Über uns nur die Farben des Himmels

Eine Liebe in Portugal
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2018
  • |
  • 304 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-98466-9 (ISBN)
 

Eine romantische Liebesgeschichte um eine junge Malerin, die auf den Spuren ihres verstorbenen Vaters in Portugal die Liebe ihres Lebens trifft

Auf den Spuren der Geheimnisse ihres kürzlich verstorbenen Vaters, erlebt Amy, eine junge Malerin, wie in Portugal, diesem wunderschönen Land am südwestlichsten Zipfel Europas, gerade ihre eigene Geschichte aufregend neu geschrieben wird. Sie begegnet Jacco und die Welt scheint stillzustehen. Er ist die Liebe ihres Lebens, sie gehören zusammen wie Sonne und Mond - für immer. Mit ihm und Mozart, einem Hundewelpen, dem sie das Leben retteten, erlebt Amy die Gewalt des Atlantiks, kilometerlange Strände, kleine, verwunschene Buchten, idyllische Ortschaften und die gigantischen Felsformationen der Westküste. Amy malt die faszinierenden Farben des Himmels und sammelt das kleine und das große Glück des Augenblicks. Sie wird sie brauchen, die gesammelten Glücksmomente. Als Jacco Amy verlässt, wird es kalt in ihrem Herzen und die Farben des Himmels sind nur noch schwarz und grau. In diesem Moment der Verzweiflung trifft sie Red wieder, eine rothaarige Landstreicherin, die ihre Geige zum Singen bringen kann. Stupid bitch hatte sie einst durch ihre Zahnlücke gezischt - der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft. Amy und Red reisen zusammen durch das Land. Amys Verzweiflung um ihre verlorene Liebe und Reds Kampf mit den Dämonen ihrer Kindheit schweißen sie zusammen. Wird Amy Antworten auf ihre quälenden Fragen nach dem Warum bekommen, werden die Farben auf ihrer Palette jemals wieder leuchten und bunt werden? Wird Red den rettenden Sprung über den Abgrund ihrer Vergangenheit schaffen?

Eine berührende Geschichte über Liebe und Freundschaft, in der nichts so ist, wie es scheint. Ein Buch, das von den Sünden der Väter erzählt und von Vergebung, die ihren Kindern Freiheit und Liebe schenkt.

1. Auflage
  • Deutsch
  • Munich
  • |
  • Deutschland
Piper ebooks in Piper Verlag
  • 2,58 MB
978-3-492-98466-9 (9783492984669)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Petra Dalquen pendelt mit ihrem Mann seit vielen Jahren zwischen einer hessischen Kleinstadt und einem malerischen Fischerdorf an der Algarve, im Süden Portugals. Sie ist zertifizierte Yogalehrerin und ihr 2016 veröffentlichter Debütroman spielt vor der farbenprächtigen Kulisse Südindiens. Ihre Liebe zu Portugal, zu dem Land und den Menschen, spiegelt sich in ihrem zweiten Roman »Über uns nur die Farben des Himmels« wider.

Kapitel 3


Portugal

»Hey! Hallo! Wie weit ist es denn noch?«, rief Amy. Sie spürte es, die Puste würde ihr innerhalb der nächsten Sekunde ausgehen. Ihr Puls raste und obwohl sie einen Sonnenblocker verwendet hatte, brannte ihr Gesicht wie Feuer, sie sah sicher schon aus wie eine überreife Tomate. Sie fuhren durch einen wunderschönen, duftenden Pinienwald, doch dort, wo sich ihre Strahlen zwischen den ausladenden Baumkronen hindurch stahlen, brannte die Sonne auch jetzt noch, am späten Nachmittag, erbarmungslos von einem knatschblauen, wolkenlosen Himmel herab.

Jacco war unter einer der vielen Pinien vom Fahrrad abgestiegen, hatte sich zu ihr umgedreht und wartete auf sie. Er lächelte ihr mit schief gelegtem Kopf und einem zerknirschten Gesichtsausdruck entgegen. »Desculpe, entschuldige, ich habe nicht darauf geachtet, ob du mein Tempo mithalten kannst.«

Während Amys Haare klatschnass waren, sich wild auf ihrem Kopf kringelten und auftürmten, während sie das Gefühl hatte, dass sie ihre Shorts und ihr Shirt auswringen könnte, sah Jacco frisch aus, frisch und relaxed. Sie hatten bereits gefühlte zehn Kilometer hinter sich gebracht und noch immer kam das Meer, das er ihr versprochen hatte, nicht in Sicht.

»Wenn du magst, können wir hier rasten, doch jetzt sind es nur noch wenige hundert Meter bis zu den Klippen. Hier, trink erst mal einen Schluck.« Er hielt ihr seine Wasserflasche entgegen und Amy trank, als wäre sie kurz vorm Verdursten.

