Das Dopamin Dilemma

Parkinson und Verhaltensstörungen
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Juli 2020
  • |
  • 248 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-4677-3 (ISBN)
 
Das Dopamin Dilemma (Parkinson und Verhaltensstörungen):

Die Nebenwirkungen der Parkinson-Medikamente können schwere Folgen für Gesundheit, Beziehung und Finanzen haben: Spielsucht - Kaufzwang - Hypersexualität - Internetabhängigkeit - Essstörungen - Hyperaktivität - Punding - Hobbyismus ... Die Patienten verändern sich im Verhalten und Wesen. Sie wirken teilweise wie fremdgesteuert. Die Belastung für Patienten und die Angehörigen wird unerträglich. Das Schweigen der Patienten - aus Scham, Unkenntnis oder Angst - verhindert eine wirkungsvolle Hilfe.

Es ist das persönliche Erleben, das den Autor antreibt, einen Ratgeber für Betroffene zu schreiben.
Denn was Matthias Dege an sich beobachtet, lässt ihn nicht ruhen. Er macht sich auf die Suche nach dem Grund für seine Verhaltensänderung.
Ist es die Krankheit, das Idiopathische Parkinson Syndrom, das seine Persönlichkeit verändert? Sind es die Medikamente?

Die überraschenden Ergebnisse zeigen eine völlig neue Sicht auf die Krankheit, die persönliche Situation, die Ursachen und die Verantwortlichkeiten.
Auch anderen Patienten ergeht es ähnlich. Auch sie kämpfen mehr oder minder erfolglos gegen die unbezwingbaren Verhaltensänderungen an. Aus Unkenntnis oder Scham wird geschwiegen. Die Belastung steigt und dann zerbrechen final die Beziehungen.

Doch Hilfe ist möglich!
Deshalb hat der Matthias Dege seine Recherchen und Erfahrungen strukturiert zusammengestellt. Dieses Ratgeber ist das Ergebnis und zeigt den Betroffenen (Patienten und Angehörigen) Auswege auf.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 2,65 MB
978-3-7519-4677-3 (9783751946773)
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Matthias Dege (Jg.63), verheiratet, 3 erwachsene Kinder, lebt seit über 12 Jahren mit der Diagnose Parkinson und hatte sehr stark mit Impulskontrollstörungen zu kämpfen. Er berichtet als Betroffener und zeigt aus dieser Perspektive Wege zur Hilfe auf.

Kapitel 1


Diagnose Parkinson


1.1 Allgemeines

1.2 Nervenzellen, Synapsen und Transmitter

1.3 Ungleichgewicht der Neurotransmitter

1.4 Symptome und Begleiterscheinungen

1.5 Phasen der Parkinson-Krankheit

1.6 Individueller Krankheitsverlauf

1.7 Informationsquellen

"Gebeugt von Schmerzen,

zerschlagen und voll Kummer

schleppe ich mich von einem Tag zum anderen."[3]

1.1 Allgemeines

Die Parkinson-Krankheit (= Morbus Parkinson) ist derzeit die zweithäufigste neurologische Erkrankung in Deutschland mit ca. 400.000 Erkrankten in Deutschland (Tendenz steigend).[4]

Parkinson schränkt die Bewegungsfähigkeit und teilweise auch das Denken ein. Früher war die Krankheit mit extremen Einschränkungen der Lebensqualität verbunden.

Mittlerweile gibt es gut wirksame Therapien, welche die Beschwerden lindern können, so dass viele Patienten lange Zeit ein relativ selbstständiges Leben führen können. Leider können nur die Symptome behandelt werden, ein Aufhalten oder die Heilung der Krankheit ist (noch) nicht möglich.

Die Ursache der Krankheit ist bisher nicht hinreichend genau bekannt. So wird die häufigste Form der Parkinson-Krankheit auch als "ideopathischer" Parkinson, d.h. "ohne erkennbare Ursache entstandener" Parkinson bezeichnet.

