Sieben Jahre Sehnsucht

Roman
 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Dezember 2013
  • |
  • 384 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-11803-7 (ISBN)
 
Je länger das Sehnen, umso süßer die Erfüllung

Lady Jessica Sheffield erwischt den attraktiven Alistair Caulfield dabei, wie er im Wald eine verheiratete Gräfin befriedigt. Seitdem herrscht eine verstörende Spannung zwischen ihnen, und sie vermeidet jede weitere Begegnung. Sieben Jahre später treffen die beiden wieder aufeinander und kommen sich näher. Das anfängliche Knistern schlägt bald wilde Funken der Leidenschaft, und die beiden ergeben sich ihrem starken Verlangen ...

  • Deutsch
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Heyne
  • 0,54 MB
978-3-641-11803-7 (9783641118037)
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Die Nummer-1-Bestsellerautorin Sylvia Day stand mit ihrem Werk an der Spitze der New York Times-Bestsellerliste sowie 28 internationaler Listen. Sie hat über 20 preisgekrönte Romane geschrieben, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden. Weltweit werden ihre Romane millionenfach verkauft.

Prolog

Der Anblick von athletisch gebauten Männern, die miteinander rangen, hatte etwas ungemein Faszinierendes an sich. Durch die unverhüllte Aggression und Härte wurden ihre niederen, animalischen Wesenszüge offenbar, und ihre kämpfenden Körper verströmten eine Kraft, die die primitivsten Instinkte einer Frau wachriefen.

Lady Jessica Sheffield war dagegen nicht gefeit, wie es sich für eine wohlerzogene Dame geziemt hätte.

Gebannt blickte sie zu den beiden jungen Männern hinüber, die auf dem Rasen am gegenüberliegenden Ufer des schmalen, flachen Teichs ausgelassen miteinander rangen. Der eine Mann würde bald ihr Schwager sein; der andere war sein Freund, ein leichtfertiger Taugenichts, der dank seines unverschämt guten Aussehens auf mehr Nachsicht stieß, als er in Wahrheit verdiente.

»Ich würde auch gern so herumtollen«, seufzte ihre Schwester Hester, die neben ihr im Schatten einer alten Eiche saß und unverhohlen zu den beiden Männern hinüberstarrte. Eine sanfte Brise wehte über die Grashalme des Rasens, der sich durch die Parklandschaft bis hin zum prachtvollen Pennington-Herrenhaus erstreckte. Das Anwesen lag geschützt am Fuß eines bewaldeten Hügels und strahlte mit der bronzefarbenen Steinfassade und den vergoldeten Fensterrahmen, in denen sich die Sonnenstrahlen fingen, eine heitere Ruhe aus.

Jess wandte ihre Aufmerksamkeit wieder ihrer Handarbeit zu. Es widerstrebte ihr, die zwei Jahre jüngere Hester wegen ihres ungebührlichen Starrens zurechtzuweisen, da sie selbst des gleichen Vergehens schuldig war. »Mit solch wilden Spielen ist es für Frauen nach der Kindheit vorbei. Wir sollten lieber nicht nach etwas verlangen, das unerreichbar ist.«

»Warum dürfen Männer ihr Leben lang Jungen bleiben, während wir Frauen schon in jungen Jahren erwachsen sein müssen?«

»Die Welt wurde für Männer erschaffen«, sagte Jess leise.

Unter der breiten Krempe ihres Strohhuts blickte sie wieder verstohlen zu den beiden Ringkämpfern hinüber. Plötzlich ertönte ein herrisches Kommando; die Männer hielten mitten in der Bewegung inne, und Jess erstarrte. Alle Köpfe drehten sich in dieselbe Richtung. Als sie ihren Verlobten erspähte, der sich den beiden Männern näherte, legte sich ihre Anspannung nach und nach, so wie sich das Meer nach einer aufbrandenden Welle wieder zurückzieht. Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, ob sie jemals diese Schreckstarre loswerden würde, die sie bei jeder auftretenden Disharmonie überfiel, oder ob sie zu sehr darauf gedrillt war, den Zorn eines Mannes zu fürchten, um jemals davon frei zu sein.