Als sie wieder einigermaßen normal atmen konnte, nahm sie neben dem würzigen Duft der Pinien, des wilden Rosmarins und der Macchia noch einen anderen, sehr vertrauten Geruch war.

Sie schnupperte, ließ ihr Fahrrad auf den humusweichen Waldboden fallen, warf ihre Arme in die Luft und vollführte einen wilden Tanz. »Das Meer! Endlich! Krass, ich rieche das Meer! Los, komm, die paar Meter schaffe ich noch, ich will sofort das Meer sehen.« Dabei hob sie das Rad wieder auf und schwang sich mit neuer Energie in den Sattel.

Jaccos Blick glitt über ihren Körper und ein leises Lächeln, das unter seinem rechten Auge irritierend als Grübchen endete, überzog sein Gesicht. Sie spürte, wie ein trotziges Gefühl ihre Verlegenheit überdeckte. Ihre Klamotten waren klatschnass und sie war sich ihrer Nacktheit darunter deutlich bewusst. Sie drehte sich wieder in Fahrtrichtung, trat kräftig in die Pedale, er würde ihr schon folgen. Wetten, dass er Feuer gefangen hat, ich könnte Gift drauf nehmen! Sie grinste in sich hinein.

Jacco hielt sich jetzt teils hinter und teils neben ihr und erklärte ihr die verschiedenen Pflanzen, die sich trotz der Sommerhitze üppig wie ein bunt getupfter Blütenteppich über dem felsigen Untergrund ausbreiteten. Im Vorbeifahren sah sie große Flächen wilder Orchideen, doch anhalten wollte sie jetzt nicht mehr. Der belebende Geruch nach Salz, Tang und Meer wurde mit jedem zurückgelegten Meter intensiver. Sie sog ihn tief in ihre Lungen. Jacco zeigte auf die bunten Vögel, die ähnlich aussahen wie Schwalben und wild in der Gegend herumflogen oder eng nebeneinander auf einer Telefonleitung hockten.

»Hast du schon mal Bienenfresser gesehen? Sie überwintern in Afrika, manchmal aber auch hier in Portugal.« Seine Begeisterung für die Natur war mitreißend.

Dass diese Vogelart sich mittlerweile auch in Deutschland angesiedelt hatte, verschwieg sie, sie wollte ihn in seiner Begeisterung für dieses Land nicht bremsen.

Der jetzt doch sehr steinige, von stacheligen Büschen dicht gesäumte Weg führte sie in eine enge Kurve, an deren Ende der Weg so schmal wurde, dass sie von ihren Rädern absteigen mussten. Sie kämpften sich noch zwei Schritte weiter durch das unwegsame Gelände, dann brach die Klippenlandschaft abrupt ab. Sie standen an einem Punkt, an dem es steil bergab ging und der ein Panorama freigab, das atemlos machte. Das Grün des Festlandes vermischte sich mit dem satten Blau des Meeres und wie auf einem Gemälde lichtete es sich am Horizont und ging in das luftige, blasse Blau des Nachmittagshimmels über. Direkt vor ihnen ragten zwei hohe, spitze, von Gischt umwogte Felsen wie Inseln aus dem Meer heraus.

Amy war so unvermittelt stehengeblieben, dass Jacco fast in sie hineingefahren wäre.

»Wow! Ist das geil! Hey, hallo Meer, da bist du ja wieder, ich hab dich schrecklich vermisst!« Dann sagte sie nichts mehr.

Eine ganze Weile sagte sie nichts mehr. Jacco hatte wohl gesehen, wie ihre Schultern zuckten und hörte ihr leises Weinen, denn er ließ sein Fahrrad mitsamt seinem Rucksack fallen, trat neben sie und nahm sie vorsichtig in den Arm. Wie angenehm, er stellte keine Fragen, war einfach nur da. Sie kannte ihn ja überhaupt nicht, konnte ihn doch nicht mit ihrem Herzschmerz konfrontieren. Sie fühlte sich hier ihrem Vater so nah, wer wusste es schon, vielleicht hatte er ja genau hier an dieser Stelle irgendwann einmal gestanden und war ebenso verzaubert gewesen wie sie in diesem Augenblick.

Amy wusste nicht, wie lange sie eng an Jacco gekuschelt seine Nähe und den Blick aufs Meer einfach nur genossen hatte, als ihr Handy schrill und fordernd die fast mystische Sommersonnenstille durchbrach.

»Hallo, Mutter.« Sie sah Jacco an und verdrehte die Augen. »Nein, es ist nichts passiert. - Ja ich kann mir denken, dass du dir Sorgen machst. - Manchmal gibt es halt Situationen, in denen man nicht telefonieren kann. - Doch, ich wollte und dann habe ich mit angesehen, wie ein kleiner Hund angefahren wurde und habe geholfen . - Mutter!« Sie stampfte zornig mit dem Fuß auf. »Aber mir ist das nicht egal. Du kannst mir nicht vorwerfen, dass ich unzuverlässig bin, hallo? Was? Das ist so nicht gewesen, Mutter, weißt du was, ich lege jetzt auf und melde mich morgen wieder. Ciao! - Oh Mann! Sie behandelt mich wie ein kleines Kind«, fauchte sie genervt und steckte ihr Handy zurück in ihre Gesäßtasche. Sie warf einen Blick auf Jacco und als sie das Grübchen unter seinem Auge zucken sah, da brach zwischen ihnen plötzlich ein Gelächter los. Sie wollten sich schier ausschütten vor Lachen.

