Der Tod des Leibes - Kein Tod der Seele. Zeugnisse und Tatsachen der Jahrhunderte vor und nach Christus für den Glauben an Unsterblichkeit. Zur Belehrung und zum Trost für Zweifelnde zusammengestellt.

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. April 2020
  • |
  • 168 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-2530-3 (ISBN)
 
Der ehemalige Vormund und Erzieher des berühmten Nürnberger Findlings Kaspar Hauser, Prof. Georg Friedrich Daumer, führt in diesem Buch die Gedanken und Beweise großer Männer der Geschichte, über die Unsterblichkeit der menschlichen Seele an. - Ein tiefgreifendes Buch um zu zeigen, daß der Mensch Geist göttlichen Ursprunges, unsterblich, und nicht profane grobe Materie ist.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,38 MB
978-3-7519-2530-3 (9783751925303)
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I.


Eingang.

Allgemeineres und mehr vorläufig zu Bemerkendes, namentlich was die Existenz eines besonderen Seelenprinzips, die Unstatthaftigkeit materialistischer und pantheistischer Ansichten und die Möglichkeit betrifft, das Geheimnis des Todes und des Zustandes der Seele nach dem Tode zu enthüllen und nachzuweisen.

1.

Unsterblichkeit zu demonstrieren,

Gereicht zu sonderlichem Segen;

Doch mußt du nicht viel deklamieren,

Nicht nur versuchen, uns zu rühren;

An der Bestimmtheit ist's gelegen.

Den festen Grund, nach dem wir brennen,

Das Wie der Sache lehr' uns kennen!

Dann wollen wir dich Meister nennen.

Wir denken keine hohlen, vagen

Trostworte schimmernd vorzutragen.

Durch Tatbestände wahr und rein

Soll das Problem entschieden sein.

Regt dann sich auch das Herz daneben -

Das, hoffen wir, ist zu vergeben.

2.

Der Geist schaut sich, wie Carus2 bemerkt, "trotz der reißend dahinziehenden Metamorphose des Körpers" fortwährend als einer und derselbe an. Der Körper, wie schon Plato sah, hört nicht auf, unterzugehen; hier findet dem Stoff nach nichts Beständiges, sondern ein unaufhörlicher Wechsel statt; und diesem steten Sterben der Organisation zum Trotz spiegelt der eine, bewußte Geist sich immer als der nämliche, und erkennt nur die innerhalb seiner individuellen und persönlichen Identität vorgehende Veränderung an. Hier haben wir "eine Wahrheit, eine in jedem Augenblick sich fühlbar machende Tatsache", die vor allem hervorzuheben, wenn wir uns des Bleibenden und Ewigen unseres Wesens versichern wollen.

3.

Der äußere Mensch ist ein Objekt seiner Seele - und das ist vielleicht der stärkste Beweis, daß letztere doch noch ein wenig mehr ist, als eine Quantität Alkohol, die aus unserer übrigen Materie nach innen dampft.3

Daß sich der Mensch, als eigentliches, inneres Selbst und Ich, von seiner ganzen ihm werkzeuglich angebildeten und zugehörigen Äußerlichkeit zu unterscheiden, sich von ihr in sich zurückzuziehen, sich sogar feindlich und zerstörend dagegen zu verhalten vermag - das ist allerdings eine faktische Erfahrung und Gewißheit, die der Annahme, man habe es bei jenem inneren Selbst und Ich der "Seele", wie wir es zu nennen pflegen, ebenso, wie bei der physischen Außenseite, im Grunde nur einfach mit der Materie zu tun, gewichtvoll entgegensteht.

4.

Im Traum erblickt die Seele den Körper zuweilen, wie sie ihn wohl nach dem Tode sehen wird, als eine von ihr getrennte leblose Hülle.4

Auch dies ist eine sehr auffallende und merkwürdige Tatsache, indem sich das innere Wesen des Menschen jedenfalls vorstellend vom Körper löst, diesen zu seinem Objekt und sich zu dem davon verschiedenen Subjekt macht, so daß sogar eine Anschauung des Körpers, als eines fremden Gegenstandes, erfolgt.

5.

Man spricht dem Selbstmord nicht das Wort und muntert nicht dazu auf, wenn man auf das Vermögen des Menschen, sich zu entleiben, als auf etwas für Betrachtungen, wie die unsrigen sind, sehr Wichtiges hinweist, wie auch schon Carus5 tut. Auch die Kraft und Freiheit, zu sündigen, ist ja ein Vorzug unserer Natur. Man soll sich, der christlichen Moral zufolge, nicht das Leben nehmen; aber daß man es kann, daß man in diesen extremen Gegensatz zum leiblichen Leben zu treten vermag, beweist eine gewisse Erhabenheit des innersten menschlichen Wesens über seine organische, und damit auch über die ganze Äußerlichkeit, mit welcher es durch jene zusammenhängt. Dies ist es, was Shakespeare in folgender Stelle ausdrückt:

"Dann, o ihr Götter, macht ihr Schwache stark,

Dadurch, ihr Götter, bändigt ihr Tyrannen.

Nicht felsenfeste Burg, noch eherne Mauern,

Noch dumpfe Kerker, noch der Ketten Last

Sind Hindernisse für des Geistes Stärke.

Das Leben, dieser Erdenschranke satt,

Hat stets die Macht, sich selber zu entlassen."