Hochgewachsen und elegant gekleidet schritt Benedict Reginald Sinclair, Viscount Tarley und zukünftiger Earl of Pennington, über den Rasen mit der Zielstrebigkeit eines Mannes, der sich seines Prestiges bewusst war. Für Jess war diese tief verwurzelte aristokratische Arroganz beruhigend und beunruhigend zugleich. Manchen Männern genügte es, um ihre Autorität zu wissen, wohingegen andere das Verlangen verspürten, ihre Macht willkürlich zu demonstrieren.

»Und welchen Beitrag sollen Frauen für die Welt leisten?«, fragte Hester mit einer trotzigen Schnute, die sie jünger als ihre sechzehn Jahre aussehen ließ. Mit einer ungeduldigen Bewegung strich sie eine goldblonde Locke zurück, die genau denselben Farbton wie Jessicas Haar hatte. »Den Männern dienen?«

»Sie erschaffen«, antwortete ihre Schwester, während sie Tarleys kurzes Winken erwiderte. Morgen würden sie im Beisein von sorgfältig ausgewählten hochrangigen Gästen in der Familienkapelle der Sinclairs getraut werden. Jess fieberte dem Tag aus verschiedenen Gründen entgegen, nicht zuletzt deshalb, weil sie dann nicht mehr den plötzlichen und grundlosen Wutanfällen ihres Vaters ausgeliefert wäre. Sie verübelte es dem Marquis of Hadley nicht, dass er auf gesellschaftliches Ansehen und Jess’ Pflicht, dieses zu sichern, großen Wert legte. Dies war sein gutes Recht. Doch sie verurteilte die Härte, mit der er auf ihre Fehler und Unzulänglichkeiten reagierte.

Hester stieß einen Laut aus, der verdächtig nach einem abfälligen Schnauben klang. »Das sind die Worte unseres Vaters.«

»Und die allgemein herrschende Weltanschauung. Wer wüsste das besser als wir?« Ihrer beider Mutter hatten die vergeblichen Bemühungen, einen Erben und Stammhalter zu gebären, das Leben gekostet. Hadley hatte eine neue Gattin genommen und eine weitere Tochter hinnehmen müssen, bis endlich vor fünf Jahren sein lang ersehnter Sohn zur Welt gekommen war.

»Ich glaube nicht, dass Tarley dich lediglich als Zuchtstute sieht«, sagte Hester. »Nein, ich bin mir sicher, er hat eine Schwäche für dich.«

»Ich würde mich freuen, wenn es so wäre. Aber könnte ich keinen angemessenen Stammbaum vorweisen, hätte er niemals um meine Hand angehalten.« Jess beobachtete, wie Benedict seinen jüngeren Bruder wegen der wilden Rangelei tadelte. Michael Sinclair wirkte hinreichend zerknirscht, was auf Alistair Caulfield allerdings nicht zutraf. Seine Haltung war, wenn nicht offen herausfordernd, so doch viel zu stolz, um reumütig zu sein. Die drei Männer boten einen reizvollen Anblick – die Sinclairs mit ihren dunkelbraunen Locken und den durchtrainierten Körpern und Caulfield mit seinem rabenschwarzen Haar und den schönen, diabolischen Zügen, denen er den Ruf verdankte, ein Günstling von Mephistopheles höchstpersönlich zu sein.

»Versprich mir, dass du mit ihm glücklich werden wirst«, bat Hester und sah Jess eindringlich an. Ihre Augen waren von demselben leuchtenden Grün wie der Rasen zu ihren Füßen, und ihr Blick war voller Sorge. Die Augenfarbe hatte Hester zusammen mit den goldblonden Locken von ihrer Mutter geerbt. Jess hatte die grauen Augen ihres Vaters, aber das war auch alles, was er ihr mitgegeben hatte. Sie war froh darüber, nicht mehr von ihm geerbt zu haben.

»Das habe ich fest vor.« Dafür gab es natürlich keine Gewähr, aber warum sollte sie ihre Schwester unnötig beunruhigen? Tarley war die Wahl ihres Vaters, und ganz gleich, wie die Ehe sich entwickelte, Jess würde sich daran gewöhnen.

