Frieda, das Mädchen aus dem Norden 1919 - 1939

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 25. November 2019
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  • 152 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-8421-4 (ISBN)
 
Der Erste Weltkrieg mit seinen verheerenden Folgen ist vorbei. Frieda und Helmut haben überlebt und wünschen sich eine gemeinsame und friedliche Zukunft.
Zunächst werden die beiden in Norddeutschland, an der Küste zwischen Bremerhaven, Cuxhaven und Wilhelmhaven bleiben.
Doch die Zukunft soll im Havelland sein: in Rathenow.
Der zweite Teil des Frieda-Romans schildert die Zeit von 1919 bis1939.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,25 MB
978-3-7504-8421-4 (9783750484214)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Beate Silvia Deister hat in jungen Jahren in Bremerhaven und Bremen gelebt. Später hat sie in Franken als Sozialpädagogin gearbeitet. Die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern ist nun in der Verwaltung beschäftigt.

Frieda, das Mädchen aus dem Norden geht seinen Weg.


Wir schreiben das Jahr 1919 und Frieda befindet sich im vierten Jahr auf dem Hof der Familie Wilkens. Die Zeit bis hierher war nicht leicht gewesen. Aber sie war durchgekommen. Der Erste Weltkrieg mit seinen schrecklichen Auswirkungen war im letzten Jahr endlich beendet worden und die Menschen mussten sich nun in den Wirren eines Neuanfanges zurechtfinden.

Frieda hatte während ihres vierjährigen Aufenthaltes auf dem Land bei Cuxhaven ihren Helmut kennengelernt. Für die junge Frau gab es nun Ziele im Leben. Sie wollte weiter auf dem Hof in Oxstedt arbeiten, hoffte aber darauf, dass sie eines Tages zusammen mit Helmut zurück in ihre Heimatstadt käme. Dort wünschte sie sich ein gemeinsames Leben mit ihm aufzubauen. Der sehr ernsthafte Helmut hatte ihr gleich zu Beginn ihrer Beziehung klargemacht, dass sie noch viel Geduld haben müsse. Noch warteten einige Jahre Dienst in der Marine auf ihn. Er hatte sich für insgesamt 12 lange Jahre verpflichtet. Echte Alternativen gab es für ihn auch nicht, denn das Land war noch mit dem Wiederaufbau nach dem Krieg beschäftigt und Arbeitsplätze in der freien Wirtschaft waren rar. Außerdem hatte Frieda eine neue, wichtige Aufgabe. Sie wollte ihrer kleinen Schwester Martha bei der Eingewöhnung ins Dorfleben beistehen.

Mutter Margarethe in Bremerhaven war derweil sehr froh, ihre Kinder sicher durch den Krieg bekommen zu haben. Alle Familienmitglieder der vaterlosen Familie Gökemeier hatten die Kriegszeit überlebt. Was für ein Glück! Um dieses Ziel zu erreichen, waren für Margarethe allerlei Überlegungen, Organisationen und Bitten um Unterstützung bei Freunden und Verwandten notwendig gewesen. Ständig arbeitete sie, um alles am Laufen zu halten. Tochter Wilhelmine war nun, nach mehrjährigen Lehrjahren auf dem Hof, nach Lehe zurückgekehrt. Gereift und lebenstüchtig, war sie jetzt in der Lage, sich selbst gut durchzubringen. An Wilhelmines statt hatte Mutter Margarethe nun die 14-jährige Martha aufs Land geschickt. Diese war nach Eröffnung des Plans genauso ablehnend gewesen, wie seinerzeit Tochter Frieda. Martha war von ihrem Temperament her noch ungeduldiger und forscher als die Schwestern, doch auch sie musste sich fügen und erst einmal als Hausmädchen die Lehrjahre durchstehen. "So schlechte Erfahrungen machen die Mädchen da nicht und sie lernen was fürs Leben", dachte sich die Mutter. Doch insgesamt ahnte sie schon, dass Martha aus einem härteren Holz als die anderen Töchter geschnitzt war.

