Mörderin!

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 23. August 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-209-0 (ISBN)
 
Verwirrt erwacht Tilda aus dem Koma. Ihren Namen weiß sie noch - aber sonst? Sandy und Daphne erzählen ihr, dass sie eins der It-Girls an der Uni ist. Außerdem hat sie wohl mit Evan geflirtet, obwohl sie mit Fabian zusammen war. Nach einer Party ist sie dann angefahren worden . Tilda spürt, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Denn keiner kann ihr sagen, warum sie von einem Mädchen träumt, das in den Tod stürzt. Bis das Entsetzliche passiert: Sandy stirbt. Tilda wird verhaftet und angeklagt! Verzweifelt versucht sie sich zu erinnern: Ist sie wirklich eine Mörderin?
  • Deutsch
  • Hamburg
  • 0,34 MB
978-3-86349-209-0 (9783863492090)
3863492099 (3863492099)

1. KAPITEL

"Willkommen unter den Lebenden, Miss Scott." Die melodische Männerstimme drang aus weiter Ferne an Matildas Ohr. Als sie blinzelte, erkannte sie verschwommen die Umrisse eines Mannes in einem weißen Kittel.

"Wo . bin . ich?", murmelte sie, bevor sie seufzend die Augen schloss. Das helle Tageslicht blendete sie. Ihr Kopf dröhnte. Schmerz. Und die Kraftanstrengung, den Mund zu öffnen und zu sprechen, hatte sie völlig erschöpft.

"Sie sind im St. John's Krankenhaus", antwortete die freundliche Stimme. "Sie hatten einen Autounfall und lagen eine Woche im Koma. Aber keine Sorge. Sie sind auf dem Weg der Besserung. Und jetzt, da Sie aufgewacht sind ."

"Ein . Autounfall?" Tilda blinzelte erneut und versuchte sich aufzusetzen. Doch ihr Körper gehorchte ihr nicht. Jede Bewegung erforderte unsagbare Willenskraft. Sie ließ sich zurück ins Kissen sinken und musterte den Arzt. "Ich kann mich . nicht an einen Autounfall . erinnern."

"Das ist ganz normal", entgegnete der Doktor beschwichtigend. "Sie leiden an einer durch den Unfall bedingten Amnesie. Sobald Sie sich wieder besser fühlen, wird Ihre Erinnerung zurückkehren. Sie haben sehr viel Glück gehabt. Außer ein paar Prellungen und einer Gehirnerschütterung sind Sie heil davongekommen."

"Das . ist . gut." Tilda fielen vor Erschöpfung die Augen zu.

"Ich bin Doktor Michaels. Wenn Sie etwas brauchen, klingeln Sie. Neben Ihrem Bett ist ein Knopf mit einem roten Licht. Sobald Sie ihn drücken, kommt eine Schwester."

"Hm .", entgegnete Tilda, bevor sie ins Land der Träume abtauchte.

Heißhunger weckte Tilda zwei Tage später. Es war der Geruch frisch gebackener Brötchen und von Kaffee, den sie wahrnahm, sodass sie die Augen aufschlug. Obwohl sie das Tageslicht schmerzhaft blendete, fühlte sie sich ausgeruht und überraschend fit. Sie setzte sich in ihrem Krankenbett auf und sah sich um.

Auf dem Nachttisch neben ihrem Bett stand ein Tablett mit einer Tasse blassgelbem Tee und einer kleinen Schüssel Haferbrei. Angewidert verzog Tilda die Mundwinkel. Mit leckerem Kaffee und schmackhaften Brötchen hatte die Mahlzeit wenig zu tun. Ihre Fantasie hatte ihr einen ordentlichen Streich gespielt. Dafür duftete es in ihrem Krankenzimmer wie in einem Blumenladen. Kein Wunder: Dutzende Sträuße pinkfarbener Rosen, weißer Chrysanthemen, blauer Iris und unzähliger anderer Blumen standen in großen und kleinen Vasen auf der Fensterbank, am Bett und auf dem Boden. Offensichtlich schienen eine Menge Leute um sie und ihr Wohlergehen besorgt zu sein.