Die Zahl der jährlich neu diagnostizierten Erkrankungen an Parkinson hat sich weltweit im Zeitraum 1990 bis 2005 verdoppelt auf insgesamt über 6 Millionen. Experten schätzen für das Jahr 2040 eine Zahl von ca. 17 Mio. Parkinsonerkrankungen weltweit.[5] Die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente hat deshalb eine hohe Priorität.

1.2 Nervenzellen, Synapsen und Transmitter

Der menschliche Körper wird über ein System gesteuert, das u. a. aus 50 bis 100 Milliarden Nervenzellen (= Neuronen) besteht, die jeweils über mehrere Fortsätze mit anderen Nervenzellen verbunden ist.

Die Steuerung des Nervensystems erfolgt mittels sehr kleiner Stromsignale. Diese werden vom Gehirn zu den entsprechenden Bereichen im Körper geschickt. Dort wo zwei Nervenzellen aufeinandertreffen, gibt es einen Übergabepunkt (= Synapse). Der elektrische Impuls gelangt über die ankommende Nervenzelle (= Sender) in die Synapse und wird hier in chemische Botenstoffe (hier: Dopamin) umgewandelt. Diese Dopamin-Botenstoffe werden innerhalb der Synapse über den synaptischen Spalt zur nachfolgenden Nervenzelle geschickt. Dort angelangt "docken" die Dopamin-Botenstoffe an den Empfangsstellen (= Rezeptoren) der nachfolgenden Nervenzelle (= Empfänger) an. Der Botenstoff wird wieder in ein elektrisches Signal umgesetzt und vom Empfänger zur nächsten Synapse geleitet. Dieser Vorgang dauert nicht einmal eine Tausendstelsekunde bei gesunden Menschen.

Schematische Darstellung zweier Synapsen

1.3 Ungleichgewicht der Neurotransmitter

Bei der Parkinson-Krankheit sterben die Zellen ab, die den Neurotransmitter Dopamin erzeugen und speichern. Da der Körper selbstständig in der Lage ist den Verlust an Dopamin auszugleichen, vergeht normalerweise ein längerer Zeitraum von mehreren Jahren, bis die Krankheit bemerkt wird. Wenn die Diagnose Parkinson gestellt wird sind bereits ca. 70 - 80% der Nervenzellen abgestorben.

Durch die dramatisch verringerte Anzahl von Dopaminbotenstoffen (= Neurotransmittern) kann die Steuerung der Bewegungen durch das Nervensystem nicht mehr in der erforderlichen normalen Geschwindigkeit erfolgen. Die Bewegungen laufen verzögert oder ´ruckelig´ ab. Teilweise zeigt sich auch ein anhaltendes Zittern (= Tremor).

Zwischen den Neurotransmittern herrscht ein äußerst fein abgestimmtes Gleichgewicht. Bei der Parkinson-Krankheit ist durch das Defizit an Dopamin hauptsächlich das Gleichgewicht von 3 Neurotransmittern gestört: Dopamin, Acetylcholin und Glutamat.

Der Anteil des Dopamins sinkt, dementsprechend erhöhen sich die relativen Anteile an Acetylcholin und Glutamat. Daraus resultieren die "Probleme" der Parkinson-Krankheit. Die Medikamente müssen "eigentlich nur" das Gleichgewicht der 3 Transmitter im Gehirn wieder herstellen. Theoretisch kann das durch Zuführung von Dopamin (altes Gleichgewichtsniveau) oder durch Blockade von Acetylcholin und Glutamat (geringeres Gleichgewichtsniveau) realisiert werden.

