John Sinclair Folge 1745. Die Ketzerbibel

Die Ketzerbibel
 
Jason Dark (Autor)
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 20. Dezember 2011 | 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1416-5 (ISBN)
 
DIE KETZERBIBEL war ein altes Buch, dessen Text vor Hunderten von Jahren geschrieben worden war. Danach verschwand es in den Wirren der Kriege, die gegen die Templer geführt wurden. Vergessen war es nicht, denn sein Inhalt war so brisant, dass er auch in der heutigen Zeit Menschen zum Bösen verführte -
John Sinclair
1. Aufl. 2011.
Deutsch
0,12 MB
978-3-8387-1416-5 (9783838714165)
3838714164 (3838714164)
(S. 12-13)

Die Wirkung war frappierend! Der Mann stieß einen Schrei aus. Sein Körper zuckte. Es sah so aus, als wollte er von seinem Schemel aus in die Höhe springen, schaffte es aber nicht und zuckte nur zusammen. Aus seinem Mund drang ein Stöhnen. Er sackte auf seinem Platz zusammen, tat ansonsten nichts. Er drehte sich auch nicht um. »Bitte, ich entschuldige mich, wenn ich Sie erschreckt habe, aber ich habe nicht damit gerechnet, hier jemanden zu finden. Angeblich ist das Kloster doch leer.« Der Mann hatte zugehört und sich dabei nicht bewegt. Erst als Glenda verstummte, drehte er sich etwas zur Seite und fragte:

»Wer sind Sie?« Sie lachte. »Bitte, Monsieur, Sie müssen keine Angst haben, ich bin eine Touristin und habe nur einen Spaziergang gemacht. Da ist mir eben dieser alte Bau aufgefallen, und ich habe auch den offenen Eingang gesehen. Da wurde ich neugierig.« Sie hoffte, den Mann beruhigt zu haben, was nicht der Fall war, denn er schüttelte den Kopf und flüsterte nur: »Gehen Sie wieder. Gehen Sie so schnell wie möglich. Es ist besser für Sie.« »Und warum soll ich gehen?«

»Bitte, verlassen Sie mich. Sie ahnen ja nicht, worauf Sie sich eingelassen haben.« Das waren Worte gewesen, die Glenda Perkins neugierig machten. Dass hier etwas nicht stimmte, war ihr schon klar. Nun hatte sie endlich den Beweis. Möglicherweise war es besser, wenn sie verschwand, doch das wäre gegen ihren Willen gewesen. Sie war eine Frau, die gewissen Dingen gern auf den Grund ging. Und hier hatte sie den Eindruck, dass sie es tun musste, um etwas zu erfahren. Warum hockte jemand mutterseelenallein in diesem Bau? Dafür musste es einen Grund geben.

Die Frau mit den dunklen Haaren setzte sich auch in Bewegung. Nur ging sie nicht zurück. Sie schlug einen Bogen und sorgte dafür, dass der Mann sie sah und umgekehrt auch. Im Licht der Flammen sahen die Gesichter der beiden so unterschiedlichen Menschen leicht rötlich aus. Erst jetzt sah sie, dass der Mann tatsächlich eine Kutte in rehbrauner Farbe trug. In der Mitte wurde sie von einem Gürtel gehalten, und auf den Oberschenkeln des Mannes lag tatsächlich ein Buch, in dem er gelesen hatte. Er hatte es zusammengeklappt. Die Haare des Mannes sah sie nicht.

Er trug eine flache Kopfbedeckung, die fast so dünn wie ein Netz war. Ein kompaktes Gesicht mit einer starken Nase, dicken Lippen und einem kantigen Kinn. Die Farbe der Augen erkannte sie nicht, weil die Ausläufer der unruhigen Flammen in sie hineindrängten. Glenda war verunsichert. Sie hätte eigentlich noch viele Fragen gehabt und wagte nicht, sie zu stellen. Der Mann schaute zu ihr hoch, als er den Kopf schüttelte und sie noch mal bat, wieder zu gehen.

»Warum denn?« Glenda blieb stur. »Sie sitzen doch auch hier.« »Bei mir ist das was anderes.« »Und warum?« »Bitte, fragen Sie nicht«, erwiderte er gequält. Glenda ließ nicht locker. Ihre Neugierde war erwacht, und da biss sie sich fest. »Hängt es vielleicht mit dem Buch zusammen, in dem Sie gelesen haben, Monsieur?« Der Kuttenträger hob die Schultern an. Dabei verließ ein scharfes Zischen seinen Mund. Er legte beide Hände auf den dicken Einband und starrte zu Glenda hoch. Dann gab er einen Kommentar ab, der Glenda schon überraschte. »Vergessen Sie das Buch, wenn Sie leben wollen.« Glenda gab darauf zunächst keine Antwort. »Warum sollte ich?«, erkundigte sie sich neugierig und auch leicht verwundert. »Das hat für mich wie eine indirekte Drohung geklungen. Was ist denn so schlimm an diesem Buch? Oder denken Sie mehr an die Umgebung?«

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