrainings
  • Bewegungssehen und Fehlerkorrektur
  • Methodische Grundsätze und Maßnahmen
  • Übungsformen zur Technikschulung
  • Tandoku-renshu
  • Uchi-komi
  • Methodik des Fallens (Falltechnik)
  • Standardsituationen am Boden
  • Umdreher am Boden
  • Übergang Stand-Boden
  • Grundlagen des Technikanwendungstrainings
  • Sinnvolles Heranführen an Randori, Shiai und alternativeWettkampfformen
  • Taktik und Strategie in Training und Wettkampf
  • Handlungsfeld 3 Motivieren und Erziehen
  • Lehrer-/Trainerverhalten
  • Ziele der Judoausbildung/Judoprinzipien
  • Dojo-Etikette
  • Geschichtliche Entwicklung des Judo
  • Führungsstile /Gruppendynamik
  • Störfaktoren im Unterricht
  • Erziehung zum leistungsorientierten Verhalten
  • Richtiges Coachen
  • Handlungsfeld 4 Organisieren und Verwalten
  • Ausnutzen von Raum und Gerät
  • Staffeln und Kleine Spiele auf der Judomatte
  • Maßnahmen und Aktivitäten außerhalb der Judomatte
  • Rechts- und Finanzfragen der Trainer
  • Anhang
  • Das Kyu-Ausbildungs- und Prüfungsprogramm des DJB
  • Bildnachweis

Handlungsfeld 1 Planen und Analysieren


Trainingsplanung - Aufbau eines Anfängerkurses


1 Einleitung


"Wer nicht weiß, was er will, darf sich nicht wundern, wenn er etwas erreicht, was er gar nicht wollte!"

Dieser etwas platte Spruch umreißt sehr gut die Problematik, die in einem ungeplanten, nicht systematisch vorbereiteten Judotraining bzw. Judounterricht steckt. Wenn wir es positiv ausdrücken, so kann man sagen, dass

  • nur gesteckte Ziele zu erreichen sind;
  • nur geplantes Lernen erfolgreich ist;
  • nur überprüfte Ergebnisse greifbar sind.

2 Voraussetzungen des Judounterrichts


Wer sich also mit Training und/oder Unterricht beschäftigt, muss sich über verschiedene Dinge, die dieses Training betreffen, Gedanken machen.

Der Trainer muss die Voraussetzungen bedenken, welche die Entscheidungen für seinen Unterricht betreffen. Dies sind:

a) die vorhandenen räumlichen und materiellen Voraussetzungen sowie die organisatorischen Bedingungen seines Vereins (soziokulturelle Voraussetzungen = durch die gesellschaftlichen und materiellen Bedingungen verursachte Voraussetzungen);

Folgende Fragen könnten zu diesem Bereich von Interesse sein:

  • Wie groß ist die Judomatte?
  • Wie lange dauert der Mattenaufbau?
  • Steht mir ein Hilfstrainer zur Verfügung?
  • Wann ist die Trainingszeit?
  • Trainieren gleichzeitig in der Halle andere Gruppen?
  • Wie oft proWoche soll die Gruppe üben?
  • An welchem Wochentag liegt das Training (häufig donnerstags Feiertagsausfall)?
  • Stehen Judoanzüge zur Verfügung?
  • Ist es eine "reine" Anfängergruppe?
  • Welche Übungs- und Hilfsmittel stehen zur Verfügung (Weichbodenmatte, Softbälle, Medizinbälle, Bänke, Klettertaue etc.)?
  • Zu welchem Zeitpunkt soll die Gruppe beginnen (irgendwann, nach den Oster-, Sommerferien . . .)?
  • Gibt es im Verein gemeinsame Prüfungstermine, auf die man sich einstellen muss (z. B. jeweils vor den Oster-, Sommer-, Weihnachtsferien)?
  • Bin ich mit den finanziellen Regelungen zufrieden?

b) die Voraussetzungen, die sich durch die zu unterrichtende Gruppe ergeben (Anzahl, Alter, Geschlecht, Trainingszustand, Motivation der Gruppe bzw. einzelner Teilnehmer), aber auch durch das vom Trainer eingebrachte Wissen und Können (Ausbildung, Gürtel, Erfahrungen als Trainer und/oder Kämpfer, Alter, Geschlecht etc.) (anthropogene Voraussetzungen = durch die am Unterricht teilnehmenden Menschen verursachten Voraussetzungen).

Folgende Fragen zu beantworten, hilft bei der Unterrichtsvorbereitung:

  • Wie alt sind die Mitglieder der Gruppe?
  • Welche Verteilung von Jungen und Mädchen?
  • Wie ist ihr Trainingszustand?
  • Wie ist ihre Motivation (warum kommen sie zum Judo)?
  • Kenne ich als Lehrer alle Techniken, Regeln, Namen, die vermittelt werden sollen, genau?
  • Kann ich alle Judotechniken, die unterrichtet werden sollen, fehlerfrei vorführen?
  • Wissen die Hilfstrainer (falls vorhanden), welche Aufgaben sie haben?

Folgende Fragen helfen, Entscheidungen in den einzelnen Feldern zu treffen:

A) Zielsetzungen

  • Welches langfristige Ziel strebe ich mit meiner Gruppe an?
  • Welches Ziel möchte ich nach einem Jahr erreicht haben?
  • Welche Ziele nehme ich mir für die Bereiche Können (Technik), Kennen (Wissen), Verhalten (Regeln) und Fühlen (Motivation) vor?

B) Inhalte

  • Mit welchen Inhalten kann ich meine Ziele erreichen (Auswahl)?
  • In welcher Reihenfolge ordne ich die Inhalte (Systematik)?
  • Welchen Schwerpunkt lege ich auf welchen Inhalt (Gewichtung)?
  • Welche Inhalte sind dem Alter der Gruppe angemessen (Bezug)?