Bei Marthas Ankunft in Oxstedt nahm Frieda ihre jüngere Schwester dankbar unter ihre Fittiche, denn sie hatte sich eine Zeitlang sehr alleine gefühlt. Die große Schwester Wilhelmine war fort, der geliebte Helmut für einige Wochen bei der Marine entschwunden und Freundin Irmi hatte nun einen neuen Verlobten, den Hinrich, für den sie jede freie Minute gab. Irmis erster Verlobter, der Pferdepfleger Harald, war im Ersten Weltkrieg gefallen. Manchmal erinnerte sich Frieda noch an den Tag, als sie zusammen bei der geheimnisvollen Hella in Altenwalde waren und diese der armen Freundin das traurige Schicksal des Verlobten direkt prophezeite. Sie hatte den Tod des Soldaten gesehen. Leider sollte diese seltsame Frau Recht behalten. Das Leben war schon sehr verwirrend und auch grausam; Frieda konnte nicht begreifen warum um sie herum so viel Schreckliches geschah. Sie fühlte sich den Schicksalsschlägen ausgeliefert, obwohl sie selbst ja noch einmal Glück gehabt hatte.

An einem Samstag im April 1919 stand endlich die heiß ersehnte Schwester am Hofeingang vor ihr. Ein Landwirt vom Nachbarshof hatte sie am Bahnhof abgeholt und nach Oxstedt mitgenommen. Martha hatte sich hübsch zurechtgemacht und war eigentlich viel zu fein gekleidet für ihren Aufenthalt auf dem Land. Sie trug ein weiß-blau-kariertes Kostüm, das schon Wilhelmine als ganz junge Frau getragen hatte. Dazu eine blaue Schleife, die ihre Haare wie einen Falter zusammenhielt. Martha war mit ihren 14 Jahren ein hübsches und adrettes Mädchen geworden.

Frieda hatte Hasso, den gutmütigen, alten Hofhund an ihrer Seite. Dieser hielt als Willkommensgruß für Martha einen kleinen Brotkorb fest in der Schnauze. Es hatte Frieda Freude bereitet, dem großen Hund einige einfache Kunststücke beizubringen. Dazu gehörte auch das Apportieren von Gegenständen. Hasso war sehr dankbar für die abwechslungsreichen, spielerischen Lektionen und für Frieda war er nun ein beständiger Begleiter geworden.

Ihre kleine Schwester hatte den Schalk im Nacken und Hummeln im Hintern, das sah man auf den ersten Blick. Gleich nachdem sie den Hof und das gesamte Areal mit einem Blick erfasst hatte, schüttelte sie schon energisch den Kopf: "Nee, nee, das ist nichts für mich. Lange werde ich hier nicht bleiben. Hier sagen sich ja Fuchs und Hase gute Nacht. Da ist ja in unserer Stadt viiiiel mehr los." Mit großen Augen sah Frieda die kecke Martha an und staunte über ihren selbstbewussten Auftritt. "Psst. nicht so laut.was sollen denn die Wilkens von dir denken!" Unverhohlen legte Martha gleich nach: "Lange bleibe ich sowieso nicht auf dem Hof. Ich werde mit August und Auguste nach Amerika gehen! Bin ja schon konfirmiert und damit groß", meinte sie noch.

Frieda zog angespannt die Schultern hoch und eine Sorgenfalte zeigte sich auf ihrer Stirn. Das fing ja gut an mit ihrer aufmüpfigen Schwester! Wilhelmine hatte da ein ganz anderes Wesen gehabt: ruhiger, umsichtiger und besonnener. Nun, jetzt lag es an ihr als älterer Schwester das Beste aus der Situation zu machen. Sie erinnerte sich, dass Martha ein Herz für Hunde hatte und ließ Hasso den Willkommenskorb übergeben. Da flog ein Lächeln über Marthas Gesicht und sie tätschelte liebevoll den alten Hofhund. Frieda beruhigte sich auch.

