Die toten Mädchen von Badlands

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. März 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-643-2 (ISBN)
 
Papier, Schere, Stein - und Tod . Fünf Uhr morgens. Schlaftrunken hört die angehende Reporterin Nola, wie ein Auto vom Motel ihrer Eltern wegfährt. Komisch, denkt sie und schläft weiter. Doch der nächste Tag bringt eine grausige Entdeckung: Mia, eine Studentin auf Durchreise, ist erstochen worden, ihr Freund Alex spurlos verschwunden! War es sein Wagen, den Nola gehört hat? Zusammen mit Jesse, dem sexy Rebellen der Kleinstadt, forscht sie nach und stößt auf Entsetzliches: Schon einmal wurde ein Mädchen in Badlands ermordet, der Täter nie gefasst! Ist seine Mordlust neu erwacht?
  • Deutsch
  • Hamburg
  • 0,42 MB
978-3-86349-643-2 (9783863496432)
3863496434 (3863496434)

1. KAPITEL

"Seid ihr auf der Durchreise? Kann ich euch helfen?" Neugierig musterte Nola das junge Paar, das verloren vor dem kleinen Laden stand und die menschenleere Hauptstraße von Custer erst hinauf- und dann wieder hinunterblickte.

"Sieht man uns das an, dass wir nicht aus der Gegend sind?" Das hübsche sommersprossige Mädchen lächelte sie an.

"Nun ja, Custer ist ein Tausend-Seelen-Kaff", entgegnete Nola. "Auch wenn ich nicht den Namen jedes einzelnen Bewohners kenne, so habe ich doch die meisten Gesichter schon mal gesehen. Kann ich euch helfen?", wiederholte sie.

"Wir brauchen ein Zimmer für die Nacht", erklärte der Freund des Mädchens. Er sah zum Himmel und prüfte den Sonnenstand. "Oder lohnt es sich noch, weiter in die Badlands zu fahren?"

"Nicht unbedingt. Außer ihr wollt im Auto übernachten", meinte Nola. "Zur nächsten größeren Stadt sind es etwa hundertsechzig Kilometer. Zwar gibt es Motels am Straßenrand. Aber in deren Betten sagen sich die Flöhe gute Nacht."

"Nein, danke!" Das Mädchen schüttelte sich. "Wir bleiben hier. Du weißt doch bestimmt, wo wir eine Unterkunft finden."

"Na klar. Mein Dad führt das 'Crazy Horse Motel' am Ortsausgang", erklärte Nola. "Die Zimmer sind einfach, aber sauber, und es gibt Kabelfernsehen. Und der Preis ist auch okay."

Das Mädchen lachte. "Also keine Flöhe. Oder hast du geschwindelt, damit dein Dad ein Geschäft macht?"

Nola lächelte. "Hab ich nicht. Die anderen Motels sind echt ätzend. Das liegt daran, dass sich nicht allzu viele Touristen in diese Ecke von South Dakota verirren. Und wenn welche vorbeikommen, machen sie in Custer Zwischenstopp. Bei so wenig Kundschaft putzen die Motelbesitzer außerhalb unseres Stadtgebiets nicht allzu oft ihre Zimmer."

"Hör auf! So genau will ich's gar nicht wissen." Das Mädchen winkte ab. "Du hast mich überzeugt. Wir schlafen im Motel deines Dads, oder was meinst du?" Sie wandte sich an den Jungen.

"Sieht so aus. Außer es gibt in Custer einen Robinson Club." Er grinste spöttisch.

"Keine Chance. Mein Dad hat im Ort das Hotel-Monopol." Nola grinste frech zurück.

"Was soll's. Ein Motel, das nach einem großen Indianer-Häuptling benannt ist, kann nicht schlecht sein", entgegnete der Junge. "Außerdem bin ich echt müde nach der endlosen Fahrerei."

"Wo kommt ihr denn her?", wollte Nola wissen.