Ihr Wohlergehen . Warum war sie eigentlich hier? Und wie hieß das Krankenhaus? Nachdenklich runzelte Tilda die Stirn. In ihrem Kopf herrschte dumpfe Leere. Ganz so, als befände sich in ihrem Schädel ein Luftballon statt eines Gehirns. Einen Moment lang verspürte sie Panik. Was, wenn sie nie wieder klar denken konnte und für immer ein 'Gemüse' blieb?

Im gleichen Augenblick fiel ihr der Name des Arztes ein: Doktor Michaels. Und sie lag im St. John's Hospital . wegen eines Autounfalls.

Autounfall? Tilda hatte keinen blassen Schimmer. Das Letzte, woran sie sich erinnerte, war, dass sie im Dunkeln an einer Straße entlangging. Oder sollte sie lieber sagen: stolperte? Warum konnte sie nicht richtig gehen? Und an welcher Straße hatte sie sich befunden? Tilda fiel es nicht ein. Dafür erinnerte sie sich an ihre Kleidung. Ein langes rosa Chiffonkleid mit kleinen Flügeln auf dem Rücken.

Flügel?

Unwillkürlich drehte Tilda sich nach rechts und starrte auf ihre Schulter, als rechnete sie damit, Federn aus ihrem Rücken sprießen zu sehen. Erleichtert stellte sie fest, dass unter dem Krankenhaushemd weiße, glatte Haut hervorlugte.

Vor ihrem geistigen Auge tauchte sie in dem rosa Kleid mit den kleinen Flügeln . und einem Zauberstab in der Hand auf. Es war ein Kostüm! Sie hatte als Glücksfee verkleidet an einer Halloween-Party teilgenommen!

Aufgeregt über den Erinnerungsschub versuchte sie, weitere Details aus ihrem Gedächtnis hervorzukramen, bis es plötzlich an der Tür klopfte. Ein Mädchen öffnete sie vorsichtig und streckte seinen Kopf ins Zimmer hinein. Der ernste Gesichtsausdruck des Mädchens wich einem strahlenden Lächeln, als es Tilda aufrecht im Bett sitzen sah.

"Sie ist wach!", rief es, und hinter ihm tauchte ein zweites lächelndes Mädchen auf. "Oh mein Gott, Tilda! Wir haben uns solche Sorgen um dich gemacht!" Das erste Mädchen eilte ins Zimmer, setzte sich an Tildas Bett und umarmte sie.

"Hallo", meinte Tilda unsicher. Sie erkannte die Mädchen wieder. Sie waren auf der Halloween-Party gewesen, die Tilda als Fee verkleidet besucht hatte. Aber die Namen der beiden fielen ihr nicht ein.

"Du guckst mich an, als wäre ich ein Gespenst", sagte das Mädchen, das sie umarmte, und grinste sie schief an.

"Sie erkennt dich nicht", bemerkte das zweite Mädchen verlegen.

"Echt nicht?" Das erste sah Tilda ungläubig an.

"Sie hat recht", meinte Tilda. "Wer immer ihr seid . Toll, dass ihr mich besucht."

"Oh Gott!" Betroffen schlug das erste Mädchen die Hand vor den Mund und sah Tilda mit großen Augen an. Dann ergriff es Tildas Hände und drückte sie. "Ich bin Daphne, deine Freundin. Und das", sie deutete mit einer leichten Kopfbewegung auf die andere Besucherin. "Das ist Sandra. Wir drei sind das ."

"Shamrock", mischte sich Sandra ein. "Das dreiblättrige irische Kleeblatt." Sie hielt inne und musterte Tilda, ob die Bezeichnung 'Shamrock' etwas in ihr wachrief. Als sie nur einen leeren Blick erntete, fuhr sie fort: "Ich will nicht eingebildet sein, aber wir sind die angesagtesten Studentinnen der Missouri State University. Wir nennen uns 'Shamrock', weil wir irische Vorfahren haben." Sie machte eine Pause und wartete, ob Tilda nun ein Licht aufging.