1.4 Symptome und Begleiterscheinungen

(meist haben Patienten mehrere Symptome gleichzeitig)

Morbus Parkinson

Hauptsymptome

  • Zittern (Tremor)
  • Muskelstarre (Rigor)
  • Unbeweglichkeit (Akinese)

(Neben-)Symptome

  • Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese)
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Unkontrollierte Bewegungen (Dyskinesien)
  • Sprachstörungen
  • Schluckprobleme / Erhöhter Speichelfluss
  • Reduzierte Mimik und Gestik
  • Bewegungsdrang der Beine (Restless legs)
  • Verlangsamung des Denkens (Bradyphrenie)

Dazu kommen weitere Begleiterscheinungen:

  • Stimmungsschwankungen
  • Depressionen
  • REM-Schlaf-(Verhaltens-)störungen
  • Verlust des Geruchssinns
  • Konzentrationsstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Verdauungsprobleme
  • Niedriger Blutdruck
  • Blasenstörungen, Inkontinenz
  • Schmerzzustände (Dystonie)
1.5 Phasen der Parkinson-Krankheit

"Honeymoon"-Phase: In der ersten Phase der Krankheit sind die Auswirkungen durch Medikamente gut behandelbar. Der Patient und die Krankheit können sich erst einmal kennenlernen. Der normale Alltag ist zwar betroffen, meistens aber nicht mit sehr großen Einschränkungen verbunden. In der Regel kann der Patient weiter arbeiten. Freizeit, Sport, Reisen etc. sind möglich. Häufig wird die Krankheit sogar von dem persönlichen und beruflichen Umfeld nicht einmal bemerkt.

Parkinson ist eine chronische degenerative Krankheit und derzeit noch nicht heilbar.

D.h. der Verfall der Nervenzellen setzt sich weiter fort.

Spätere Phasen: Im weiteren Verlauf der Krankheit lässt die Medikamentenwirkung nach und weitere Erschwernisse können auftreten:

  • Die Wirkung sinkt bereits vor der Einnahme der nächsten Dosis ab oder schwankt stark ("wearing off")
  • Phasen guter und schlechter Beweglichkeit wechseln abrupt ("on-off")
  • Der Körper zuckt willkürlich und ist willentlich nicht steuerbar ("Dyskinesien")

Ein weiteres Problem sind plötzliche und unvorhersehbare Blockierungen der Bewegung, dem sogenannten Freezing (engl. für "einfrieren"). Der Patient "klebt" mitten in der Bewegung quasi am Boden fest. Oder aber er kann sich nicht vom Stuhl oder aus dem Bett erheben, weil bereits die ersten Bewegungen nicht gelingen ("Start-Freezing").

Diese Aufstellung ist nur als exemplarisch anzusehen. Denn es gibt noch eine Vielzahl von unterschiedlichsten Symptomen und Einschränkungen.

1.6 Individueller Krankheitsverlauf

Es ist wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, dass jede Parkinson-Krankengeschichte anders ist.

Jede Ausprägung ist anders. Jeder Verlauf ist anders. Das Fortschreiten der Krankheit ist bei einem Patienten zuerst schneller und stagniert dann plötzlich ("Plateau-Effekt"). Bei anderen Parkinson-Patienten verschlechtert sich der Zustand nur in kleinen Stufen, aber dafür stetig.

Wie jeder Fingerabdruck eines Menschen sich von allen anderen Milliarden Menschen unterscheidet, so gilt das auch für die Parkinson-Krankheit:

Jeder Parkinson ist anders!

Deshalb muss jede medikamentöse oder andere Behandlung immer individuell auf das jeweilige Anforderungsprofil des Patienten angepasst werden.

Es würde den Umfang des Buches sprengen, hier in die Details zu gehen. Es ist effektiver, die individuelle Diagnose und die persönlichen Besonderheiten mit dem Arzt zu besprechen und dann erst spezifische Informationen über Medikamente und Therapien zu beschaffen.

1.7 Informationsquellen

Gerade die ersten Wochen mit einer chronischen Krankheit sind eine Herausforderung und lassen den Patienten und die engsten Angehörigen nach der Diagnosestellung erst einmal ziemlich hilflos zurück.

Um diese Phase zu verkürzen, ist die Beschaffung und das Lesen von Informationsmaterial eine gute Idee. Das Internet ist ohne medizinische Vorkenntnisse für diese Informationen nicht unbedingt die erste Wahl. Erfahrungsgemäß verwirren die vielen unterschiedlichen Suchergebnisse, mehr als...

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