"Aus Duluth in Minnesota", antwortete das Mädchen.

"Ich glaube, sie will wissen, welche Strecke wir heute zurückgelegt haben, und nicht, wo wir wohnen", korrigierte sie ihr Freund.

"Schlaumeier", konterte das Mädchen und wandte sich wieder an Nola. "Wir sind in den letzten Tagen durch North Dakota gecruist und heute Morgen aus Bismarck losgefahren."

"Von Bismarck bis Custer . Das sind so an die vierhundert Kilometer, also vier bis fünf Stunden Fahrt", stellte Nola fest.

"Wir haben acht gebraucht", sagte das Mädchen. "Wir wollten uns die Landschaft in Ruhe anschauen."

"Macht ihr Urlaub? Falls ihr auf Sightseeing steht: Das Mount Rushmore National Memorial mit den in Stein gehauenen Köpfen der amerikanischen Präsidenten ist in der Nähe."

"Die Köpfe? Vielleicht sehen wir sie uns an. Aber eigentlich haben wir andere Pläne", meinte das Mädchen. "Zwar sind Semesterferien, aber wir möchten Uni und Freizeit miteinander verbinden. Wir studieren Archäologie, und die Region um die Black Hills ist eine Fundgrube für fossile Stücke wie Dinosaurierknochen. Vielleicht haben wir Glück und finden welche."

"Das will sie doch gar nicht wissen", unterbrach ihr Freund sie.

"Doch, will ich", meinte Nola. "Klingt total interessant. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr mir heute Abend bei einem Bier in 'Joe's Dump' mehr darüber erzählen. Vielleicht kann ich über euch sogar eine Story für die 'Custer News' schreiben."

"Eine Story?" Der Junge lachte. "Bist du in Custer 'das Mädchen für alles'? Erst vermittelst du uns ein Zimmer bei deinem Vater. Dann gibst du uns Ausflugstipps und sorgst in eurer Dorfkneipe für Umsatz. Und schließlich willst du uns in den Klatschspalten eurer Dorfzeitung verbraten . Entweder sind wir die ersten Besucher seit Monaten, oder du hast furchtbare Langeweile."

"Nun sei nicht so unfreundlich." Seine Freundin boxte ihn in die Seite.

"Ist schon okay", sagte Nola. "Tut mir leid, wenn ich aufdringlich gewesen bin. Aber in Custer passiert wirklich nicht viel. Vor allem kommen selten junge Leute von außerhalb hierher. Die meisten Touristen sind Familien oder Rentner. Ich freue mich also jedes Mal, wenn ich die Chance habe, mich mit neuen, mehr oder weniger Gleichaltrigen unterhalten zu können. Und die Sache mit der Story hat einen ganz bestimmten Hintergrund. Ich will unbedingt Journalistin werden und arbeite als Praktikantin bei den 'Custer News'. Um einen Studienplatz an der Universität von South Dakota zu ergattern, muss ich eine knackige Reportage einreichen. Aber die Top-Story, die gerade in unserer Redaktion Schlagzeilen macht, ist der 90. Geburtstag unseres ehemaligen Bürgermeisters. Und bei seinem hohen Alter kann von 'knackig' beim besten Willen nicht mehr die Rede sein. Ansonsten schreibe ich über die lokalen Erzeugnisse und schlage mich mit dem aktuellen Kilopreis für Rindersteaks und den Milcherträgen unserer Bauernhöfe rum. Mit solchen Themen werde ich nie eine rasende Reporterin."

"Verstehe", lenkte der Junge ein. "In dem Fall wäre der Fund von Dinosaurierknochen wirklich spektakulär. Aber vielleicht findest du welche bei eurem Ex-Bürgermeister. So alt wie der ist, stehen die Chancen gar nicht mal so schlecht. Wäre das nicht eine Sensationsstory?" Er grinste breit.