Hester insistierte weiter. »Ich möchte nicht, dass eine von uns beiden so resigniert aus dem Leben scheidet wie unsere Mutter. Das Leben ist dazu da, dass man es in vollen Zügen genießt.«

Sorgsam packte Jess ihre Petit-Point-Stickerei in die Tasche, die neben ihr auf der halbmondförmigen Marmorbank lag. Sie betete, ihre Schwester möge sich ihr liebreizendes, hoffnungsfrohes Wesen bewahren. »Tarley und ich respektieren einander. Ich habe seine Gesellschaft und die Gespräche mit ihm immer genossen. Er ist intelligent, geduldig, aufmerksam und höflich. Und er ist unbestreitbar ein Bild von einem Mann.«

Hesters Lächeln erstrahlte hell wie die Sonne im Schatten der alten Eiche. »In der Tat. Ich bete nur, dass Vater für mich eine ähnlich attraktive Wahl trifft.«

»Hast du einen bestimmten Gentleman im Auge?«

»Nein, nicht direkt. Mir schwebt jemand vor, der alle Eigenschaften, die mich ansprechen, vollkommen in sich vereint.« Hester schaute zu den drei Männern hinüber. »So würde mir ein Gatte von Tarleys gesellschaftlichem Rang gefallen, aber mit der umgänglichen Art von Mr. Sinclair und dem Aussehen von Mr. Caulfield. Da ich der Meinung bin, dass Alistair Caulfield der wahrscheinlich attraktivste Mann in ganz England – wenn nicht darüber hinaus – ist, werde ich in dieser Hinsicht wohl Abstriche machen müssen.«

»Für mich ist er zu jung, um ihn als Mann ernst zu nehmen«, schwindelte Jess, den Blick auf den Gegenstand des Gesprächs geheftet.

»Unsinn. Er ist für sein Alter sehr reif; das sagen alle.«

»Sein zügelloser Lebenswandel hat Spuren hinterlassen. Das ist etwas anderes.« Litt Jess unter zu vielen Einschränkungen, so fehlte Caulfield jegliche Grenze. Nachdem seine drei älteren Brüder die für sie vorhergesehenen Rollen als Erbe, Armeeoffizier und Geistlicher übernommen hatten, war für ihn keine mehr übrig gewesen. Und eine ihn abgöttisch liebende Mutter hatte seine Chancen, sich zu einem verantwortungsvollen Mann zu entwickeln, eher verschlechtert. Er war berühmt-berüchtigt für seine Risikobereitschaft und den Hang, sich jeder Wette und jeder Herausforderung zu stellen. In den paar Jahren, die Jess ihn kannte, war er mit jeder Saison wilder geworden.

»Zwei Jahre Altersunterschied machen überhaupt nichts aus«, wandte Hester ein.

»Vielleicht nicht, wenn der eine dreißig, der andere zweiunddreißig ist. Aber sechzehn und achtzehn? Das ist ein gewaltiger Unterschied.«

In einiger Entfernung entdeckte Jess Benedicts Mutter, die auf sie zueilte – ein sicheres Zeichen dafür, dass ihre kurze Atempause von den hektischen letzten Vorbereitungen vorbei war. Sie stand auf. »Wie auch immer, deine Schwärmerei für Mr. Caulfield ist reine Verschwendung. Es besteht kaum die Aussicht, dass er es in diesem Leben zu irgendetwas Vernünftigem bringen wird. Das garantiert ja allein schon seine bedauernswerte Stellung als der überflüssige vierte Sohn. Es ist eine Schande, dass er es vorgezogen hat, auf den Vorteil seines guten Namens zu verzichten und sich stattdessen leichtsinnigen Vergnügungen zu widmen. Aber das ist sein Fehler, und es sollte nicht deiner werden.«

»Es heißt, sein Vater habe ihm ein Schiff und eine Zuckerrohrplantage auf Jamaika vermacht.«

»Höchstwahrscheinlich hatte Masterson dabei die Hoffnung, sein Sohn werde seine gefährlichen Neigungen an einer entfernten Küste ausleben.«

Hester seufzte. »Manchmal wünsche ich mir, ich könnte...

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