Es ist dies übrigens dasselbe Vermögen, welches, in anderer Richtung und Anwendung, auch dem Heldenmut, der die Todesgefahr verachtenden Kühnheit und Tapferkeit, der sich aufopfernden Liebe, dem für eine große, heilige Sache den Tod erleidenden Märtyrertum zugrunde liegt. Durch alles dies beweist der Mensch eine absolute innere Macht und Freiheit von allem Äußeren, allem sinnlich, irdisch, weltlich Existierenden und Einwirkenden.

6.

Der Mensch kann sich schon bei lebendigem Leib von seinem Leib scheiden, wie bei jedem tiefen Nachsinnen, jeder inneren Betrachtung und Gedankenarbeit geschieht. Da hört man wohl mit hörenden Ohren, sieht mit sehenden Augen nicht. Die Organe sind in ganz normalem, gesundem und wachem Zustand; der Schall, das Licht, das Bild dringt in sie ein - und dennoch wird nichts wahrgenommen. Das, was in den Ohren hört, in den Augen sieht, ist in sich zu rückgetreten, hat sich abgesondert, verhält sich als abgeschiedene Seele, als reiner Geist. Dies geheimnisvolle Etwas ist also nicht mit dem Körper identisch, oder sein Produkt oder ein von ihm völlig Abhängiges und Untrennbares. Es kann sich für sich setzen, für sich sein. Ich erinnere mich hier des Findlings Kaspar Hauser, der außerordentlich empfindlich war, der namentlich sehr fein hörte und sehr scharf sah, aber nachdenkend so sehr in sich versank, daß er von dem, was um ihn herum vorging, schlechterdings nichts hörte und sah. Ich habe ein solches Vermögen, sich nach außen hin abschließend zu verhalten und ganz in sich zu sein, sonst nie wieder beobachtet. Mir selbst ist einmal etwas sehr Verwunderliches begegnet. Ich leide an einer enormen Reizbarkeit des Gehörs; ich höre selbst im Schlaf ein geringes Geräusch und bedarf daher, um ungestört denken und ruhig schlafen zu können, der tiefsten Stille. Einmal aber befand ich mich in einer ganz außergewöhnlichen Situation, wo ich einen meine Aufmerksamkeit im höchsten Grade in Anspruch nehmenden Vortrag hielt. Da hörte ich einen Kanonendonner nicht, der die Geburt eines kaiserlichen Prinzen verkündete. Man verwunderte sich darüber sehr, als ich versicherte, ich hätte gar nichts davon bemerkt. Im allgemeinen ist die Tatsache eine ganz gewöhnliche, nur daß sie selten so vollkommen erscheint; und man sieht hieraus, daß die antimaterialistischen Beweise für das eigene, unabhängige Sein der Seele, die dann auch einen Schluß auf die Möglichkeit ihres Fortbestehens im Tode zulassen, ganz nahe liegen.

7.

Daß es Krankheiten der Seele gibt, ist für uns ein entscheidender Beweis der besonderen Existenz der Seele, und dieser involviert zugleich den Beweis der Fortdauer. Am meisten sprechen dafür diejenigen Geisteszerrüttungen, welche ohne nachweisbares körperliches Kranksein stattfinden und welche in geringeren Graden viel häufiger sind, als man zu glauben pflegt. Und wie Seelenkrankheit, wenigstens eine Zeitlang, bei vollkommen gesundem Körper vorkommen kann, so haben wir auch nicht selten Gelegenheit, das Gegenteil zu beobachten, nämlich körperliches Kranksein bei vollkommen normalem Befinden der Seele. Denn in wie vielen, durch fast lebenslanges Siechtum erschöpften Körpern findet man eine herrliche Seele!6

8.

Gerade die Gebrechen des Leibes und sein Verfall im Alter zeigen uns, wenigstens wenn uns ein lebhafter Geist und ein fortdauernder Tätigkeits- und Schöpferdrang erfüllt, wie wir im innersten Grund unseres Wesens etwas ganz anderes sind, als dieser zerrüttete, seinen Dienst versagende, seiner Auflösung entgegengehende Leib. Es gibt Menschen, die sich in solchem Fall in ihrem Streben und ihrer Wirksamkeit auf das Schmerzlichste gehemmt fühlen; denn in dem Kranken, wie in dem Alten, ist oft noch der regsamste Trieb und, was den Geist betrifft, die vollkommenste Befähigung energischer Manifestation; nur daß diesem Trieb, dieser Befähigung nicht mehr die Organe entsprechen. Wenn ein Maler die Hand verliert oder blind wird, so kann er nichts mehr leisten, ist aber nicht innerlich vernichtet, sondern noch ganz das nämliche künstlerische Ich; ist es noch ebensosehr, als wenn ihm bloß die Hand gebunden, das Auge mit einer Binde verdeckt wäre. So ist es auch in anderen Fällen, wo ein Mensch bei noch ungebrochenem Seelenleben durch physische Krankheit und Schwäche niedergeworfen wird. Da unterscheidet er sich nur zu deutlich und bestimmt von seiner leiblichen Existenz, als einer ihn im Stich lassenden dienenden Äußerlichkeit. Und so liegt es nahe, nicht nur ein einzelnes Glied, wie Hand und Auge, sondern auch den ganzen Kör per als ein werkzeugliches Mittel zu betrachten, wodurch sich unser inneres, geistiges Selbst seine Beziehungen zur Außenwelt gibt; es liegt nahe, sich die Möglichkeit zu denken, daß dieses Selbst, die sogenannte Seele, vom Körper ganz geschieden und für sich sein könne, und daß es auch wohl wieder mit einem solchen Organismus versehen werden könne, um seine Beziehungen zur Außenwelt zu...

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