»Mütter!« Jaccos Kommentar löste weitere Lachsalven aus.

Amy hielt sich den Bauch und ließ sich auf den Boden fallen. Sie breitete ihre Arme und Beine weit aus wie ein Hampelmann und atmete tief die prickelnde Meeresluft ein. Jetzt erst realisierte sie, dass sie Urlaub hatte, weit weg von zuhause war und absolut frei. »Frei! Frei wie der Wind!«

Jacco setzte sich zu ihr und zog sein Handy aus dem Rucksack. Ein Blick aufs Display sagte ihm - keine Anrufe.

»Ich bin überrascht, dass die Handyverbindung hier so gut ist, so direkt am Meer hätte ich das nicht erwartet.« Amy fuhr sich mit gespreizten Fingern durch ihre kupferfarbene Lockenmähne und band sie mit einem Haargummi auf dem Hinterkopf zusammen.

»So rückständig Portugal in einigen Bereichen ist, aber auf dem IT-Sektor macht uns so schnell niemand etwas vor.« Stolz klang aus seiner Stimme.

»Was ist mit dir, hast du auch eine Mutter oder einen Vater, die jeden deiner Schritte kontrollieren? Oder eine Freundin oder gar eine Frau?«

»Eine Mutter, die mich verschlingt, wenn sie gerade mal nicht in spirituellen, lila Wolken schwebt, was aber selten geschieht. Sonst bin auch ich frei. Frei wie der Wind«, schmunzelte Jacco, stand auf, hielt ihr seine Hand hin und half ihr aufzustehen. »Die Fahrräder können wir hinter dem Busch dort ablegen, da liegen garantiert noch mehr. Wir müssen dann nur ein paar Stufen weiter runter zum Strand.«

Er schulterte den Rucksack, den sie gemeinsam in der Tierarztpraxis mit ihren wichtigsten Sachen gepackt hatten. Den Rest konnten sie dort bis morgen unterstellen. Nicht eine Sekunde hatten sie gezögert, natürlich würden sie morgen wieder nach Mozart schauen, der sich wegen seiner Wunden nicht bewegen durfte und deshalb weiter sediert wurde. Als sie die Praxis mittags verlassen hatten, schlief er noch seinen Narkoserausch aus. Amy konnte sich nur schwer von dem kleinen Wuschel trennen, doch die Tierärztin hatte ihr nicht erlaubt zu bleiben.

Vom Klippenrand aus ging es steil nach unten, die Stufen waren direkt in den Felsen gehauen, schmal und uneben, man musste höllisch aufpassen. Jacco kraxelte wegen des Rucksacks rückwärts und hielt ihr einige Male seine Hand entgegen. Auf einem kleinen Plateau hielten sie an. Amy erblickte eine einfache Holzhütte, vor der einige Bänke und Tische zum Rasten einluden und weiter unten öffnete sich eine halbkreisförmige, traumhafte Bucht. Das türkisfarbene, glasklare Wasser zog sie magisch in seinen Bann. Am liebsten würde sie von hier oben aus hineinspringen in die wild schäumenden, kühlen und erfrischenden Atlantikwellen.

»Hi, Jacco!«, tönte es aus der Hütte und heraus trat ein bärtiger Typ in Boxershorts, der Jacco knapp umarmte, ihn klatschend auf den Rücken schlug und dann in einem mörderischen Tempo auf ihn ein quasselte. Es zischte und brodelte nur so in dieser Sprache, die mit dem, was sie in ihrem Portugiesisch-Crash-Kurs gelernt hatte, so gar nichts gemeinsam hatte.

»Algarvio.« Jacco grinste sie an und antwortete dem Typen in Englisch. »Carlos - Amy, Amy - Carlos«, stellte er sie vor.

Der geht ja ganz schön ran, dachte Amy, als Carlos' Augen blinkerten und zwinkerten und er ihr blitzschnell zwei feuchte Wangenküsse verpasste. Sie spürte, wie Jaccos Arm sich sanft aber bestimmt um ihre Schultern legte, ganz so, als gehöre sein Arm genau dorthin. Grinsend sah sie zu ihm hoch, sie ging ihm gerade bis zur Achselhöhle, doch er tat ganz cool und schaute weg.

»Wollt ihr ein Bier?«, fragte Carlos, war schon unterwegs und klapperte mit den Flaschen in einer gewaltigen Kühlbox.

Das zischte nicht schlecht. Amy...

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