"Sei nicht immer so frech!" Seine Freundin boxte ihn erneut in die Seite.

"Aua! Nicht immer auf dieselbe Stelle", beschwerte er sich.

Nola lachte ihn an. "Nette Idee. Aber ich bezweifle, dass mich unser einstiger Bürgermeister das überprüfen lässt . Ich bin übrigens Nola."

"Mia." Das Mädchen reichte ihr die Hand. "Und der da ." Sie zeigte auf ihren Freund. ". ist Alex."

"Hi! Nett, euch kennenzulernen." Nola schüttelte Alex die Hand.

"Ich hoffe, ich bin nicht als Stinkstiefel rübergekommen", entschuldigte sich Alex. "Aber ich habe einen Moment lang befürchtet, du wärst eine von diesen Touristenneppern, die einem das Geld aus der Tasche ziehen."

"Nein, keine Sorge. Bin ich nicht", erwiderte Nola. "Das Motel meines Dads ist wirklich in Ordnung. Und wenn ihr Lust habt, heute Abend auszugehen, geht die erste Runde auf mich."

"Okay." Alex nickte zustimmend. "Dort steht unser Auto." Er deutete auf einen Chevrolet Captiva.

Die drei überquerten die Straße. Und Alex öffnete den Mädchen die Türen seines Geländewagens. Nola kletterte auf den Rücksitz und leitete das Pärchen zum Motel, das am Ende der Hauptstraße lag.

"War ein guter Tipp von dir. Ist echt nett hier", meinte Alex wenig später anerkennend, als er sich im Zimmer Nummer 5 umsah. Er stellte seine Reisetasche ab, schlang die Arme um die kichernde Mia und warf sich mit ihr zusammen auf das Kingsize-Bett.

"Wow! Echt bequem." Mia wippte auf der federnden Matratze auf und ab.

"Und es gibt einen großen Fernseher", stellte Alex zufrieden fest, nahm die Fernbedienung und zappte durch die Programme.

"Prima, dass es euch gefällt. Dann will ich mal nicht länger stören." Nola wandte sich zum Gehen.

"Warte!", rief Mia ihr hinterher. "Wann willst du in 'Joe's' . Wie hieß die Kneipe noch mal?

"'Joe's Dump'", antwortete Nola.

"'Joe's Absteige' . was für ein Name! Ich hoffe, der ist nicht Programm", sagte Alex.

"Doch, ist er", gab Nola zu. "Aber es ist die einzige Kneipe weit und breit."

"Klingt doch vielversprechend", erklärte Mia lachend. "Da ist der Absturz sicher. Also, wann willst du in 'Joe's Dump' gehen?"

"Um sieben oder acht", antwortete Nola.

"Sieben ist okay. Ich hab 'nen Bärenhunger. Kann Joe auch kochen?", erkundigte sich Alex.

"Wenn du Spiegeleier mit Speck, Steak und Kartoffel sowie dicke Bohnen magst, bist du bei ihm richtig", meinte Nola.

"Echtes Cowboy-Essen", stellte Alex fest. "Genau mein Geschmack."

"Meiner auch", stimmte Mia zu.

"Gut. Dann hole ich euch gegen sieben ab." Nola winkte ihnen zu und schloss die Tür von außen hinter sich. Sie war froh, dass Alex seine anfängliche Skepsis ihr gegenüber aufgegeben hatte, und freute sich auf den Abend mit den beiden. Endlich erfuhr sie mal was Neues von und über andere Menschen und musste sich nicht mit den "üblichen Verdächtigen" aus Custer unterhalten. Zwar hatte sie Hunderte "Freunde" auf Facebook. Aber Internetkontakte waren nicht dasselbe, wie mit Leuten zu sprechen.

Und vielleicht sprang sogar eine coole Story für ihre Uni-Bewerbung dabei heraus. Sie würde Mia und Alex darum bitten, sie im Falle eines...

Dateiformat: EPUB
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