"Also herzlich willkommen hier bei den Wilkens, liebes Schwesternherz! Bin froh, dass du da bist. Die Menschen sind alle freundlich und wir sollten froh sein, dass wir hier leben können. Es gibt hier immer genug zu essen und die Arbeit ist auch zu schaffen. Bin schon über drei Jahre da und es ist gut zum Aushalten. Hast du schon den schönen gelben Raps gesehen, der so herrlich auf den Äckern blüht?", suchte Frieda weiterhin gute Stimmung zu machen. Doch ihr Ansinnen verfing sich bei Martha nur bedingt und sie sagte: "Der Raps interessiert mich überhaupt nicht. Nicht die Bohne. Kein Vergleich zu den imposanten Schiffen, die täglich nach Amerika auslaufen.da würde ich viel lieber in die große Welt fahren. Hier auf dem Lande riecht es nur nach Kuhmist und Jauche. Dann lieber den Geruch vom Maschinenöl einatmen!"

Als Hasso leise winselte, besann sich Martha: "Na ja, der Hund hier ist allerdings sehr lieb - und vielleicht habe ich in Amerika später auch mal einen oder zwei." Weiter kam sie nicht mit ihren Ausführungen, denn nun trat der Hausherr auf den Hof. Frieda befürchtete einen Eklat, doch Martha passte sich der veränderten Situation schnell an und war freundlich zum Landwirt. Langsam wich Friedas Anspannung. Nun endlich spürte sie Freude und Erleichterung über die Ankunft der Schwester.

Gemeinsam ging es hinein zum Abendbrot mit der Landwirtsfamilie; die Situation lockerte sich und es wurde ein ruhiger, gemütlicher Abend. Dennoch ahnte Frieda, dass es mit Martha auf dem Hof nicht leicht werden würde. Die jüngere Schwester hatte eben andere Vorstellungen von einem idealen Leben.

Abends in der kleinen Stube unterm Dach, während sie sich an der Emaille-Waschschüssel wuschen, erzählte Martha der älteren Schwester von den neuesten familiären Ereignissen. Besonders Anteil nahm Frieda an der Tatsache, dass der 19jährige Bruder August nun als Hilfssteward an Bord eines Dampfers angeheuert hatte. Das Schiff fuhr die Passage über den Atlantik nach New York und zurück und brachte Passagiere und Auswanderer in die Neue Welt.

"August ist nun schon einmal drüben gewesen und hat New York gesehen", flüsterte ihr die Schwester aufgeregt zu. Faszinierend und wunderbar, sagt er, sei es dort. Überall strahlt und glitzert es in der Nacht und die Stadt sei voller Leben. Als er nach 6 Tagen Überfahrt in den Hafen einfuhr sah er sie zum ersten Mal, die berühmte Freiheitsstatue. "Der Anblick war so überwältigend, dass August eine Gänsehaut bekommen hat", berichtete Martha weiter. "Er durfte ja nicht von Bord, weil er keine Einreisepapiere hatte und es mehr als genug Arbeit für ihn auf dem Schiff gab. Doch es kamen ja auch neue Passagiere an Bord, die ihm spannende Stories erzählen konnten."

"Was sind denn "Stories"?" fragte Frieda irritiert ihre Schwester. Diese schaute in der Dämmerung etwas altklug und gleichzeitig stolz drein. "Na, Englisch müsste man können. Stories sind Geschichten!" prahlte sie nun. Es ist ganz wichtig, dass du Englisch sprechen kannst, damit du dich dort zurechtfindest. Ich bin ja auch schon dabei, ein paar Brocken zu lernen. Zum Beispiel: "Good morning" heißt. "guten Morgen" entsprang es Frieda erleichtert....

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