C) Methodik

  • Nach welchen methodischen Gesichtspunkten gehe ich vor?
  • Welche Methoden unterstützen meine Zielsetzungen?
  • Wann setze ich welche Medien (Videos, Zeichnungen, Techniktafeln) ein?
  • Welche Methoden sind dem Alter, der Motivation, angemessen?

D) Kontrollverfahren

  • Wie stelle ich fest, ob mein Unterricht erfolgreich war (Auswahl)?
  • Wann setze ich welches Kontrollverfahren ein (Befragung, Demonstration, Test, Übungskampf, Gürtelprüfung, Gruppenprüfung, Konditionstest etc.)?
  • Stehen die Kontrollverfahren im Widerspruch zu meinen Zielen?
  • Kann ich die vermittelten Inhalte mit den vorliegenden Verfahren prüfen?

Natürlich sind dies nur einige Fragen, die beantwortet werden müssen. Aber im Detail muss der einzelne Trainer vor Ort seine Entscheidungen treffen.

Der Deutsche Judo-Bund hat eine Expertenkommission beauftragt, Zielsetzungen und Inhalte für den Anfängerunterricht im Judo zusammenzustellen. Sie sollen dem Trainer im Verein als Richtlinie und Orientierung für seinen Unterricht dienen und ihm die Bestimmung von Zielen und die Auswahl von Inhalten erleichtern.

Die im Folgenden vorgestellte Judo-Grundausbildung sollten alle Kinder im DJB bis zum Alter von 10 Jahren nach Möglichkeit abgeschlossen haben. Diese "ideale Voraussetzung" kann natürlich nicht überall erreicht werden. Wo die organisatorischen und/oder personellen Voraussetzungen fehlen, kann die nachfolgende Beschreibung von Zielen und Inhalten nur als grobe Richtschnur betrachtet werden.

3 Bereiche, in denen der Trainer Entscheidungen treffen muss


Wenn man sich also über die Voraussetzungen des Trainings/Unterrichts hinreichend Gedanken gemacht hat, kann man sich entscheiden, was man mit seinem Unterricht an Zielen anstreben, mit welchen Inhalten man diese Ziele erreichen und mit welchen Methoden man die Inhalte vermitteln möchte. Rechtzeitig bedachte Überprüfungen sichern den Lernerfolg.

Auf der Basis der unterrichtlichen Voraussetzungen muss der Trainer also in vier Bereichen Entscheidungen treffen:

  • bei der Bestimmung von Zielen,
  • bei der Auswahl von Inhalten,
  • bei der Verwendung bestimmter Methoden und
  • bei der Durchführung von Kontrollverfahren.

Während man die soziokulturellen und anthropogenen Voraussetzungen als Bedingungsfelder des Unterrichts bezeichnet, werden Ziele, Inhalte, Methoden und Kontrollverfahren (in Anlehnung an Größing, 1975) Entscheidungsfelder genannt.

Literaturhinweis:

Größing, S. (1975). Einführung in die Sportdidaktik. 1. Auflage. Limpert, Frankfurt.

Alters- und geschlechtsspezifische Aspekte des Sports mit Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren


Das Erwachsenenalter unterteilen wir in drei Phasen: das frühe (18/20-30/35 Jahre), das mittlere (30/35-45/50 Jahre) und das späte Erwachsenenalter (ab dem 45./50. Lebensjahr).

Kennzeichnend für die Phasen des Erwachsenenalters ist die schrittweise Involution (Rückbildung) der sportlichen Leistungsfähigkeit, die bei Nichttrainierenden schon bis Ende des dritten Lebensjahrzehnts beträchtlich sein kann. Insbesondere ist der Rückgang der Schnelligkeit und Schnellkraft sowie der Beweglichkeit deutlich zu beobachten, wenn nicht an das Sporttreiben im Jugendalter und frühen Erwachsenenalter kontinuierlich angeknüpft wird. Ebenso geht bei Nichttrainierenden die sportmotorische Lernfähigkeit allmählich zurück. Hinzu kommen mangelndes Selbstvertrauen und Sichbegnügen mit einem bestimmten Stande des Könnens; beides wirkt sich negativ auf die Lernfähigkeit aus.

Ganz anders verläuft die altersbedingte Entwicklung bei aktiven Sportlerinnen und Sportlern: Kennzeichnend für die Phase des frühen Erwachsenenalters ist insbesondere ein "Mäßigungsprozess" im Bewegungserhalten, d. h. die Hinwendung zu Zweckmäßigkeit und Ökonomie in der Bewegung sowie dem Nutzen der taktischen Erfahrung. Es wird beobachtet, dass die sportliche Leistungsfähigkeit über lange Zeit auch ab dem späten mittleren Erwachsenenalter auf einem hohen Niveau gehalten werden kann. Die motorischen Rückbildungsvorgänge können durch Sporttreiben wesentlich verzögert werden. Auch ein im Alter einsetzendes regelmäßiges Übungsprogramm kann beträchtliche positive Erfolge hervorbringen und den körperlichen Verfall deutlich verlangsamen!

Merke:

Nur Übung und Beanspruchung gewährleisten die körperliche Leistungsfähigkeit, zu geringe Betätigung hat entscheidende Leistungsminderung zur Folge!

Aus diesen allgemeinen Feststellungen lassen sich trainingsprogrammatische Folgerungen ableiten, die von Meinel & Schnabel (1987) ebenfalls gefordert werden (S. 384ff.):

  1. Sowohl für ehemals aktive Sportler als auch erwachsene "Nichtsportler" ist ein regelmäßiges Üben anzustreben.
  2. Das Leistungsstreben soll dabei nicht unterbunden werden. Es...

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