Doch Tilda fiel nichts dazu ein.

"Also gut . was noch?", fragte Sandra nachdenklich. "Wir haben unsere Mädchenclique letztes Semester gegründet. Kurz nachdem du dich an der MSU eingeschrieben hast."

"Was studiere ich denn?", fragte Tilda.

Daphne und Sandra wechselten einen vielsagenden Blick.

"Geisteswissenschaften mit dem Schwerpunkt amerikanische Literatur", erklärte Daphne.

"Ah .", meinte Tilda. Aber es klang nicht so, als ob sie sich wirklich erinnern würde.

"Okay, fangen wir von vorne an", sagte Sandra. "Wie heißt du?"

"Matilda Scott", antwortete Tilda.

"Das ist schon mal gut", warf Daphne lächelnd ein. "Wie alt bist du? Woher kommst du? Zähl einfach mal alles auf, woran du dich erinnerst."

"Ich bin 19 und komme aus Shawnee, Oklahoma. Ich bin zu Beginn letzten Semesters nach Springfield, Missouri, gezogen . Und ich lebe . im Studentenwohnheim. Ich habe dieses Semester ein Seminar über Mark Twain belegt."

"Den Kurs hast du im letzten Semester besucht", unterbrach Daphne sie.

"Oh ." Tilda stockte und musterte ihre Freundin. "Aber ich kenne deinen Nachnamen . Warte! Gleich komme ich drauf . O'Reilly! Daphne O'Reilly! Und du .", wandte sie sich an Sandra. "Sandra Malone. Und eigentlich nennen dich alle nur Sandy."

"Hey super! Mach weiter so!", ermutigte Sandra sie.

"Wir drei waren zusammen auf dieser Halloween-Party. Der Typ, der sie geschmissen hat, ist ein ziemlicher Yuppie. Er heißt Ethan."

"Sein Name ist Evan. Und pass auf, was du über ihn sagst", meinte Sandra zweideutig. Sie und Daphne kicherten.

"Wieso? Warum lacht ihr?", hakte Tilda irritiert nach.

"Nur so. Erklär ich dir später", winkte Daphne ab.

"Ich glaube, die Party war ziemlich gut."

Die Mädchen nickten.

"Aber aus irgendeinem Grund bin ich gegangen."

"Du warst total betrunken", bemerkte Daphne.

"Echt?" Überrascht sah Tilda sie an.

"Allerdings", stimmte Sandra Daphne zu. "Und du wolltest partout nicht, dass dich jemand nach Hause begleitet. Obwohl du nicht mehr gerade stehen, geschweige denn gehen konntest."

"Wir haben dich in eine Ecke gesetzt und gesagt, du sollst warten", fuhr Daphne fort. "Evan wollte dir ein Taxi rufen. Aber wegen Halloween waren alle Leitungen besetzt. Gab wohl eine Menge Leute, die nach Hause gebracht werden wollten. Als wir nach dir gesehen haben, warst du verschwunden."

"Und dann hörten wir wenig später die Sirene des Rettungswagens. Daphne und ich sind sofort rausgelaufen. Wir hatten beide ein ungutes Gefühl ." Sandras Stimme versagte. Sie kämpfte mit den Tränen und presste die Lippen aufeinander, um die Fassung zu bewahren.

Tilda sah von einem Mädchen zum anderen. Dann verlor sich ihr Blick im Leeren, und sie starrte auf die weiße Bettdecke.

Langsam dämmerte es ihr. Sie war von der Party auf die Straße gelaufen. Allein? Vielleicht. Es hatte geregnet, und die Straße glänzte nass im Mondlicht. Sie hörte den aufheulenden Motor eines beschleunigenden Fahrzeugs. Sie drehte sich um. Das Licht zweier Scheinwerfer blendete sie. Sie riss die Hand hoch, um besser sehen zu können. Und...

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